Kalendarium des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III

Die folgenden Angaben sind eine Auswahl aus dem Geschehen an den preußischen Höfen zur Regierungszeit König Friedrich Wilhelms III. Sie sind ein Ergebnis der Arbeit an dem 2016 in der Reihe Acta Borussica. Neue Folge erschienenen Quellenband zu den Reisen Friedrich Wilhelms III. Zwischen Ehrenpforte und Inkognito. Preußische Könige auf Reisen.

Sie suchen bestimmte Tage oder Ereignisse? Sie benötigen detailliertere Informationen und Quellen?
Schreiben Sie eine Mail!

17971798179918001801180218031804180518061807180818091810181118121813181418151816181718181819182018211822182318241825 – 1826 – 1827 – 1828 – 1829 – 1830 – 1831 – 1832 – 1833 – 1834183518361837183818391840
Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise im Park von Schloss Charlottenburg, Ölgemälde von Friedrich Georg Weitsch, 1799
Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise im Park von Schloss Charlottenburg, Ölgemälde von Friedrich Georg Weitsch, 1799
16.11.

Friedrich Wilhelm II. stirbt im Marmorpalais in Potsdam. Sein Sohn, Friedrich Wilhelm III., besteigt den preußischen Königsthron.

17.11.
Die Leiche des verstorbenen Monarchen wird vom Marmorpalais in den Berliner Dom überführt. Im Land beginnt eine sechswöchige Trauerzeit.

18.11.
Friedrich Wilhelm II. wird im Berliner Dom beigesetzt.

19.11.bis 31.12.
Der neue König bestimmt das Kronprinzenpalais zu seiner Wohnung und hält sich während der Trauerzeit in Berlin auf.

26.11.
Königin Luise schreibt an ihren Vater: „Der Gang der Politik muss den müßigsten Zuschauer unruhig machen, wie soll ich es nicht sein, … da mein Mann zum ersten Male handelt und sich durch seine Handlungen einen Namen fürs Leben machen soll?“ (Rothkirch)

11.12.
In Berlin findet das feierliche Leichenbegängnis Friedrich Wilhelms II. statt.

12.12.
Der König begleitet die Garde nach Potsdam, die zur Beisetzung nach Berlin gekommen war, und besucht seine Mutter in Monbijou.

15.12.
Frau von Voss schreibt in ihrem Tagebuch: „Der König ist noch ganz und gar der Kronprinz, über alles Ausrufungen, so wenig Etikette als nur immer möglich und große Sparsamkeit. Wenn es nur so bleibt und dies alles nicht überhandnimmt mit der Zeit, dann ist es ja ganz schön und gut!“ Klöden konstatiert eine „Einfachheit des Sinns“ und das „Abstreifen aller zwängenden Formen, wo sie überflüssig waren“. Bei den ersten Regierungshandlungen habe sich aber gezeigt, dass er sehr wohl „die Notwendigkeit des Zeremoniells und der Etikette, wo sie hingehörten“, akzeptiere.

17.12.
Im Berliner Dom findet die Gedenkpredigt für den verstorbenen Monarchen statt. Im Anschluss ist Cour am Hof.

21.12.
Friedrich Wilhelm III. begibt sich mit seinen Brüdern und den Adjutanten nach Potsdam, um die Garden zu sehen. Im Anschluss gibt er ein großes Diner.

24.12.
Nach der Cour findet ein Souper in der Bildergalerie des Berliner Schlosses statt.

25.12.
Nach dem Besuch der Kirche ist feierliche Bescherung im Kreis der königlichen Familie.

28.12.
Bei der Königin-Mutter findet eine Kondolenz-Cour statt.

31.12.
Nach der Cour gibt der König ein festliches Souper an zwei Tafeln im Schloss.

01.01.
Das Leben am preußischen Hof im Winter 1797/98 beschreibt Luise von der Marwitz: „In wenigen Wintermonaten drängten sich einige Bälle, Opern und Maskeraden zusammen, denen sie [Luise] wohl mit der Lust einer schönen jungen Frau und dem natürlichen Wohlgefallen an erregter Bewunderung nachgehen mochte. Ihr Luxus musste mit einem Jahrgehalt von 1.000 Talern befriedigt werden.“

06.01.
Nach nur wenigen Trauerwochen beginnen „die Festlichkeiten, so glänzend und doch so einförmig wie je, die Bälle und thé dansants, die diplomatischen Diners und Theaterbesuche“ (Klöden).

07.01.
Der König gibt ein Diner für die Deputierten des schlesischen Adels.

08.01.
Nach der großen Cour wird an zwei Tafeln soupiert.

15.01.
Nach der Cour findet ein Ball im Berliner Schloss statt.

18.01.
Die „Großmama“ der Königin kommt aus Neustrelitz an.

22.01.
Der König nimmt die Vorstellung einer Adelsdeputation aus Preußen an.

23.01.
Im Fürstentum Neuchâtel und in der Grafschaft Valengin findet vor den Gouverneuren als Stellvertreter des Königs die Huldigung statt.

Ende Januar bis Ende Februar
Der König ist erkrankt. Der Karneval am preußischen Hof fällt aus.

20.02.
Die General-Kontrolle der Finanzen wird eingerichtet.

10.03.
Der Geburtstag der Königin Luise (geb. 1776) wird in Berlin gefeiert.

17.03.
Der König lässt durch ein Konvokationspatent eine Landeshuldigung für Schlesien anordnen.

18.03.
Es ergeht ein Publikandum, wie diejenigen sich zu verhalten haben, welche beim König Vorstellungen und Beschwerden anbringen wollen.

29.03.
In Berlin findet die Konfirmation des Prinzen Heinrich statt.

Ende März
Der König war bis Ende März in Charlottenburg, „dann ging er mit der Königin nach Potsdam … kehrte mit ihr aber am 10. Mai wieder nach Charlottenburg zurück, und hielt in Berlin am 21. bis 23. Mai die gewöhnliche Revue ab.“ (Klöden)

24.05. bis 29.06.
Der König reist nach Pommern, Preußen, Schlesien. Zwecke der Reise sind die Huldigung in Königsberg und die Revuen in den Provinzen. Bereits vor der Reise hatte der König alle Ehrenbezeugungen untersagt, da er „von der Liebe seines Volkes bereits untrüglichere Merkmale habe“. (Klöden) Es sei, „von Anfang bis zum Ende ein ununterbrochener Triumphzug (gewesen), wie ihn das alte Preußen niemals vorher gesehen. Von weither strömte alles zusammen, um dem König und namentlich der Königin zu huldigen. Überall Ehrenpforten, Begrüßungen, Blumenregen, Festlichkeiten, jubelnde begeisterte Menschenmassen, Empfänge und Ansprachen, dem König lästig, von der Königin mit immer gleicher bezaubernder Huld entgegengenommen und unermüdlich erwidert.“ (Bailleu)

24.05.
Am Abend wird Freienwalde erreicht.

25.05.
Am Abend Ankunft in Stargard. Das Quartier befindet sich vor dem Walltor. – In Königsberg wird der Huldigungslandtag eröffnet.

26.05.
In Stargard findet die Revue der Truppen statt. Anschließend empfängt der König die Deputation der Vor- und Hinterpommerschen Stände und des Magistrats.

27.05.
Nach der Generalrevue gibt der König ein Diner für das Militär. Königin Luise reist am Nachmittag weiter: „Die guten Pommern, die immer ihren Königen zugetan waren, bewiesen mir ihre Liebe durch endlose Vivatrufe, als ich die Stadt verließ.“ (Rothkirch)

28.05.
Zweiter Tag der Generalrevue in Stargard. Eine Deputation aus Kolberg trifft ein. Der Tag endet mit einem großen Souper. – Die Königin reist über Körlin weiter nach Köslin, wo sich die Einwohner zur Begrüßung auf dem Marktplatz versammeln und sie mit Musik durch Blumenmädchen begrüßen. Sie habe dabei „vor allem mehrere Landleute (bemerkt), die das Kostüm der alten Wenden bewahrt haben.“ (Rothkirch) Der Tag endet mit einer Cour der Damen des Adels bei der Königin.

29.05.
Abreise von Stargard nach Köslin. „Überall war die Freude groß, und das Landvolk stand, oft weit hergekommen, am Wege, um seinen König und die Königin zu sehen.“ (Voss) In Köslin empfängt der König eine Abordnung des Magistrats, mit der er sich über den „Nahrungsstand der Stadt“ unterhält. Die Statue Friedrich Wilhelms I. wird besichtigt. – Die Königin reist über Stolpe nach Lauenburg.

30.05.
Mit Aufenthalten wird die Reise nach Danzig fortgesetzt. Auf dem Weg werden der Gollen- und der Fahnenberg bestiegen, Kolberg, Rügenwalde, Jasmund besichtigt. – Die Königin erreicht Danzig: „Eine Meile vor Danzig war ein Zelt aufgeschlagen, in dem uns eine Deputation erwartete, auch Massow und der Minister Schroetter waren dabei. Als wir in Danzig einfuhren, donnerten die Kanonen.“ (Voss)

31.05.
In Danzig hält der König eine Spezialrevue über die Garnison. Anschließend werden die Festung und die Sternwarte besichtigt. Der König empfängt eine Deputation der Geistlichkeit, der Zünfte und der Schützengilde. Das Diner wird in Oliva beim Fürstbischof Graf von Hohenzollern genommen, der zugleich Abt des Klosters ist. Die Straße nach Oliva sei „mit Menschen bedeckt“ gewesen. (Voss). Am Abend fährt der König im offenen Wagen zum Carlsberg, wo ein großes Souper mit Vertreter der Militär- und Zivilbehörden stattfindet. Die Stadt ist illuminiert.

01.06.
Nach dem Stapellauf zweier Schiffe, einem Diner auf der Weichsel und einem Ball der Kaufmannschaft in der Börse reisen König und Königin nach Schlobitten, wo sie im Barockschloss des Grafen Dohna beherbergt werden.

02.06.
Die Reise wird über Marienburg nach Elbing fortgesetzt. In Marienburg wird Revue über die Truppen gehalten und der Wasserbau an der Mautauerspitze besichtigt. Für die Königin, die nach Frauenburg weiterreist, hatte in der Zwischenzeit am Übergang über die Nogat die Elbinger Kaufmannschaft ein Zelt für das Mittagessen errichtet.

03.06.
König und Königin treffen in Königsberg getrennt ein. Sie werden mit einem Empfang durch die Deputierten des Magistrats, der Innungen und Zünfte begrüßt, anschließend durch die Töchter der Magistratsherren und Kaufleute mit Blumen und einer Rede, zuerst für die Königin, dann den König. Anschließend erfolgt der gemeinsame Einzug in die Stadt, deren Häuser „mit Fahnen, Kränzen und Flaggen bedeckt“ sind. (Voss)

04.06.
Nach der Wachtparade empfängt der König bei einer Cour die Deputierten der Königsberger Kaufmannschaft, der französischen Kolonie und der Deutschen Gesellschaft. Bei ihnen informiert er sich, wie die deutsche Sprache auch in Litauen und Preußisch-Polen stärkere Verwendung finden könne. Nach dem Souper beim König findet die Cour der Stände, der Kollegien, des Magistrats von Königsberg, Danzig, Elbing, Thorn, der Deputierten der Königsberger Universität und der Schützenmeister statt, an die sich ein Abendempfang des Obermarschalls Christian Graf von Dönhoff zu Ehren des Königspaares anschließt. Der König sei „nicht gerade sehr glänzender Laune nach all dem Spektakel“ gewesen. (Voss)

05.06.
Friedrich Wilhelm III. nimmt auf dem Schlosshof in Königsberg die Huldigung der Süd- und Neu-Ostpreußischen Provinzen entgegen. Im Anschluss findet eine große Festtafel im Moskowiter-Saal des Königsberger Schlosses statt. Noch vor der Tafel empfängt der König eine Abordnung der Bernstein-Zunft, die der Königin ein Schachspiel und Bernstein-Schmuck schenkt, am Nachmittag empfängt er eine Deputation der Königsberger Schützengilde, die den König um Bestätigung ihrer Privilegien ersucht, und der jüdischen Gemeinde. Am Abend ist Königsberg illuminiert. Der Tag endet mit einem Besuch beim Landhofmeister von Groeben und dem traditioneller Fackelzug der Studenten.

06.06.
Der König nimmt die Spezial- und Artillerierevue ab. Am Ball im Moskowiter-Saal nehmen neben der Generalität, den Ministern, hohen Prälaten, Deputierten der Stände und Staatsbehörden auch Bürger-Deputierte der kleineren Städte und die sogenannten Kölmer (Besitzer kleiner ländlicher Grundstücke), mehre Damen jüdischen Glaubens sowie viele Studenten teil. Das Geld-Geschenk der Stände erhält Minister Schroetter mit dem Auftrag, es zur Verbesserung der Schulen in den preußischen Provinzen zu verwenden.

07.06.
Der König nimmt die Generalrevue in Kalthof ab. Nach der Tafel geht es nach Pillau. Den Tag beschließ eine Assemblee bei Etatsminister Oberburggraf von Ostau.

08.06.
Der König nimmt gemeinsam mit der Königin die Generalrevue ab. Nach einem Besuch bei Landhofmeister von der Groeben findet am Nachmittag der Ball der ostpreußischen Landstände im Deutschen Haus auf dem Rossgarten mit ca. 2.000 Gäste statt. Der Tag endet mit einer Gondelfahrt auf dem Schlossteich, der Illumination der Stadt und einem Feuerwerk.

09.06.
Nach Audienzen u. a. für „Herrn Kochelski aus Wielun und Herrn Rumpel aus Kempen“ – ersterer überreicht dem König eine Supplik in Polnisch und Latein betr. die Lage seiner zwei Mal abgebrannten Stadt – reist der König über Georgenburg nach Warschau. Die Königin reist erst am Folgetag und ist am Abend zum thé dansant bei Obermarschall Graf von Dönhoff.

10.06.
Von Georgenburg wird die Reise nach Nowogrod fortgesetzt. – Die Königin reist von Königsberg über Domnau nach Gallingen und übernachtet bei Gräfin von Eulenburg.

11.06.
Der König nimmt in Nowogrod die Revue der Truppen ab. – Die Königin reist über Schippenbeil und Rössel nach Sensburg und übernachtet in Ortelsburg bei Graf von der Goltz.

12.06.
Der König nimmt in Ostrolenka die Revue der Truppen ab. – Die Königin reist nach Rogalla.

13.06.
Der König nimmt in Ostrolenka die Revue der „Bosniaken und Tataren“ (Klöden) ab und reist über Jablona nach Warschau. Die Königin reist über Pultusk und trifft in Jablona mit dem König zusammen. Bei der abendlichen Ankunft in Warschau haben sich die Bürger innungsweise mit Fahnen, worauf die Schutzpatrone der Zünfte abgebildet sind „von der Brücke bei Prag bis nach dem Schloss, fast eine Viertel Meile lang, in zwei Reihen aufgestellt, und als das Königspaar durch dieselben hinfuhr, ertönte ein jubelndes Vivat, während zugleich die Fahnenträger ihre Paniere grüßend schwenkten.“ (Cohnfeld) Quartier wird im Warschauer Schloss genommen.

14.06.
Nach der Spezialrevue findet ein Diner für 72 Personen, eine Cour und ein Ball im Königlichen Schloss statt. Hippel schreibt: „Sogar die Polenhauptstadt Warschau huldigte aus Überzeugung. So lauteten Berichte von Augenzeugen.“

15.06.
Der König nimmt die Generalrevue der Truppen ab. Der Tag endet mit einem Konzert und einem Ball.

16.06.
An die Generalrevue schließen sich Diner und Visiten an. Am Abend gibt Minister von Hoym ein Fest im ehemaligen Königlichen Palais Lazienski, hier werden Nationaltänze durch junge polnische Adlige aufgeführt. „Man spielte Theater, aber polnisch. Alles, Garten und Umgegend, war wundervoll illuminiert.“ (Voss). In Warschau werden dem König zahlreiche Bittschriften überreicht, die sich vor allem auf die Aufhebung der Leibeigenschaft beziehen.

17.06.
Der König besichtigt Gura, „wo die Piliza in die Weichsel fällt“ (Wippel). Am Abend wird die Reise nach Neiße fortgesetzt. – Die Königin reist nach Nieborowo zur Fürstin Radziwill. Der kommende Tag ist „der große Tag“, an dem sie „Arkadien“ sehen wird, „ich bin ganz außer mir in Vorfreude“. (Rothkirch) Arkadien oder Arkadia (westlich von Warschau) ist einer der bedeutendsten polnischen Landschaftsparks. Er entstand für die Fürstin Helene Radziwill durch den Hofarchitekten Szymon Bogumil Zug. Königin Luise gehörte zu den ersten Besuchern des vollendeten Parks, in dem es ein gotisches Cottage, einen klassizistischen Dianatempel und auf einer Insel ein an Rousseaus Grab erinnerndes Monument gab.

18.06.
Petrikau wird erreicht. Überall wird der König „festlich begrüßt, mit Erfrischungen, mit Ehrenpforten, Deputationen und Blumenspenden“. (Voss) „Es erregte bei den Polen Verwunderung, dass der König weder bei seiner Ankunft noch bei seiner Abreise eine militärische Eskorte annahm.“ (Klöden)

19.06.
In Tarnowitz darf die Bürgerschaft dem König einen feierlichen Empfang mit Ehrenpforte und Spalier bereiten. Am Bergamtshaus begrüßen ihn die niederschlesischen Stände. Am Abend findet eine feierliche Prozession der Bergleute mit Grubenlampen statt.

20.06.
Der König besichtigt die Friedrichsgrube in Tarnowitz und trägt sich in das Stammbuch der Grube ein. Nach dem Mittag in Rogau bei Minister Haugwitz wird die Reise über Kosel nach Neiße fortgesetzt, hier haben sich die Studenten als Türken verkleidet und empfangen den König mit Janitscharenmusik. – Die Königin wird an der Grenze zwischen Schlesien und dem ehemaligen Südpreußen feierlich empfangen.

21.06.
Der König besichtigt bei einer Spezialrevue die Truppen in Neiße. – Die Königin reist bis Oels, wo sie durch den Herzog von Braunschweig-Oels vor der Stadt und mit Triumphbogen empfangen wird.

22.06.
An die Generalrevue schließt sich ein Diner mit dem Herzog von Oels und der Prinzessin von Württemberg an. Das in Neiße aufgeführte Theater beginnt mit einem Festprolog. Der König teilt dem Berliner Stadtpräsidenten von Eisenberg mit, dass kostspielige Anstalten und Illuminationen bei seiner Ankunft in Berlin vermieden werden sollen, statt dessen soll das dafür bestimmte Geld Stiftungen übergeben werden, beispielsweise den Erwerbsschulen und dem Bürgerrettungsinstitut.

23.06.
Nach der Generalrevue reist der König weiter nach Breslau, wohin sich auch die Königin begibt. Sie sei „auf dem ganzen Weg reichlich mit Blumen beworfen und gefeiert“ worden, schon „eine Meile vor der Stadt fingen bereits das Vivatrufen und Freudengeschrei, die Ehrenpforten, das Blumenwerfen und das Getümmel der Menschenmenge an“, in Breslau waren „alle Vornehmen und alle Behörden zum Empfang versammelt“.(Voss). Der Tag endet mit dem Fest der Kaufmannschaft im Zwinger-Saal. Die Empfangsfeierlichkeiten in Breslau seinen „geräuschloser als an allen anderen Orten“ gewesen, da auch die Königin „alles Zujauchzen, alle Musik und Überreichen von Gedichten verbeten hatte.“ (Cohnfeld)

24.06.
Nach der Spezial- und Artillerierevue besuchen die Majestäten ein Fest des Fürsten Hohenlohe-Ingelfingen. Am Abend ist Breslau illuminiert.

25.06.
Nach der Generalrevue wird ein Ball beim Grafen von Hoym im Hatzfeldschen Palais besucht. Die Stadt ist illuminiert. – In Breslau wird dem König „im Namen des dankerfüllten Schlesiens“ auf Veranlassung des Ministers von Heynitz eine vom Königlichen Hofmedailleur Loos gefertigte Medaille aus Tarnowitzer Silber mit der Umschrift „25. Juni 1798. Was Kunst und Fleiß in Tarnowitz gewann, bringt Schlesien dem Königlichen Paare“ überreicht als Erinnerung daran, dass Friedrich II. den Tarnowitzer Bergbau in Oberschlesien befördert habe. (Wadzeck)

26.06.
Nach der Generalrevue besucht der König den Fürstbischof. Nach einem Militär-Diner endet der Tag mit einem „Bürger-Picknick-Ball“ für den König. (Voss) – Die Königin reist bereits am Nachmittag nach Crossen.

27.06.
Der König reist zur Revue nach Grünberg. – Die Königin reist bis Polkwitz.

28.06.
In Steinhöfel treffen König und Königin zusammen. Gemeinsam reisen sie nach Frankfurt. Hier gibt der Bürgermeister im Zollgebäude ein Dejeuner für die Majestäten, die Generäle und Offiziere der Garnison. Zum Diner und Souper lädt Regierungspräsident von Massow.

29.06.
Die erste Reise Friedrich Wilhelms III. endet in Charlottenburg. – Während der gesamten Reise hatte er zahlreiche Kabinettsordres erlassen, insbesondere, um den Zustand der Süd- und Neuostpreußischen Provinzen zu verbessern. Im Anschluss an die Reise erging am 10. Juli eine entsprechende Kabinettsordre an die Staatsminister von Voß und von Schroetter und am 22. August eine Aufforderung zur Sammlung der besonderen Provinzialgesetze in den Provinzen der Monarchie sowie am 1. Januar 1799 ein Publikandum zur Beförderung der Niederlassung von Künstlern und Handwerkern in den Südpreußischen Staaten.

30.06. bis 06.07.
Der König ist in Charlottenburg. Von hier ergeht am 2. Juli das Reglement für die Huldigung in Berlin.

04.07.
Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

06.07.
In Berlin findet die Huldigung durch die Stände und Deputierten der Kur- und Mark Brandenburg, der Stände und Deputierten der Bürgerschaft des souveränen Herzogtums Schlesien, der Herzogtümer Magdeburg, Cleve, Vor- und Hinterpommern, der Fürstentümer Ansbach, Bayreuth, Halberstadt, Minden, Ostfriesland, der Grafschaften Mark, Ravensberg, Tecklenburg und Lingen statt. – Eine feierliche Einholung in Berlin und die Illumination der Stadt hatte der König abgelehnt, stattdessen soll die Bürgerschaft ihre „guten Gesinnungen“ durch Sammlungen zu einem „beliebigen gemeinnützigen Zweck“ unter Beweis stellen, wobei das „Namensverzeichnis der Kontribuenten nebst dem Beitrage und der Bestimmung ihres Beitrages“ in den öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden soll. (Cohnfeld)

07.07.
Im Berliner Schloss findet im Weißen Saal ein Ball anlässlich der Huldigung statt. Die Feierlichkeiten werden ausführlich in Band 13 des Journals des Luxus und der Moden beschrieben.

08.07.
Mit einem Konzert im Opernhaus – dem Tedeum von Himmel – enden die Huldigungsfeierlichkeiten in Berlin.

09.07. bis Anfang November
Der König ist in Charlottenburg.

13.07.
Prinzessin Charlotte wird geboren (†1.11.1860).

03.08.
Am Geburtstag des Königs findet die Taufe der Prinzessin Charlotte statt.

September
Ab September beauftragt der König das Generaldirektorium, einen Plan über die in jeder Provinz notwendigen Kolonisationsmaßnahmen aufzustellen, die erste Verfügung betrifft Westpreußen. Für Schlesien verbindet der König die Kolonisation mit der Förderung des Gewerbes, insbesondere des Kohlenbergbaus. Mit 146.300 Tlr. werden 333 neue Kolonisten-Etablissements eingerichtet, das bedeutet 503 neuangesetzte Familien mit 2.662 Menschen. (Stadelmann)

08.09.
Spätestens am 8. September begibt sich der König nach Potsdam um hier den Herbst zu verbringen. Gelegentlich kehrt er nach Charlottenburg für Regierungsangelegenheiten zurück.

21.09. bis 24.09.
Der König nimmt die Herbstmanöver in Potsdam ab. Sie sind „ungemein glänzend und zahlreich besucht“. Erstmals werden an jedem Abend im Theater des Neuen Palais ein deutsches Schauspiel und ein Ballett gegeben, zu dem die Mitglieder des Nationaltheaters und die Königlichen Tänzer von Berlin geholt werden. „Ballette waren bis dahin nur in der Karnevalszeit als Zugabe zur Oper gegeben worden.“ (Klöden) Das Jahrbuch der preußischen Monarchie berichtet darüber.

19.10.
Die Majestäten kommen von Potsdam nach Berlin, um hier die Kunstausstellung in der Akademie der Künste zu besuchen.

26.10.
Da das bei der Huldigungsfeierlichkeit verwendete Tuch der Thronbekleidung nicht wie 1786 für die Armen Verwendung finden kann, ordnet der König per Kabinettsordre ein Geldgeschenk in Höhe von 200 Talern an.

07.11.
Königin Luise schreibt ihrem Vater: „Unser Aufenthalt hier wird nun wohl nicht mehr lange sein, und ich glaube, dass wir in kurzem wieder in der stolzen Königstadt sein werden.“ (Rothkirch)

16.11.
Spätestens an 16. November ist der Hof wieder in Berlin, um hier den Winter zu verbringen.

01.01. bis 22.03.
Der Hof ist in Berlin.

13.01.
In Berlin beginnt der Karneval.

29.01.
Der König und die Königin besuchen die Redoute (Maskenball) in der Berliner Oper.

02.02.
Cour bei der Königin im Marmorsaal des Schlosses.

07.02.
Der König bestimmt, dass die 4.000 Taler „für eine mit Büffets besetzte Freiredoute …, mit welcher er den Karneval zu schließen gedachte“, den Berliner Armen zugutekommen. (Klöden) In der Kabinettsordre heißt es: „und hoffe Ich hierdurch dem größeren Teil des Publikums gefälliger zu sein, als durch Anstellung eines Festes, dessen Genuss nur einige Augenblicke gedauert haben würde und welches in der Tat nur wenigen hätte zugutekommen können.“

08.02.
In Berlin wird die Oper „Armide“ aufgeführt.

09.02.
Am Hof ist ein großes Fest anlässlich der Proben für den Karneval. Frau von Voss kritisiert die Veranstaltungen: „Man denkt an nichts als an die Redoute, während die Könige von Sardinien und Neapel auf der Flucht sind und Ehrenbreitstein genommen wird. Gott weiß, wie das alles gehen wird. Gebe der Himmel, dass die Reihe nicht an uns kommt.“

10.02.
Cour am Hof.

13.02.
Faschingsdienstag. Der Karneval ist allerdings auf den nächsten Tag verlegt. – „Man meint, dass es in diesen unglücklichen Zeiten und der Niederlage ganz Europas überhaupt nicht stattfinden sollte. Der Kurfürst von Sachsen hat die Karnevalsvergnügungen in diesem Jahr ganz und gar abgesagt.“ (Lehndorff)

14.02.
„Zu Fastnacht 1799 veranstaltete man das erste jener glänzenden Kostümfeste, wie sie fortan fast alljährlich zum Abschluss des Karnevals gefeiert wurden.“ (Bailleu)

23.02.
Im Kronprinzenpalais findet ein großer Ball zu Ehren der Prinzessin Heinrich statt. Lehndorff notiert in seinem Tagebuch: „Das Fest ist sehr schön und heiter. Alle Welt kann mit der freundlichen Art des Empfanges von Seiten des Königs und der Königin zufrieden sein. Es gibt sicher keinen anderen Hof, an dem die gleiche Ungezwungenheit herrscht wie an dem unsrigen. Ich bin sicher, dass der Herr von Grenville, der englische Botschafter, darüber ebenso denkt wie ich.“

01.03.
In Berlin beschäftigt man sich mit dem Steueredikt: „Es betrifft die Abgabenfreiheit des Adels, der Prinzen und aller vornehmen Personen. Sie soll aufgehoben werden. Außerdem ist jeder verpflichtet, Akzise und andere Steuern zu entrichten. Der König nimmt sich selbst nicht davon aus.“ (Lehndorff)

03.03.
Der König soupiert mit dem Prinzen von England und den Prinzen von Hessen-Darmstadt, von Nassau-Weilburg und von Oranien.

07.03.
Die Königin schreibt an ihren Bruder Georg über die bevorstehende Reise.

10.03.
Bei der Königin-Mutter wird zu Ehren des Geburtstages der Königin ein Essen. Am Abend findet ein großer Ball statt: „Ich gehe um halb sieben an den Hof der Königin. Die Menschenmenge ist übermäßig groß. Man sieht viel elegante Kleidung, die Musik ist schön, die Beleuchtung wie die Sonne. … Während man in Berlin tanzt und feiert, klagt man im restlichen Europa. Der Krieg zwischen Österreich und Frankreich hat wieder begonnen.“ (Lehndorff)

15.03.
Die Prinzessin Ferdinand gibt für das Königspaar ein großes Fest. „Der große Saal ist wie das Dorf Paretz gestaltet … Viele der jungen Damen sind als Bäuerinnen gekleidet. Der Prinz von England und viele Herren empfangen als Bauern kostümiert die Majestäten.“ (Lehndorff)

18.03.
In Berlin findet die öffentliche Prüfung der Eleven des Kadettencorps statt. Am abendlichen Ball nimmt auch der König teil.

22.03. bis Karfreitag.
Das Königspaar und der Hof begeben sich nach Potsdam. Nur zu bestimmten Anlässen kommt man nach Berlin zurück.

23.03.
„Die schöne Königin hat in der Nikolaikirche heute Morgen um 8 Uhr mit ihrem ganzen Hofstaat das Abendmahl empfangen. Ich bin sicher, dass dies in der Öffentlichkeit einen guten Eindruck machen wird.“ (Lehndorff)

01.04.
Die Königin schreibt ihrem Bruder: „Potsdam est d’un triste terrible, tout est si froid, tout est si tranquille.“ (Griewank)

02.04.
Die Königin kommt aus Potsdam zum Ball des Grafen von Arnim. Sie sei „bis drei Uhr morgens geblieben. Diese reizende Prinzessin tanzt zu viel“, schreibt Lehndorff in seinem Tagebuch.

14.04.
In Berlin wird bekannt, dass der König die gesamte Friedrichstraße neu pflastern will, „was 10.000 Taler kosten wird. Außerdem soll eine Chaussee bis Friedrichsfelde für 30.000 Taler gebaut werden, und für 14.000 Taler will er einen Eisenzaun um die Promenade unter den Linden errichten lassen, auf dem Laternen mit Blendblechen angebracht werden sollen.“ (Lehndorff)

10.05. bis 12.05.
Der König kommt zu den Truppenrevuen der Infanterie nach Charlottenburg. Die Königin bleibt in Potsdam.

16.05. bis 18.05.
Truppenrevuen in Potsdam. Anwesend sind auch die Herzöge von Braunschweig und von Weimar, Prinz August von England, Prinz August Ferdinand, Prinz Wilhelm von Braunschweig.

20.05. bis 22.05.
Truppenrevuen in Berlin.

21.05.
Der Etat der Königlichen Hofstaats-Kasse pro Trinitatis 1799/1800 beträgt für den Hofstaat des Königs und der Königin: 217.180 Tlr. 14 Gr. 5 Pf. – Der König verfasst ein Publikandum wegen der immediaten Beschwerdeführung.

25.05. bis 07.07.
Beginn der Reise nach Magdeburg, Westphalen und Franken. Neben der Abhaltung der Truppenrevuen dient die Reise der Inspektion der Provinzen und dem Besuch befreundeter Fürstenhöfe.

26.05. bis 27.05.
Truppenrevuen in Magdeburg. Während des dortigen Aufenthaltes beschränkten sich die Festlichkeiten auf einen Ball und das Schauspiel „Der Sturm von Magdeburg“. Der im Nationaltheater gesprochene Prolog wird in Band 2 des Jahrbuchs der preußischen Monarchie veröffentlicht.

28.05.
Nach Braunschweig. Am dortigen Hof wird der König durch die verwitwete Herzogin, die Schwester Friedrichs II., empfangen. Der Geheime Kämmerer führt während der gesamten Reise einen Nachweis „über die gemachten Haus- und Gnadengeschenke“.

29.05.
Die Reise wird über Hannover nach Petershagen (bei Minden) fortgesetzt. In Hannover wird der König durch den Prinzen Adolph von Nassau empfangen. – Die Königin reist weiter über Minden, Pyrmont, Kassel nach Hildburghausen zu einem Treffen mit den Schwestern (regierende Herzogin von Hildburghausen, Prinzessin von Solms-Braunfels, Erbprinzessin von Thurn und Taxis) und kehrt bei Ankunft des Königs in Kassel dorthin zurück. Zeitgleich ist auch Jean Paul in Hildburghausen, der der Königin vorgestellt wird.

30.05. bis 02.06.
Truppenrevuen in Petershagen. – Am 2. Juni kommt es in Petershagen zum Zusammentreffen zwischen dem Herzog von Braunschweig und Haugwitz.

03.06.
Fortsetzung der Reise über Minden, Bielefeld, Lippstadt nach Hamm. Hier finden Beratungen wegen der preußischen Beteiligung am zweiten Koalitionskrieg, allerding ohne Entscheidung statt.

04.06. bis 06.06.
Truppenrevuen in Wesel. Am 6. Juni gibt der Landgraf von Hessen-Kassel einen Ball.

07.06.
Fortsetzung der Reise nach Lippstadt.

08.06. bis 12.06.
Fortsetzung der Reise nach Kassel, wo die Königin in Begleitung ihrer Geschwister, des Erbprinzen von Mecklenburg-Strelitz und der Erbprinzessin von Thurn und Taxis, aus Hildburghausen über Eisenach bereits angekommen war. – In Kassel sind die Herzöge von Weimar und Meiningen und der Landgraf von Hessen-Rothenburg anwesend. „Göttinger Studenten haben geschildert, wie die ganze Universität damals in Hitze und Staub nach Kassel wanderte … Alle Kollegien wurden geschlossen, denn nur Kranke oder griesgrämige Antiken waren zurückgeblieben. Die Landstraße waren von Kutschen, Reitern, Menschen und Karren so bedeckt, dass man hier einer Völkerwanderung oder Emigration beizuwohnen schien.“ (Lehndorff)

13.06.
Nach Hildburghausen.

14.06.
Über Kulmbach nach Bayreuth.

15.06.
In Bayreuth besuchen die Majestäten das Lustschloss Eremitage. Dann geht es, geführt von Minister von Hardenberg, über den sogenannten „Brandenburger“, um das Zuchthaus und die in Marmor-Fabrik zu besichtigen, und weiter in Richtung Dorf Beidlach. Den Tag beendet ein Maskenball.

16.06. bis 19.06.
Über Erlangen zu den Truppenbesichtigungen nach Fürth, wo sich mehrere süddeutsche Fürsten eingefunden haben: Landgraf und Landgräfin von Hessen-Darmstadt, Fürst von Hohenlohe-Langenburg, Prinzessin von Solms, Markgräfin-Witwe von Bayreuth. – Nach den Revuen nimmt der König „Produkte des Kunstfleißes in Augenschein, welche die Fürther Künstler ihm vorlegten“, anschließend besucht er die Schwabacher Nähnadel- und Kattunfabriken. (Cohnfeld) – Über die Reise durch das Fürstentum Minden berichtet ausführlich das Journal des Luxus und der Mode.

19.06. bis 21.06.
Nach der Truppenbesichtigung geht es am Nachmittag weiter nach Ansbach, hier haben sich „der Kurfürst von Pfalzbaiern aus München und viele andere Fürsten eingefunden“. (Klöden) – Unter dem Schloss-Portal sind die Räte der dortigen Landeskollegien, an ihrer Spitze Freiherr von Hardenberg, versammelt.“ (Hardenberg hatte vom König das Gut Neuenmuhr für seine Verdienste um Franken (1797) erhalten.) „Auch die Judenschaft übergab ein Gedicht, sauber auf Pergament geschrieben, in einem silbernen und vergoldeten Rahmen gefasst, und mehrere einheimische und auswärtige Künstler überreichten verschiedene Kunstwerke.“ (Cohnfeld) – Am zweiten Tag Cour in Ansbach. Anschließend wird der Hofgarten mit der Orangerie besichtigt. Der Tag endet mit einem Ball im Schloss. – Am dritten Tag geht es nach Triesdorf zur Besichtigung der landwirtschaftlichen Anlagen (Rinderzucht) und nach Mainbergheim.

22.06. bis 29.06.
Über Uffenheim nach Aschaffenburg, am Abend über Hanau nach Wilhelmsbad. In Aschaffenburg kommt es zum Zusammentreffen mit dem Kurfürsten von Mainz. In Wilhelmsbad werden die Majestäten durch den Landgrafen von Hessen-Kassel empfangen, ebenfalls anwesend sind der Markgraf und Erbprinz von Baden, Landgraf von Hessen-Darmstadt mit Familie, Landgraf von Hessen-Homburg, Fürsten von Neuwied, von Ysenburg, Solms-Braunfels u. a. – Von Wilhelmsbad aus werden zahlreiche Ausflüge unternommen: Darmstadt, Rumpenheim, Frankfurt am Main. Hier geben die Kaufleute im Roten Haus einen Ball.

30.06.
Nach Eisenach.

01.07. bis 02.07.
Nach Weimar. Am zweiten Tage Besuch beim Herzog von Weimar und einer Aufführung von „Wallensteins Tod“. Der König lässt sich Goethe, Schiller und Wieland vorstellen.

03.07.
Über Merseburg nach Halle. In Halle werden die Frankeschen Stiftungen, die Cansteinsche Bibelanstalt, das Siedehaus der Salzwirker, der Botanische Garten und das Observatorium besucht. Der Abend endet mit einem Ball. – Am 11. Juli übersendet der König dem Waisenhaus in Halle 100 Friedrichsd’or, mit Kabinettsordre vom 27. Juli erhält die Anstalt eine jährliche Unterstützung von 4.000 Talern.

04.07. bis 05.07.
Nach dem Besuch des Bergschlosses und eines Fischerstechens in Giebichenstein wird die Reise nach Dessau fortgesetzt. Hier wird die fürstliche Familie besucht. Am zweiten Tag Besuch des Luisiums und des Georgenhauses.

06.07.
Nach Wörlitz zum Besuch der herzoglichen Familie. Lehndorff schreibt in seinem Tagebuch: „Der König wird am Sonntag in Potsdam ankommen und am Dienstag in Charlottenburg. Graf Haugwitz ist direkt von Hanau hier eingetroffen, und Graf Schulenburg-Kehnert ist im Moment mit unserm König in Wörlitz. Ich will weder von der Fahrt, noch von den Huldigungen sprechen, die unser Herrscherpaar auf dieser Reise empfangen, hat, da die Zeitungen voll davon sind. Beide werden von ihren glücklichen Untertanen zärtlich geliebt.“

07.07.
Rückkehr über Potsdam nach Charlottenburg. „Unser junger Hof lebt sehr ruhig in Charlottenburg“, schreibt Lehndorff. Der Hof bleibt bis 9. September in Charlottenburg.

23.07.
Der König gibt ein Diner „mit dem üblichen Gefolge, dem Grafen Haugwitz, der Generalin Puttkamer und ihrem dicken Gatten, der ein starker Esser ist. Der König hat daher angeordnet, ihm bei jedem Gang die doppelte Portion zu servieren Dieser Vielfraß merkt das erst am Ende der Mahlzeit. Das Essen beim König ist hervorragend, ohne raffiniert zu sein. Alles ist gut, Früchte und Wein köstlich … Nach dem Kaffee zeigen uns der König und die Königin wie liebenswürdige Privatleute ihre Wohnräume.“ (Lehndorff)

03.08.
Aus Anlass des Geburtstags des Königs findet in der Galerie des Berliner Schlosses ein Essen für 56 Personen statt.

01.09.
Am Hof werden 70 Waisenkinder beköstigt.

05.09.
Die von Berlin nach Charlottenburg führende Chaussee ist fertig und somit nach der nach Potsdam führenden (1792) die zweite Chaussee Berlins. – „Die Königin war mit dem König bei der Parade in Potsdam, dann zum Mittagessen in Paretz, zum Tee im Neuen Garten, und am Abend sind sie zum Schlafen nach Charlottenburg zurückgekehrt. So ein Programm ist nur dank der neuen Chaussee zu bewältigen.“ (Lehndorff)

10.09. bis 13.09.
Die königliche Familie ist in dem seit 1796 als Landsitz eingerichteten Paretz.

14.09. bis 19.09.
Rückkehr nach Charlottenburg, wo vom 17. bis 19.09 die Herbstrevue stattfindet.

20.09. bis
Der Hof geht zurück nach Potsdam. Hier finden vom 20. bis 22. September die Herbstmanöver statt. Am Abend werden im Neuen Palais Theaterstücke aufgeführt.

06.10.
In Berlin wird das Armen-Hospitals am Ende der Wallstraße an der Waisenbrücke eingeweiht.

14.10.
Geburt der Prinzessin Friederike († 30.3.1800)

08.11.
Taufe der Prinzessin Friederike.

05.12.
Spätestens am 5. Dezember ist der Hof zurück in Berlin, um hier den Winter zu verbringen.

01.01.
Der Hof ist in Berlin.

05.01.
Über den Jahresanfang in Berlin hatte die Königin ihrem Bruder am 14. Dezember 1799 geschrieben: „Im Monat Januar kommen gerade die Geburtstage der Königin und des Königs von England vor, die mit großen Diners und entsetzlichem Saufen begleitet sind, wodurch dann noch andere horreurs entstehen.“ (Rothkirch)

10.03.
Geburtstag der Königin.

28.03.
Konfirmation des Prinzen Wilhelm (Bruder des Königs).

30.03.
„Wie gewöhnlich“ gehen König und Königin und der ganze Hof nach Potsdam. (Klöden)

01.04.
Tod der Prinzessin Friederike.

09.04.
In Potsdam bestätigt Friedrich Wilhelm III. Alexander von Humboldt als außerordentliches Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften.

18. bis 20.05.
Truppenrevuen in Potsdam. – Die Königin lebt, wie sie ihrem Bruder schreibt, in diesen Tagen wie ein „Soldatenweib … ich esse Punkt zwölf, ich trinke Tee nach fünf … und esse zu Nacht Punkt acht. Ich gehe zu Bett mit den Hühnern, Küken und Kikerikis und stehe mit höchstdenenselben wieder auf.“ (Rothkirch)

22. bis 24.05.
Truppenrevuen in Berlin.

25.05. bis 09.06.
In Begleitung seines Bruders, des Prinzen Heinrich, besucht Friedrich Wilhelm III. Pommern und Posen.

26. bis 28.05.
Truppenbesichtigung in Stargard. – Die Königin, die ihn diesmal nicht begleitet, schreibt: „Jetzt besichtigst Du die pommerschen Regimenter und bist sicher zufrieden mit ihnen.“ (Rothkirch) Der König antwortet ihr: „Meine Reise bis Stargard ist wie alle Reisen dieser Art verlaufen. … Mein Quartier ist diesmal diesseits der Stadt. Die Regimenter sind prächtig, die Infanterie ist besser als jemals, und die Grenadiere übertreffen alle, die wir kennen. Die Evolutionen wurden gut ausgeführt, mit Ausnahme des Einreihens in die Linie. Die Kavallerie hat unendlich gewonnen seit zwei Jahren und hat sehr gut manövriert. Ebenso ist das vakante Regiment Württemberg besser in Ordnung als gewöhnlich.“ (Griewank)

29.05.
Nach der Truppenbesichtigung in Stargard wird die Reise bis Hammerstein fortgesetzt.

30.05.
Nach Mockerau. Hier finden vom 30. Mai bis 2. Juni Truppenbesichtigungen statt.

03.06.
Nach der Truppenbesichtigung in Mockerau wird die Reise nach Thorn und am 4. Juni nach Posen fortgesetzt. Hier finden vom 4. bis 7. Juni die Truppenbesichtigungen statt.

08.06.
Nach den Truppenbesichtigungen beginnt die Rückreise. Über Meseritz, Drossen und Frankfurt trifft der König am 9. Juni in Charlottenburg ein, wo sich auch die Königin aufhält.

19.06.
Von Charlottenburg aus ergeht eine „Königliche Ermunterung des inländischen Kunstfleißes“. Das Edikt wird in der Berlinische Monatsschrift abgedruckt.

25.07.
Johann Friedrich Gottlieb Delbrück wird Hauslehrer und Erzieher des Prinzen Wilhelm.

01.08. bis 07.08.
König und Königin halten sich auf der Pfaueninsel auf. Hier wird der Geburtstag des Königs begangen. Das aus diesem Anlass übliche Feuerwerk des Artillerie-Korps wird in den Herbst verschoben.

08.08.
Rückkehr der königlichen Familien nach Charlottenburg.

14.08.
In Begleitung seines Bruders, des Prinzen Heinrich, und der Königin besucht Friedrich Wilhelm III. Schlesien. Am Abend wird Steinhöfel erreicht.

15.08.
Crossen wird erreicht und das Nachtquartier beim Oberhofmarschall von Massow bezogen.

16.08.
Bis Bober reisen König und Königin gemeinsam, dann setzt der König die Reise mit Truppenbesichtigungen in Grüneberg, Beuthen, Glogau, Lüben, Liegnitz, Goldberg und Hirschberg fort. – Die Königin reist über Naumburg am Bober, Sagan, Bunzlau, Löwenberg und Hirschberg nach Warmbrunn, wo sie am 17. August ankommt, und „von dem Grafen Schaffgotsch, in dessen Schloss sie Wohnung nahm, und von den Gemeinden, Schützengilden, Bergknappen und Forstleuten feierlich empfangen“ wird und einen Ball im neuen Brunnen-Sal besucht. (Klöden)

18.08.
Der König und Prinz Heinrich treffen ebenfalls in Warmbrunn ein. Von hier aus geht es in „großer Begleitung“ nach Hermsdorf, wo der Kynast bestiegen und das Vitriolwerk bei Schreiberhau besichtigt wird. Der König reist weiter nach Buchwald, die Königin folgt, nachdem sie die Bäder besichtigt hat.

19.08.
Fortsetzung der Reise über Landshut und Waldenburg nach Fürstenstein, wo sie durch den Grafen von Schafgottsch begrüßt werden. Der Besuch der Schneekoppe wird „von einer unzählbaren Menge Volks“ begleitet. „Böhmische Bergleute waren mit ihren Fahnen herbeigezogen und gaben mit Kanonen eine dreimalige Salve.“ (Klöden)

20.08.
Fortsetzung der Reise über Schweidnitz, Reichenbach und Frankenstein nach Glatz. In Waldenburg werden König und Königin durch Bergleute begrüßt und befahren einen schiffbaren Stollen im dortigen Bergwerk. Graf Hochberg veranstaltet auf einer in der Nähe gelegenen neugotischen Burg ein mittelalterliches Turnier, an dem die „höchsten Personen des schlesischen Adels“ mitwirken, und an dessen Ende die Königin die „Ritterdanke“ verteilt. (Rothkirch)

21.08. bis 23.08.
Der König setzt die Truppenbesichtigungen mit den Revuen in Neiße fort. – Die Königin besuchte von Fürstenstein aus die Adersbacher Felsengruppe, besichtigt in Glatz die Festungswerke und reist über Ullersdorf (Stallungen des Grafen Magnis) nach Landeck, um hier das neue Bad zu besichtigen und den Grundstein für ein neues Gesellschaftshaus zu legen.

24.08.
Nach den Truppenbesichtigungen wird die Reise gemeinsam über Rogau, Ohlau nach Breslau fortgesetzt, wo beide am 25. August eintreffen.

25.08. bis 27.08.
Truppenbesichtigungen in Breslau.

28.08.
Nach der Truppenbesichtigung geht es zu einem Fest (Maskenball) des Fürsten von Hohenlohe in dessen illuminiertem Garten zu Scheitnitz. Hieran darf auch Publikum teilnehmen.

29.08. bis 01.09.
Truppenbesichtigungen in Lissa. Mit der Truppenbesichtigung in Grünberg am 1. September endet die Schlesienreise. Am 2. September trifft die königliche Familie in Charlottenburg ein.

04.09.
Von Charlottenburg geht es am 4. September nach Potsdam und von dort am 5. September nach Paretz. Von hier aus geht die Königin am 8. September nach Potsdam, um ihre Schwester Therese, die Fürstin von Thurn und Taxis zu erwarten.

16.09.
Rückkehr nach Potsdam. Hier beginnen am 21. September die Herbstmanöver, zu denen der Herzog von Sachsen-Weimar und Prinz Karl von Mecklenburg-Strelitz anwesend sind. „Um 9 prachtvoller Zug des ganzen Hofs, um den ankommenden Regimentern entgegenzufahren. Genuss für die Eitelkeit. … Überall die Straßen voll Menschen.“ Der König hatte befohlen, „dass die Kinder sämtlich im Lager sein sollten … Die beiden kleinen Prinzen schlugen bei der Wachtparade der Gardes du Corps die Pauken, zum Amüsement der umstehenden Menge, welche ihre Freude über die Anwesenheit des Königs sehr deutlich zu erkennen gab. Wir mussten dem König nach Sanssouci folgen.“ (Delbrück) – Am 23. September stürzt der König beim Manöver, das daraufhin abgebrochen wird.

25.09.
„Um 11 Uhr besuchte ich mit dem Prinzen den Wolter. Dieser machte mir einen nicht unwichtigen, an sich aber langweiligen Berichte von dem Unfalle des Königs, und sagte mir unter anderem, der König habe sich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male davon überzeugt, dass er von seinen Untertanen geliebt werde“, schreibt Delbrück in seinem Tagebuch.

06.10.
Der König besucht die Erntepredigt in der Potsdamer Garnisonkirche.

16.10.
Der Geburtstag des Kronprinzen wird zum ersten Mal mit einer öffentlichen Feier in der Potsdamer Garnisonschule in Anwesenheit des Königs begangen.

02.11.
Per Kabinettsordre wird die Errichtung eines Denkmals für Friedrich II. verfügt.

03.11.
In Berlin trifft Louis Bonaparte (der Bruder Napoleons) in der Nacht vom 2. zum 3. November im Auftrag des ersten Konsuls ein.

07.11.
Mit einer Parade in Potsdam und einer Staatsvisite wird der französische Gast geehrt.

20.11.
Im Berliner Lustgarten wird die Bildsäule des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau in Anwesenheit des Königs und des regierenden Fürsten von Dessau, Enkel des Geehrten, eingeweiht.

01.12.
Ball des Regiments Garde in Potsdam zu Ehren der Königin.

03.12.
Ankunft des Fürsten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau in Potsdam.

20.12.
Delbrück kehrt mit dem Kronprinzen nach Berlin zurück und bezieht das Palais Prinz Louis (das heutige Prinzessinnenpalais).

21.12.
Rückkehr des Hofes nach Berlin. „Der gewöhnliche Spätaufenthalt in Potsdam“ habe in diesem Jahr „besonders lange“ gedauert, notiert Delbrück in seinem Tagebuch. Künftig herrschte „beim Tee ein ziemlich heiterer, aber nicht der häusliche und vertrauliche Ton wie zu Potsdam.“ In Berlin wird wieder das Kronprinzenpalais bezogen, um Heizkosten zu sparen. (Thile)23.12.

23.12.
Prinz Ferdinand von Preußen und Fürst Anton Heinrich Radziwill treffen in Berlin ein.

25.12.
An einer Weihnachtsbescherung im Friedrich-Waisenhaus nehmen alle Prinzen und Prinzessinnen teil.

31.12.
Mit einem Dejeuner bei Prinzen Heinrich anlässlich dessen Geburtstag endet das Jahr in Berlin.

01.01.
Der Hof ist in Berlin.

04.01.
An diesem und den folgenden Sonntagen ist Cour am Hof.

15.01.
Durch Delbrück erhält die Königin eine in der Allgemeinen Literaturzeitung erschiene Rezension des „Ramlerschen Gedichts, in welcher eine artige Charakteristik Berlins und des regierenden Hauses steht“.

17.01.
Erkrankung des Königs und der Königin, die an den Feierlichkeiten des nächsten Tages nicht teilnehmen können.

18.01.
Das „Säkularfest der preußischen Königskrone“ wird in „Privatkreisen feierlich begangen“ (Klöden). Der König speist in den Militär- und Armenanstalten in Berlin und Potsdam die Invaliden und Hospitaliten, die darüber hinaus je einen Taler erhalten. Der Tag endet mit einem Ball. Königsberg bekommt eine Statue König Friedrichs I.

27.01.
Die Großfürstin Helena Pawlowna besucht mit ihrem Gemahl, dem Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin Berlin, um am Karneval teilzunehmen. In den folgenden Tagen finden zahlreiche Hoffeste statt.

08.02.
Frieden von Luneville.

01.03.
Von März bis Juni vorübergehende Besetzung des Kurfürstentums Hannover, des Herzogtums Oldenburg und der Stadt Bremen durch Preußen infolge des Beitritts Preußens zur nordischen Konvention (Russland, Schweden, Dänemark).

10.03.
In Berlin wird der Geburtstag der Königin begangen.

03.04.
Karfreitag. Der Hof ist in Potsdam und bleibt dort das Frühjahr über.

16.05.
Beginn der dreitägigen Truppenbesichtigungen in Potsdam.

20.05.
Der Hof begibt sich zu dreitätigen Truppenbesichtigungen nach Berlin.

25.05.
Beginn der Reise nach Magdeburg. Luise, die den König begleitet, schreibt an ihren Bruder: „Nun ein Wort von meiner Reise, sie war glücklich und schnell, bekam mir aber nicht allzu gut … welches dem Wasser, der Hitze und der fatigue zuzuschreiben ist. Jetzt bin ich ganz wohl, hätte aber sehr gewünscht, es auch in Magdeburg (zu) sein … wegen dem joli coeur und dem aimable machen …“ (Rothkirch)

26.05.
Vom 26. bis 28. Mai finden in Magdeburg in Anwesenheit des Königs und des Prinzen Heinrich Truppenbesichtigungen statt. Die Salinen von Schönebeck und Salze werden besucht.

29.05.
Rückkehr nach Potsdam, der zweite Teil der Reise (Petershagen, Hamm, Wesel, Siegen, Hanau, Maybernheim, Ansbach, Fürth, Bayreuth, Hof, Schleitz, Gera, Zeitz, Pegau, Leipzig, Wittenberg) findet nicht statt.

31.05.
In den folgenden Juni-Tagen finden weitere Truppenbesichtigungen in Potsdam statt.

29.06.
Geburt des Prinzen Karl († 21.1.1883). Der Hof ist in Charlottenburg und verbringt hier den ganzen Sommer, eine geplante Reise nach Schlesien entfällt. Abwechslung bringen Besuche der Pfaueninsel und in Paretz im August und September.

01.08.
Taufe des Prinzen Karl.

03.08.
Geburtstag des Königs.

18.09.
In der Berliner Hasenheide finden Manöver statt.

19.09.
Der Hof geht nach Potsdam. Hier beginnen am 20. September mehrtätige Herbstmanöver (bis 25. September). Erstmals werden sie von abendlichen Opern- und Ballettaufführungen im Neuen Palais begleitet, auch die Posse „Der Wirrwarr“ von Kotzebue wird aufgeführt.

24.09.
Nach der Parade ist eine Visite bei der Königin. Den Tag beendet ein Ball im Neuen Palais.

05.10.
Erbprinz Friedrich Ludwig von Mecklenburg-Schwerin und Erbprinzessin Helena Pawlowna besuchen auf dem Weg von den Krönungsfeierlichkeiten in Moskau Potsdam. Sie schlagen dem König eine Begegnung mit Zar Alexander vor.

12.10.
Die Prinzessin Auguste von Hessen-Kassel, Schwester des Königs, kommt nach Potsdam. Am Abend findet ein Ball im Neuen Palais statt.

15.10.
Aus Anlass des Geburtstags des Kronprinzen findet eine Speisung der Kinder der Erwerbsschulen im Schützenhaus statt.

16.10. bis 18.10.
Reise nach Freienwalde zum Besuch der verwitweten Königin, die dort ihre Sommer verbringt. Das Königspaar wird von Prinz Georg von Hessen-Darmstadt, der Erbprinzessin von Oranien und der Erbprinzessin von Hessen-Kassel begleitet.

19.10.
Der Hof ist zurück in Potsdam.

25.10.
Prinz Karl, der Bruder der Königin, kommt nach Potsdam.

30.10.
Der Hof ist für einige Tage in Berlin, wo aus Anlas des Geburtstages des Prinzen Friedrich Louis ein Diner gegeben wird.

03.11.
Der Hof ist wieder in Potsdam.

30.11.
Anlässlich des Geburtstags des Prinzen Karl findet in Potsdam eine Parade statt.

23.12.
Der Hof bleibt bis Weihnachten in Potsdam und kehrt zu den Winterunterhaltungen nach Berlin zurück.

01.01.
In Berlin wird in Anwesenheit des Königspaares das neue Schauspielhaus mit der Aufführung „Die Kreuzfahrer“ von Kotzebue und einer Rede Ifflands eingeweiht.

02.01.
Der Hof ist in Berlin.

13.01.
Friedrich Wilhelm III. unterbreitet Zar Alexander Vorschläge für eine Zusammenkunft.

05.03.
Er schlägt Alexander Memel als Ort für ein Treffen vor.

10.03.
In Berlin wird der Geburtstag der Königin begangen.

29.03.
Der Hof geht nach Potsdam.

01.04.
Die Königin schreibt an Frau von Voss: „demain, si Dieu veut, à 3 heures au cher Berlin, à ma bonne ville de Berlin“ (Rothkirch).

02.04.
Die Königin besucht eine Komödie bei den Radziwills. Anschließend kehrt sie nach Potsdam zurück.

05.04.
In der kölnischen Vorstadt, die künftig den Namen Luisenstadt führen darf, findet ein Fest der Bürgerschaft statt. Die Königin, die der Vorstadt am 26. März eine Fahne geschenkt hatte, schreibt: „Wäre ich nun in Berlin gewesen, so hätte ich dabei figurieren müssen, wäre ich eigens hingefahren, so hätte es ausgesehen, als suchte ich mit Begierde diese Ehrenbezeugungen.“ (Rothkirch)

09.04.
König und Königin besuchen in Berlin eine Komödie bei der Königin-Witwe Friederike von Preußen in Monbijou.

15.05.
In Potsdam wird anlässlich der bevorstehenden Revue viel Besuch erwartet. Die Königin schreibt: „Morgen kommen 8 Fürstlichkeiten auf einmal an. 3 Württemberger, 2 Coburger, 1 Leiningen und mein Bruder, ohne den H. von Brunsvik zu vergessen.“ (Rothkirch)

16.05.
Beginn der Frühjahrsrevue in Potsdam (bis 18. Mai).

18.05.
Der Hof geht nach Charlottenburg. Hier finden ab 23. Mai die Frühjahrsrevuen im Tiergarten statt, zu denen sich mehr als 36.000 Mann Truppen bei Berlin versammelt haben. Aus diesem Anlass werden große Tafeln für mehr als 200 Gäste gegeben. Die Feierlichkeiten enden mit einem Ball im Berliner Schloss.

25.05.
Beginn der Reise zu den Truppenbesichtigungen in Pommern, Preußen und Posen. Stationen sind Stargard (Pommern), Graudenz und Mockerau (Regierungsbezirk Marienwerder), Königsberg wird am 1. Juni erreicht. Am 7. Juni treffen beide in Memel ein, wo am 10. Juni auch Zar Alexander I., aus St. Petersburg kommend, eintrifft. Die Brüder des Königs, die Prinzen Wilhelm und Heinrich, nehmen an der Reise teil.

26.05. bis 28.05.
Truppenbesichtigungen in Stargard.

29.05.
Generalrevue in Hammerstein. Die Königin übernachtet in Bialystock.

30.05.
Fortsetzung der Reise über Graudenz in das Truppenlager bei Mockerau. Als Unterkunft dient das „hölzerne Haus, welches Friedrich der Große für sich als Absteigequartier für die Revuezeit hatte erbauen lassen“. (Cohnfeld)

31.05. bis 03.06.
Truppenbesichtigungen in Mockerau. Nach dem letzten Manöver geht es weiter nach Schlobitten.

04.06.
Fortsetzung der Reise nach Kalthof (bei Königsberg). Die Königin bleibt mit der Gräfin Voss in Königsberg. Am 5. Juni schreibt der König an Alexander wegen der bevorstehenden Zusammenkunft in Memel.

07.06.
Es geht über die Kurische Nehrung nach Memel zu dortigen Generalrevue. 1800 waren 62.206 Tlr. eingesetzt worden, um die Dörfer im Gebiet der Kurischen Nehrung vor dem Versanden zu bewahren. Cohnfeld schreibt: „Das Haff überfuhren beide in einem prachtvoll eingerichteten Boot unter dem Donner der Kanonen. Ansprechender aber noch war der Willkomm litauischer Mädchen, die, in ihre bunte Nationaltracht gekleidet und ein fröhliches Lied singend, dem Königlichen Paare in einem Boot entgegenschwammen und der Königin mannigfache Proben gestrickter Sachen, worin die Litauerinnen eine eigentümliche Fertigkeit besitzen, als Geschenk überreichten. Der Königin machte dies viel Vergnügen und sie äußerte den Wunsch, dass die Litauische Nationaltracht nicht in Verfall geraten möchte. Durch diese Teilnahmsbezeugung angeregt, erschienen die Litauischen Mädchen am folgenden Tage zu Pferde vor der Königin, nach Landessitte wie Männer reitend, wobei ihnen ein weißer wollener Mantel mit breiter Borte von der linken Schulter herabhing.“ In Memel wird das Königspaar durch den Oberbürgermeister begrüßt, dessen Ehefrau, Luise Tarrach, überreicht der Königin ein Gedicht. Als Quartier dient das Haus des dänischen Konsuls Lorck.

08.06. bis 15.06.
Truppenbesichtigungen in Memel. Am 10. Juni trifft der russische Zar Alexander I. ein. „Der König ritt dem Kaiser um zehn Uhr früh bis eine Viertelmeile vor der Stadt entgegen. Sobald der Kaiser ihn kommen sah, verließ er sofort den Wagen und stieg zu Pferde, um den König so zu begrüßen. Von der Grenze an war er von Detachements Husaren und Dragonern eskortiert worden und vom Stadttore an, vor dem eine Ehrenpforte errichtet war, bildeten die Infanterieregimenter Spalier. Die Kaufmannschaft empfing den Kaiser ebenfalls am Tore zu Pferde. In allen Straßen waren Musikchöre aufgestellt. Freudenschüsse, Vivats und Hochrufe erfüllten die Luft.“ (Voss) In den folgenden Vier-Augen-Gesprächen ging es um die preußisch-russischen Beziehungen, „die schon Friedrich der Große zur Sicherheit seines Staates für unentbehrlich gehalten hatte. … Die Begierde des Zaren, sein Reich in ähnlicher Weise, wie es seinen großen Vorfahren auf dem Thron gelungen war, gen Westen zu erweitern, richtete sich fast in demselben Augenblick, in dem er mit Friedrich Wilhelm innige Worte wechselte, auf eben dessen polnische Provinzen.“ (Stillfried) In den folgenden Tagen findet ein Ball der Bürgerschaft statt, die Stadt ist illuminiert. Auch der König gibt einen Ball, an dem die „vornehmen kurländischen und polnischen Damen“ teilnehmen. (Voss)

14.06.
Nach einem Ausritt zum Leuchtturm treffen Prinz und Prinzessin von Württemberg ein.

15.06.
Nach dem Manöver reist Alexander ab. Die Majestäten reisen weiter nach Tilsit, wo sie festlich empfangen werden. Auch hier finden in den nächsten Tagen Revuen statt.

16.06.
Nach Trakehnen.

17.06.
Über Tilsit nach Rastenburg.

18.06.
Nach Jerutken zu den Truppenbesichtigungen (bis 21. Juni).

21.06.
Nach Przasznitz.

22.06.
Nach Warschau zu den Truppenbesichtigungen (26. Juni).

27.06.
Nach Kalisch und von dort am 28. Juni weiter nach Posen zu Truppenbesichtigungen (bis 1. Juli).

02.07.
Abreise über Drossen nach Charlottenburg, Ankunft am 3. Juli. Der Hof verbringt den Sommer in Charlottenburg. Am 13. Juli schreibt Luise an ihren Bruder: „Die Memeler Entrevue war göttlich, die beiden Monarchen … gleichen sich in ihren Grundsätzen, der Gerechtigkeit, Menschenliebe und Liebe zum Wohl und Beförderung des Guten. Auch ihr Geschmack ist gleich. Viele Einfachheit, Hass der Etikette und Gepränge des König- und Kaisertums.“ (Rothkirch)

03.08.
Geburtstag des Königs. Ableben des Prinzen Heinrich, Bruder des Königs, in Rheinsberg. Er wird am 5. August beigesetzt.

05.09. bis 14.09.
Friedrich Wilhelm III. und Luise sind in Paretz.

20.09.
Spätestens zu den Herbstmanövern sind die Majestäten in Potsdam. Am Abend werden im Neuen Palais Theateraufführungen gegeben, anschließend wird im Großen Saal mit bis zu 80 Personen soupiert. Die Revuen enden am 24. September mit einem Ball im Neuen Palais für 135 Personen.

19.12.
Der Hof kehrt von Potsdam nach Berlin zurück, um hier die Wintermonate zu verbringen.

01.01.
Der Hof ist in Berlin. – Über das Jahr 1803 schreibt Cohnfeld: „Nur die Karnevalszeit, die Frühjahrs- und Herbst-Manöver, denen stets eine mehr oder minder große Anzahl fremder fürstlicher Personen beiwohnte, brachte eine Reihe von Hof-Festen, jedoch mehr der Sitte und der Gäste willen, als dass das Königspaar selbst darin sein Vergnügen gesucht oder gefunden hätte. Dagegen besuchten sie jetzt öfter als früher die Theater-Vorstellungen im neuen Schauspielhaus.“

08.01.
Kabinettsordre wegen der Übernahme des anatomischen Kabinetts des Dr. Walter für das anatomische Theater in Berlin.

23.02.
Geburt der Prinzessin Alexandrine († 1892).

24.02.
Der neue Konzertsaal im Schauspielhaus wird mit der Aufführung von Haydns Schöpfung eingeweiht.

25.02.
Reichsdeputationshauptschluss.

01.03.
In Berlin findet ein Maskenball mit 750 Personen statt, an dem der in Berlin anwesende Adel und auch das Königliche Haus teilnehmen.

10.03.
In Berlin wird der Geburtstag der Königin begangen.

19.03.
Der König mahnt das Generaldirektorium der Kur- und Neumärkischen Kammer, dass er den Bericht über den Zustand der Provinz für das Jahr 1802 noch nicht erhalten habe.

25.03.
Taufe der Prinzessin Alexandrine.

03.04.
Die Königin bleibt in Berlin, während der König zu den Frühjahrsrevuen nach Potsdam geht.

23.04.
Der Berliner Hof ist dabei, als im Garten der Tierarzneischule ein Luftballon aufsteigt, der bis in die Nähe von Mittenwalde fliegt.

01.05.
Am 1. Mai trifft Herzog Karl in Charlottenburg zum Besuch ein.

07.05.
Beginn der Frühjahrsrevuen in Charlottenbug.

14.05.
Der Hof geht nach Potsdam, hier beginnen am 15. Mai die Truppenbesichtigungen. Die Tage enden mit großen Essen in Sanssouci für 100 Personen.

19.05.
Der Hof kommt zu den am nächsten Tag beginnenden Frühjahrsrevuen nach Charlottenburg. 

20.05. bis 23.05.
Frühjahrsrevue im Berliner Tiergarten. Tafeln im Berliner Schloss mit bis zu 200 Gästen. Die Revuen enden am 23. Mai mit einem Ball im Schloss.

24.05.
Beginn der Sommerreise, die neben Truppenrevuen der Besichtigung der neuen Erwerbungen Preußens in Thüringen und verwandtschaftlichen Besuchen dient. Schon am 19. Mai hatte Luise darüber an ihren Bruder geschrieben: „Es geht ins Reich – es geht zu den Ufern des alten Rheins – zu den Schwestern – nach Darmstadt, nach Wilhelmsbad – auch ein Halleluja. Den 25. gehen wir nach Magdeburg zur Revue, da Stillstand bis zum 28., den 29. Halle, den 30. und 31. in Erfurt. Den 1., noch den 2. und 3. in Hildburghausen, den 4., 5., 6. und 7. in Fürth und réunion des soeurs, von da nach Ansbach. Wie lange wir da bleiben ist unbestimmt und wird von den Geschäften des Königs abhängen. Von da nach Wilhelmsbad, wo wir sechs Tage bleiben, dann auf zwei Tage nach Fulda zu Mimi, dann nach Hildesheim und über den Harz zurück, dann Ruhe in Charlottenburg, und wenn’s nach mir geht, eine kleine Motion nach Mecklenburg zu dem guten Papa.“ (Rothkirch)

25.05. bis 28.05.
Nach Körbelitz. Hier kommt es am 28. Mai auf dem rechten Elbufer zu Beratungen, die für das Schicksal Preußens und Deutschlands von größter Bedeutung werden. Graf Haugwitz legt einen Erlass an die preußische Gesandtschaft in Paris vor, in welchem der französischen Regierung der Verzicht auf den Einmarsch in Hannover vorgeschlagen, zugleich aber die Vornahme militärischer Rüstungen in Preußen ausdrücklich angekündigt wird. Der König verwirft den Vorschlag und setzt am nächsten Tag die Reise nach Thüringen fort. Aus Erfurt schreibt Kabinettsrat Lombard am 31. Mai an Haugwitz: „Nichts wird uns verhindern, nach Wilhelmsbad zu reisen.“ (Bailleu)

29.05.
Fortsetzung der Reise nach Halle. Quartier wird hier beim Konsistorialrat Doktor Niemeyer bezogen, der sich 1808 weigern wird, sein Haus als Quartier des Königs von Westphalen herzugeben.

30.05.
Über Weimar nach Erfurt, das seit 1802 preußisch ist. Hier finden am 31. Mai Truppenbesichtigungen statt.

01.06.
Fortsetzung der Reise nach Hildburghausen und Besuch der dort verheirateten Schwester Luises. „Der Aufenthalt war von zwei Tagen, der erste mit Spazierengehen, Musik und Tee im Kümmelmannschen Garten, der zweite Ball.“ (Rothkirch)

04.06.
Über Coburg und Bamberg nach Fürth. In Coburg kommt es zu einem Zusammentreffen mit der Großfürstin Anna.

05.06. bis 30.06.
Truppenbesichtigungen in Fürth. Am nächsten Tag geht es nach Nürnberg zur Besichtigung der dortigen Burg, am 7. nach Ansbach und von dort nach Würzburg zum Fürstentreffen. Am 12. wird die Reise über Aschaffenburg, Hanau nach Wilhelmsbad fortgesetzt, wo die mecklenburgische Familie eintrifft und man bis zum 20. Juni mit Unterbrechungen (Besuch in Darmstadt und in Frankfurt) bleibt. Hier kommt es zu einem Zusammentreffen Luises mit Goethes Mutter. Am 20. Juni geht es nach Langen-Selbold zum Fürsten von Isenburg, dann nach Fulda, am 22. nach Eisenach, am 23. nach Mühlhausen, am 28. nach Gönnern. Aufgrund schlechter Wegeverhältnisse durch lang anhaltende Regenfälle muss ein Besuch des Harzes entfallen. Am Folgetag geht der König allein nach Rothenberg an der Saale ging, um das dortige Kupferwerk anzusehen und reist am selben Tag mit der Königin über Magdeburg und Tangermünde. Am 30. Juni erreichen sie Charlottenburg.

30.06.
Der Hof ist in Charlottenburg und verbringt hier den Sommer, unterbrochen von Ausflügen zur Pfaueninsel.

10.07.
In Hildesheim findet die Huldigung der Entschädigungsprovinzen vor dem Minister Schulenburg als Stellvertreter statt.

03.08.
Geburtstag des Königs.

22.08. bis 26.08.
König und Königin Luise reisen nach Ludwigslust, Strelitz und Hohenzieritz zu Luises Familie.

27.08.
Der Aufenthalt in Charlottenburg wird von einigen Tagen in Paretz im September unterbrochen.

18.09.
Der Hof geht nach Potsdam. Hier beginnen am 20. September die Herbstmanöver. An jedem Abend werden im Neuen Palais Theaterstücke aufgeführt.

27.09. bis Anfang Oktober
Der König und die Königin sind in Paretz und kehren von dort nach Potsdam zurück.

14.12.
Der Hof kehrt zum Winter nach Berlin zurück. Schon am 10. Dezember hatte Luise geschrieben: „Der 14. ist juch, juch he! Göttlich.“ (Bailleu)

01.01.
Der Hof ist in Berlin. Über den Beginn des Jahres 1804 schreibt Cohnfeld: „Eine besondere Lebhaftigkeit entfaltete in diesem Jahre das häusliche Leben des Königs durch einen ungewöhnlichen Reichtum und Glanz von Festen, denen stets zahlreiche fürstliche Gäste beiwohnten, Die Veranlassung hierzu waren mannigfache, die vornehmliche jedoch die Vermählung des Prinzen Wilhelm.“

10.01.
Einholung der Braut des Prinzen Wilhelm, Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg.

12.01.
Vermählung des Prinzen Wilhelm mit Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg im Berliner Schloss.

10.03.
Der Geburtstag der Königin am 10. März wird mit einem Maskenball im Schauspielhaus am 12. März gefeiert, zu dem „der ganze Hof, die Noblesse und die vornehmen Staatsbeamten eingeladen, und außerdem noch eine Anzahl Einlasskarten an Personen aus allen Ständen verteilt worden waren.“ (Klöden)

30.03.
Karfreitag. Der Hof ist in Potsdam.

06.05.
Die Gemahlin des Großfürsten Constantin aus St. Petersburg sowie der Erbprinz von Sachsen-Coburg kommen nach Potsdam und bleiben zur Frühjahrsrevue. Danach gehen sie mit der Königin nach Charlottenburg, der König reist nach der Frühjahrsrevue im Berliner Tiergarten mit Prinz Heinrich zu weiteren Truppenbesichtigungen nach Stargard und Mockerau.

20.05.
Prinzessin Wilhelm (Marianne von Hessen-Homburg) schreibt ihrem Bruder aus Berlin. Sie entschuldigt ihre verspätete Antwort „ da ich ihn (den Brief) in Potsdam bekam, als die Großfürstin Anna schon angekommen war, und ihr zu Gefallen mussten wir den ganzen Tag auf den Beinen sein zu unser aller Ärger! Wir revoltierten alle gegen die Gekrönte! Nun sind wir hier seit dem 14. nachmittags, wo wir den Morgen noch die Revue in Potsdam schluckten. Heute hätte ich eigentlich auch zur Spezialrevue heraus gemusst, aber als am heiligen Pfingsttag ging ich lieber zu Ancillon worüber ich nachher in Monbijou, wo ich frühstückte, mein verdientes Lob erhielt. Wilhelm sehe ich nun fast den ganzen Tag nicht, wenn man auf der Erde nichts anderes mehr hat, so ist das hart. … In Potsdam war die Lebensweise äußerst unerträglich durch den Zwang der Pünktlichkeit. Den Sommer, hoff ich, werden wir ruhig hier leben. Im Anfang August verreist Wilhelm mit dem König. … Wenn nur schon der unerträgliche Revue-Ball zurückgelegt wäre! Es gibt nichts Fürchterlicheres als bei Tag zu tanzen. Neulich erprobten wir das in der Orangerie des Marmorpalais.“

23.05.
Das Hofmarschallamt fragt beim König an, ob er die Reiseroute für die bevorstehende Reise verändern wolle, um „einmal den schöneren Teil des Oderbruchs von Küstrin nach Freienwalde zu durchreisen, um die im Oderbruch durch den Abbau entstandenen nicht uninteressanten Kolonien und Etablissements in Augenschein zu nehmen“. Es bleibt bei der geplanten Route.

25.05. bis 02.06.
Reise nach Stargard und Mockerau zu Truppenbesichtigungen in Begleitung des Prinzen Heinrich. Die Königin bleibt in Charlottenburg.

03.06.
Der König kehrt nach Charlottenburg zurück. Den weiteren Teil der Revue mit Truppenbesichtigungen in Königsberg, Jerutken, Warschau und Posen nimmt der König nicht selbst ab.

Ende Juli /Anfang August
König und Königin sind auf der Pfaueninsel.

03.08.
Geburtstag des Königs.

17.08.
Beginn der Reise nach Schlesien in Begleitung des Prinzen Wilhelm. Als erste Station wird Grünberg erreicht.

18.08.
Neisse wird erreicht. Noch am 14./15. Juni hatten Überschwemmung, Dammbruch, Überflutungen Niederschlesien betroffen. „Liegnitz selbst lag wie eine Insel im Hochwasser, das die Stadtmauern durchdrang, die Kirchhöfe überflutete, die Brücken fortriss, Carthause und Speergase konnten kaum geräumt werden, das Lazarett und die Bleichen standen im Wasser …, die Wiesen und Äcker der ganzen Niederung waren teils verschlammt, teils versandet, die nächsten Dörfer, Vorwerke, Kräutereien zu Grunde gerichtet.“ Zur Beseitigung der Schäden hatte Oberpräsident Hoym vom König 78.000 Taler erbeten. – Die Revuen in Neisse dauern bis zum 22. August. Die Königin reist direkt nach Breslau und besucht von hier aus Sybillenort.

23.08.
Über Cosel kommt der König am Abend in Breslau an. Hier finden vom 25. bis 30. August Truppenbesichtigungen Stadt. Breslau war ebenfalls von den heftigen Überschwemmungen betroffen, die eine große Teuerung hervorriefen. Im Frühjahr 1805 wurde aus den königlichen Magazinen Getreide bereitgestellt.

31.08.
Über Grünberg kehren die Majestäten nach Charlottenburg zurück, gehen aber bereits am 1. September nach Berlin und von dort nach Potsdam, wo vom 20. bis 23. September die Herbstmanöver stattfinden. Am Abend gibt das Berliner National-Theater Vorstellungen im Neuen Palais.

24.09.
Die Herbstmanöver enden mit einem Ball im Neuen Palais. Die Majestäten gehen für einige Tage nach Paretz.

15.10.
Der Geburtstag des Kronprinzen wird mit einem Fest der Kinder der Garnison-Erwerbschulen im Lustgarten begangen.

30.10.
Geburtstag des Prinzen Friedrich.

28.11.
Rückkehr des Hofes von Potsdam nach Berlin. Der Königin ist ein Begrüßungsgedicht in der Vossischen Zeitung Nr. 144 vom 1.12.1804 gewidmet.

13.12.
Geburt des Prinzen Ferdinand († 1.4.1806)

01.01.
Der Hof ist in Berlin.

06.01.
Taufe des Prinzen Ferdinand.

26.01.
König und Königin besuchen die Königin-Witwe in Monbijou, die einen Schlaganfall erlitten hat.

04.02.
Nochmaliger Besuch in Monbijou.

10.02.
Große Cour im Berliner Schloss. Delbrück schreibt: „Wir hatten die Freude, die Königin im Cour-Staate zu sehen. Es ist ein herrliches Schauspiel, das Edelste mit dem Schönsten, das Höchste mit dem Prächtigsten vereint zu sehen. Die Prinzen blieben ohne mich im Palais, kehrten nach 8 Uhr zurück.“

25.02.
Königin Friederike Luise stirbt in Monbijou. Am 4. März wird sie still im Berliner Dom beigesetzt.

05.03.
Mit einem Requiem wird das Berliner Schauspielhaus wiedereröffnet.

10.03.
Geburtstag der Königin.

17.03.
Im Berliner wird an die verstorbene Königin Friederike Luise mit einer Gedächtnispredigt erinnert.

22.03.
Geburtstagsfeier des Prinzen Wilhelm.

03.04.
Der Hof geht von Berlin nach Potsdam. Prinzessin Wilhelm langweilt sich, denn „die Königin ist zu faul zum Gehen, Wilhelm reitet lieber und die Veuve Dorville ist schlecht auf den Beinen.“

11.04.
Der Allianzvertrag zwischen England und Russland wird geschlossen, am 9. August tritt Österreich bei.

20.04.
Am 20. April schreibt Luise aus Potsdam: „Morgen ist Spezialrevue, wenn die Stabsracker abgefüttert sind, so stürze ich mich atemlos in meinen Wagen und rolle, rolle nach Berlin, putz mich und renne mit majestätischem Anstand zu Radziwills, wo Komödie sein wird.“ Am 22. April kommt sie nach Potsdam zurück.

10.05.
Die Majestäten kommen aufgrund der Revuen nach Charlottenburg und besuchen am Abend das Schauspielhaus.

12.05.
In der Kunstkammer im Schloss besichtigen sie ein topografisches Relief der Schweiz, verfertigt von dem Ingenieur Eugen Müller von Engelberg. Es war vom König angekauft worden.

13.05.
Rückkehr nach Potsdam. Hier beginnen am 16. Mai die Truppenbesichtigungen.

24.05.
Beginn der Reise nach Magdeburg, Thüringen und Franken. Die Königin und Prinz Wilhelm, Bruder des Königs, begleiten den König. „Hardenberg, jahrelang oberster Geschäftsträger in Ansbach-Bayreuth, kennt fast jeden Winkel des Landes und ist ein idealer Reiseleiter. Die täglichen Ausritte weiß er geschickt zu variieren mit immer neuen Wegen und Ausblicken.“ ( van Taack)

25.05. bis 28.05.
Truppenbesichtigungen in Körbelitz in Anwesenheit französischer Generäle.

29.05.
Nach der Revue wird die Reise über Magdeburg, Quedlinburg nach Wernigerode fortgesetzt.

30.05.
Über Isenburg geht es zum Brocken, die Wasserfälle der Ilse werden besichtigt, dann geht es zurück über Plessenburg nach Wernigerode. Luise schreibt, sie sei „auf dem Blocksberg bei der Hexe“ gewesen. (Rothkirch)

31.05.
Über das gerade erst preußisch gewordene Nordhausen nach Ellrich. In Nordhausen klagte eine Deputation der Bürgerschaft über die Nachteile, die dem Handel aus der Sperre von Sachsen erwachsen.

01.06.
Nach Erfurt.

03.06.
Über Gotha, Meiningen nach Hildburghausen.

04.06.
Über Bamberg nach Bayersdorf. Der König habe auf der Reise „mancherlei Unangenehmes, wozu namentlich die Klagen gehörten, die ihm teils über den herrschenden Getreidemangel, teils über die Folgen der Handelssperre zu Ohren kamen“ erfahren. „Die Brotteuerung war nicht nur über Preußen, sondern über ganz Deutschland verbreitet, so dass es sogar in Wien deshalb zu öffentlichen Tumulten kam. Gleiches fand um die Mitte des Monats Juni in Halle statt, wo der Magistrat jedoch durch kluge Maßregeln die Aufregung schnell wieder beseitigte. Im Halberstädtischen hörte der König auf seiner Durchreise ebenfalls mehrfältige Klage über die Getreideteuerungen, und wie immer, so schob er auch jetzt seine Hilfe keinen Augenblick auf, sondern traf sofort noch unterwegs die geeigneten Vorkehrungen.“ (Cohnfeld)

05.06.
Über Erlangen nach Fürth zu Truppenbesichtigungen im Beisein des Fürsten von Hessen. Zusammentreffen mit Erzherzog Anton, dem Kurprinzen von Hessen mit Gemahlin und der Prinzessin von Solms. In Fürth finden Unterredungen mit dem Gesandten am Französischen Hof, Marquis von Lucchesini statt, der aus Mailand, wo Napoleon sich aufhielt, eingetroffen war, ebenso mit Graf Görtz, Preußischer Gesandter auf dem Reichstage. Die „ unseligen politischen Wirren“ seien dem Wagen des Königs gefolgt. (Cohnfeld) – Zusammentreffen des Königs mit Hardenberg, der später in seinem Memoiren schreibt: „Damals ahnte noch niemand die Möglichkeit, das der Zeitpunkt so nahe sein könnte, wo dem König die schönen Provinzen, angefüllt mit treuen echt brandenburgischen Untertanen entrissen werden würden.“ – Am zweiten Tag in Fürth werden die alte Festung und das Schlosses Cadolzburg besichtigt.

09.06.
Nach Bayreuth zur Truppenbesichtigung. Hier sind Luises Schwester Friederike und die Großfürstin Anna Feodorowna anwesend, die eine Feierlichkeit auf dem Schloss Fantaisie gibt. Nach der Besichtigung des Sophienbergs wird dieser Luisenberg genannt.

13.06.
Ankunft in Alexandersbad. Am 15. Juni trifft der Kurfürst von Hessen ein. – Die Königin unternimmt Ausflüge, u. a. zur Luxburg, oft unter Führung Hardenbergs. „Der König trank hier den Egerbrunnen und es gab Festlichkeiten mancher Art.“ (Klöden)

22.06.
Die Königin schreibt ihrem Bruder: „Unser Aufenthalt ist durch die Kur des Königs gottlob, Gott sei es gedankt und gepfiffen, verlängert worden, und ich und Friederike dabei unbeschreiblich glücklich. … Aber das muss ich dir noch sagen, dass die Natur hier wirklich unbegreiflich schön und groß ist und dass das Bayreuther Land im Ganzen ganz göttlich ist, ein wahres Eden!“ (Rothkirch)

26.06.
In Alexandersbad trifft General von Zastrow ein, zugleich Ankunft des russischen Sondergesandten in Berlin. – Luise schreibt an ihren Bruder: „Darauf waren wir in Eger! In Eger sag‘ ich dir, und haben die Merkwürdigkeiten dort besehen, die uns interessierten. Die Lanze, womit Wallenstein umgebracht worden ist, sein Portrait, sein Schwert, die Stube auf welcher er den schön heroischen Geist aufgab. Von da nach einem Landgut des KK Generals Zubwitz, wo wir zu Mittag aßen und dann nach Franzensbrunnen, der wirklich allerliebst ist. Da auch wieder alles besehen und dann hetzelich nach Haus.“ (Rothkirch)

28.06.
Luise kündigt Gräfin Voss einen Besuch in Franzensbad für den 2. Juli an.

05.07.
Zurück nach Fürth. Besuch des Kurfürsten Maximilian II. von Bayern.

06.07.
Über Hof nach Zeitz.

07.07.
Über Halle, Dessau nach Potsdam. Am nächsten Tag geht es wieder nach Charlottenburg, wo das „Hofleben … seinen gewohnten Gang“ nimmt (Bailleu), und nur durch einige Tage auf der Pfaueninsel im Juli und August unterbrochen wird.

03.08.
Geburtstag des Königs.

12.08.
Geburtstagsfeier des Bruders der Königin, Georg von Mecklenburg-Strelitz. Dafür wird die Schloss-Terrasse mit Orangenbäumen in Kübeln geschmückt und es wird in Kostümen italienischer Bauern und Bäuerinnen der Albaner Berge getanzt.

07.09.
König und Königin sind bis Mitte September in Paretz.

08.09.
Beginn des dritten Koalitionskrieges (England, Österreich, Russland) gegen Frankreich. Um seine Neutralität zu wahren, beginnt Preußen mit der Mobilisierung der Armee.

19.09.
Rückkehr nach Potsdam zu einer Konferenz mit dem Herzog von Braunschweig in Anwesenheit der beiden Außenminister Hardenberg und Haugwitz. Am nächsten Tag beginnen hier die Herbstmanöver. An den Abenden wird im Neuen Palais Theater gespielt.

24.09.
Vom 24. bis 26. September überschreiten französische Truppen den Rhein.

27.09.
Feier der goldenen Hochzeit des Prinzen Ferdinand.

01.10.
Den König erreicht in Paretz die Nachricht von der Kriegserklärung Napoleons, Bayern, Württemberg und Baden schließen sich Frankreich an.

09.10.
Luise schreibt an die Großfürstin Anna: „Sie [die Schwestern] haben mich gestern verlassen und sind nach Strelitz gefahren, um Papas Geburtstag zu feiern, der morgen ist. Ich sollte auch hinfahren, der König hatte es mir erlaubt, mein Vater war früher aus der Schweiz zurückgekehrt, als er sich vorgesetzt hatte, um mich dort zu empfangen, aber die Umstände haben es nicht erlaubt und ich habe meinen Pflichten ein sehr großes, schmerzliches Opfer gebracht. Sie aber sind mir so heilig und so teuer wie sonst nichts.“ (Rothkirch)

15.10.
Der Kronprinz tritt an diesem Tag, seinem 10. Geburtstag, in das Garderegiment ein, weshalb in Paretz ein Fest gefeiert wird. Am gleichen Tag trifft die Nachricht über die Niederlage Österreichs ein.

16.10.
Parade in Potsdam.

17.10.
Im Königlichen Palais in Berlin findet auf Bitte Hardenbergs eine Konferenz mit Haugwitz statt.

18.10.
Der König geht nach Potsdam zur Besichtigung der Regimenter.

24.10.
Der König geht nach Berlin. Er schreibt an den russischen Kaiser Alexander seine Freude über die bevorstehende Zusammenkunft.

28.10.
In Berlin findet vor dem Königlichen Palais Unter den Linden eine Parade statt, dann gibt es eine Staatsvisite beim russischen Kaiser in Bellevue. An der „Arbeitssitzung“ der Monarchen nehmen Außenminister Hardenberg, Haugwitz und Czartoryski und der Herzog von Braunschweig teil.

29.10.
Nach einem Besuch des Reitstalls der Gensdarmes und dem Mittag in Charlottenburg begibt sich der gesamte Hof nach Potsdam.

30.10.
Nach dem Manöver finden in der Orangerie im Neuen Garten ein Diner und anschließend ein Ball im Marmorpalais statt. Erzherzog Anton von Österreich, Bruder des Kaisers Franz, kommt in Berlin an und am Folgetag ebenfalls nach Potsdam, bevor er am 8. November nach Dresden weiterreist. In den nächsten Tagen finden Paraden und Konferenzen statt.

03.11.
Tag der „Potsdamer Übereinkunft“, kraft derer Napoleon aufgefordert werden soll, in die Herstellung des Friedens durch einen europäischen Kongress auf Grund des Luneviller Besitzstandes einzuwilligen. Für den Fall der Weigerung soll das preußische Heer sich der Koalitionsarmee anschließen.

05.11.
In der Nacht zum 5. November reist der Zar von Potsdam ab und über Wittenberg und Leipzig nach Weimar. Die Vossische Zeitung vom 9. November schildert die berühmte Szene am Grab Friedrichs des Großen, die auch Delbrück in seinem Tagebuch beschreibt: „Kaiser Alexander hat wirklich die Gruft Friedrich II. besucht, von Rührung überwältigt den Sarg geküsst, der die Hülle des großen Monarchen einschließt.“

06.11.
König und Königin bleiben in Potsdam.

19.11.
Der am 16. November nach über 9-jähriger Abwesenheit in Berlin eingetroffene Alexander von Humboldt erhält eine Pension von jährlich 2.500 Talern, davon 500 Taler als Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Im Dezember wird er zum Kammerherrn ernannt.

21.11.
Rückkehr des Hofes nach Berlin, Hier nehmen „die Wintervergnügungen ihren Verlauf, und es fanden sich in der Gesellschaft viele, die sich nur mit diesen kleinen Tagesbegebenheiten beschäftigten. Namentlich sah es aus, als ob der Hof sich darin verlöre, die Wichtigkeit der Zeitereignisse unterschätzte und nur eben froh wäre, eine Galgenfrist durch den Frieden von 1805 zu gewinnen. So lautete wenigstens das Urteil in ernster gerichteten Kreisen.“ (Rochow)

26.11.
Delbrück notiert in seinem Tagebuch: „Lektionen der Prinzen … Geographie … Ansicht der Preußischen Besitzungen und dabei Beispiel des Patriotismus der Landstände von Pommern, der Marken und Magdeburg, wie Speners Zeitung von heute erzählt. Dem Prinzen Fritz funkelte das Gefühl der Freude in den Augen.“ – In der Spenerschen Zeitung konnte man lesen: „Der König rüstet seine Armee und lässt sie zum Schutze seines Reiches ausrücken. … Wir haben noch keinen Krieg, noch keinen erklärten Feind. … Dennoch haben die Stände in den Marken, in Pommern und in Magdeburg bei der ersten Nachricht von der Ausrüstung der Armee sogleich, ohne alle Veranlassung, beschlossen, das zur Verpflegung der Armee erforderliche Getreide und Mehl dem Könige unentgeltlich zu liefern. Bürger und Bauern und alle Klassen von Untertanen haben sich an die Stände angeschlossen und dadurch den übrigen Provinzen das Beispiel gegeben, so dass diese miteinander wetteifern, die Lasten der Ausrüstung der Armee zu tragen. … So hatte die Kurmark allein dem Könige ein Geschenk von 10.000 Wispel Roggen votiert. Und dies geschah in einem Jahre, wo man nur eben einer Hungersnot entgangen war.“

29.11.
Ankunft des Fürsten von Nassau-Oranien in Berlin.

02.12.
In der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz siegen Napoleons Truppen über Alexander I. und Franz I.

03.12.
Zur Parade in Potsdam ist der Erbprinz von Mecklenburg-Schwerin anwesend.

04.12.
Delbrück notiert in seinem Tagebuch: „Ausmarsch der Garnison. Der König zu Pferde kommandierte selbst. … Feierlich rührende Szene! Es dauerte beinahe eine Stunde. Das Garde du Corps eröffnete den Zug, das Regiment König beschloss ihn. Ein Teil ging aus dem Brandenburger Tor, der andre über die Lange Brücke. Weißenfels ist der Ort ihrer Vereinigung. Besuch bei der Königin. Sie wird dem König ins Standquartier folgen.“

07.12.
In Berlin trifft die „Hiobspost von der entscheidenden Schlacht, welche den 2. Dezember zwischen den Russen und Franzosen bei Austerlitz geliefert ist“, ein. Wenige Tage später folgen „erschütternde Nachrichten über die Lage der Dinge. Napoleon und Kaiser von Österreich haben sich an den Grenzen gesprochen, Friede geschlossen ohne Garantie unseres Hofes. Russland soll seine Truppen zurückziehen bis auf 25.000 Mann. Vom russischen so wie vom österreichischen Kaiser keine direkten Nachrichten. Welch‘ eine Nacht von Begebenheiten! Wie entehrend für unsre Neutralität! Der Ruhm unsrer Monarchie ist dahin.“ (Delbrück)

18.12.
Ankunft des Großfürsten Constantin, Bruder des Kaisers Alexander, in Berlin. Am 20. Dezember wird ihm zu Ehren ein Ball gegeben.

21.12.
Ankunft des Kurfürsten von Hessen in Berlin.

24.12.
Beim Diner im Berliner Schloss wird vom Goldenen Service gespeist.

25.12.
Nach dem Besuch der Nikolaikirche gibt der König ein Dejeuner zu Ehren des Großfürsten Constantin.

26.12.
Der Friede von Preßburg zwischen Frankreich und Österreich bringt einen Gebietsverlust für Österreich, Bayern und Württemberg werden Königreiche.

01.01.

Der Hof ist in Berlin.

06.01.

Taufe des Prinzen Ferdinand.

26.01.

König und Königin besuchen die Königin-Witwe in Monbijou, die einen Schlaganfall erlitten hat.

04.02.

Nochmaliger Besuch in Monbijou.

10.02.

Große Cour im Berliner Schloss. Delbrück schreibt: „Wir hatten die Freude, die Königin im Cour-Staate zu sehen. Es ist ein herrliches Schauspiel, das Edelste mit dem Schönsten, das Höchste mit dem Prächtigsten vereint zu sehen. Die Prinzen blieben ohne mich im Palais, kehrten nach 8 Uhr zurück.“

25.02.

Königin Friederike Luise stirbt in Monbijou. Am 4. März wird sie still im Berliner Dom beigesetzt.

05.03.

Mit einem Requiem wird das Berliner Schauspielhaus wiedereröffnet.

10.03.

Geburtstag der Königin.

17.03.

Im Berliner wird an die verstorbene Königin Friederike Luise mit einer Gedächtnispredigt erinnert.

22.03.

Geburtstagsfeier des Prinzen Wilhelm.

03.04.

Der Hof geht von Berlin nach Potsdam. Prinzessin Wilhelm langweilt sich, denn „die Königin ist zu faul zum Gehen, Wilhelm reitet lieber und die Veuve Dorville ist schlecht auf den Beinen.“

11.04.

Der Allianzvertrag zwischen England und Russland wird geschlossen, am 9. August tritt Österreich bei.

20.04.

Am 20. April schreibt Luise aus Potsdam: „Morgen ist Spezialrevue, wenn die Stabsracker abgefüttert sind, so stürze ich mich atemlos in meinen Wagen und rolle, rolle nach Berlin, putz mich und renne mit majestätischem Anstand zu Radziwills, wo Komödie sein wird.“ Am 22. April kommt sie nach Potsdam zurück.

10.05.

Die Majestäten kommen aufgrund der Revuen nach Charlottenburg und besuchen am Abend das Schauspielhaus.

12.05.

In der Kunstkammer im Schloss besichtigen sie ein topografisches Relief der Schweiz, verfertigt von dem Ingenieur Eugen Müller von Engelberg. Es war vom König angekauft worden.

13.05.

Rückkehr nach Potsdam. Hier beginnen am 16. Mai die Truppenbesichtigungen.

24.05.

Beginn der Reise nach Magdeburg, Thüringen und Franken. Die Königin und Prinz Wilhelm, Bruder des Königs, begleiten den König. „Hardenberg, jahrelang oberster Geschäftsträger in Ansbach-Bayreuth, kennt fast jeden Winkel des Landes und ist ein idealer Reiseleiter. Die täglichen Ausritte weiß er geschickt zu variieren mit immer neuen Wegen und Ausblicken.“ ( van Taack)

25.05. bis 28.05.

Truppenbesichtigungen in Körbelitz in Anwesenheit französischer Generäle.

29.05.

Nach der Revue wird die Reise über Magdeburg, Quedlinburg nach Wernigerode fortgesetzt.

30.05.

Über Isenburg geht es zum Brocken, die Wasserfälle der Ilse werden besichtigt, dann geht es zurück über Plessenburg nach Wernigerode. Luise schreibt, sie sei „auf dem Blocksberg bei der Hexe“ gewesen. (Rothkirch)

31.05.

Über das gerade erst preußisch gewordene Nordhausen nach Ellrich. In Nordhausen klagte eine Deputation der Bürgerschaft über die Nachteile, die dem Handel aus der Sperre von Sachsen erwachsen.

01.06.

Nach Erfurt.

03.06.

Über Gotha, Meiningen nach Hildburghausen.

04.06.

Über Bamberg nach Bayersdorf. Der König habe auf der Reise „mancherlei Unangenehmes, wozu namentlich die Klagen gehörten, die ihm teils über den herrschenden Getreidemangel, teils über die Folgen der Handelssperre zu Ohren kamen“ erfahren. „Die Brotteuerung war nicht nur über Preußen, sondern über ganz Deutschland verbreitet, so dass es sogar in Wien deshalb zu öffentlichen Tumulten kam. Gleiches fand um die Mitte des Monats Juni in Halle statt, wo der Magistrat jedoch durch kluge Maßregeln die Aufregung schnell wieder beseitigte. Im Halberstädtischen hörte der König auf seiner Durchreise ebenfalls mehrfältige Klage über die Getreideteuerungen, und wie immer, so schob er auch jetzt seine Hilfe keinen Augenblick auf, sondern traf sofort noch unterwegs die geeigneten Vorkehrungen.“ (Cohnfeld)

05.06.

Über Erlangen nach Fürth zu Truppenbesichtigungen im Beisein des Fürsten von Hessen. Zusammentreffen mit Erzherzog Anton, dem Kurprinzen von Hessen mit Gemahlin und der Prinzessin von Solms. In Fürth finden Unterredungen mit dem Gesandten am Französischen Hof, Marquis von Lucchesini statt, der aus Mailand, wo Napoleon sich aufhielt, eingetroffen war, ebenso mit Graf Görtz, Preußischer Gesandter auf dem Reichstage. Die „ unseligen politischen Wirren“ seien dem Wagen des Königs gefolgt. (Cohnfeld) – Zusammentreffen des Königs mit Hardenberg, der später in seinem Memoiren schreibt: „Damals ahnte noch niemand die Möglichkeit, das der Zeitpunkt so nahe sein könnte, wo dem König die schönen Provinzen, angefüllt mit treuen echt brandenburgischen Untertanen entrissen werden würden.“ – Am zweiten Tag in Fürth werden die alte Festung und das Schlosses Cadolzburg besichtigt.

09.06.

Nach Bayreuth zur Truppenbesichtigung. Hier sind Luises Schwester Friederike und die Großfürstin Anna Feodorowna anwesend, die eine Feierlichkeit auf dem Schloss Fantaisie gibt. Nach der Besichtigung des Sophienbergs wird dieser Luisenberg genannt.

13.06.

Ankunft in Alexandersbad. Am 15. Juni trifft der Kurfürst von Hessen ein. – Die Königin unternimmt Ausflüge, u. a. zur Luxburg, oft unter Führung Hardenbergs. „Der König trank hier den Egerbrunnen und es gab Festlichkeiten mancher Art.“ (Klöden)

22.06.

Die Königin schreibt ihrem Bruder: „Unser Aufenthalt ist durch die Kur des Königs gottlob, Gott sei es gedankt und gepfiffen, verlängert worden, und ich und Friederike dabei unbeschreiblich glücklich. … Aber das muss ich dir noch sagen, dass die Natur hier wirklich unbegreiflich schön und groß ist und dass das Bayreuther Land im Ganzen ganz göttlich ist, ein wahres Eden!“ (Rothkirch)

26.06.

In Alexandersbad trifft General von Zastrow ein, zugleich Ankunft des russischen Sondergesandten in Berlin. – Luise schreibt an ihren Bruder: „Darauf waren wir in Eger! In Eger sag‘ ich dir, und haben die Merkwürdigkeiten dort besehen, die uns interessierten. Die Lanze, womit Wallenstein umgebracht worden ist, sein Portrait, sein Schwert, die Stube auf welcher er den schön heroischen Geist aufgab. Von da nach einem Landgut des KK Generals Zubwitz, wo wir zu Mittag aßen und dann nach Franzensbrunnen, der wirklich allerliebst ist. Da auch wieder alles besehen und dann hetzelich nach Haus.“ (Rothkirch)

28.06.

Luise kündigt Gräfin Voss einen Besuch in Franzensbad für den 2. Juli an.

05.07.

Zurück nach Fürth. Besuch des Kurfürsten Maximilian II. von Bayern.

06.07.

Über Hof nach Zeitz.

07.07.

Über Halle, Dessau nach Potsdam. Am nächsten Tag geht es wieder nach Charlottenburg, wo das „Hofleben … seinen gewohnten Gang“ nimmt (Bailleu), und nur durch einige Tage auf der Pfaueninsel im Juli und August unterbrochen wird.

03.08.

Geburtstag des Königs.

12.08.

Geburtstagsfeier des Bruders der Königin, Georg von Mecklenburg-Strelitz. Dafür wird die Schloss-Terrasse mit Orangenbäumen in Kübeln geschmückt und es wird in Kostümen italienischer Bauern und Bäuerinnen der Albaner Berge getanzt.

07.09.

König und Königin sind bis Mitte September in Paretz.

08.09.

Beginn des dritten Koalitionskrieges (England, Österreich, Russland) gegen Frankreich. Um seine Neutralität zu wahren, beginnt Preußen mit der Mobilisierung der Armee.

19.09.

Rückkehr nach Potsdam zu einer Konferenz mit dem Herzog von Braunschweig in Anwesenheit der beiden Außenminister Hardenberg und Haugwitz. Am nächsten Tag beginnen hier die Herbstmanöver. An den Abenden wird im Neuen Palais Theater gespielt.

24.09.

Vom 24. bis 26. September überschreiten französische Truppen den Rhein.

27.09.

Feier der goldenen Hochzeit des Prinzen Ferdinand.

01.10.

Den König erreicht in Paretz die Nachricht von der Kriegserklärung Napoleons, Bayern, Württemberg und Baden schließen sich Frankreich an.

09.10.

Luise schreibt an die Großfürstin Anna: „Sie [die Schwestern] haben mich gestern verlassen und sind nach Strelitz gefahren, um Papas Geburtstag zu feiern, der morgen ist. Ich sollte auch hinfahren, der König hatte es mir erlaubt, mein Vater war früher aus der Schweiz zurückgekehrt, als er sich vorgesetzt hatte, um mich dort zu empfangen, aber die Umstände haben es nicht erlaubt und ich habe meinen Pflichten ein sehr großes, schmerzliches Opfer gebracht. Sie aber sind mir so heilig und so teuer wie sonst nichts.“ (Rothkirch)

15.10.

Der Kronprinz tritt an diesem Tag, seinem 10. Geburtstag, in das Garderegiment ein, weshalb in Paretz ein Fest gefeiert wird. Am gleichen Tag trifft die Nachricht über die Niederlage Österreichs ein.

16.10.

Parade in Potsdam.

17.10.

Im Königlichen Palais in Berlin findet auf Bitte Hardenbergs eine Konferenz mit Haugwitz statt.

18.10.

Der König geht nach Potsdam zur Besichtigung der Regimenter.

24.10.

Der König geht nach Berlin. Er schreibt an den russischen Kaiser Alexander seine Freude über die bevorstehende Zusammenkunft.

28.10.

In Berlin findet vor dem Königlichen Palais Unter den Linden eine Parade statt, dann gibt es eine Staatsvisite beim russischen Kaiser in Bellevue. An der „Arbeitssitzung“ der Monarchen nehmen Außenminister Hardenberg, Haugwitz und Czartoryski und der Herzog von Braunschweig teil.

29.10.

Nach einem Besuch des Reitstalls der Gensdarmes und dem Mittag in Charlottenburg begibt sich der gesamte Hof nach Potsdam.

30.10.

Nach dem Manöver finden in der Orangerie im Neuen Garten ein Diner und anschließend ein Ball im Marmorpalais statt. Erzherzog Anton von Österreich, Bruder des Kaisers Franz, kommt in Berlin an und am Folgetag ebenfalls nach Potsdam, bevor er am 8. November nach Dresden weiterreist. In den nächsten Tagen finden Paraden und Konferenzen statt.

03.11.

Tag der „Potsdamer Übereinkunft“, kraft derer Napoleon aufgefordert werden soll, in die Herstellung des Friedens durch einen europäischen Kongress auf Grund des Luneviller Besitzstandes einzuwilligen. Für den Fall der Weigerung soll das preußische Heer sich der Koalitionsarmee anschließen.

05.11.

In der Nacht zum 5. November reist der Zar von Potsdam ab und über Wittenberg und Leipzig nach Weimar. Die Vossische Zeitung vom 9. November schildert die berühmte Szene am Grab Friedrichs des Großen, die auch Delbrück in seinem Tagebuch beschreibt: „Kaiser Alexander hat wirklich die Gruft Friedrich II. besucht, von Rührung überwältigt den Sarg geküsst, der die Hülle des großen Monarchen einschließt.“

06.11.

König und Königin bleiben in Potsdam.

19.11.

Der am 16. November nach über 9-jähriger Abwesenheit in Berlin eingetroffene Alexander von Humboldt erhält eine Pension von jährlich 2.500 Talern, davon 500 Taler als Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Im Dezember wird er zum Kammerherrn ernannt.

21.11.

Rückkehr des Hofes nach Berlin, Hier nehmen „die Wintervergnügungen ihren Verlauf, und es fanden sich in der Gesellschaft viele, die sich nur mit diesen kleinen Tagesbegebenheiten beschäftigten. Namentlich sah es aus, als ob der Hof sich darin verlöre, die Wichtigkeit der Zeitereignisse unterschätzte und nur eben froh wäre, eine Galgenfrist durch den Frieden von 1805 zu gewinnen. So lautete wenigstens das Urteil in ernster gerichteten Kreisen.“ (Rochow)

26.11.

Delbrück notiert in seinem Tagebuch: „Lektionen der Prinzen … Geographie … Ansicht der Preußischen Besitzungen und dabei Beispiel des Patriotismus der Landstände von Pommern, der Marken und Magdeburg, wie Speners Zeitung von heute erzählt. Dem Prinzen Fritz funkelte das Gefühl der Freude in den Augen.“ – In der Spenerschen Zeitung konnte man lesen: „Der König rüstet seine Armee und lässt sie zum Schutze seines Reiches ausrücken. … Wir haben noch keinen Krieg, noch keinen erklärten Feind. … Dennoch haben die Stände in den Marken, in Pommern und in Magdeburg bei der ersten Nachricht von der Ausrüstung der Armee sogleich, ohne alle Veranlassung, beschlossen, das zur Verpflegung der Armee erforderliche Getreide und Mehl dem Könige unentgeltlich zu liefern. Bürger und Bauern und alle Klassen von Untertanen haben sich an die Stände angeschlossen und dadurch den übrigen Provinzen das Beispiel gegeben, so dass diese miteinander wetteifern, die Lasten der Ausrüstung der Armee zu tragen. … So hatte die Kurmark allein dem Könige ein Geschenk von 10.000 Wispel Roggen votiert. Und dies geschah in einem Jahre, wo man nur eben einer Hungersnot entgangen war.“

29.11.

Ankunft des Fürsten von Nassau-Oranien in Berlin.

02.12.

In der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz siegen Napoleons Truppen über Alexander I. und Franz I.

03.12.

Zur Parade in Potsdam ist der Erbprinz von Mecklenburg-Schwerin anwesend.

04.12.

Delbrück notiert in seinem Tagebuch: „Ausmarsch der Garnison. Der König zu Pferde kommandierte selbst. … Feierlich rührende Szene! Es dauerte beinahe eine Stunde. Das Garde du Corps eröffnete den Zug, das Regiment König beschloss ihn. Ein Teil ging aus dem Brandenburger Tor, der andre über die Lange Brücke. Weißenfels ist der Ort ihrer Vereinigung. Besuch bei der Königin. Sie wird dem König ins Standquartier folgen.“

07.12.

In Berlin trifft die „Hiobspost von der entscheidenden Schlacht, welche den 2. Dezember zwischen den Russen und Franzosen bei Austerlitz geliefert ist“, ein. Wenige Tage später folgen „erschütternde Nachrichten über die Lage der Dinge. Napoleon und Kaiser von Österreich haben sich an den Grenzen gesprochen, Friede geschlossen ohne Garantie unseres Hofes. Russland soll seine Truppen zurückziehen bis auf 25.000 Mann. Vom russischen so wie vom österreichischen Kaiser keine direkten Nachrichten. Welch‘ eine Nacht von Begebenheiten! Wie entehrend für unsre Neutralität! Der Ruhm unsrer Monarchie ist dahin.“ (Delbrück)

18.12.

Ankunft des Großfürsten Constantin, Bruder des Kaisers Alexander, in Berlin. Am 20. Dezember wird ihm zu Ehren ein Ball gegeben.

21.12.

Ankunft des Kurfürsten von Hessen in Berlin.

24.12.

Beim Diner im Berliner Schloss wird vom Goldenen Service gespeist.

25.12.

Nach dem Besuch der Nikolaikirche gibt der König ein Dejeuner zu Ehren des Großfürsten Constantin.

26.12.

Der Friede von Preßburg zwischen Frankreich und Österreich bringt einen Gebietsverlust für Österreich, Bayern und Württemberg werden Königreiche.

01.01.

Besuch der Schlosskirche in Königsberg.

03.01.

Die königlichen Kinder reisen nach Memel ab.

04.01.

Entlassung des Freiherrn vom Stein. Hardenberg wird leitender Minister in Preußen.

05.01.

Kapitulation Breslaus.

06.01.

Der Hof begibt sich über Rositten, Schwarzort und das Haff nach Memel.

08.01.

„Nachricht, der König sei da. Wir eilten zu ihm. Er war heiter und guter Dinge, wie gewöhnlich. Deputation der Kaufleute. Menschengedränge vor dem Haus.“ (Delbrück) Dem Königspaar wird das Haus des Kaufmanns Friedrich Ludwig Consentius und seiner Frau Johanna Katharina zur Verfügung gestellt, sie hatte es von ihrem Vater, Konsul Lorck, geerbt.

18.01.

Besuch der Litauischen Kirche und Wachtparade. Delbrück schreibt in seinem Tagebuch von einer „Promenade auf dem Molo und untern Linden. Auf der Spitze des Molos wurde dem König der Vorschlag gemacht, einen Winterhafen anzulegen, unweit des Leuchtturms.“

21.01.

Delbrück notiert: „Aus dem projektierten Staats-Konseil ist nichts geworden. Anfangs sollte es bestehen aus Rüchel, Hardenberg und Stein. H. unter dem Namen des Finanzministers, in der Tat aber der Auswärtigen Angelegenheiten, Stein umgekehrt. Welches Spiel hinter den Kulissen! Hardenberg lehnte es bestimmt ab, weil er mit Beyme auf keine Weise würde übereinstimmend denken und handeln können. Stein führte anfangs dasselbe an, nahm diesen Grund wieder zurück, erschien aber nicht auf der Konferenz, wo Beyme das Protokoll führte. So löste sich die Sache auf. Zastrow ward inzwischen Minister des Äußeren. Steins Entlassung ist ihm durch die, übrigens wohl verdiente, Form sehr empfindlich geworden und er hat, taktlos genug, dies in seiner Anzeige durch die Königsbergische Zeitung durchschimmern lassen. Aus dem Konseil selbst hätte nie etwas werden können. Besser würde es wohl sein, wenn nach dem Frieden das General-Direktorium neu organisiert würde und der König den Sitzungen desselben oft beiwohnte.“ Zwei Tage später setzte er fort: „Es ist nicht zu Stande gekommen, aber die, welche nur in dieser Voraussetzung zu Ministern gewählt wurden, sind geblieben in Verhältnissen und mit Vollmachten, dass es nicht mehr möglich ist, sie zu kontrollieren. Was den Nationalgeist betrifft, so ist dieser im Kriegswesen sichtbar gesunken, allermeist bei den Befehlenden. Der gemeine Mann hat mitunter sich gut genommen, nur nicht die dritten Bataillons. Im Zivil hat sich die meiste Pünktlichkeit und Rechtlichkeit gezeigt. Tadelnswürdig und mehr als das ist der von den Behörden in Berlin geleistete Eid, dessen Inhalt eine Art Huldigung in sich schließt. … Der König hätte nach dem Unglück bei Auerstedt in Magdeburg bleiben müssen, um die Armee zu sammeln. Seine Ratgeber waren dagegen, und die weite Reise glich einer Flucht, vielmehr war eine Flucht, so demütigend als nur eine sein kann.“

24.01.

Ankunft des Militär-Gouverneurs von St. Petersburg.

28.01.

Frieden zwischen Preußen und Großbritannien.

01.02.

„Man versammelte sich zum Tee beim Kronprinzen. Argelander hatte die ganze Reihe seiner Zimmer hergegeben. Außer den Majestäten und dem Hofstaate waren geladen Prinzessin Wilhelm nebst Zubehör, Minister von Zastrow, Hufeland, Goerke und sämtliche Wirtsleute der jungen Königlichen Familie, Griffings, Lembke, Tiede, Consentius. Ich hatte dies gewagt ohne anzufragen. Es wurde sehr gebilligt, und König sowohl als Königin unterhielten sich mit All und Jedem. Das Ganze war langweilig und beängstigend. Ein Klavierspieler missglückte. Am meisten Beifall fand der Punsch.“ (Delbrück) Gräfin Voss schreibt über Langeweile „in einem bis jetzt noch unerreichten Grade“.

08.02.

Besuch der Kirche. „Ein Feldjäger war angekommen. Der König hat Briefe aus Pommern und der Mark. Man bittet um Anführer, damit die Festungen entsetzt würden. Die Regimenter finden sich immer zahlreicher zusammen. Von Herzberg sollen kaum 15 Mann fehlen. Der König selbst äußert sich kleinmütig.“ (Delbrück)

09.02.

Der „große Kriegsrat“ tagt.

16.02.

Ankunft des französischen Unterhändlers General Bertrand. Audienz beim König. Delbrück notiert in seinem Tagebuch, Bertrand sei nach der Audienz verwundert gewesen, „überall eine ganz andre Stimmung zu finden und so viel Wohlstand hier am Orte“.

19.02.

Dejeuner beim Kronprinzen für beide Majestäten, den Herzog von Coburg und den gesamten Hofstaat.

26.02.

„Immer Schneegestöber. Die Herrschaften fuhren zum Strand, um ein großes englisches Schiff zu sehen, das in den Hafen einlief. Abends kamen die Radziwills, der Herzog von Coburg und Prinzess Wilhelm. Wassiltschikow kam von Petersburg an, sprach lange allein mit dem König und reiste sogleich wieder ab.“ (Voss)

01.03.

Besuch der Kirche. Dankfest für den Sieg bei Preußisch-Eylau.

03.03.

Ankunft des Prinzen Bagration aus Petersburg, er erhält den Schwarzen Adlerorden.

06.03.

„… zum König, wo Kleinmut vielfacher Art herrschte. Denn die Welthändel schienen wiederum sehr bedenklich. Man gab Königsberg und Danzig verloren.“ (Delbrück)

10.03.

Geburtstag der Königin. „Auf allen Schiffen wehten die Flaggen, vor dem Hause waren wie ein Gezelt ausgespannt die Flaggen der befreundeten Nationen. Vorbeimarsch des Pommerschen Bataillons. Früher hatte ein Gleiches stattgefunden mit der Garde. Förmliches, zahlreiches Dejeuner auf Berliner Fuß. Unbehagliche Hitze. Die Mittagstafel war sehr glänzend: drei Prinzessinnen, Wilhelm, Luise und Coburg, Herzog von Coburg, Fürst Gallizin, kommend von Petersburg, Radziwill, zwei Russische Damen, Fr. von Uwaroff und Fr. von Manteuffel, vier Minister, Hardenberg, Voß, Schroetter und Zastrow, alle anwesenden Generale und Obersten und sämtliche Eskadron-Chefs der Garde du Corps. Beide Gesandtschaften. Es wurde an zwei Tafeln gespeist. Schlechte Tafelmusik. Rührung der Königin nach der Tafel. Ach, welche Erinnerungen mochten in ihrem Gemüt erwacht sein! Man trennte sich 4 Uhr. Um halb 7 Uhr war ein glänzender Teezirkel. Die ganze Tischgesellschaft. Man spielte teils Commerce, teils Whistspiel. Die Stadt war erleuchtet. Umfahrt. Unser Bericht reizte die Majestäten, auch durch die Hauptstraßen zu fahren. Erst um 11 Uhr zurück.“ (Delbrück)

11.03.

78. Geburtstag der Gräfin Voss „ganz auf Berliner Fuß“. (Delbrück)

17.03.

Über die Abende schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: „Abends wieder die Württemberg, Coburg, Radziwills und Prinzess Wilhelm. Immer diese ewigen jeux d’esprit, die ich durchaus nicht liebe und bei denen wirklich wenig esprit herrscht.“

18.03.

Anlässlich der Anwesenheit des Adjutanten des Großfürsten Constantin äußert der König gegenüber Delbrück den Wunsch, „einige Formeln der gewöhnlichen Unterhaltung in russischer Sprache zu haben“. Am nächsten Tag fertigt Delbrück für ihn ein „russisches Formelbuch mit lateinischen Lettern“.

20.03.

Ankunft des Prinzen von Oranien aus Danzig.

21.03.

Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Seit zehn Tagen kommt er [Hardenberg] jeden Morgen mit Voss und Schroetter, es sind immer Beratungen“.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

27.03.

Karfreitag. Verabschiedung der Herzogin von Württemberg (nach Prag). Der Herzog von Coburg (geht nach Riga) erhält den Schwarzer Adlerorden.

29.03.

Besuch der Kirche (Ostern). Beginn der neunwöchigen Schlacht um Kolberg/Pommern, die Festung wird bis zum Waffenstillstand gehalten.

02.04.

Ankunft des russischen Kaisers in Begleitung der Grafen Tolstoi.

04.04.

Abreise des Kaisers und der Majestäten über Tilsit nach Kydullen (an der preußisch-russischen Grenze), wo Kaiser Alexander ihnen die russischen Garden vorführt. „Wir hatten Briefe von Jagow, dass die Truppen wunderschön beim Vorbeimarsch gewesen und dass die Majestäten sehr zufrieden gewesen wären. Sie haben täglich Diners von 90 Couverts, zwei Generäle haben den Dienst beim König. Am 11. werden sie weitergehen und die Königin bei der Durchreise sich einige Tage in Königsberg aufhalten.“ (Voss)

10.04.807

Die Königin kehrt allein zurück. In Briefen schildert sie dem König ihre. Am 10. April trifft sie in Königsberg ein. Wegen der Wegeverhältnisse muss sie hier bleiben, aus der „Übernachtungsstation“ wird ein zweimonatiger Aufenthalt, den sie im Haus des Grafen Schlieben verbringt. Der König, der bis zum 14. April in Kydullen bleibt, schreibt an Luise: „Diese abendlichen Sitzungen sind etwas peinlich, niemand spricht als er und ich, und dieses Ich ist von keiner übertriebenen Beredsamkeit.“ (Griewank)

15.04.

Über Darkehmen, Schippenbeil nach Bartenstein (Ankunft 18. April). „Das Haff ist derartig über seine Ufer getreten, dass es ganze Gegenden überschwemmt hat, man passiert die Ortschaften in Kähnen … die Wagen bleiben vor Kranz zurück.“ (Rothkirch)

25.04.

Gräfin Voss schreibt in ihrem Tagebuch: „L’Estocq hat den Schwarzen Adler. Jede Kompagnie, die bei Preußisch-Eylau war, hat einen Monat Löhnung extra erhalten und die Leute, die sich ausgezeichnet haben, Medaillen, Das ist schön vom König.“ Die Ankunft in Königsberg ist ungewiss: „Bedienter der Gräfin von Voß meldend, dass Jago an Köckritz unterm 20. geschrieben habe, Kaiser und König bereisen die Vorposten. Auf dem Rückwege Consentius mit widrigen Äußerungen über die Offenhaltung seines Haues bei gänzlicher Ungewissheit, ob der König und die Königin wiederkommen oder nicht. … Königsberger Zeitung. … Vor Tafel blieb Zeit, die Hauptartikel der Zeitung vorzulesen. Wohltat der Königin an die Lazarette in K. Zusammenkunft des Kaisers und Königs in Polangen. Ankunft des Letztern allhier. Nichts von Danzig.“ (Delbrück)

26.04.

Bündnisvertrag zwischen Preußen und Russland.

30.04.

Ankunft des Königs in Königsberg. Luise schreibt, „ob Du die Unterkunft annehmen würdest, die der höfliche Graf Schlieben für Dich in seinem Hause gegenüber meinen Zimmern vorbereitet hat, in demselben Haus natürlich. … Wenn Du nicht annimmst, willst Du, dass ich im Schloss bin oder willst Du aus dem Wagen steigen und soll ich Dich in das Haus, das ich bewohne, führen? Ich glaube, Du würdest damit alles Aufsehen vermeiden. Ich habe gelogen, so gut ich konnte, und allen Leuten gesagt, Du würdest erst spät kommen.“

04.05.

Der König geht zurück nach Bartenstein. Delbrück, der mit den Prinzen in Memel ist, notiert in seinem Tagebuch: „Ein Fuhrmann aus Berlin besuchte uns. Der Feind hat seine Pferde in stetem Dienst. Auf seinen Pass hat er es gewagt nach Stargard zu gehen, von da über Kolberg hierher, um zu sehen, wie es dem Könige und der Königin gehe. Er sprach mit Kraft und Gefühl. Zwar litten sie alle viel, aber sie wollten gern leiden, wenn nur die Herrschaft zurück wäre. Auf dem Wege überall die beste Stimmung. In Kolberg ein Feuereifer ohne Maß bei Jung und Alt, Weib und Mann. Das Schillsche Corps über alles Lob erhaben.“

09.05.

Geburtstag des Großfürsten.

12.05.

Luise schreibt aus Königsberg an den König: „Ich lade die ehrwürdigsten Personen von Königsberg zum Mittagessen ein, ich bin liebenswürdig, höflich und erzähle ihnen von Dir, um mir ihr Herz zu gewinnen.“ Sie äußert ihren Unmut über Zastrow, Voß und Schroetter und gibt eine positive Einschätzung Hardenbergs.

19.05.

Der König schreibt an Luise: „Die Fahrt nach Heiligenbeil ist jetzt festgesetzt. Ich fahre morgen von hier ab und der Kaiser folgt mir … einen Tag später. Ich habe L’Estocq sehr ausführliche Anweisungen für den Empfang des Kaisers gegeben … und es soll weder an Eskorten noch an Ehrenwachen und Ordonnanzen aller Art fehlen. … Ich werde mich in Tilsit nur so lange aufhalten, bis diese unangenehme Geschichte erledigt ist.“ (Griewank) Am 24. Mai geht es weiter nach Königsberg und von hier aus am 25. Mai nach Pillau.

26.05.

Kapitulation Danzigs.

28.05.

Rückkehr nach Königsberg. Luise schreibt an ihren Bruder Georg: „Der russische Kaiser kam den 2. nach Memel, wünschte dem König und mir die Garde zu präsentieren, wir gingen den 4. nach Kydullen ab, kamen den 5. an und bewunderten den 6. und 7. die Garden, den 8. und 9. ruhte ich mich aus, den 10. reiste ich mit Wind, Wetter und Schmutz herum, den 12. hier an, wohnte bei Friederike, schlief mit ihr in einem Zimmer, war alle Momente mit und bei ihr, lebte wirklich so glücklich und froh, wie man es im jetzigen Augenblick sein kann. … Heute Morgen las ich Deinen Brief mit F. unter freiem Himmel. Der König war in Pillau, um die Retranchements auf der Nehrung zu sehen und die da liegenden schwedischen und englischen Kriegsschiffe, die Blücher und sein Koros mitgenommen haben … Ich war ihm mit F. eine Meile entgegengefahren nach Holstein, ein göttliches Landhaus, was an der Pregel liegt und eine herrliche Aussicht hat.“ (Rothkirch)

08.06.

Nach Tilsit. Quartier im Haus des Kreisjustizkommissar Karl Ludwig Siehr. Zusammentreffen des Königs mit dem russischen Zaren.

09.06.

„… seit Mittag sei das Gerücht im Umlauf, die vereinigte Armee sei total geschlagen, König und Kaiser würden morgen hier eintreffen … Ich trieb Reimann hinweg, Nachrichten einzuziehen. … An dem Gerücht ist nichts, im Gegenteil, die neuesten Nachrichten immer noch günstig.“ (Delbrück)

10.06.

Die Königin kommt in Memel an: „Um 6 Uhr bestiegen wir das Boot nach dem Sandkruge, um die Königin zu bewillkommnen. Kaum eine Viertelstunde, so kam sie an im halben Wagen mit der Gräfin Moltke. Die Offiziere Kessel, Pogwitsch und Below nebst den Prinzen am Ufer. Der Zug hinüber geschah in drei Boten. Voran das Corps Hautboisten, Gondel der Königin mit den drei Prinzen, im dritten wir anderen. Am Eingang Salutschüsse. Menge von Zuschauern. Um 1/4 auf 8 Uhr war die Königin im Zimmer. … Die Nachrichten über das Öffentliche, welche die Königin gab, lauteten nicht so ungünstig.“ (Delbrück)

12.06.

„Bei Tafel … wurde beiher gesagt, der Kaiser werde auf einige Zeit nach Wilna gehen, der König inzwischen vielleicht hierher kommen. … So war es 3/4 9 Uhr … da erschien der Hofstaat-Sekretär Bussler, Sieg! Sieg! verkündend. Die Franzosen wären bei Heilsberg total geschlagen. Jubelnd stürzten wir die Treppen hinab und ins Freie hinaus zur Königin. Sie begegnete uns mit Luise und Wilhelmine auf der Straße, eilend zu Köckritz. Fast war ihre Freude nicht würdevoll genug. Erhalten hatte sie drei Depeschen durch einen Courier vom König. Sie wurden teils bei Köckritz, teils bei der Voss, wohin die Königin, wie im Triumphe sich begab, vorgelesen. Ich eilte zu Argelander zurück, um diese Details der wartenden Gesellschaft zu verkünden. … Die Königin war mir gefolgt und begab sich zur Prinzessin Friederike. Volksmenge in der Allee. Eine Estafette aus Königsberg, die Bennecke überbrachte. Wir wallfahrteten alle mit der Königin zu ihr, um den Abend bei ihr zuzubringen. Die Freude wurde sanfter und beredter.“ (Delbrück)

13./14.06.

Schlacht bei Friedland (in der Nähe von Königsberg). Entscheidender Sieg Napoleons über Russen und Preußen.

15.06.

Nach Memel. Der König schreibt an Luise: „Wenn trotz Deiner Kriegslisten die amtlichen Personen mir die Ehre antun wollen, mich zu empfangen, so bedeute ihnen oder lasse ihnen vielmehr bedeuten, dass ich ausdrücklich verboten habe, dass mich irgendjemand erwarte.“ – Verschiedene Meldungen treffen ein, „Viele Familien flüchten aus Königsberg. In Schaken soll es sehr voll sein. … Noch nichts Offizielles, selbst nicht an Minister, der obendrein wider seine Gewohnheit Mut gezeigt hatte. … Die Stimmung blieb ruhig. Abends um 10 Uhr, als wir den Hof verließen, noch nichts Offizielles. Nichts überwältigt mehr als so mannichfaltige, durchkreuzende Gerüchte. Peinlich war mir die Unruhe in der Stadt von Seiten der ankommenden Flüchtlinge.“ (Delbrück)

16.06.

Nachrichten über den Rückzug L’Estocqs aus Königsberg treffen ein. Fahrt nach Tauerlaken: „Man stieg aus und zeigte sich dem versammelten Volke. Überall schmerzvolle Mienen. Plaw am Ufer in Tränen. Kaufmann Meiner voll kräftiger Äußerungen: Napoleon habe nicht gewonnen, so lange die Königliche Familie noch nicht in seiner Gewalt sei, die er an Würde nicht erreiche. … Beschluss, dass wir nach Riga spätestens morgen abgehen sollten.“ (Delbrück)

17.06.

Ankunft des Prinzen Heinrich aus Kydullen.

18.06.

Einzug Napoleons in Tilsit.

20.06.

Auf Einladung Alexanders I. begibt sich der König mit Hardenberg ins Hauptquartier nach Szawle, Ankunft am 21. Juni. Die Königin bleibt bis 3. Juli in Memel.

21.06.

Waffenstillstand zwischen Frankreich und Russland.

23.06.

Nach Piktupönen am Ufer der Memel in der Nähe des Hauptquartiers von Napoleon. Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Benningsen hat einen Waffenstillstand auf vier Wochen abgeschlossen. Der Kaiser hat ihn bestätigt, die Königin und wir alle sind in Verzweiflung darüber.“

25.06.

Zusammentreffen Kaiser Napoleons und Zar Alexanders auf der Memel bei Piktupönen. Über das Zusammentreffen der Monarchen schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: “Es waren zwei kleine Häuschen auf der Brücke über die Memel errichtet, in dem einen waren die beiden Kaiser, in dem anderen der König. Auch aßen die beiden Kaiser dann zusammen in Tilsit, unser König musste allein in einem Dorfe, eine Meile von der Stadt, bleiben. Welch entsetzliche Friedensbedingungen werden wir bekommen nach einem Vorspiel von so ausgesuchter Feindseligkeit und solchem Übermut.“

29.06.

Truppenschauen Napoleons vor den Monarchen. Luise schreibt an den König ihre Erbitterung gegenüber Napoleon. Als er sie bittet zu kommen, um auf die Forderungen Napoleons mildernd einzuwirken, antwortet sie: „Ich komme, ich fliege nach Tilsit, wenn Du es wünscht, wenn Du glaubst, das ich etwas Gutes wirken kann.“ (Rothkirch)

01.07.

Delbrück schreibt in seinem Tagebuch: „Die Knechtschaft fängt schon an. Hardenberg, auf Wunsch und Willen Alexanders wieder hervorgerufen, hat auf Napoleons Willen abtreten müssen. Dass auch die Königin (hat) hinreisen müssen, soll Kalckreuth erwirkt haben, der Unverschämte, der sich nicht entblödet hat zu sagten, der König sei noch immer nicht demütig genug. Kalckreuth, der Danzig übergeben hat, wird Feldmarschall und seine Garnison erhält 70 Ehrenzeichen, gleichsam als wolle man mit dem Unglück Staat machen! Was wird dem Courbière zu Teil werden, der Graudenz behauptet hat? Und dieser Kalckreuth, erkannt und anerkannt in seiner Schlechtigkeit, steht nun an der Spitze der Unterhandlung. Ihm ist beigesellt Baron von Golz, ein eingeschränkter Kopf. Es wird an Geschäftsmännern fehlen, die übrig bleibenden Provinzen zu besorgen. Klewitz, Borgstede haben nicht die praktische Gewandtheit, welche jetzt allein retten und helfen kann. Ruhige Ertragung des schweren Geschickes und stille Wiederersetzung der Kräfte wird das einzige sein, das der Klugheit gemäß ist.“

05.07.

Luise, die in Tilsit am Vortag eingetroffen war, erhält Besuch durch Kaiser Alexander. Am nächsten Tag wird sie mit Napoleon zusammentreffen. Im Frieden von Tilsit zwischen Frankreich, Preußen und Russland verliert Preußen alle Besitzungen zwischen Rhein und Elbe, alle Erwerbungen aus der 2. und 3. Teilung Polens und eines Teils des in der 1. Teilung erworbenen Landes, alle Entschädigungsländer des Reichsdeputationshauptschlusses, die Fürstentümer Baireuth und Ostfriesland. – „… was für ein Friede! … Handel und Gewerbe lagen darnieder, der Kredit im Ausland war zerstört, die Nahrungslosigkeit allgemein, die Verluste in den abgetretenen Provinzen, besonders in Südpreußen, zogen eine Menge Bankrotte nach sich, eine Menge Beamte und Militärpersonen lebten ohne Besoldung, das bare Geld, von den Franzosen als Kontribution fortgeführt, wurde immer seltener, die Gutsbesitzer, Pächter und Bauern erlagen unter der Last der Einquartierung und Kriegsleistungen aller Art, die Armut war der Verzweiflung preisgegeben. Besonders litten die kleinen Städte an den Militärstraßen, die Etappenplätze. Das Elend, obgleich in den Marken schon schrecklich genug, nahm zu, je mehr man sich Ostpreußen näherte, wo der Krieg seinen Tummelpatz aufgeschlagen hatte. Große fruchtbare Landstriche lagen wüst, weil es an Saatgetreide mangelte, die Heere hatten alle Vorräte aufgezehrt, gesundes Brot war eine Seltenheit geworden, das Vieh fand noch weniger Nahrung, und eine Hungersnot mit allen ihren Schrecken fing an zu wüten. … Eine verheerende Seuche … raffte Menschen und Vieh hinweg, und in vielen Gegenden starb der fünfte Teil der Bevölkerung. Ganze Scharen von Bettlern umschwärmten Königsberg. … Aus allen Provinzen des Staates erschienen Abgeordnete beim König, und baten um Hilfe in der dringendsten Not.“ (Klöden)

10.07.

Rückkehrt nach Memel, Logis im Haus von Friedrich Ludwig Consentius, die königlichen Kinder bei Kaufmann Johann Gottfried Argelander. „Nachricht von der Ankunft der Majestäten … Er war im ersten Zimmer, in gewöhnlicher Haltung. Er brach das Stillschweigen und erzählte einiges über Napoleon und das künstlich angelegte Bivouaque, wozu 12 Dorfschaften ihre Häuser haben hergeben müssen. Über N. sagte er etwas sehr Kluges: ‚Wenn man ihn reiten sieht, nur einmal gesehen hat, so erkannt man den ganzen Mann. Er geht immer in Carrière, unbekümmert, was hinter oder neben ihm fällt und stürzt. Er hat ein Pferd, worauf er sich verlassen kann, und so ist er gewiss, wenigstens sich durchzubringen. Das ist die Hauptsache.“ (Delbrück)

13.07.

Geburtstag der Prinzessin Charlotte.

17.07.

Scharnhorst erhält den Auftrag, „die Reorganisation der Armee zu entwerfen.“ (Delbrück) Am 25. Juli beginnt die Heeresreform in Preußen.

22.07.

„Nachrichten aus Königsberg melden, Napoleon habe gesagt, keine Stadt der Monarchie habe sich mit mehr Würde benommen. Kein Vivat, kein Zudrang, nicht einmal eine Deputation. Auf Rüchel hat er gewütet beim Anblick der Verschanzungen einmal über das andre: le monstreux Don Quichote.“ (Delbrück)

24.07.

Proklamation an die Bewohner der abgetretenen Provinzen.

31.07.

Ankunft einer Deputation aus Königsberg, die am Folgetag eine Audienz erhält.

03.08.

Geburtstag des Königs. Der Kronprinz überreicht ihm eine Zeichnung des Feldlagers bei Schwarzort und mit dem Bruder ein Wörterbuch und eine Grammatik der Litauischen Sprache. „ Es war doch ein froher Tag mehr in der leidensvollen Zeit!“ (Delbrück) Die Berliner Zeitungen, die einige Tage verspätet ankommen „geben Stoff genug, sich krank zu ärgern. In Breslau hat man den Geburtstag des Königs gefeiert, in Berlin hat man es nicht gewagt. Das ist doch mehr als feige“, notiert die Gräfin Voss in ihrem Tagebuch.

04.08.

„Der König nimmt jetzt Seebäder. Viele Menschen reisen nach Berlin zurück. Die Goltzens gaben einen Tee für die Majestäten im Freien und dann ein Souper bei sich.“ (Voss)

09.08.

Der Kronprinzen wird zum zum Seconde-Leutnant durch den König ernannt.

12.08.

Dejeuner in Tauerlaken zu Ehren des Geburtstages des Prinzen Georg von Strelitz.

14.08.

Die Königin besucht auch in den Folgetagen mehrfach den Jahrmarkt. „Letztere sagte scherzend, es sei angenehm, auf die Füße getreten zu werden. Ach, werden denn Fürsten und Prinzen dies in einem andern Sinne nicht schon genug! Soll der heilige Schein, der der Majestät noch übrig geblieben ist, gänzlich dahin sinken!“ (Delbrück). Am Folgetag schreibt sie ihrem Bruder: „Und schon bin ich trostlos über die Ungeschicklichkeiten, die überall in dem Moment begangen werden, wo mit etwas Takt und weniger Starrsinn alles gewonnen werden könnte. So will sich z. B. der König bei Nacht und Nebel in Berlin einschleichen, sich nicht zeigen, weil er sich schämt, und so mit dem ersten Schritt alles wieder verderben. Dann denke Dir nur, hatte er die Idee zu abdiquieren!“ (Rothkirch)

24.08.

Empfang einer Deputation : v. Pannewitz (Landrat, Krs. Nieder-Barnim), Sack, v. Ziethen (Landrat, Krs. Ruppin), Freiherr von Oelzen (Kammerherr). – Bei der Tafel sei „eine Verstimmung unverkennbar“ gewesen, schreibt Delbrück. Er trifft sich mit Oelzen: „Die in Berlin gangbaren Stadtgespräche lassen keinen Zweifel übrig, dass es an Postträgern aller Art mitten aus dem Innern des Hofes nicht fehle. Man erzählt wahre und unwahre Äußerungen über N. und gegenteils, und überall wird sichtbar der Keim zu Zwist und Streit. Unter andern, heißt es dort, habe N. in Tilsit Befremden und Unwillen geäußert über vom Kronprinz verfertigte Karikaturen seiner Allerhöchsten Personen. Der dringende Wunsch der Landstände und der Zweck der Sendung ist, dem Könige die Versicherung der Treue zu geben, um baldige Rückkunft zu bitten, demnach um Maßregeln, die Provinzen vom Feinde zu reinigen, der übermütiger ist als im Laufe des Krieges. Die Aufnahme beim König war wieder ihre Erwartung untröstlich ausgefallen durch Ungefähr. Der König traf sie wider Erwarten in seinem Zimmer, als er eilig war. Er tadelte, statt zu loben. Über den Eidschwur, den man geleistet, sprach er empfindlich, desgleichen über Misshelligkeiten zwischen den Ständen und Minister von Angern, dessen Anordnungen sie nicht hätten Folge leisten wollen. Daher die Verstimmung dieser Männer, welche hierhergekommen waren im Gefühl ihre Pflichterfüllung. Ich beruhigte ihn, so gut ich konnte. Infolge der Feier des dritten Augusts sind wirklich einige Personen gefänglich eingezogen worden. Iffland, dem man drei Anträge verworfen hatte, wurde vorgefordert, Rechenschaft zu geben, über das, was er auf dem Theater gesprochen. Schewe wurde vorgefordert, dass er im Tiergarten eine Armenspeisung veranstaltet hätte.“ Wenige Tage später erhält Oelzen Audienz bei der Königin: „Er hatte ihr alles, alles gesagt. Unter ihren Antworten war mir die auffallendste die, dass sie im nächsten Monate verlegen sein würde um ihre Subsistenz. (Das goldene Service ist bereits bei der Bank versetzt.) Sie hat seine Eingabe angenommen und versprochen, mit dem Könige darüber zu reden.“ Am 31. August reisen die Deputierten der Landstände ab, „erbaut, ja begeistert über das, was und wie der König mit ihnen gesprochen hatte, so dass sie ganz befriediget von hinnen gehen.“ (Delbrück)

01.09.

Genehmigung der Stiftung einer Armenschule in Berlin durch Propst Hanstein und Schenkung von 100 Friedrichsdor. Empfang einer Deputation aus Breslau.

03.09.

Empfang einer Deputation aus Schlesien.

06.09.

General Scharnhorst regt eine „historische Darlegung der Schritte des Königs seit dem Ausbruche des Krieges“ an. (Delbrück)

29.09.

In der Mitte des Monats hatte Delbrück geschrieben: „Zu unserer Rückkehr nach Berlin wenig Aussicht.“ Nun wird überraschend über die künftige Einrichtung in Berlin vielfach gesprochen, „z. B. dass wir künftig auf dem Schloss wohnen sollen. Vertrauliche Äußerungen hierüber gegen die Prinzen … Ich verhehlte ihnen nicht, dass alles, Großes wie Kleines, was hier im Geselligen des Hofes vorginge, bis nach Berlin, und natürlich vergrößert, verbreitet würde.“

30.09.

Geburtstagsfeier der Prinzessin Friederike.

01.10.

Ankunft des Ministers von Stein, Audienz beim König.

03.10.

Zurückberufung Steins. Spezialrevue, an der erstmals die drei Prinzen als Offiziere teilnahmen.

04.10.

Stein schlägt Alexander v. Humboldt als Begleiter des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs, auf dessen Reise nach Paris vor. Ziel ist, bei Napoleon eine Verminderung der auferlegten Zahlungsverpflichtungen zu erreichen. Luise befürchtet, „dass die Reise eigentlich nichts helfen, als dass sie viel Geld kosten“ wird. (Rothkirch)

08.10.

Delbrück schreibt über die Beratungen beim König: „An den Vortragstagen beim König besteht der Staatsrat aus Stein, Golz, Lottum, Beyme und Köckritz. Ersterer erhält alle Sachen und schreibt sie zu. Gneisenau wird gewiss nächstens in die Adjutantur einrücken. … Nachher sagte mir Buch, dass der Russische Kaiser gestern einen Brief geschickt habe voll der freundschaftlichsten Zusicherungen. Er werde bis zum letzten Atemzuge nicht aufhören, dahin zu arbeiten, dass Preußen wieder zu einer gewissen Selbständigkeit komme. Er habe dazu in Paris Schritte getan, deren Wirkung hoffentlich bald sichtbar werde.“

09.10.

Edikt den erleichterten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend („Oktober-Edikt“). Ankunft des Grafen Tolstoi aus Petersburg.

11.10.

In Memel treffen „schlechte Nachrichten aus Berlin“ ein: „Die Franzosen verkaufen die ganzen Bestände der Königlichen Porzellanfabrik.“ (Voss)

23.10.

Über den Besuch des russischen Kammerherrn Baron von Narischkin schreibt Delbrück: „… vielleicht einer der größten Dummköpfe. Täuschung. Den Prinzen war befohlen, in Staatsuniform zu erscheinen. Wir hatten auf ausgezeichnete Gesellschaft gerechnet, und siehe da, ein Bête. Prz. Wilhelm meinte beim Zurückfahren, wahrscheinlich habe dieser Herr sehen sollen, dass auch hier die Russische Uniform bereits in Gang sei. Ob dann aber wohl, wenn z. B. Buch nach Petersburg käme, die Russischen Prinzen sich in Pracht setzen würden?“

28.10.

Aufhebung der Erbuntertänigkeit auf den preußischen Domänen.

29.10.

Zweideutige Nachrichten aus Berlin. Hoffnung, der Hof würde Weihnachten in Berlin sein.

01.11.

Der Zeitungsbericht der Immediat-Friedens-Vollziehungs-Kommission vom 1. November berichtet: „Einen allgemeinen Enthusiasmus und einen Eifer, sich gegenseitig im Ausharren und Dulden zu übertreffen, erregte das in den hiesigen Zeitungen gewesene Schreiben der geliebten Königin an den Propst Hanstein, und diese Stimmung wurde noch durch verschiedene Nachrichten erhöht, die von Memel hier eingetroffen sind, von großen Aufopferungen E.K.M., alles Dinge, die die Sehnsucht nach besseren Zeiten sowie die Kraft zur Ausdauer gleich stark vermehrten. … Dass die öffentlichen Nachrichten noch immer nicht genau den Zustand der hiesigen Stadt schildern, sondern die glänzenden Seiten vorzugsweise hervorheben, liegt beinahe in der Natur einer solchen Beurteilung, die vom Theater, öffentlichen Vergnügungs-Orten p. auf den Zustand des Ganzen zurückschließt.“ Im folgenden Bericht vom 7. November heißt es: „Es scheint als wenn das Volk die ganze Französische Denkart nicht nur verabscheute, sondern dadurch immer fester an die alten Bande der Untertanenschaft hinge. … Dass die öffentliche Meinung in der Russischen Freundschaft sich nicht zu finden versteht, ist so natürlich, als sie einen Friedenszustand der Art bis jetzt nicht gekannt hat. Das Volk ist äußerst unwillig über den Kaiser von Russland und seine bis jetzt nicht gehaltenen Versprechungen, und die Franzosen pflegen dabei entweder das Feuer anzuschüren oder doch listig Vergleichungen zu machen, deren Resultat denn ihrem bösen Willen entspricht. Sehr lebhaft wurde in dieser Woche von einer vorseienden Sendung des Prinzen Wilhelm K.H. nach Paris gesprochen.“ (Granier, Berichte aus der Franzosenzeit)

10.11.

Königin Luise schreibt an Frau von Berg: „… so kann man nicht fort von hier als Ende Januar, dann kann ich nicht mehr reisen. Alles geht, außer ich, die in diesem Sumpf bleiben muss bis nach die sechs Wochen, die im April enden.“ (Rothkirch) In Memel trifft ein Verzeichnis ein, „was die Franzosen teils offiziell aus Berlin nach Paris fortgeschafft, teils einfach geraubt haben, ebenso aus den Königlichen Schlössern wie aus Potsdam, meistens Statuen, Bilder, Porzellan, Vasen. Kostbarkeiten und Kunstwerke aller Art. Es ist eine unglaubliche Liste.“ (Voss)

18.11.

Königin Luise schreibt aus Memel ihrer Schwester Therese: „Du magst beurteilen, ob eine zehnjährige Regierung, zwei Mobilmachungen und ein unglücklicher Krieg, der seit 14 Monaten alles Einkommen aufgezehrt hat, geeignet sind, Schätze aufzuhäufen, und ob die Mittel des Königs nicht seit langem überschritten sind. … Das Land ist arm, ebenso der Adel.“ (Griewank) Auch eine Immediat-Kommission beurteilt am 7. Dezember den Zustand der preußischen Finanzen, „dass alle Staatskassenbestände gänzlich aufgeräumt und alle Quellen gänzlich erschöpft sein müssen. Dies ist auch dermaßen der Fall, dass, wenn man alle Rückstände als bar und richtig einkommend annimmt, bis zum 1. Januar 1808 bei der höchsten Ausgabebeschränkung schon ein Defizit von 250.000 Rtlr. da ist, welches nur durch Zurückhaltung fälliger Zahlungen an die Untertanen gedeckt werden kann. Bei diesem durchaus treu geschilderten, aber sehr traurigen Zustand der preußischen Finanzen, worüber die Akten und Rechnungen offen vorgelegt werden können, ist es umso empfindlicher, noch für reich gehalten zu werden und Forderungen darauf gegründet zu wissen.“ (Reformministerium Stein, I)

17.12.

Königin Luise schreibt ihrem Bruder Georg: „Was ist das Berliner Klima im Vergleich zu Preußen! … Ich gehe nach Königsberg zu meinen Wochen in das infame Schloss, aber wenigstens sind die Räume weit und tief, und die Zugluft kann einen nicht im Bett töten wie hier in Memel, wo die Häuser aus Papier und die Fenster nur zum Spott da sind. … Wir, auch der König, haben nichts mehr … An der Tafel des Königs und in allen Verwaltungszweigen haben die schärfsten Einschränkungen stattgefunden. Alles stirbt vor Hunger und Hungersnot.“ (Rothkirch)

24.12.

Die Königin besucht mit den Kindern den Weihnachtsmarkt. Die Bescherung wird „für die Kinder bereitet wie in Berlin“, doch fallen bei der Tafel „manche spitze Äußerungen über die Vergnügungssucht der Berliner.“ Man befürchtet, nicht vor Mai wieder in Berlin zu sein. (Delbrück)

01.01.

Besuch der Schlosskirche in Königsberg.

03.01.

Die königlichen Kinder reisen nach Memel ab.

04.01.

Entlassung des Freiherrn vom Stein. Hardenberg wird leitender Minister in Preußen.

05.01.

Kapitulation Breslaus.

06.01.

Der Hof begibt sich über Rositten, Schwarzort und das Haff nach Memel.

08.01.

„Nachricht, der König sei da. Wir eilten zu ihm. Er war heiter und guter Dinge, wie gewöhnlich. Deputation der Kaufleute. Menschengedränge vor dem Haus.“ (Delbrück) Dem Königspaar wird das Haus des Kaufmanns Friedrich Ludwig Consentius und seiner Frau Johanna Katharina zur Verfügung gestellt, sie hatte es von ihrem Vater, Konsul Lorck, geerbt.

18.01.

Besuch der Litauischen Kirche und Wachtparade. Delbrück schreibt in seinem Tagebuch von einer „Promenade auf dem Molo und untern Linden. Auf der Spitze des Molos wurde dem König der Vorschlag gemacht, einen Winterhafen anzulegen, unweit des Leuchtturms.“

21.01.

Delbrück notiert: „Aus dem projektierten Staats-Konseil ist nichts geworden. Anfangs sollte es bestehen aus Rüchel, Hardenberg und Stein. H. unter dem Namen des Finanzministers, in der Tat aber der Auswärtigen Angelegenheiten, Stein umgekehrt. Welches Spiel hinter den Kulissen! Hardenberg lehnte es bestimmt ab, weil er mit Beyme auf keine Weise würde übereinstimmend denken und handeln können. Stein führte anfangs dasselbe an, nahm diesen Grund wieder zurück, erschien aber nicht auf der Konferenz, wo Beyme das Protokoll führte. So löste sich die Sache auf. Zastrow ward inzwischen Minister des Äußeren. Steins Entlassung ist ihm durch die, übrigens wohl verdiente, Form sehr empfindlich geworden und er hat, taktlos genug, dies in seiner Anzeige durch die Königsbergische Zeitung durchschimmern lassen. Aus dem Konseil selbst hätte nie etwas werden können. Besser würde es wohl sein, wenn nach dem Frieden das General-Direktorium neu organisiert würde und der König den Sitzungen desselben oft beiwohnte.“ Zwei Tage später setzte er fort: „Es ist nicht zu Stande gekommen, aber die, welche nur in dieser Voraussetzung zu Ministern gewählt wurden, sind geblieben in Verhältnissen und mit Vollmachten, dass es nicht mehr möglich ist, sie zu kontrollieren. Was den Nationalgeist betrifft, so ist dieser im Kriegswesen sichtbar gesunken, allermeist bei den Befehlenden. Der gemeine Mann hat mitunter sich gut genommen, nur nicht die dritten Bataillons. Im Zivil hat sich die meiste Pünktlichkeit und Rechtlichkeit gezeigt. Tadelnswürdig und mehr als das ist der von den Behörden in Berlin geleistete Eid, dessen Inhalt eine Art Huldigung in sich schließt. … Der König hätte nach dem Unglück bei Auerstedt in Magdeburg bleiben müssen, um die Armee zu sammeln. Seine Ratgeber waren dagegen, und die weite Reise glich einer Flucht, vielmehr war eine Flucht, so demütigend als nur eine sein kann.“

24.01.

Ankunft des Militär-Gouverneurs von St. Petersburg.

28.01.

Frieden zwischen Preußen und Großbritannien.

01.02.

„Man versammelte sich zum Tee beim Kronprinzen. Argelander hatte die ganze Reihe seiner Zimmer hergegeben. Außer den Majestäten und dem Hofstaate waren geladen Prinzessin Wilhelm nebst Zubehör, Minister von Zastrow, Hufeland, Goerke und sämtliche Wirtsleute der jungen Königlichen Familie, Griffings, Lembke, Tiede, Consentius. Ich hatte dies gewagt ohne anzufragen. Es wurde sehr gebilligt, und König sowohl als Königin unterhielten sich mit All und Jedem. Das Ganze war langweilig und beängstigend. Ein Klavierspieler missglückte. Am meisten Beifall fand der Punsch.“ (Delbrück) Gräfin Voss schreibt über Langeweile „in einem bis jetzt noch unerreichten Grade“.

08.02.

Besuch der Kirche. „Ein Feldjäger war angekommen. Der König hat Briefe aus Pommern und der Mark. Man bittet um Anführer, damit die Festungen entsetzt würden. Die Regimenter finden sich immer zahlreicher zusammen. Von Herzberg sollen kaum 15 Mann fehlen. Der König selbst äußert sich kleinmütig.“ (Delbrück)

09.02.

Der „große Kriegsrat“ tagt.

16.02.

Ankunft des französischen Unterhändlers General Bertrand. Audienz beim König. Delbrück notiert in seinem Tagebuch, Bertrand sei nach der Audienz verwundert gewesen, „überall eine ganz andre Stimmung zu finden und so viel Wohlstand hier am Orte“.

19.02.

Dejeuner beim Kronprinzen für beide Majestäten, den Herzog von Coburg und den gesamten Hofstaat.

26.02.

„Immer Schneegestöber. Die Herrschaften fuhren zum Strand, um ein großes englisches Schiff zu sehen, das in den Hafen einlief. Abends kamen die Radziwills, der Herzog von Coburg und Prinzess Wilhelm. Wassiltschikow kam von Petersburg an, sprach lange allein mit dem König und reiste sogleich wieder ab.“ (Voss)

01.03.

Besuch der Kirche. Dankfest für den Sieg bei Preußisch-Eylau.

03.03.

Ankunft des Prinzen Bagration aus Petersburg, er erhält den Schwarzen Adlerorden.

06.03.

„… zum König, wo Kleinmut vielfacher Art herrschte. Denn die Welthändel schienen wiederum sehr bedenklich. Man gab Königsberg und Danzig verloren.“ (Delbrück)

10.03.

Geburtstag der Königin. „Auf allen Schiffen wehten die Flaggen, vor dem Hause waren wie ein Gezelt ausgespannt die Flaggen der befreundeten Nationen. Vorbeimarsch des Pommerschen Bataillons. Früher hatte ein Gleiches stattgefunden mit der Garde. Förmliches, zahlreiches Dejeuner auf Berliner Fuß. Unbehagliche Hitze. Die Mittagstafel war sehr glänzend: drei Prinzessinnen, Wilhelm, Luise und Coburg, Herzog von Coburg, Fürst Gallizin, kommend von Petersburg, Radziwill, zwei Russische Damen, Fr. von Uwaroff und Fr. von Manteuffel, vier Minister, Hardenberg, Voß, Schroetter und Zastrow, alle anwesenden Generale und Obersten und sämtliche Eskadron-Chefs der Garde du Corps. Beide Gesandtschaften. Es wurde an zwei Tafeln gespeist. Schlechte Tafelmusik. Rührung der Königin nach der Tafel. Ach, welche Erinnerungen mochten in ihrem Gemüt erwacht sein! Man trennte sich 4 Uhr. Um halb 7 Uhr war ein glänzender Teezirkel. Die ganze Tischgesellschaft. Man spielte teils Commerce, teils Whistspiel. Die Stadt war erleuchtet. Umfahrt. Unser Bericht reizte die Majestäten, auch durch die Hauptstraßen zu fahren. Erst um 11 Uhr zurück.“ (Delbrück)

11.03.

78. Geburtstag der Gräfin Voss „ganz auf Berliner Fuß“. (Delbrück)

17.03.

Über die Abende schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: „Abends wieder die Württemberg, Coburg, Radziwills und Prinzess Wilhelm. Immer diese ewigen jeux d’esprit, die ich durchaus nicht liebe und bei denen wirklich wenig esprit herrscht.“

18.03.

Anlässlich der Anwesenheit des Adjutanten des Großfürsten Constantin äußert der König gegenüber Delbrück den Wunsch, „einige Formeln der gewöhnlichen Unterhaltung in russischer Sprache zu haben“. Am nächsten Tag fertigt Delbrück für ihn ein „russisches Formelbuch mit lateinischen Lettern“.

20.03.

Ankunft des Prinzen von Oranien aus Danzig.

21.03.

Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Seit zehn Tagen kommt er [Hardenberg] jeden Morgen mit Voss und Schroetter, es sind immer Beratungen“.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

27.03.

Karfreitag. Verabschiedung der Herzogin von Württemberg (nach Prag). Der Herzog von Coburg (geht nach Riga) erhält den Schwarzer Adlerorden.

29.03.

Besuch der Kirche (Ostern). Beginn der neunwöchigen Schlacht um Kolberg/Pommern, die Festung wird bis zum Waffenstillstand gehalten.

02.04.

Ankunft des russischen Kaisers in Begleitung der Grafen Tolstoi.

04.04.

Abreise des Kaisers und der Majestäten über Tilsit nach Kydullen (an der preußisch-russischen Grenze), wo Kaiser Alexander ihnen die russischen Garden vorführt. „Wir hatten Briefe von Jagow, dass die Truppen wunderschön beim Vorbeimarsch gewesen und dass die Majestäten sehr zufrieden gewesen wären. Sie haben täglich Diners von 90 Couverts, zwei Generäle haben den Dienst beim König. Am 11. werden sie weitergehen und die Königin bei der Durchreise sich einige Tage in Königsberg aufhalten.“ (Voss)

10.04.807

Die Königin kehrt allein zurück. In Briefen schildert sie dem König ihre. Am 10. April trifft sie in Königsberg ein. Wegen der Wegeverhältnisse muss sie hier bleiben, aus der „Übernachtungsstation“ wird ein zweimonatiger Aufenthalt, den sie im Haus des Grafen Schlieben verbringt. Der König, der bis zum 14. April in Kydullen bleibt, schreibt an Luise: „Diese abendlichen Sitzungen sind etwas peinlich, niemand spricht als er und ich, und dieses Ich ist von keiner übertriebenen Beredsamkeit.“ (Griewank)

15.04.

Über Darkehmen, Schippenbeil nach Bartenstein (Ankunft 18. April). „Das Haff ist derartig über seine Ufer getreten, dass es ganze Gegenden überschwemmt hat, man passiert die Ortschaften in Kähnen … die Wagen bleiben vor Kranz zurück.“ (Rothkirch)

25.04.

Gräfin Voss schreibt in ihrem Tagebuch: „L’Estocq hat den Schwarzen Adler. Jede Kompagnie, die bei Preußisch-Eylau war, hat einen Monat Löhnung extra erhalten und die Leute, die sich ausgezeichnet haben, Medaillen, Das ist schön vom König.“ Die Ankunft in Königsberg ist ungewiss: „Bedienter der Gräfin von Voß meldend, dass Jago an Köckritz unterm 20. geschrieben habe, Kaiser und König bereisen die Vorposten. Auf dem Rückwege Consentius mit widrigen Äußerungen über die Offenhaltung seines Haues bei gänzlicher Ungewissheit, ob der König und die Königin wiederkommen oder nicht. … Königsberger Zeitung. … Vor Tafel blieb Zeit, die Hauptartikel der Zeitung vorzulesen. Wohltat der Königin an die Lazarette in K. Zusammenkunft des Kaisers und Königs in Polangen. Ankunft des Letztern allhier. Nichts von Danzig.“ (Delbrück)

26.04.

Bündnisvertrag zwischen Preußen und Russland.

30.04.

Ankunft des Königs in Königsberg. Luise schreibt, „ob Du die Unterkunft annehmen würdest, die der höfliche Graf Schlieben für Dich in seinem Hause gegenüber meinen Zimmern vorbereitet hat, in demselben Haus natürlich. … Wenn Du nicht annimmst, willst Du, dass ich im Schloss bin oder willst Du aus dem Wagen steigen und soll ich Dich in das Haus, das ich bewohne, führen? Ich glaube, Du würdest damit alles Aufsehen vermeiden. Ich habe gelogen, so gut ich konnte, und allen Leuten gesagt, Du würdest erst spät kommen.“

04.05.

Der König geht zurück nach Bartenstein. Delbrück, der mit den Prinzen in Memel ist, notiert in seinem Tagebuch: „Ein Fuhrmann aus Berlin besuchte uns. Der Feind hat seine Pferde in stetem Dienst. Auf seinen Pass hat er es gewagt nach Stargard zu gehen, von da über Kolberg hierher, um zu sehen, wie es dem Könige und der Königin gehe. Er sprach mit Kraft und Gefühl. Zwar litten sie alle viel, aber sie wollten gern leiden, wenn nur die Herrschaft zurück wäre. Auf dem Wege überall die beste Stimmung. In Kolberg ein Feuereifer ohne Maß bei Jung und Alt, Weib und Mann. Das Schillsche Corps über alles Lob erhaben.“

09.05.

Geburtstag des Großfürsten.

12.05.

Luise schreibt aus Königsberg an den König: „Ich lade die ehrwürdigsten Personen von Königsberg zum Mittagessen ein, ich bin liebenswürdig, höflich und erzähle ihnen von Dir, um mir ihr Herz zu gewinnen.“ Sie äußert ihren Unmut über Zastrow, Voß und Schroetter und gibt eine positive Einschätzung Hardenbergs.

19.05.

Der König schreibt an Luise: „Die Fahrt nach Heiligenbeil ist jetzt festgesetzt. Ich fahre morgen von hier ab und der Kaiser folgt mir … einen Tag später. Ich habe L’Estocq sehr ausführliche Anweisungen für den Empfang des Kaisers gegeben … und es soll weder an Eskorten noch an Ehrenwachen und Ordonnanzen aller Art fehlen. … Ich werde mich in Tilsit nur so lange aufhalten, bis diese unangenehme Geschichte erledigt ist.“ (Griewank) Am 24. Mai geht es weiter nach Königsberg und von hier aus am 25. Mai nach Pillau.

26.05.

Kapitulation Danzigs.

28.05.

Rückkehr nach Königsberg. Luise schreibt an ihren Bruder Georg: „Der russische Kaiser kam den 2. nach Memel, wünschte dem König und mir die Garde zu präsentieren, wir gingen den 4. nach Kydullen ab, kamen den 5. an und bewunderten den 6. und 7. die Garden, den 8. und 9. ruhte ich mich aus, den 10. reiste ich mit Wind, Wetter und Schmutz herum, den 12. hier an, wohnte bei Friederike, schlief mit ihr in einem Zimmer, war alle Momente mit und bei ihr, lebte wirklich so glücklich und froh, wie man es im jetzigen Augenblick sein kann. … Heute Morgen las ich Deinen Brief mit F. unter freiem Himmel. Der König war in Pillau, um die Retranchements auf der Nehrung zu sehen und die da liegenden schwedischen und englischen Kriegsschiffe, die Blücher und sein Koros mitgenommen haben … Ich war ihm mit F. eine Meile entgegengefahren nach Holstein, ein göttliches Landhaus, was an der Pregel liegt und eine herrliche Aussicht hat.“ (Rothkirch)

08.06.

Nach Tilsit. Quartier im Haus des Kreisjustizkommissar Karl Ludwig Siehr. Zusammentreffen des Königs mit dem russischen Zaren.

09.06.

„… seit Mittag sei das Gerücht im Umlauf, die vereinigte Armee sei total geschlagen, König und Kaiser würden morgen hier eintreffen … Ich trieb Reimann hinweg, Nachrichten einzuziehen. … An dem Gerücht ist nichts, im Gegenteil, die neuesten Nachrichten immer noch günstig.“ (Delbrück)

10.06.

Die Königin kommt in Memel an: „Um 6 Uhr bestiegen wir das Boot nach dem Sandkruge, um die Königin zu bewillkommnen. Kaum eine Viertelstunde, so kam sie an im halben Wagen mit der Gräfin Moltke. Die Offiziere Kessel, Pogwitsch und Below nebst den Prinzen am Ufer. Der Zug hinüber geschah in drei Boten. Voran das Corps Hautboisten, Gondel der Königin mit den drei Prinzen, im dritten wir anderen. Am Eingang Salutschüsse. Menge von Zuschauern. Um 1/4 auf 8 Uhr war die Königin im Zimmer. … Die Nachrichten über das Öffentliche, welche die Königin gab, lauteten nicht so ungünstig.“ (Delbrück)

12.06.

„Bei Tafel … wurde beiher gesagt, der Kaiser werde auf einige Zeit nach Wilna gehen, der König inzwischen vielleicht hierher kommen. … So war es 3/4 9 Uhr … da erschien der Hofstaat-Sekretär Bussler, Sieg! Sieg! verkündend. Die Franzosen wären bei Heilsberg total geschlagen. Jubelnd stürzten wir die Treppen hinab und ins Freie hinaus zur Königin. Sie begegnete uns mit Luise und Wilhelmine auf der Straße, eilend zu Köckritz. Fast war ihre Freude nicht würdevoll genug. Erhalten hatte sie drei Depeschen durch einen Courier vom König. Sie wurden teils bei Köckritz, teils bei der Voss, wohin die Königin, wie im Triumphe sich begab, vorgelesen. Ich eilte zu Argelander zurück, um diese Details der wartenden Gesellschaft zu verkünden. … Die Königin war mir gefolgt und begab sich zur Prinzessin Friederike. Volksmenge in der Allee. Eine Estafette aus Königsberg, die Bennecke überbrachte. Wir wallfahrteten alle mit der Königin zu ihr, um den Abend bei ihr zuzubringen. Die Freude wurde sanfter und beredter.“ (Delbrück)

13./14.06.

Schlacht bei Friedland (in der Nähe von Königsberg). Entscheidender Sieg Napoleons über Russen und Preußen.

15.06.

Nach Memel. Der König schreibt an Luise: „Wenn trotz Deiner Kriegslisten die amtlichen Personen mir die Ehre antun wollen, mich zu empfangen, so bedeute ihnen oder lasse ihnen vielmehr bedeuten, dass ich ausdrücklich verboten habe, dass mich irgendjemand erwarte.“ – Verschiedene Meldungen treffen ein, „Viele Familien flüchten aus Königsberg. In Schaken soll es sehr voll sein. … Noch nichts Offizielles, selbst nicht an Minister, der obendrein wider seine Gewohnheit Mut gezeigt hatte. … Die Stimmung blieb ruhig. Abends um 10 Uhr, als wir den Hof verließen, noch nichts Offizielles. Nichts überwältigt mehr als so mannichfaltige, durchkreuzende Gerüchte. Peinlich war mir die Unruhe in der Stadt von Seiten der ankommenden Flüchtlinge.“ (Delbrück)

16.06.

Nachrichten über den Rückzug L’Estocqs aus Königsberg treffen ein. Fahrt nach Tauerlaken: „Man stieg aus und zeigte sich dem versammelten Volke. Überall schmerzvolle Mienen. Plaw am Ufer in Tränen. Kaufmann Meiner voll kräftiger Äußerungen: Napoleon habe nicht gewonnen, so lange die Königliche Familie noch nicht in seiner Gewalt sei, die er an Würde nicht erreiche. … Beschluss, dass wir nach Riga spätestens morgen abgehen sollten.“ (Delbrück)

17.06.

Ankunft des Prinzen Heinrich aus Kydullen.

18.06.

Einzug Napoleons in Tilsit.

20.06.

Auf Einladung Alexanders I. begibt sich der König mit Hardenberg ins Hauptquartier nach Szawle, Ankunft am 21. Juni. Die Königin bleibt bis 3. Juli in Memel.

21.06.

Waffenstillstand zwischen Frankreich und Russland.

23.06.

Nach Piktupönen am Ufer der Memel in der Nähe des Hauptquartiers von Napoleon. Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Benningsen hat einen Waffenstillstand auf vier Wochen abgeschlossen. Der Kaiser hat ihn bestätigt, die Königin und wir alle sind in Verzweiflung darüber.“

25.06.

Zusammentreffen Kaiser Napoleons und Zar Alexanders auf der Memel bei Piktupönen. Über das Zusammentreffen der Monarchen schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: “Es waren zwei kleine Häuschen auf der Brücke über die Memel errichtet, in dem einen waren die beiden Kaiser, in dem anderen der König. Auch aßen die beiden Kaiser dann zusammen in Tilsit, unser König musste allein in einem Dorfe, eine Meile von der Stadt, bleiben. Welch entsetzliche Friedensbedingungen werden wir bekommen nach einem Vorspiel von so ausgesuchter Feindseligkeit und solchem Übermut.“

29.06.

Truppenschauen Napoleons vor den Monarchen. Luise schreibt an den König ihre Erbitterung gegenüber Napoleon. Als er sie bittet zu kommen, um auf die Forderungen Napoleons mildernd einzuwirken, antwortet sie: „Ich komme, ich fliege nach Tilsit, wenn Du es wünscht, wenn Du glaubst, das ich etwas Gutes wirken kann.“ (Rothkirch)

01.07.

Delbrück schreibt in seinem Tagebuch: „Die Knechtschaft fängt schon an. Hardenberg, auf Wunsch und Willen Alexanders wieder hervorgerufen, hat auf Napoleons Willen abtreten müssen. Dass auch die Königin (hat) hinreisen müssen, soll Kalckreuth erwirkt haben, der Unverschämte, der sich nicht entblödet hat zu sagten, der König sei noch immer nicht demütig genug. Kalckreuth, der Danzig übergeben hat, wird Feldmarschall und seine Garnison erhält 70 Ehrenzeichen, gleichsam als wolle man mit dem Unglück Staat machen! Was wird dem Courbière zu Teil werden, der Graudenz behauptet hat? Und dieser Kalckreuth, erkannt und anerkannt in seiner Schlechtigkeit, steht nun an der Spitze der Unterhandlung. Ihm ist beigesellt Baron von Golz, ein eingeschränkter Kopf. Es wird an Geschäftsmännern fehlen, die übrig bleibenden Provinzen zu besorgen. Klewitz, Borgstede haben nicht die praktische Gewandtheit, welche jetzt allein retten und helfen kann. Ruhige Ertragung des schweren Geschickes und stille Wiederersetzung der Kräfte wird das einzige sein, das der Klugheit gemäß ist.“

05.07.

Luise, die in Tilsit am Vortag eingetroffen war, erhält Besuch durch Kaiser Alexander. Am nächsten Tag wird sie mit Napoleon zusammentreffen. Im Frieden von Tilsit zwischen Frankreich, Preußen und Russland verliert Preußen alle Besitzungen zwischen Rhein und Elbe, alle Erwerbungen aus der 2. und 3. Teilung Polens und eines Teils des in der 1. Teilung erworbenen Landes, alle Entschädigungsländer des Reichsdeputationshauptschlusses, die Fürstentümer Baireuth und Ostfriesland. – „… was für ein Friede! … Handel und Gewerbe lagen darnieder, der Kredit im Ausland war zerstört, die Nahrungslosigkeit allgemein, die Verluste in den abgetretenen Provinzen, besonders in Südpreußen, zogen eine Menge Bankrotte nach sich, eine Menge Beamte und Militärpersonen lebten ohne Besoldung, das bare Geld, von den Franzosen als Kontribution fortgeführt, wurde immer seltener, die Gutsbesitzer, Pächter und Bauern erlagen unter der Last der Einquartierung und Kriegsleistungen aller Art, die Armut war der Verzweiflung preisgegeben. Besonders litten die kleinen Städte an den Militärstraßen, die Etappenplätze. Das Elend, obgleich in den Marken schon schrecklich genug, nahm zu, je mehr man sich Ostpreußen näherte, wo der Krieg seinen Tummelpatz aufgeschlagen hatte. Große fruchtbare Landstriche lagen wüst, weil es an Saatgetreide mangelte, die Heere hatten alle Vorräte aufgezehrt, gesundes Brot war eine Seltenheit geworden, das Vieh fand noch weniger Nahrung, und eine Hungersnot mit allen ihren Schrecken fing an zu wüten. … Eine verheerende Seuche … raffte Menschen und Vieh hinweg, und in vielen Gegenden starb der fünfte Teil der Bevölkerung. Ganze Scharen von Bettlern umschwärmten Königsberg. … Aus allen Provinzen des Staates erschienen Abgeordnete beim König, und baten um Hilfe in der dringendsten Not.“ (Klöden)

10.07.

Rückkehrt nach Memel, Logis im Haus von Friedrich Ludwig Consentius, die königlichen Kinder bei Kaufmann Johann Gottfried Argelander. „Nachricht von der Ankunft der Majestäten … Er war im ersten Zimmer, in gewöhnlicher Haltung. Er brach das Stillschweigen und erzählte einiges über Napoleon und das künstlich angelegte Bivouaque, wozu 12 Dorfschaften ihre Häuser haben hergeben müssen. Über N. sagte er etwas sehr Kluges: ‚Wenn man ihn reiten sieht, nur einmal gesehen hat, so erkannt man den ganzen Mann. Er geht immer in Carrière, unbekümmert, was hinter oder neben ihm fällt und stürzt. Er hat ein Pferd, worauf er sich verlassen kann, und so ist er gewiss, wenigstens sich durchzubringen. Das ist die Hauptsache.“ (Delbrück)

13.07.

Geburtstag der Prinzessin Charlotte.

17.07.

Scharnhorst erhält den Auftrag, „die Reorganisation der Armee zu entwerfen.“ (Delbrück) Am 25. Juli beginnt die Heeresreform in Preußen.

22.07.

„Nachrichten aus Königsberg melden, Napoleon habe gesagt, keine Stadt der Monarchie habe sich mit mehr Würde benommen. Kein Vivat, kein Zudrang, nicht einmal eine Deputation. Auf Rüchel hat er gewütet beim Anblick der Verschanzungen einmal über das andre: le monstreux Don Quichote.“ (Delbrück)

24.07.

Proklamation an die Bewohner der abgetretenen Provinzen.

31.07.

Ankunft einer Deputation aus Königsberg, die am Folgetag eine Audienz erhält.

03.08.

Geburtstag des Königs. Der Kronprinz überreicht ihm eine Zeichnung des Feldlagers bei Schwarzort und mit dem Bruder ein Wörterbuch und eine Grammatik der Litauischen Sprache. „ Es war doch ein froher Tag mehr in der leidensvollen Zeit!“ (Delbrück) Die Berliner Zeitungen, die einige Tage verspätet ankommen „geben Stoff genug, sich krank zu ärgern. In Breslau hat man den Geburtstag des Königs gefeiert, in Berlin hat man es nicht gewagt. Das ist doch mehr als feige“, notiert die Gräfin Voss in ihrem Tagebuch.

04.08.

„Der König nimmt jetzt Seebäder. Viele Menschen reisen nach Berlin zurück. Die Goltzens gaben einen Tee für die Majestäten im Freien und dann ein Souper bei sich.“ (Voss)

09.08.

Der Kronprinzen wird zum zum Seconde-Leutnant durch den König ernannt.

12.08.

Dejeuner in Tauerlaken zu Ehren des Geburtstages des Prinzen Georg von Strelitz.

14.08.

Die Königin besucht auch in den Folgetagen mehrfach den Jahrmarkt. „Letztere sagte scherzend, es sei angenehm, auf die Füße getreten zu werden. Ach, werden denn Fürsten und Prinzen dies in einem andern Sinne nicht schon genug! Soll der heilige Schein, der der Majestät noch übrig geblieben ist, gänzlich dahin sinken!“ (Delbrück). Am Folgetag schreibt sie ihrem Bruder: „Und schon bin ich trostlos über die Ungeschicklichkeiten, die überall in dem Moment begangen werden, wo mit etwas Takt und weniger Starrsinn alles gewonnen werden könnte. So will sich z. B. der König bei Nacht und Nebel in Berlin einschleichen, sich nicht zeigen, weil er sich schämt, und so mit dem ersten Schritt alles wieder verderben. Dann denke Dir nur, hatte er die Idee zu abdiquieren!“ (Rothkirch)

24.08.

Empfang einer Deputation : v. Pannewitz (Landrat, Krs. Nieder-Barnim), Sack, v. Ziethen (Landrat, Krs. Ruppin), Freiherr von Oelzen (Kammerherr). – Bei der Tafel sei „eine Verstimmung unverkennbar“ gewesen, schreibt Delbrück. Er trifft sich mit Oelzen: „Die in Berlin gangbaren Stadtgespräche lassen keinen Zweifel übrig, dass es an Postträgern aller Art mitten aus dem Innern des Hofes nicht fehle. Man erzählt wahre und unwahre Äußerungen über N. und gegenteils, und überall wird sichtbar der Keim zu Zwist und Streit. Unter andern, heißt es dort, habe N. in Tilsit Befremden und Unwillen geäußert über vom Kronprinz verfertigte Karikaturen seiner Allerhöchsten Personen. Der dringende Wunsch der Landstände und der Zweck der Sendung ist, dem Könige die Versicherung der Treue zu geben, um baldige Rückkunft zu bitten, demnach um Maßregeln, die Provinzen vom Feinde zu reinigen, der übermütiger ist als im Laufe des Krieges. Die Aufnahme beim König war wieder ihre Erwartung untröstlich ausgefallen durch Ungefähr. Der König traf sie wider Erwarten in seinem Zimmer, als er eilig war. Er tadelte, statt zu loben. Über den Eidschwur, den man geleistet, sprach er empfindlich, desgleichen über Misshelligkeiten zwischen den Ständen und Minister von Angern, dessen Anordnungen sie nicht hätten Folge leisten wollen. Daher die Verstimmung dieser Männer, welche hierhergekommen waren im Gefühl ihre Pflichterfüllung. Ich beruhigte ihn, so gut ich konnte. Infolge der Feier des dritten Augusts sind wirklich einige Personen gefänglich eingezogen worden. Iffland, dem man drei Anträge verworfen hatte, wurde vorgefordert, Rechenschaft zu geben, über das, was er auf dem Theater gesprochen. Schewe wurde vorgefordert, dass er im Tiergarten eine Armenspeisung veranstaltet hätte.“ Wenige Tage später erhält Oelzen Audienz bei der Königin: „Er hatte ihr alles, alles gesagt. Unter ihren Antworten war mir die auffallendste die, dass sie im nächsten Monate verlegen sein würde um ihre Subsistenz. (Das goldene Service ist bereits bei der Bank versetzt.) Sie hat seine Eingabe angenommen und versprochen, mit dem Könige darüber zu reden.“ Am 31. August reisen die Deputierten der Landstände ab, „erbaut, ja begeistert über das, was und wie der König mit ihnen gesprochen hatte, so dass sie ganz befriediget von hinnen gehen.“ (Delbrück)

01.09.

Genehmigung der Stiftung einer Armenschule in Berlin durch Propst Hanstein und Schenkung von 100 Friedrichsdor. Empfang einer Deputation aus Breslau.

03.09.

Empfang einer Deputation aus Schlesien.

06.09.

General Scharnhorst regt eine „historische Darlegung der Schritte des Königs seit dem Ausbruche des Krieges“ an. (Delbrück)

29.09.

In der Mitte des Monats hatte Delbrück geschrieben: „Zu unserer Rückkehr nach Berlin wenig Aussicht.“ Nun wird überraschend über die künftige Einrichtung in Berlin vielfach gesprochen, „z. B. dass wir künftig auf dem Schloss wohnen sollen. Vertrauliche Äußerungen hierüber gegen die Prinzen … Ich verhehlte ihnen nicht, dass alles, Großes wie Kleines, was hier im Geselligen des Hofes vorginge, bis nach Berlin, und natürlich vergrößert, verbreitet würde.“

30.09.

Geburtstagsfeier der Prinzessin Friederike.

01.10.

Ankunft des Ministers von Stein, Audienz beim König.

03.10.

Zurückberufung Steins. Spezialrevue, an der erstmals die drei Prinzen als Offiziere teilnahmen.

04.10.

Stein schlägt Alexander v. Humboldt als Begleiter des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs, auf dessen Reise nach Paris vor. Ziel ist, bei Napoleon eine Verminderung der auferlegten Zahlungsverpflichtungen zu erreichen. Luise befürchtet, „dass die Reise eigentlich nichts helfen, als dass sie viel Geld kosten“ wird. (Rothkirch)

08.10.

Delbrück schreibt über die Beratungen beim König: „An den Vortragstagen beim König besteht der Staatsrat aus Stein, Golz, Lottum, Beyme und Köckritz. Ersterer erhält alle Sachen und schreibt sie zu. Gneisenau wird gewiss nächstens in die Adjutantur einrücken. … Nachher sagte mir Buch, dass der Russische Kaiser gestern einen Brief geschickt habe voll der freundschaftlichsten Zusicherungen. Er werde bis zum letzten Atemzuge nicht aufhören, dahin zu arbeiten, dass Preußen wieder zu einer gewissen Selbständigkeit komme. Er habe dazu in Paris Schritte getan, deren Wirkung hoffentlich bald sichtbar werde.“

09.10.

Edikt den erleichterten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend („Oktober-Edikt“). Ankunft des Grafen Tolstoi aus Petersburg.

11.10.

In Memel treffen „schlechte Nachrichten aus Berlin“ ein: „Die Franzosen verkaufen die ganzen Bestände der Königlichen Porzellanfabrik.“ (Voss)

23.10.

Über den Besuch des russischen Kammerherrn Baron von Narischkin schreibt Delbrück: „… vielleicht einer der größten Dummköpfe. Täuschung. Den Prinzen war befohlen, in Staatsuniform zu erscheinen. Wir hatten auf ausgezeichnete Gesellschaft gerechnet, und siehe da, ein Bête. Prz. Wilhelm meinte beim Zurückfahren, wahrscheinlich habe dieser Herr sehen sollen, dass auch hier die Russische Uniform bereits in Gang sei. Ob dann aber wohl, wenn z. B. Buch nach Petersburg käme, die Russischen Prinzen sich in Pracht setzen würden?“

28.10.

Aufhebung der Erbuntertänigkeit auf den preußischen Domänen.

29.10.

Zweideutige Nachrichten aus Berlin. Hoffnung, der Hof würde Weihnachten in Berlin sein.

01.11.

Der Zeitungsbericht der Immediat-Friedens-Vollziehungs-Kommission vom 1. November berichtet: „Einen allgemeinen Enthusiasmus und einen Eifer, sich gegenseitig im Ausharren und Dulden zu übertreffen, erregte das in den hiesigen Zeitungen gewesene Schreiben der geliebten Königin an den Propst Hanstein, und diese Stimmung wurde noch durch verschiedene Nachrichten erhöht, die von Memel hier eingetroffen sind, von großen Aufopferungen E.K.M., alles Dinge, die die Sehnsucht nach besseren Zeiten sowie die Kraft zur Ausdauer gleich stark vermehrten. … Dass die öffentlichen Nachrichten noch immer nicht genau den Zustand der hiesigen Stadt schildern, sondern die glänzenden Seiten vorzugsweise hervorheben, liegt beinahe in der Natur einer solchen Beurteilung, die vom Theater, öffentlichen Vergnügungs-Orten p. auf den Zustand des Ganzen zurückschließt.“ Im folgenden Bericht vom 7. November heißt es: „Es scheint als wenn das Volk die ganze Französische Denkart nicht nur verabscheute, sondern dadurch immer fester an die alten Bande der Untertanenschaft hinge. … Dass die öffentliche Meinung in der Russischen Freundschaft sich nicht zu finden versteht, ist so natürlich, als sie einen Friedenszustand der Art bis jetzt nicht gekannt hat. Das Volk ist äußerst unwillig über den Kaiser von Russland und seine bis jetzt nicht gehaltenen Versprechungen, und die Franzosen pflegen dabei entweder das Feuer anzuschüren oder doch listig Vergleichungen zu machen, deren Resultat denn ihrem bösen Willen entspricht. Sehr lebhaft wurde in dieser Woche von einer vorseienden Sendung des Prinzen Wilhelm K.H. nach Paris gesprochen.“ (Granier, Berichte aus der Franzosenzeit)

10.11.

Königin Luise schreibt an Frau von Berg: „… so kann man nicht fort von hier als Ende Januar, dann kann ich nicht mehr reisen. Alles geht, außer ich, die in diesem Sumpf bleiben muss bis nach die sechs Wochen, die im April enden.“ (Rothkirch) In Memel trifft ein Verzeichnis ein, „was die Franzosen teils offiziell aus Berlin nach Paris fortgeschafft, teils einfach geraubt haben, ebenso aus den Königlichen Schlössern wie aus Potsdam, meistens Statuen, Bilder, Porzellan, Vasen. Kostbarkeiten und Kunstwerke aller Art. Es ist eine unglaubliche Liste.“ (Voss)

18.11.

Königin Luise schreibt aus Memel ihrer Schwester Therese: „Du magst beurteilen, ob eine zehnjährige Regierung, zwei Mobilmachungen und ein unglücklicher Krieg, der seit 14 Monaten alles Einkommen aufgezehrt hat, geeignet sind, Schätze aufzuhäufen, und ob die Mittel des Königs nicht seit langem überschritten sind. … Das Land ist arm, ebenso der Adel.“ (Griewank) Auch eine Immediat-Kommission beurteilt am 7. Dezember den Zustand der preußischen Finanzen, „dass alle Staatskassenbestände gänzlich aufgeräumt und alle Quellen gänzlich erschöpft sein müssen. Dies ist auch dermaßen der Fall, dass, wenn man alle Rückstände als bar und richtig einkommend annimmt, bis zum 1. Januar 1808 bei der höchsten Ausgabebeschränkung schon ein Defizit von 250.000 Rtlr. da ist, welches nur durch Zurückhaltung fälliger Zahlungen an die Untertanen gedeckt werden kann. Bei diesem durchaus treu geschilderten, aber sehr traurigen Zustand der preußischen Finanzen, worüber die Akten und Rechnungen offen vorgelegt werden können, ist es umso empfindlicher, noch für reich gehalten zu werden und Forderungen darauf gegründet zu wissen.“ (Reformministerium Stein, I)

17.12.

Königin Luise schreibt ihrem Bruder Georg: „Was ist das Berliner Klima im Vergleich zu Preußen! … Ich gehe nach Königsberg zu meinen Wochen in das infame Schloss, aber wenigstens sind die Räume weit und tief, und die Zugluft kann einen nicht im Bett töten wie hier in Memel, wo die Häuser aus Papier und die Fenster nur zum Spott da sind. … Wir, auch der König, haben nichts mehr … An der Tafel des Königs und in allen Verwaltungszweigen haben die schärfsten Einschränkungen stattgefunden. Alles stirbt vor Hunger und Hungersnot.“ (Rothkirch)

24.12.

Die Königin besucht mit den Kindern den Weihnachtsmarkt. Die Bescherung wird „für die Kinder bereitet wie in Berlin“, doch fallen bei der Tafel „manche spitze Äußerungen über die Vergnügungssucht der Berliner.“ Man befürchtet, nicht vor Mai wieder in Berlin zu sein. (Delbrück)

01.01.

Besuch der Schlosskirche in Königsberg.

03.01.

Die königlichen Kinder reisen nach Memel ab.

04.01.

Entlassung des Freiherrn vom Stein. Hardenberg wird leitender Minister in Preußen.

05.01.

Kapitulation Breslaus.

06.01.

Der Hof begibt sich über Rositten, Schwarzort und das Haff nach Memel.

08.01.

„Nachricht, der König sei da. Wir eilten zu ihm. Er war heiter und guter Dinge, wie gewöhnlich. Deputation der Kaufleute. Menschengedränge vor dem Haus.“ (Delbrück) Dem Königspaar wird das Haus des Kaufmanns Friedrich Ludwig Consentius und seiner Frau Johanna Katharina zur Verfügung gestellt, sie hatte es von ihrem Vater, Konsul Lorck, geerbt.

18.01.

Besuch der Litauischen Kirche und Wachtparade. Delbrück schreibt in seinem Tagebuch von einer „Promenade auf dem Molo und untern Linden. Auf der Spitze des Molos wurde dem König der Vorschlag gemacht, einen Winterhafen anzulegen, unweit des Leuchtturms.“

21.01.

Delbrück notiert: „Aus dem projektierten Staats-Konseil ist nichts geworden. Anfangs sollte es bestehen aus Rüchel, Hardenberg und Stein. H. unter dem Namen des Finanzministers, in der Tat aber der Auswärtigen Angelegenheiten, Stein umgekehrt. Welches Spiel hinter den Kulissen! Hardenberg lehnte es bestimmt ab, weil er mit Beyme auf keine Weise würde übereinstimmend denken und handeln können. Stein führte anfangs dasselbe an, nahm diesen Grund wieder zurück, erschien aber nicht auf der Konferenz, wo Beyme das Protokoll führte. So löste sich die Sache auf. Zastrow ward inzwischen Minister des Äußeren. Steins Entlassung ist ihm durch die, übrigens wohl verdiente, Form sehr empfindlich geworden und er hat, taktlos genug, dies in seiner Anzeige durch die Königsbergische Zeitung durchschimmern lassen. Aus dem Konseil selbst hätte nie etwas werden können. Besser würde es wohl sein, wenn nach dem Frieden das General-Direktorium neu organisiert würde und der König den Sitzungen desselben oft beiwohnte.“ Zwei Tage später setzte er fort: „Es ist nicht zu Stande gekommen, aber die, welche nur in dieser Voraussetzung zu Ministern gewählt wurden, sind geblieben in Verhältnissen und mit Vollmachten, dass es nicht mehr möglich ist, sie zu kontrollieren. Was den Nationalgeist betrifft, so ist dieser im Kriegswesen sichtbar gesunken, allermeist bei den Befehlenden. Der gemeine Mann hat mitunter sich gut genommen, nur nicht die dritten Bataillons. Im Zivil hat sich die meiste Pünktlichkeit und Rechtlichkeit gezeigt. Tadelnswürdig und mehr als das ist der von den Behörden in Berlin geleistete Eid, dessen Inhalt eine Art Huldigung in sich schließt. … Der König hätte nach dem Unglück bei Auerstedt in Magdeburg bleiben müssen, um die Armee zu sammeln. Seine Ratgeber waren dagegen, und die weite Reise glich einer Flucht, vielmehr war eine Flucht, so demütigend als nur eine sein kann.“

24.01.

Ankunft des Militär-Gouverneurs von St. Petersburg.

28.01.

Frieden zwischen Preußen und Großbritannien.

01.02.

„Man versammelte sich zum Tee beim Kronprinzen. Argelander hatte die ganze Reihe seiner Zimmer hergegeben. Außer den Majestäten und dem Hofstaate waren geladen Prinzessin Wilhelm nebst Zubehör, Minister von Zastrow, Hufeland, Goerke und sämtliche Wirtsleute der jungen Königlichen Familie, Griffings, Lembke, Tiede, Consentius. Ich hatte dies gewagt ohne anzufragen. Es wurde sehr gebilligt, und König sowohl als Königin unterhielten sich mit All und Jedem. Das Ganze war langweilig und beängstigend. Ein Klavierspieler missglückte. Am meisten Beifall fand der Punsch.“ (Delbrück) Gräfin Voss schreibt über Langeweile „in einem bis jetzt noch unerreichten Grade“.

08.02.

Besuch der Kirche. „Ein Feldjäger war angekommen. Der König hat Briefe aus Pommern und der Mark. Man bittet um Anführer, damit die Festungen entsetzt würden. Die Regimenter finden sich immer zahlreicher zusammen. Von Herzberg sollen kaum 15 Mann fehlen. Der König selbst äußert sich kleinmütig.“ (Delbrück)

09.02.

Der „große Kriegsrat“ tagt.

16.02.

Ankunft des französischen Unterhändlers General Bertrand. Audienz beim König. Delbrück notiert in seinem Tagebuch, Bertrand sei nach der Audienz verwundert gewesen, „überall eine ganz andre Stimmung zu finden und so viel Wohlstand hier am Orte“.

19.02.

Dejeuner beim Kronprinzen für beide Majestäten, den Herzog von Coburg und den gesamten Hofstaat.

26.02.

„Immer Schneegestöber. Die Herrschaften fuhren zum Strand, um ein großes englisches Schiff zu sehen, das in den Hafen einlief. Abends kamen die Radziwills, der Herzog von Coburg und Prinzess Wilhelm. Wassiltschikow kam von Petersburg an, sprach lange allein mit dem König und reiste sogleich wieder ab.“ (Voss)

01.03.

Besuch der Kirche. Dankfest für den Sieg bei Preußisch-Eylau.

03.03.

Ankunft des Prinzen Bagration aus Petersburg, er erhält den Schwarzen Adlerorden.

06.03.

„… zum König, wo Kleinmut vielfacher Art herrschte. Denn die Welthändel schienen wiederum sehr bedenklich. Man gab Königsberg und Danzig verloren.“ (Delbrück)

10.03.

Geburtstag der Königin. „Auf allen Schiffen wehten die Flaggen, vor dem Hause waren wie ein Gezelt ausgespannt die Flaggen der befreundeten Nationen. Vorbeimarsch des Pommerschen Bataillons. Früher hatte ein Gleiches stattgefunden mit der Garde. Förmliches, zahlreiches Dejeuner auf Berliner Fuß. Unbehagliche Hitze. Die Mittagstafel war sehr glänzend: drei Prinzessinnen, Wilhelm, Luise und Coburg, Herzog von Coburg, Fürst Gallizin, kommend von Petersburg, Radziwill, zwei Russische Damen, Fr. von Uwaroff und Fr. von Manteuffel, vier Minister, Hardenberg, Voß, Schroetter und Zastrow, alle anwesenden Generale und Obersten und sämtliche Eskadron-Chefs der Garde du Corps. Beide Gesandtschaften. Es wurde an zwei Tafeln gespeist. Schlechte Tafelmusik. Rührung der Königin nach der Tafel. Ach, welche Erinnerungen mochten in ihrem Gemüt erwacht sein! Man trennte sich 4 Uhr. Um halb 7 Uhr war ein glänzender Teezirkel. Die ganze Tischgesellschaft. Man spielte teils Commerce, teils Whistspiel. Die Stadt war erleuchtet. Umfahrt. Unser Bericht reizte die Majestäten, auch durch die Hauptstraßen zu fahren. Erst um 11 Uhr zurück.“ (Delbrück)

11.03.

78. Geburtstag der Gräfin Voss „ganz auf Berliner Fuß“. (Delbrück)

17.03.

Über die Abende schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: „Abends wieder die Württemberg, Coburg, Radziwills und Prinzess Wilhelm. Immer diese ewigen jeux d’esprit, die ich durchaus nicht liebe und bei denen wirklich wenig esprit herrscht.“

18.03.

Anlässlich der Anwesenheit des Adjutanten des Großfürsten Constantin äußert der König gegenüber Delbrück den Wunsch, „einige Formeln der gewöhnlichen Unterhaltung in russischer Sprache zu haben“. Am nächsten Tag fertigt Delbrück für ihn ein „russisches Formelbuch mit lateinischen Lettern“.

20.03.

Ankunft des Prinzen von Oranien aus Danzig.

21.03.

Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Seit zehn Tagen kommt er [Hardenberg] jeden Morgen mit Voss und Schroetter, es sind immer Beratungen“.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

27.03.

Karfreitag. Verabschiedung der Herzogin von Württemberg (nach Prag). Der Herzog von Coburg (geht nach Riga) erhält den Schwarzer Adlerorden.

29.03.

Besuch der Kirche (Ostern). Beginn der neunwöchigen Schlacht um Kolberg/Pommern, die Festung wird bis zum Waffenstillstand gehalten.

02.04.

Ankunft des russischen Kaisers in Begleitung der Grafen Tolstoi.

04.04.

Abreise des Kaisers und der Majestäten über Tilsit nach Kydullen (an der preußisch-russischen Grenze), wo Kaiser Alexander ihnen die russischen Garden vorführt. „Wir hatten Briefe von Jagow, dass die Truppen wunderschön beim Vorbeimarsch gewesen und dass die Majestäten sehr zufrieden gewesen wären. Sie haben täglich Diners von 90 Couverts, zwei Generäle haben den Dienst beim König. Am 11. werden sie weitergehen und die Königin bei der Durchreise sich einige Tage in Königsberg aufhalten.“ (Voss)

10.04.807

Die Königin kehrt allein zurück. In Briefen schildert sie dem König ihre. Am 10. April trifft sie in Königsberg ein. Wegen der Wegeverhältnisse muss sie hier bleiben, aus der „Übernachtungsstation“ wird ein zweimonatiger Aufenthalt, den sie im Haus des Grafen Schlieben verbringt. Der König, der bis zum 14. April in Kydullen bleibt, schreibt an Luise: „Diese abendlichen Sitzungen sind etwas peinlich, niemand spricht als er und ich, und dieses Ich ist von keiner übertriebenen Beredsamkeit.“ (Griewank)

15.04.

Über Darkehmen, Schippenbeil nach Bartenstein (Ankunft 18. April). „Das Haff ist derartig über seine Ufer getreten, dass es ganze Gegenden überschwemmt hat, man passiert die Ortschaften in Kähnen … die Wagen bleiben vor Kranz zurück.“ (Rothkirch)

25.04.

Gräfin Voss schreibt in ihrem Tagebuch: „L’Estocq hat den Schwarzen Adler. Jede Kompagnie, die bei Preußisch-Eylau war, hat einen Monat Löhnung extra erhalten und die Leute, die sich ausgezeichnet haben, Medaillen, Das ist schön vom König.“ Die Ankunft in Königsberg ist ungewiss: „Bedienter der Gräfin von Voß meldend, dass Jago an Köckritz unterm 20. geschrieben habe, Kaiser und König bereisen die Vorposten. Auf dem Rückwege Consentius mit widrigen Äußerungen über die Offenhaltung seines Haues bei gänzlicher Ungewissheit, ob der König und die Königin wiederkommen oder nicht. … Königsberger Zeitung. … Vor Tafel blieb Zeit, die Hauptartikel der Zeitung vorzulesen. Wohltat der Königin an die Lazarette in K. Zusammenkunft des Kaisers und Königs in Polangen. Ankunft des Letztern allhier. Nichts von Danzig.“ (Delbrück)

26.04.

Bündnisvertrag zwischen Preußen und Russland.

30.04.

Ankunft des Königs in Königsberg. Luise schreibt, „ob Du die Unterkunft annehmen würdest, die der höfliche Graf Schlieben für Dich in seinem Hause gegenüber meinen Zimmern vorbereitet hat, in demselben Haus natürlich. … Wenn Du nicht annimmst, willst Du, dass ich im Schloss bin oder willst Du aus dem Wagen steigen und soll ich Dich in das Haus, das ich bewohne, führen? Ich glaube, Du würdest damit alles Aufsehen vermeiden. Ich habe gelogen, so gut ich konnte, und allen Leuten gesagt, Du würdest erst spät kommen.“

04.05.

Der König geht zurück nach Bartenstein. Delbrück, der mit den Prinzen in Memel ist, notiert in seinem Tagebuch: „Ein Fuhrmann aus Berlin besuchte uns. Der Feind hat seine Pferde in stetem Dienst. Auf seinen Pass hat er es gewagt nach Stargard zu gehen, von da über Kolberg hierher, um zu sehen, wie es dem Könige und der Königin gehe. Er sprach mit Kraft und Gefühl. Zwar litten sie alle viel, aber sie wollten gern leiden, wenn nur die Herrschaft zurück wäre. Auf dem Wege überall die beste Stimmung. In Kolberg ein Feuereifer ohne Maß bei Jung und Alt, Weib und Mann. Das Schillsche Corps über alles Lob erhaben.“

09.05.

Geburtstag des Großfürsten.

12.05.

Luise schreibt aus Königsberg an den König: „Ich lade die ehrwürdigsten Personen von Königsberg zum Mittagessen ein, ich bin liebenswürdig, höflich und erzähle ihnen von Dir, um mir ihr Herz zu gewinnen.“ Sie äußert ihren Unmut über Zastrow, Voß und Schroetter und gibt eine positive Einschätzung Hardenbergs.

19.05.

Der König schreibt an Luise: „Die Fahrt nach Heiligenbeil ist jetzt festgesetzt. Ich fahre morgen von hier ab und der Kaiser folgt mir … einen Tag später. Ich habe L’Estocq sehr ausführliche Anweisungen für den Empfang des Kaisers gegeben … und es soll weder an Eskorten noch an Ehrenwachen und Ordonnanzen aller Art fehlen. … Ich werde mich in Tilsit nur so lange aufhalten, bis diese unangenehme Geschichte erledigt ist.“ (Griewank) Am 24. Mai geht es weiter nach Königsberg und von hier aus am 25. Mai nach Pillau.

26.05.

Kapitulation Danzigs.

28.05.

Rückkehr nach Königsberg. Luise schreibt an ihren Bruder Georg: „Der russische Kaiser kam den 2. nach Memel, wünschte dem König und mir die Garde zu präsentieren, wir gingen den 4. nach Kydullen ab, kamen den 5. an und bewunderten den 6. und 7. die Garden, den 8. und 9. ruhte ich mich aus, den 10. reiste ich mit Wind, Wetter und Schmutz herum, den 12. hier an, wohnte bei Friederike, schlief mit ihr in einem Zimmer, war alle Momente mit und bei ihr, lebte wirklich so glücklich und froh, wie man es im jetzigen Augenblick sein kann. … Heute Morgen las ich Deinen Brief mit F. unter freiem Himmel. Der König war in Pillau, um die Retranchements auf der Nehrung zu sehen und die da liegenden schwedischen und englischen Kriegsschiffe, die Blücher und sein Koros mitgenommen haben … Ich war ihm mit F. eine Meile entgegengefahren nach Holstein, ein göttliches Landhaus, was an der Pregel liegt und eine herrliche Aussicht hat.“ (Rothkirch)

08.06.

Nach Tilsit. Quartier im Haus des Kreisjustizkommissar Karl Ludwig Siehr. Zusammentreffen des Königs mit dem russischen Zaren.

09.06.

„… seit Mittag sei das Gerücht im Umlauf, die vereinigte Armee sei total geschlagen, König und Kaiser würden morgen hier eintreffen … Ich trieb Reimann hinweg, Nachrichten einzuziehen. … An dem Gerücht ist nichts, im Gegenteil, die neuesten Nachrichten immer noch günstig.“ (Delbrück)

10.06.

Die Königin kommt in Memel an: „Um 6 Uhr bestiegen wir das Boot nach dem Sandkruge, um die Königin zu bewillkommnen. Kaum eine Viertelstunde, so kam sie an im halben Wagen mit der Gräfin Moltke. Die Offiziere Kessel, Pogwitsch und Below nebst den Prinzen am Ufer. Der Zug hinüber geschah in drei Boten. Voran das Corps Hautboisten, Gondel der Königin mit den drei Prinzen, im dritten wir anderen. Am Eingang Salutschüsse. Menge von Zuschauern. Um 1/4 auf 8 Uhr war die Königin im Zimmer. … Die Nachrichten über das Öffentliche, welche die Königin gab, lauteten nicht so ungünstig.“ (Delbrück)

12.06.

„Bei Tafel … wurde beiher gesagt, der Kaiser werde auf einige Zeit nach Wilna gehen, der König inzwischen vielleicht hierher kommen. … So war es 3/4 9 Uhr … da erschien der Hofstaat-Sekretär Bussler, Sieg! Sieg! verkündend. Die Franzosen wären bei Heilsberg total geschlagen. Jubelnd stürzten wir die Treppen hinab und ins Freie hinaus zur Königin. Sie begegnete uns mit Luise und Wilhelmine auf der Straße, eilend zu Köckritz. Fast war ihre Freude nicht würdevoll genug. Erhalten hatte sie drei Depeschen durch einen Courier vom König. Sie wurden teils bei Köckritz, teils bei der Voss, wohin die Königin, wie im Triumphe sich begab, vorgelesen. Ich eilte zu Argelander zurück, um diese Details der wartenden Gesellschaft zu verkünden. … Die Königin war mir gefolgt und begab sich zur Prinzessin Friederike. Volksmenge in der Allee. Eine Estafette aus Königsberg, die Bennecke überbrachte. Wir wallfahrteten alle mit der Königin zu ihr, um den Abend bei ihr zuzubringen. Die Freude wurde sanfter und beredter.“ (Delbrück)

13./14.06.

Schlacht bei Friedland (in der Nähe von Königsberg). Entscheidender Sieg Napoleons über Russen und Preußen.

15.06.

Nach Memel. Der König schreibt an Luise: „Wenn trotz Deiner Kriegslisten die amtlichen Personen mir die Ehre antun wollen, mich zu empfangen, so bedeute ihnen oder lasse ihnen vielmehr bedeuten, dass ich ausdrücklich verboten habe, dass mich irgendjemand erwarte.“ – Verschiedene Meldungen treffen ein, „Viele Familien flüchten aus Königsberg. In Schaken soll es sehr voll sein. … Noch nichts Offizielles, selbst nicht an Minister, der obendrein wider seine Gewohnheit Mut gezeigt hatte. … Die Stimmung blieb ruhig. Abends um 10 Uhr, als wir den Hof verließen, noch nichts Offizielles. Nichts überwältigt mehr als so mannichfaltige, durchkreuzende Gerüchte. Peinlich war mir die Unruhe in der Stadt von Seiten der ankommenden Flüchtlinge.“ (Delbrück)

16.06.

Nachrichten über den Rückzug L’Estocqs aus Königsberg treffen ein. Fahrt nach Tauerlaken: „Man stieg aus und zeigte sich dem versammelten Volke. Überall schmerzvolle Mienen. Plaw am Ufer in Tränen. Kaufmann Meiner voll kräftiger Äußerungen: Napoleon habe nicht gewonnen, so lange die Königliche Familie noch nicht in seiner Gewalt sei, die er an Würde nicht erreiche. … Beschluss, dass wir nach Riga spätestens morgen abgehen sollten.“ (Delbrück)

17.06.

Ankunft des Prinzen Heinrich aus Kydullen.

18.06.

Einzug Napoleons in Tilsit.

20.06.

Auf Einladung Alexanders I. begibt sich der König mit Hardenberg ins Hauptquartier nach Szawle, Ankunft am 21. Juni. Die Königin bleibt bis 3. Juli in Memel.

21.06.

Waffenstillstand zwischen Frankreich und Russland.

23.06.

Nach Piktupönen am Ufer der Memel in der Nähe des Hauptquartiers von Napoleon. Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Benningsen hat einen Waffenstillstand auf vier Wochen abgeschlossen. Der Kaiser hat ihn bestätigt, die Königin und wir alle sind in Verzweiflung darüber.“

25.06.

Zusammentreffen Kaiser Napoleons und Zar Alexanders auf der Memel bei Piktupönen. Über das Zusammentreffen der Monarchen schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: “Es waren zwei kleine Häuschen auf der Brücke über die Memel errichtet, in dem einen waren die beiden Kaiser, in dem anderen der König. Auch aßen die beiden Kaiser dann zusammen in Tilsit, unser König musste allein in einem Dorfe, eine Meile von der Stadt, bleiben. Welch entsetzliche Friedensbedingungen werden wir bekommen nach einem Vorspiel von so ausgesuchter Feindseligkeit und solchem Übermut.“

29.06.

Truppenschauen Napoleons vor den Monarchen. Luise schreibt an den König ihre Erbitterung gegenüber Napoleon. Als er sie bittet zu kommen, um auf die Forderungen Napoleons mildernd einzuwirken, antwortet sie: „Ich komme, ich fliege nach Tilsit, wenn Du es wünscht, wenn Du glaubst, das ich etwas Gutes wirken kann.“ (Rothkirch)

01.07.

Delbrück schreibt in seinem Tagebuch: „Die Knechtschaft fängt schon an. Hardenberg, auf Wunsch und Willen Alexanders wieder hervorgerufen, hat auf Napoleons Willen abtreten müssen. Dass auch die Königin (hat) hinreisen müssen, soll Kalckreuth erwirkt haben, der Unverschämte, der sich nicht entblödet hat zu sagten, der König sei noch immer nicht demütig genug. Kalckreuth, der Danzig übergeben hat, wird Feldmarschall und seine Garnison erhält 70 Ehrenzeichen, gleichsam als wolle man mit dem Unglück Staat machen! Was wird dem Courbière zu Teil werden, der Graudenz behauptet hat? Und dieser Kalckreuth, erkannt und anerkannt in seiner Schlechtigkeit, steht nun an der Spitze der Unterhandlung. Ihm ist beigesellt Baron von Golz, ein eingeschränkter Kopf. Es wird an Geschäftsmännern fehlen, die übrig bleibenden Provinzen zu besorgen. Klewitz, Borgstede haben nicht die praktische Gewandtheit, welche jetzt allein retten und helfen kann. Ruhige Ertragung des schweren Geschickes und stille Wiederersetzung der Kräfte wird das einzige sein, das der Klugheit gemäß ist.“

05.07.

Luise, die in Tilsit am Vortag eingetroffen war, erhält Besuch durch Kaiser Alexander. Am nächsten Tag wird sie mit Napoleon zusammentreffen. Im Frieden von Tilsit zwischen Frankreich, Preußen und Russland verliert Preußen alle Besitzungen zwischen Rhein und Elbe, alle Erwerbungen aus der 2. und 3. Teilung Polens und eines Teils des in der 1. Teilung erworbenen Landes, alle Entschädigungsländer des Reichsdeputationshauptschlusses, die Fürstentümer Baireuth und Ostfriesland. – „… was für ein Friede! … Handel und Gewerbe lagen darnieder, der Kredit im Ausland war zerstört, die Nahrungslosigkeit allgemein, die Verluste in den abgetretenen Provinzen, besonders in Südpreußen, zogen eine Menge Bankrotte nach sich, eine Menge Beamte und Militärpersonen lebten ohne Besoldung, das bare Geld, von den Franzosen als Kontribution fortgeführt, wurde immer seltener, die Gutsbesitzer, Pächter und Bauern erlagen unter der Last der Einquartierung und Kriegsleistungen aller Art, die Armut war der Verzweiflung preisgegeben. Besonders litten die kleinen Städte an den Militärstraßen, die Etappenplätze. Das Elend, obgleich in den Marken schon schrecklich genug, nahm zu, je mehr man sich Ostpreußen näherte, wo der Krieg seinen Tummelpatz aufgeschlagen hatte. Große fruchtbare Landstriche lagen wüst, weil es an Saatgetreide mangelte, die Heere hatten alle Vorräte aufgezehrt, gesundes Brot war eine Seltenheit geworden, das Vieh fand noch weniger Nahrung, und eine Hungersnot mit allen ihren Schrecken fing an zu wüten. … Eine verheerende Seuche … raffte Menschen und Vieh hinweg, und in vielen Gegenden starb der fünfte Teil der Bevölkerung. Ganze Scharen von Bettlern umschwärmten Königsberg. … Aus allen Provinzen des Staates erschienen Abgeordnete beim König, und baten um Hilfe in der dringendsten Not.“ (Klöden)

10.07.

Rückkehrt nach Memel, Logis im Haus von Friedrich Ludwig Consentius, die königlichen Kinder bei Kaufmann Johann Gottfried Argelander. „Nachricht von der Ankunft der Majestäten … Er war im ersten Zimmer, in gewöhnlicher Haltung. Er brach das Stillschweigen und erzählte einiges über Napoleon und das künstlich angelegte Bivouaque, wozu 12 Dorfschaften ihre Häuser haben hergeben müssen. Über N. sagte er etwas sehr Kluges: ‚Wenn man ihn reiten sieht, nur einmal gesehen hat, so erkannt man den ganzen Mann. Er geht immer in Carrière, unbekümmert, was hinter oder neben ihm fällt und stürzt. Er hat ein Pferd, worauf er sich verlassen kann, und so ist er gewiss, wenigstens sich durchzubringen. Das ist die Hauptsache.“ (Delbrück)

13.07.

Geburtstag der Prinzessin Charlotte.

17.07.

Scharnhorst erhält den Auftrag, „die Reorganisation der Armee zu entwerfen.“ (Delbrück) Am 25. Juli beginnt die Heeresreform in Preußen.

22.07.

„Nachrichten aus Königsberg melden, Napoleon habe gesagt, keine Stadt der Monarchie habe sich mit mehr Würde benommen. Kein Vivat, kein Zudrang, nicht einmal eine Deputation. Auf Rüchel hat er gewütet beim Anblick der Verschanzungen einmal über das andre: le monstreux Don Quichote.“ (Delbrück)

24.07.

Proklamation an die Bewohner der abgetretenen Provinzen.

31.07.

Ankunft einer Deputation aus Königsberg, die am Folgetag eine Audienz erhält.

03.08.

Geburtstag des Königs. Der Kronprinz überreicht ihm eine Zeichnung des Feldlagers bei Schwarzort und mit dem Bruder ein Wörterbuch und eine Grammatik der Litauischen Sprache. „ Es war doch ein froher Tag mehr in der leidensvollen Zeit!“ (Delbrück) Die Berliner Zeitungen, die einige Tage verspätet ankommen „geben Stoff genug, sich krank zu ärgern. In Breslau hat man den Geburtstag des Königs gefeiert, in Berlin hat man es nicht gewagt. Das ist doch mehr als feige“, notiert die Gräfin Voss in ihrem Tagebuch.

04.08.

„Der König nimmt jetzt Seebäder. Viele Menschen reisen nach Berlin zurück. Die Goltzens gaben einen Tee für die Majestäten im Freien und dann ein Souper bei sich.“ (Voss)

09.08.

Der Kronprinzen wird zum zum Seconde-Leutnant durch den König ernannt.

12.08.

Dejeuner in Tauerlaken zu Ehren des Geburtstages des Prinzen Georg von Strelitz.

14.08.

Die Königin besucht auch in den Folgetagen mehrfach den Jahrmarkt. „Letztere sagte scherzend, es sei angenehm, auf die Füße getreten zu werden. Ach, werden denn Fürsten und Prinzen dies in einem andern Sinne nicht schon genug! Soll der heilige Schein, der der Majestät noch übrig geblieben ist, gänzlich dahin sinken!“ (Delbrück). Am Folgetag schreibt sie ihrem Bruder: „Und schon bin ich trostlos über die Ungeschicklichkeiten, die überall in dem Moment begangen werden, wo mit etwas Takt und weniger Starrsinn alles gewonnen werden könnte. So will sich z. B. der König bei Nacht und Nebel in Berlin einschleichen, sich nicht zeigen, weil er sich schämt, und so mit dem ersten Schritt alles wieder verderben. Dann denke Dir nur, hatte er die Idee zu abdiquieren!“ (Rothkirch)

24.08.

Empfang einer Deputation : v. Pannewitz (Landrat, Krs. Nieder-Barnim), Sack, v. Ziethen (Landrat, Krs. Ruppin), Freiherr von Oelzen (Kammerherr). – Bei der Tafel sei „eine Verstimmung unverkennbar“ gewesen, schreibt Delbrück. Er trifft sich mit Oelzen: „Die in Berlin gangbaren Stadtgespräche lassen keinen Zweifel übrig, dass es an Postträgern aller Art mitten aus dem Innern des Hofes nicht fehle. Man erzählt wahre und unwahre Äußerungen über N. und gegenteils, und überall wird sichtbar der Keim zu Zwist und Streit. Unter andern, heißt es dort, habe N. in Tilsit Befremden und Unwillen geäußert über vom Kronprinz verfertigte Karikaturen seiner Allerhöchsten Personen. Der dringende Wunsch der Landstände und der Zweck der Sendung ist, dem Könige die Versicherung der Treue zu geben, um baldige Rückkunft zu bitten, demnach um Maßregeln, die Provinzen vom Feinde zu reinigen, der übermütiger ist als im Laufe des Krieges. Die Aufnahme beim König war wieder ihre Erwartung untröstlich ausgefallen durch Ungefähr. Der König traf sie wider Erwarten in seinem Zimmer, als er eilig war. Er tadelte, statt zu loben. Über den Eidschwur, den man geleistet, sprach er empfindlich, desgleichen über Misshelligkeiten zwischen den Ständen und Minister von Angern, dessen Anordnungen sie nicht hätten Folge leisten wollen. Daher die Verstimmung dieser Männer, welche hierhergekommen waren im Gefühl ihre Pflichterfüllung. Ich beruhigte ihn, so gut ich konnte. Infolge der Feier des dritten Augusts sind wirklich einige Personen gefänglich eingezogen worden. Iffland, dem man drei Anträge verworfen hatte, wurde vorgefordert, Rechenschaft zu geben, über das, was er auf dem Theater gesprochen. Schewe wurde vorgefordert, dass er im Tiergarten eine Armenspeisung veranstaltet hätte.“ Wenige Tage später erhält Oelzen Audienz bei der Königin: „Er hatte ihr alles, alles gesagt. Unter ihren Antworten war mir die auffallendste die, dass sie im nächsten Monate verlegen sein würde um ihre Subsistenz. (Das goldene Service ist bereits bei der Bank versetzt.) Sie hat seine Eingabe angenommen und versprochen, mit dem Könige darüber zu reden.“ Am 31. August reisen die Deputierten der Landstände ab, „erbaut, ja begeistert über das, was und wie der König mit ihnen gesprochen hatte, so dass sie ganz befriediget von hinnen gehen.“ (Delbrück)

01.09.

Genehmigung der Stiftung einer Armenschule in Berlin durch Propst Hanstein und Schenkung von 100 Friedrichsdor. Empfang einer Deputation aus Breslau.

03.09.

Empfang einer Deputation aus Schlesien.

06.09.

General Scharnhorst regt eine „historische Darlegung der Schritte des Königs seit dem Ausbruche des Krieges“ an. (Delbrück)

29.09.

In der Mitte des Monats hatte Delbrück geschrieben: „Zu unserer Rückkehr nach Berlin wenig Aussicht.“ Nun wird überraschend über die künftige Einrichtung in Berlin vielfach gesprochen, „z. B. dass wir künftig auf dem Schloss wohnen sollen. Vertrauliche Äußerungen hierüber gegen die Prinzen … Ich verhehlte ihnen nicht, dass alles, Großes wie Kleines, was hier im Geselligen des Hofes vorginge, bis nach Berlin, und natürlich vergrößert, verbreitet würde.“

30.09.

Geburtstagsfeier der Prinzessin Friederike.

01.10.

Ankunft des Ministers von Stein, Audienz beim König.

03.10.

Zurückberufung Steins. Spezialrevue, an der erstmals die drei Prinzen als Offiziere teilnahmen.

04.10.

Stein schlägt Alexander v. Humboldt als Begleiter des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs, auf dessen Reise nach Paris vor. Ziel ist, bei Napoleon eine Verminderung der auferlegten Zahlungsverpflichtungen zu erreichen. Luise befürchtet, „dass die Reise eigentlich nichts helfen, als dass sie viel Geld kosten“ wird. (Rothkirch)

08.10.

Delbrück schreibt über die Beratungen beim König: „An den Vortragstagen beim König besteht der Staatsrat aus Stein, Golz, Lottum, Beyme und Köckritz. Ersterer erhält alle Sachen und schreibt sie zu. Gneisenau wird gewiss nächstens in die Adjutantur einrücken. … Nachher sagte mir Buch, dass der Russische Kaiser gestern einen Brief geschickt habe voll der freundschaftlichsten Zusicherungen. Er werde bis zum letzten Atemzuge nicht aufhören, dahin zu arbeiten, dass Preußen wieder zu einer gewissen Selbständigkeit komme. Er habe dazu in Paris Schritte getan, deren Wirkung hoffentlich bald sichtbar werde.“

09.10.

Edikt den erleichterten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend („Oktober-Edikt“). Ankunft des Grafen Tolstoi aus Petersburg.

11.10.

In Memel treffen „schlechte Nachrichten aus Berlin“ ein: „Die Franzosen verkaufen die ganzen Bestände der Königlichen Porzellanfabrik.“ (Voss)

23.10.

Über den Besuch des russischen Kammerherrn Baron von Narischkin schreibt Delbrück: „… vielleicht einer der größten Dummköpfe. Täuschung. Den Prinzen war befohlen, in Staatsuniform zu erscheinen. Wir hatten auf ausgezeichnete Gesellschaft gerechnet, und siehe da, ein Bête. Prz. Wilhelm meinte beim Zurückfahren, wahrscheinlich habe dieser Herr sehen sollen, dass auch hier die Russische Uniform bereits in Gang sei. Ob dann aber wohl, wenn z. B. Buch nach Petersburg käme, die Russischen Prinzen sich in Pracht setzen würden?“

28.10.

Aufhebung der Erbuntertänigkeit auf den preußischen Domänen.

29.10.

Zweideutige Nachrichten aus Berlin. Hoffnung, der Hof würde Weihnachten in Berlin sein.

01.11.

Der Zeitungsbericht der Immediat-Friedens-Vollziehungs-Kommission vom 1. November berichtet: „Einen allgemeinen Enthusiasmus und einen Eifer, sich gegenseitig im Ausharren und Dulden zu übertreffen, erregte das in den hiesigen Zeitungen gewesene Schreiben der geliebten Königin an den Propst Hanstein, und diese Stimmung wurde noch durch verschiedene Nachrichten erhöht, die von Memel hier eingetroffen sind, von großen Aufopferungen E.K.M., alles Dinge, die die Sehnsucht nach besseren Zeiten sowie die Kraft zur Ausdauer gleich stark vermehrten. … Dass die öffentlichen Nachrichten noch immer nicht genau den Zustand der hiesigen Stadt schildern, sondern die glänzenden Seiten vorzugsweise hervorheben, liegt beinahe in der Natur einer solchen Beurteilung, die vom Theater, öffentlichen Vergnügungs-Orten p. auf den Zustand des Ganzen zurückschließt.“ Im folgenden Bericht vom 7. November heißt es: „Es scheint als wenn das Volk die ganze Französische Denkart nicht nur verabscheute, sondern dadurch immer fester an die alten Bande der Untertanenschaft hinge. … Dass die öffentliche Meinung in der Russischen Freundschaft sich nicht zu finden versteht, ist so natürlich, als sie einen Friedenszustand der Art bis jetzt nicht gekannt hat. Das Volk ist äußerst unwillig über den Kaiser von Russland und seine bis jetzt nicht gehaltenen Versprechungen, und die Franzosen pflegen dabei entweder das Feuer anzuschüren oder doch listig Vergleichungen zu machen, deren Resultat denn ihrem bösen Willen entspricht. Sehr lebhaft wurde in dieser Woche von einer vorseienden Sendung des Prinzen Wilhelm K.H. nach Paris gesprochen.“ (Granier, Berichte aus der Franzosenzeit)

10.11.

Königin Luise schreibt an Frau von Berg: „… so kann man nicht fort von hier als Ende Januar, dann kann ich nicht mehr reisen. Alles geht, außer ich, die in diesem Sumpf bleiben muss bis nach die sechs Wochen, die im April enden.“ (Rothkirch) In Memel trifft ein Verzeichnis ein, „was die Franzosen teils offiziell aus Berlin nach Paris fortgeschafft, teils einfach geraubt haben, ebenso aus den Königlichen Schlössern wie aus Potsdam, meistens Statuen, Bilder, Porzellan, Vasen. Kostbarkeiten und Kunstwerke aller Art. Es ist eine unglaubliche Liste.“ (Voss)

18.11.

Königin Luise schreibt aus Memel ihrer Schwester Therese: „Du magst beurteilen, ob eine zehnjährige Regierung, zwei Mobilmachungen und ein unglücklicher Krieg, der seit 14 Monaten alles Einkommen aufgezehrt hat, geeignet sind, Schätze aufzuhäufen, und ob die Mittel des Königs nicht seit langem überschritten sind. … Das Land ist arm, ebenso der Adel.“ (Griewank) Auch eine Immediat-Kommission beurteilt am 7. Dezember den Zustand der preußischen Finanzen, „dass alle Staatskassenbestände gänzlich aufgeräumt und alle Quellen gänzlich erschöpft sein müssen. Dies ist auch dermaßen der Fall, dass, wenn man alle Rückstände als bar und richtig einkommend annimmt, bis zum 1. Januar 1808 bei der höchsten Ausgabebeschränkung schon ein Defizit von 250.000 Rtlr. da ist, welches nur durch Zurückhaltung fälliger Zahlungen an die Untertanen gedeckt werden kann. Bei diesem durchaus treu geschilderten, aber sehr traurigen Zustand der preußischen Finanzen, worüber die Akten und Rechnungen offen vorgelegt werden können, ist es umso empfindlicher, noch für reich gehalten zu werden und Forderungen darauf gegründet zu wissen.“ (Reformministerium Stein, I)

17.12.

Königin Luise schreibt ihrem Bruder Georg: „Was ist das Berliner Klima im Vergleich zu Preußen! … Ich gehe nach Königsberg zu meinen Wochen in das infame Schloss, aber wenigstens sind die Räume weit und tief, und die Zugluft kann einen nicht im Bett töten wie hier in Memel, wo die Häuser aus Papier und die Fenster nur zum Spott da sind. … Wir, auch der König, haben nichts mehr … An der Tafel des Königs und in allen Verwaltungszweigen haben die schärfsten Einschränkungen stattgefunden. Alles stirbt vor Hunger und Hungersnot.“ (Rothkirch)

24.12.

Die Königin besucht mit den Kindern den Weihnachtsmarkt. Die Bescherung wird „für die Kinder bereitet wie in Berlin“, doch fallen bei der Tafel „manche spitze Äußerungen über die Vergnügungssucht der Berliner.“ Man befürchtet, nicht vor Mai wieder in Berlin zu sein. (Delbrück)

01.01.

Besuch der Schlosskirche in Königsberg.

03.01.

Die königlichen Kinder reisen nach Memel ab.

04.01.

Entlassung des Freiherrn vom Stein. Hardenberg wird leitender Minister in Preußen.

05.01.

Kapitulation Breslaus.

06.01.

Der Hof begibt sich über Rositten, Schwarzort und das Haff nach Memel.

08.01.

„Nachricht, der König sei da. Wir eilten zu ihm. Er war heiter und guter Dinge, wie gewöhnlich. Deputation der Kaufleute. Menschengedränge vor dem Haus.“ (Delbrück) Dem Königspaar wird das Haus des Kaufmanns Friedrich Ludwig Consentius und seiner Frau Johanna Katharina zur Verfügung gestellt, sie hatte es von ihrem Vater, Konsul Lorck, geerbt.

18.01.

Besuch der Litauischen Kirche und Wachtparade. Delbrück schreibt in seinem Tagebuch von einer „Promenade auf dem Molo und untern Linden. Auf der Spitze des Molos wurde dem König der Vorschlag gemacht, einen Winterhafen anzulegen, unweit des Leuchtturms.“

21.01.

Delbrück notiert: „Aus dem projektierten Staats-Konseil ist nichts geworden. Anfangs sollte es bestehen aus Rüchel, Hardenberg und Stein. H. unter dem Namen des Finanzministers, in der Tat aber der Auswärtigen Angelegenheiten, Stein umgekehrt. Welches Spiel hinter den Kulissen! Hardenberg lehnte es bestimmt ab, weil er mit Beyme auf keine Weise würde übereinstimmend denken und handeln können. Stein führte anfangs dasselbe an, nahm diesen Grund wieder zurück, erschien aber nicht auf der Konferenz, wo Beyme das Protokoll führte. So löste sich die Sache auf. Zastrow ward inzwischen Minister des Äußeren. Steins Entlassung ist ihm durch die, übrigens wohl verdiente, Form sehr empfindlich geworden und er hat, taktlos genug, dies in seiner Anzeige durch die Königsbergische Zeitung durchschimmern lassen. Aus dem Konseil selbst hätte nie etwas werden können. Besser würde es wohl sein, wenn nach dem Frieden das General-Direktorium neu organisiert würde und der König den Sitzungen desselben oft beiwohnte.“ Zwei Tage später setzte er fort: „Es ist nicht zu Stande gekommen, aber die, welche nur in dieser Voraussetzung zu Ministern gewählt wurden, sind geblieben in Verhältnissen und mit Vollmachten, dass es nicht mehr möglich ist, sie zu kontrollieren. Was den Nationalgeist betrifft, so ist dieser im Kriegswesen sichtbar gesunken, allermeist bei den Befehlenden. Der gemeine Mann hat mitunter sich gut genommen, nur nicht die dritten Bataillons. Im Zivil hat sich die meiste Pünktlichkeit und Rechtlichkeit gezeigt. Tadelnswürdig und mehr als das ist der von den Behörden in Berlin geleistete Eid, dessen Inhalt eine Art Huldigung in sich schließt. … Der König hätte nach dem Unglück bei Auerstedt in Magdeburg bleiben müssen, um die Armee zu sammeln. Seine Ratgeber waren dagegen, und die weite Reise glich einer Flucht, vielmehr war eine Flucht, so demütigend als nur eine sein kann.“

24.01.

Ankunft des Militär-Gouverneurs von St. Petersburg.

28.01.

Frieden zwischen Preußen und Großbritannien.

01.02.

„Man versammelte sich zum Tee beim Kronprinzen. Argelander hatte die ganze Reihe seiner Zimmer hergegeben. Außer den Majestäten und dem Hofstaate waren geladen Prinzessin Wilhelm nebst Zubehör, Minister von Zastrow, Hufeland, Goerke und sämtliche Wirtsleute der jungen Königlichen Familie, Griffings, Lembke, Tiede, Consentius. Ich hatte dies gewagt ohne anzufragen. Es wurde sehr gebilligt, und König sowohl als Königin unterhielten sich mit All und Jedem. Das Ganze war langweilig und beängstigend. Ein Klavierspieler missglückte. Am meisten Beifall fand der Punsch.“ (Delbrück) Gräfin Voss schreibt über Langeweile „in einem bis jetzt noch unerreichten Grade“.

08.02.

Besuch der Kirche. „Ein Feldjäger war angekommen. Der König hat Briefe aus Pommern und der Mark. Man bittet um Anführer, damit die Festungen entsetzt würden. Die Regimenter finden sich immer zahlreicher zusammen. Von Herzberg sollen kaum 15 Mann fehlen. Der König selbst äußert sich kleinmütig.“ (Delbrück)

09.02.

Der „große Kriegsrat“ tagt.

16.02.

Ankunft des französischen Unterhändlers General Bertrand. Audienz beim König. Delbrück notiert in seinem Tagebuch, Bertrand sei nach der Audienz verwundert gewesen, „überall eine ganz andre Stimmung zu finden und so viel Wohlstand hier am Orte“.

19.02.

Dejeuner beim Kronprinzen für beide Majestäten, den Herzog von Coburg und den gesamten Hofstaat.

26.02.

„Immer Schneegestöber. Die Herrschaften fuhren zum Strand, um ein großes englisches Schiff zu sehen, das in den Hafen einlief. Abends kamen die Radziwills, der Herzog von Coburg und Prinzess Wilhelm. Wassiltschikow kam von Petersburg an, sprach lange allein mit dem König und reiste sogleich wieder ab.“ (Voss)

01.03.

Besuch der Kirche. Dankfest für den Sieg bei Preußisch-Eylau.

03.03.

Ankunft des Prinzen Bagration aus Petersburg, er erhält den Schwarzen Adlerorden.

06.03.

„… zum König, wo Kleinmut vielfacher Art herrschte. Denn die Welthändel schienen wiederum sehr bedenklich. Man gab Königsberg und Danzig verloren.“ (Delbrück)

10.03.

Geburtstag der Königin. „Auf allen Schiffen wehten die Flaggen, vor dem Hause waren wie ein Gezelt ausgespannt die Flaggen der befreundeten Nationen. Vorbeimarsch des Pommerschen Bataillons. Früher hatte ein Gleiches stattgefunden mit der Garde. Förmliches, zahlreiches Dejeuner auf Berliner Fuß. Unbehagliche Hitze. Die Mittagstafel war sehr glänzend: drei Prinzessinnen, Wilhelm, Luise und Coburg, Herzog von Coburg, Fürst Gallizin, kommend von Petersburg, Radziwill, zwei Russische Damen, Fr. von Uwaroff und Fr. von Manteuffel, vier Minister, Hardenberg, Voß, Schroetter und Zastrow, alle anwesenden Generale und Obersten und sämtliche Eskadron-Chefs der Garde du Corps. Beide Gesandtschaften. Es wurde an zwei Tafeln gespeist. Schlechte Tafelmusik. Rührung der Königin nach der Tafel. Ach, welche Erinnerungen mochten in ihrem Gemüt erwacht sein! Man trennte sich 4 Uhr. Um halb 7 Uhr war ein glänzender Teezirkel. Die ganze Tischgesellschaft. Man spielte teils Commerce, teils Whistspiel. Die Stadt war erleuchtet. Umfahrt. Unser Bericht reizte die Majestäten, auch durch die Hauptstraßen zu fahren. Erst um 11 Uhr zurück.“ (Delbrück)

11.03.

78. Geburtstag der Gräfin Voss „ganz auf Berliner Fuß“. (Delbrück)

17.03.

Über die Abende schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: „Abends wieder die Württemberg, Coburg, Radziwills und Prinzess Wilhelm. Immer diese ewigen jeux d’esprit, die ich durchaus nicht liebe und bei denen wirklich wenig esprit herrscht.“

18.03.

Anlässlich der Anwesenheit des Adjutanten des Großfürsten Constantin äußert der König gegenüber Delbrück den Wunsch, „einige Formeln der gewöhnlichen Unterhaltung in russischer Sprache zu haben“. Am nächsten Tag fertigt Delbrück für ihn ein „russisches Formelbuch mit lateinischen Lettern“.

20.03.

Ankunft des Prinzen von Oranien aus Danzig.

21.03.

Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Seit zehn Tagen kommt er [Hardenberg] jeden Morgen mit Voss und Schroetter, es sind immer Beratungen“.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

27.03.

Karfreitag. Verabschiedung der Herzogin von Württemberg (nach Prag). Der Herzog von Coburg (geht nach Riga) erhält den Schwarzer Adlerorden.

29.03.

Besuch der Kirche (Ostern). Beginn der neunwöchigen Schlacht um Kolberg/Pommern, die Festung wird bis zum Waffenstillstand gehalten.

02.04.

Ankunft des russischen Kaisers in Begleitung der Grafen Tolstoi.

04.04.

Abreise des Kaisers und der Majestäten über Tilsit nach Kydullen (an der preußisch-russischen Grenze), wo Kaiser Alexander ihnen die russischen Garden vorführt. „Wir hatten Briefe von Jagow, dass die Truppen wunderschön beim Vorbeimarsch gewesen und dass die Majestäten sehr zufrieden gewesen wären. Sie haben täglich Diners von 90 Couverts, zwei Generäle haben den Dienst beim König. Am 11. werden sie weitergehen und die Königin bei der Durchreise sich einige Tage in Königsberg aufhalten.“ (Voss)

10.04.807

Die Königin kehrt allein zurück. In Briefen schildert sie dem König ihre. Am 10. April trifft sie in Königsberg ein. Wegen der Wegeverhältnisse muss sie hier bleiben, aus der „Übernachtungsstation“ wird ein zweimonatiger Aufenthalt, den sie im Haus des Grafen Schlieben verbringt. Der König, der bis zum 14. April in Kydullen bleibt, schreibt an Luise: „Diese abendlichen Sitzungen sind etwas peinlich, niemand spricht als er und ich, und dieses Ich ist von keiner übertriebenen Beredsamkeit.“ (Griewank)

15.04.

Über Darkehmen, Schippenbeil nach Bartenstein (Ankunft 18. April). „Das Haff ist derartig über seine Ufer getreten, dass es ganze Gegenden überschwemmt hat, man passiert die Ortschaften in Kähnen … die Wagen bleiben vor Kranz zurück.“ (Rothkirch)

25.04.

Gräfin Voss schreibt in ihrem Tagebuch: „L’Estocq hat den Schwarzen Adler. Jede Kompagnie, die bei Preußisch-Eylau war, hat einen Monat Löhnung extra erhalten und die Leute, die sich ausgezeichnet haben, Medaillen, Das ist schön vom König.“ Die Ankunft in Königsberg ist ungewiss: „Bedienter der Gräfin von Voß meldend, dass Jago an Köckritz unterm 20. geschrieben habe, Kaiser und König bereisen die Vorposten. Auf dem Rückwege Consentius mit widrigen Äußerungen über die Offenhaltung seines Haues bei gänzlicher Ungewissheit, ob der König und die Königin wiederkommen oder nicht. … Königsberger Zeitung. … Vor Tafel blieb Zeit, die Hauptartikel der Zeitung vorzulesen. Wohltat der Königin an die Lazarette in K. Zusammenkunft des Kaisers und Königs in Polangen. Ankunft des Letztern allhier. Nichts von Danzig.“ (Delbrück)

26.04.

Bündnisvertrag zwischen Preußen und Russland.

30.04.

Ankunft des Königs in Königsberg. Luise schreibt, „ob Du die Unterkunft annehmen würdest, die der höfliche Graf Schlieben für Dich in seinem Hause gegenüber meinen Zimmern vorbereitet hat, in demselben Haus natürlich. … Wenn Du nicht annimmst, willst Du, dass ich im Schloss bin oder willst Du aus dem Wagen steigen und soll ich Dich in das Haus, das ich bewohne, führen? Ich glaube, Du würdest damit alles Aufsehen vermeiden. Ich habe gelogen, so gut ich konnte, und allen Leuten gesagt, Du würdest erst spät kommen.“

04.05.

Der König geht zurück nach Bartenstein. Delbrück, der mit den Prinzen in Memel ist, notiert in seinem Tagebuch: „Ein Fuhrmann aus Berlin besuchte uns. Der Feind hat seine Pferde in stetem Dienst. Auf seinen Pass hat er es gewagt nach Stargard zu gehen, von da über Kolberg hierher, um zu sehen, wie es dem Könige und der Königin gehe. Er sprach mit Kraft und Gefühl. Zwar litten sie alle viel, aber sie wollten gern leiden, wenn nur die Herrschaft zurück wäre. Auf dem Wege überall die beste Stimmung. In Kolberg ein Feuereifer ohne Maß bei Jung und Alt, Weib und Mann. Das Schillsche Corps über alles Lob erhaben.“

09.05.

Geburtstag des Großfürsten.

12.05.

Luise schreibt aus Königsberg an den König: „Ich lade die ehrwürdigsten Personen von Königsberg zum Mittagessen ein, ich bin liebenswürdig, höflich und erzähle ihnen von Dir, um mir ihr Herz zu gewinnen.“ Sie äußert ihren Unmut über Zastrow, Voß und Schroetter und gibt eine positive Einschätzung Hardenbergs.

19.05.

Der König schreibt an Luise: „Die Fahrt nach Heiligenbeil ist jetzt festgesetzt. Ich fahre morgen von hier ab und der Kaiser folgt mir … einen Tag später. Ich habe L’Estocq sehr ausführliche Anweisungen für den Empfang des Kaisers gegeben … und es soll weder an Eskorten noch an Ehrenwachen und Ordonnanzen aller Art fehlen. … Ich werde mich in Tilsit nur so lange aufhalten, bis diese unangenehme Geschichte erledigt ist.“ (Griewank) Am 24. Mai geht es weiter nach Königsberg und von hier aus am 25. Mai nach Pillau.

26.05.

Kapitulation Danzigs.

28.05.

Rückkehr nach Königsberg. Luise schreibt an ihren Bruder Georg: „Der russische Kaiser kam den 2. nach Memel, wünschte dem König und mir die Garde zu präsentieren, wir gingen den 4. nach Kydullen ab, kamen den 5. an und bewunderten den 6. und 7. die Garden, den 8. und 9. ruhte ich mich aus, den 10. reiste ich mit Wind, Wetter und Schmutz herum, den 12. hier an, wohnte bei Friederike, schlief mit ihr in einem Zimmer, war alle Momente mit und bei ihr, lebte wirklich so glücklich und froh, wie man es im jetzigen Augenblick sein kann. … Heute Morgen las ich Deinen Brief mit F. unter freiem Himmel. Der König war in Pillau, um die Retranchements auf der Nehrung zu sehen und die da liegenden schwedischen und englischen Kriegsschiffe, die Blücher und sein Koros mitgenommen haben … Ich war ihm mit F. eine Meile entgegengefahren nach Holstein, ein göttliches Landhaus, was an der Pregel liegt und eine herrliche Aussicht hat.“ (Rothkirch)

08.06.

Nach Tilsit. Quartier im Haus des Kreisjustizkommissar Karl Ludwig Siehr. Zusammentreffen des Königs mit dem russischen Zaren.

09.06.

„… seit Mittag sei das Gerücht im Umlauf, die vereinigte Armee sei total geschlagen, König und Kaiser würden morgen hier eintreffen … Ich trieb Reimann hinweg, Nachrichten einzuziehen. … An dem Gerücht ist nichts, im Gegenteil, die neuesten Nachrichten immer noch günstig.“ (Delbrück)

10.06.

Die Königin kommt in Memel an: „Um 6 Uhr bestiegen wir das Boot nach dem Sandkruge, um die Königin zu bewillkommnen. Kaum eine Viertelstunde, so kam sie an im halben Wagen mit der Gräfin Moltke. Die Offiziere Kessel, Pogwitsch und Below nebst den Prinzen am Ufer. Der Zug hinüber geschah in drei Boten. Voran das Corps Hautboisten, Gondel der Königin mit den drei Prinzen, im dritten wir anderen. Am Eingang Salutschüsse. Menge von Zuschauern. Um 1/4 auf 8 Uhr war die Königin im Zimmer. … Die Nachrichten über das Öffentliche, welche die Königin gab, lauteten nicht so ungünstig.“ (Delbrück)

12.06.

„Bei Tafel … wurde beiher gesagt, der Kaiser werde auf einige Zeit nach Wilna gehen, der König inzwischen vielleicht hierher kommen. … So war es 3/4 9 Uhr … da erschien der Hofstaat-Sekretär Bussler, Sieg! Sieg! verkündend. Die Franzosen wären bei Heilsberg total geschlagen. Jubelnd stürzten wir die Treppen hinab und ins Freie hinaus zur Königin. Sie begegnete uns mit Luise und Wilhelmine auf der Straße, eilend zu Köckritz. Fast war ihre Freude nicht würdevoll genug. Erhalten hatte sie drei Depeschen durch einen Courier vom König. Sie wurden teils bei Köckritz, teils bei der Voss, wohin die Königin, wie im Triumphe sich begab, vorgelesen. Ich eilte zu Argelander zurück, um diese Details der wartenden Gesellschaft zu verkünden. … Die Königin war mir gefolgt und begab sich zur Prinzessin Friederike. Volksmenge in der Allee. Eine Estafette aus Königsberg, die Bennecke überbrachte. Wir wallfahrteten alle mit der Königin zu ihr, um den Abend bei ihr zuzubringen. Die Freude wurde sanfter und beredter.“ (Delbrück)

13./14.06.

Schlacht bei Friedland (in der Nähe von Königsberg). Entscheidender Sieg Napoleons über Russen und Preußen.

15.06.

Nach Memel. Der König schreibt an Luise: „Wenn trotz Deiner Kriegslisten die amtlichen Personen mir die Ehre antun wollen, mich zu empfangen, so bedeute ihnen oder lasse ihnen vielmehr bedeuten, dass ich ausdrücklich verboten habe, dass mich irgendjemand erwarte.“ – Verschiedene Meldungen treffen ein, „Viele Familien flüchten aus Königsberg. In Schaken soll es sehr voll sein. … Noch nichts Offizielles, selbst nicht an Minister, der obendrein wider seine Gewohnheit Mut gezeigt hatte. … Die Stimmung blieb ruhig. Abends um 10 Uhr, als wir den Hof verließen, noch nichts Offizielles. Nichts überwältigt mehr als so mannichfaltige, durchkreuzende Gerüchte. Peinlich war mir die Unruhe in der Stadt von Seiten der ankommenden Flüchtlinge.“ (Delbrück)

16.06.

Nachrichten über den Rückzug L’Estocqs aus Königsberg treffen ein. Fahrt nach Tauerlaken: „Man stieg aus und zeigte sich dem versammelten Volke. Überall schmerzvolle Mienen. Plaw am Ufer in Tränen. Kaufmann Meiner voll kräftiger Äußerungen: Napoleon habe nicht gewonnen, so lange die Königliche Familie noch nicht in seiner Gewalt sei, die er an Würde nicht erreiche. … Beschluss, dass wir nach Riga spätestens morgen abgehen sollten.“ (Delbrück)

17.06.

Ankunft des Prinzen Heinrich aus Kydullen.

18.06.

Einzug Napoleons in Tilsit.

20.06.

Auf Einladung Alexanders I. begibt sich der König mit Hardenberg ins Hauptquartier nach Szawle, Ankunft am 21. Juni. Die Königin bleibt bis 3. Juli in Memel.

21.06.

Waffenstillstand zwischen Frankreich und Russland.

23.06.

Nach Piktupönen am Ufer der Memel in der Nähe des Hauptquartiers von Napoleon. Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Benningsen hat einen Waffenstillstand auf vier Wochen abgeschlossen. Der Kaiser hat ihn bestätigt, die Königin und wir alle sind in Verzweiflung darüber.“

25.06.

Zusammentreffen Kaiser Napoleons und Zar Alexanders auf der Memel bei Piktupönen. Über das Zusammentreffen der Monarchen schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: “Es waren zwei kleine Häuschen auf der Brücke über die Memel errichtet, in dem einen waren die beiden Kaiser, in dem anderen der König. Auch aßen die beiden Kaiser dann zusammen in Tilsit, unser König musste allein in einem Dorfe, eine Meile von der Stadt, bleiben. Welch entsetzliche Friedensbedingungen werden wir bekommen nach einem Vorspiel von so ausgesuchter Feindseligkeit und solchem Übermut.“

29.06.

Truppenschauen Napoleons vor den Monarchen. Luise schreibt an den König ihre Erbitterung gegenüber Napoleon. Als er sie bittet zu kommen, um auf die Forderungen Napoleons mildernd einzuwirken, antwortet sie: „Ich komme, ich fliege nach Tilsit, wenn Du es wünscht, wenn Du glaubst, das ich etwas Gutes wirken kann.“ (Rothkirch)

01.07.

Delbrück schreibt in seinem Tagebuch: „Die Knechtschaft fängt schon an. Hardenberg, auf Wunsch und Willen Alexanders wieder hervorgerufen, hat auf Napoleons Willen abtreten müssen. Dass auch die Königin (hat) hinreisen müssen, soll Kalckreuth erwirkt haben, der Unverschämte, der sich nicht entblödet hat zu sagten, der König sei noch immer nicht demütig genug. Kalckreuth, der Danzig übergeben hat, wird Feldmarschall und seine Garnison erhält 70 Ehrenzeichen, gleichsam als wolle man mit dem Unglück Staat machen! Was wird dem Courbière zu Teil werden, der Graudenz behauptet hat? Und dieser Kalckreuth, erkannt und anerkannt in seiner Schlechtigkeit, steht nun an der Spitze der Unterhandlung. Ihm ist beigesellt Baron von Golz, ein eingeschränkter Kopf. Es wird an Geschäftsmännern fehlen, die übrig bleibenden Provinzen zu besorgen. Klewitz, Borgstede haben nicht die praktische Gewandtheit, welche jetzt allein retten und helfen kann. Ruhige Ertragung des schweren Geschickes und stille Wiederersetzung der Kräfte wird das einzige sein, das der Klugheit gemäß ist.“

05.07.

Luise, die in Tilsit am Vortag eingetroffen war, erhält Besuch durch Kaiser Alexander. Am nächsten Tag wird sie mit Napoleon zusammentreffen. Im Frieden von Tilsit zwischen Frankreich, Preußen und Russland verliert Preußen alle Besitzungen zwischen Rhein und Elbe, alle Erwerbungen aus der 2. und 3. Teilung Polens und eines Teils des in der 1. Teilung erworbenen Landes, alle Entschädigungsländer des Reichsdeputationshauptschlusses, die Fürstentümer Baireuth und Ostfriesland. – „… was für ein Friede! … Handel und Gewerbe lagen darnieder, der Kredit im Ausland war zerstört, die Nahrungslosigkeit allgemein, die Verluste in den abgetretenen Provinzen, besonders in Südpreußen, zogen eine Menge Bankrotte nach sich, eine Menge Beamte und Militärpersonen lebten ohne Besoldung, das bare Geld, von den Franzosen als Kontribution fortgeführt, wurde immer seltener, die Gutsbesitzer, Pächter und Bauern erlagen unter der Last der Einquartierung und Kriegsleistungen aller Art, die Armut war der Verzweiflung preisgegeben. Besonders litten die kleinen Städte an den Militärstraßen, die Etappenplätze. Das Elend, obgleich in den Marken schon schrecklich genug, nahm zu, je mehr man sich Ostpreußen näherte, wo der Krieg seinen Tummelpatz aufgeschlagen hatte. Große fruchtbare Landstriche lagen wüst, weil es an Saatgetreide mangelte, die Heere hatten alle Vorräte aufgezehrt, gesundes Brot war eine Seltenheit geworden, das Vieh fand noch weniger Nahrung, und eine Hungersnot mit allen ihren Schrecken fing an zu wüten. … Eine verheerende Seuche … raffte Menschen und Vieh hinweg, und in vielen Gegenden starb der fünfte Teil der Bevölkerung. Ganze Scharen von Bettlern umschwärmten Königsberg. … Aus allen Provinzen des Staates erschienen Abgeordnete beim König, und baten um Hilfe in der dringendsten Not.“ (Klöden)

10.07.

Rückkehrt nach Memel, Logis im Haus von Friedrich Ludwig Consentius, die königlichen Kinder bei Kaufmann Johann Gottfried Argelander. „Nachricht von der Ankunft der Majestäten … Er war im ersten Zimmer, in gewöhnlicher Haltung. Er brach das Stillschweigen und erzählte einiges über Napoleon und das künstlich angelegte Bivouaque, wozu 12 Dorfschaften ihre Häuser haben hergeben müssen. Über N. sagte er etwas sehr Kluges: ‚Wenn man ihn reiten sieht, nur einmal gesehen hat, so erkannt man den ganzen Mann. Er geht immer in Carrière, unbekümmert, was hinter oder neben ihm fällt und stürzt. Er hat ein Pferd, worauf er sich verlassen kann, und so ist er gewiss, wenigstens sich durchzubringen. Das ist die Hauptsache.“ (Delbrück)

13.07.

Geburtstag der Prinzessin Charlotte.

17.07.

Scharnhorst erhält den Auftrag, „die Reorganisation der Armee zu entwerfen.“ (Delbrück) Am 25. Juli beginnt die Heeresreform in Preußen.

22.07.

„Nachrichten aus Königsberg melden, Napoleon habe gesagt, keine Stadt der Monarchie habe sich mit mehr Würde benommen. Kein Vivat, kein Zudrang, nicht einmal eine Deputation. Auf Rüchel hat er gewütet beim Anblick der Verschanzungen einmal über das andre: le monstreux Don Quichote.“ (Delbrück)

24.07.

Proklamation an die Bewohner der abgetretenen Provinzen.

31.07.

Ankunft einer Deputation aus Königsberg, die am Folgetag eine Audienz erhält.

03.08.

Geburtstag des Königs. Der Kronprinz überreicht ihm eine Zeichnung des Feldlagers bei Schwarzort und mit dem Bruder ein Wörterbuch und eine Grammatik der Litauischen Sprache. „ Es war doch ein froher Tag mehr in der leidensvollen Zeit!“ (Delbrück) Die Berliner Zeitungen, die einige Tage verspätet ankommen „geben Stoff genug, sich krank zu ärgern. In Breslau hat man den Geburtstag des Königs gefeiert, in Berlin hat man es nicht gewagt. Das ist doch mehr als feige“, notiert die Gräfin Voss in ihrem Tagebuch.

04.08.

„Der König nimmt jetzt Seebäder. Viele Menschen reisen nach Berlin zurück. Die Goltzens gaben einen Tee für die Majestäten im Freien und dann ein Souper bei sich.“ (Voss)

09.08.

Der Kronprinzen wird zum zum Seconde-Leutnant durch den König ernannt.

12.08.

Dejeuner in Tauerlaken zu Ehren des Geburtstages des Prinzen Georg von Strelitz.

14.08.

Die Königin besucht auch in den Folgetagen mehrfach den Jahrmarkt. „Letztere sagte scherzend, es sei angenehm, auf die Füße getreten zu werden. Ach, werden denn Fürsten und Prinzen dies in einem andern Sinne nicht schon genug! Soll der heilige Schein, der der Majestät noch übrig geblieben ist, gänzlich dahin sinken!“ (Delbrück). Am Folgetag schreibt sie ihrem Bruder: „Und schon bin ich trostlos über die Ungeschicklichkeiten, die überall in dem Moment begangen werden, wo mit etwas Takt und weniger Starrsinn alles gewonnen werden könnte. So will sich z. B. der König bei Nacht und Nebel in Berlin einschleichen, sich nicht zeigen, weil er sich schämt, und so mit dem ersten Schritt alles wieder verderben. Dann denke Dir nur, hatte er die Idee zu abdiquieren!“ (Rothkirch)

24.08.

Empfang einer Deputation : v. Pannewitz (Landrat, Krs. Nieder-Barnim), Sack, v. Ziethen (Landrat, Krs. Ruppin), Freiherr von Oelzen (Kammerherr). – Bei der Tafel sei „eine Verstimmung unverkennbar“ gewesen, schreibt Delbrück. Er trifft sich mit Oelzen: „Die in Berlin gangbaren Stadtgespräche lassen keinen Zweifel übrig, dass es an Postträgern aller Art mitten aus dem Innern des Hofes nicht fehle. Man erzählt wahre und unwahre Äußerungen über N. und gegenteils, und überall wird sichtbar der Keim zu Zwist und Streit. Unter andern, heißt es dort, habe N. in Tilsit Befremden und Unwillen geäußert über vom Kronprinz verfertigte Karikaturen seiner Allerhöchsten Personen. Der dringende Wunsch der Landstände und der Zweck der Sendung ist, dem Könige die Versicherung der Treue zu geben, um baldige Rückkunft zu bitten, demnach um Maßregeln, die Provinzen vom Feinde zu reinigen, der übermütiger ist als im Laufe des Krieges. Die Aufnahme beim König war wieder ihre Erwartung untröstlich ausgefallen durch Ungefähr. Der König traf sie wider Erwarten in seinem Zimmer, als er eilig war. Er tadelte, statt zu loben. Über den Eidschwur, den man geleistet, sprach er empfindlich, desgleichen über Misshelligkeiten zwischen den Ständen und Minister von Angern, dessen Anordnungen sie nicht hätten Folge leisten wollen. Daher die Verstimmung dieser Männer, welche hierhergekommen waren im Gefühl ihre Pflichterfüllung. Ich beruhigte ihn, so gut ich konnte. Infolge der Feier des dritten Augusts sind wirklich einige Personen gefänglich eingezogen worden. Iffland, dem man drei Anträge verworfen hatte, wurde vorgefordert, Rechenschaft zu geben, über das, was er auf dem Theater gesprochen. Schewe wurde vorgefordert, dass er im Tiergarten eine Armenspeisung veranstaltet hätte.“ Wenige Tage später erhält Oelzen Audienz bei der Königin: „Er hatte ihr alles, alles gesagt. Unter ihren Antworten war mir die auffallendste die, dass sie im nächsten Monate verlegen sein würde um ihre Subsistenz. (Das goldene Service ist bereits bei der Bank versetzt.) Sie hat seine Eingabe angenommen und versprochen, mit dem Könige darüber zu reden.“ Am 31. August reisen die Deputierten der Landstände ab, „erbaut, ja begeistert über das, was und wie der König mit ihnen gesprochen hatte, so dass sie ganz befriediget von hinnen gehen.“ (Delbrück)

01.09.

Genehmigung der Stiftung einer Armenschule in Berlin durch Propst Hanstein und Schenkung von 100 Friedrichsdor. Empfang einer Deputation aus Breslau.

03.09.

Empfang einer Deputation aus Schlesien.

06.09.

General Scharnhorst regt eine „historische Darlegung der Schritte des Königs seit dem Ausbruche des Krieges“ an. (Delbrück)

29.09.

In der Mitte des Monats hatte Delbrück geschrieben: „Zu unserer Rückkehr nach Berlin wenig Aussicht.“ Nun wird überraschend über die künftige Einrichtung in Berlin vielfach gesprochen, „z. B. dass wir künftig auf dem Schloss wohnen sollen. Vertrauliche Äußerungen hierüber gegen die Prinzen … Ich verhehlte ihnen nicht, dass alles, Großes wie Kleines, was hier im Geselligen des Hofes vorginge, bis nach Berlin, und natürlich vergrößert, verbreitet würde.“

30.09.

Geburtstagsfeier der Prinzessin Friederike.

01.10.

Ankunft des Ministers von Stein, Audienz beim König.

03.10.

Zurückberufung Steins. Spezialrevue, an der erstmals die drei Prinzen als Offiziere teilnahmen.

04.10.

Stein schlägt Alexander v. Humboldt als Begleiter des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs, auf dessen Reise nach Paris vor. Ziel ist, bei Napoleon eine Verminderung der auferlegten Zahlungsverpflichtungen zu erreichen. Luise befürchtet, „dass die Reise eigentlich nichts helfen, als dass sie viel Geld kosten“ wird. (Rothkirch)

08.10.

Delbrück schreibt über die Beratungen beim König: „An den Vortragstagen beim König besteht der Staatsrat aus Stein, Golz, Lottum, Beyme und Köckritz. Ersterer erhält alle Sachen und schreibt sie zu. Gneisenau wird gewiss nächstens in die Adjutantur einrücken. … Nachher sagte mir Buch, dass der Russische Kaiser gestern einen Brief geschickt habe voll der freundschaftlichsten Zusicherungen. Er werde bis zum letzten Atemzuge nicht aufhören, dahin zu arbeiten, dass Preußen wieder zu einer gewissen Selbständigkeit komme. Er habe dazu in Paris Schritte getan, deren Wirkung hoffentlich bald sichtbar werde.“

09.10.

Edikt den erleichterten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend („Oktober-Edikt“). Ankunft des Grafen Tolstoi aus Petersburg.

11.10.

In Memel treffen „schlechte Nachrichten aus Berlin“ ein: „Die Franzosen verkaufen die ganzen Bestände der Königlichen Porzellanfabrik.“ (Voss)

23.10.

Über den Besuch des russischen Kammerherrn Baron von Narischkin schreibt Delbrück: „… vielleicht einer der größten Dummköpfe. Täuschung. Den Prinzen war befohlen, in Staatsuniform zu erscheinen. Wir hatten auf ausgezeichnete Gesellschaft gerechnet, und siehe da, ein Bête. Prz. Wilhelm meinte beim Zurückfahren, wahrscheinlich habe dieser Herr sehen sollen, dass auch hier die Russische Uniform bereits in Gang sei. Ob dann aber wohl, wenn z. B. Buch nach Petersburg käme, die Russischen Prinzen sich in Pracht setzen würden?“

28.10.

Aufhebung der Erbuntertänigkeit auf den preußischen Domänen.

29.10.

Zweideutige Nachrichten aus Berlin. Hoffnung, der Hof würde Weihnachten in Berlin sein.

01.11.

Der Zeitungsbericht der Immediat-Friedens-Vollziehungs-Kommission vom 1. November berichtet: „Einen allgemeinen Enthusiasmus und einen Eifer, sich gegenseitig im Ausharren und Dulden zu übertreffen, erregte das in den hiesigen Zeitungen gewesene Schreiben der geliebten Königin an den Propst Hanstein, und diese Stimmung wurde noch durch verschiedene Nachrichten erhöht, die von Memel hier eingetroffen sind, von großen Aufopferungen E.K.M., alles Dinge, die die Sehnsucht nach besseren Zeiten sowie die Kraft zur Ausdauer gleich stark vermehrten. … Dass die öffentlichen Nachrichten noch immer nicht genau den Zustand der hiesigen Stadt schildern, sondern die glänzenden Seiten vorzugsweise hervorheben, liegt beinahe in der Natur einer solchen Beurteilung, die vom Theater, öffentlichen Vergnügungs-Orten p. auf den Zustand des Ganzen zurückschließt.“ Im folgenden Bericht vom 7. November heißt es: „Es scheint als wenn das Volk die ganze Französische Denkart nicht nur verabscheute, sondern dadurch immer fester an die alten Bande der Untertanenschaft hinge. … Dass die öffentliche Meinung in der Russischen Freundschaft sich nicht zu finden versteht, ist so natürlich, als sie einen Friedenszustand der Art bis jetzt nicht gekannt hat. Das Volk ist äußerst unwillig über den Kaiser von Russland und seine bis jetzt nicht gehaltenen Versprechungen, und die Franzosen pflegen dabei entweder das Feuer anzuschüren oder doch listig Vergleichungen zu machen, deren Resultat denn ihrem bösen Willen entspricht. Sehr lebhaft wurde in dieser Woche von einer vorseienden Sendung des Prinzen Wilhelm K.H. nach Paris gesprochen.“ (Granier, Berichte aus der Franzosenzeit)

10.11.

Königin Luise schreibt an Frau von Berg: „… so kann man nicht fort von hier als Ende Januar, dann kann ich nicht mehr reisen. Alles geht, außer ich, die in diesem Sumpf bleiben muss bis nach die sechs Wochen, die im April enden.“ (Rothkirch) In Memel trifft ein Verzeichnis ein, „was die Franzosen teils offiziell aus Berlin nach Paris fortgeschafft, teils einfach geraubt haben, ebenso aus den Königlichen Schlössern wie aus Potsdam, meistens Statuen, Bilder, Porzellan, Vasen. Kostbarkeiten und Kunstwerke aller Art. Es ist eine unglaubliche Liste.“ (Voss)

18.11.

Königin Luise schreibt aus Memel ihrer Schwester Therese: „Du magst beurteilen, ob eine zehnjährige Regierung, zwei Mobilmachungen und ein unglücklicher Krieg, der seit 14 Monaten alles Einkommen aufgezehrt hat, geeignet sind, Schätze aufzuhäufen, und ob die Mittel des Königs nicht seit langem überschritten sind. … Das Land ist arm, ebenso der Adel.“ (Griewank) Auch eine Immediat-Kommission beurteilt am 7. Dezember den Zustand der preußischen Finanzen, „dass alle Staatskassenbestände gänzlich aufgeräumt und alle Quellen gänzlich erschöpft sein müssen. Dies ist auch dermaßen der Fall, dass, wenn man alle Rückstände als bar und richtig einkommend annimmt, bis zum 1. Januar 1808 bei der höchsten Ausgabebeschränkung schon ein Defizit von 250.000 Rtlr. da ist, welches nur durch Zurückhaltung fälliger Zahlungen an die Untertanen gedeckt werden kann. Bei diesem durchaus treu geschilderten, aber sehr traurigen Zustand der preußischen Finanzen, worüber die Akten und Rechnungen offen vorgelegt werden können, ist es umso empfindlicher, noch für reich gehalten zu werden und Forderungen darauf gegründet zu wissen.“ (Reformministerium Stein, I)

17.12.

Königin Luise schreibt ihrem Bruder Georg: „Was ist das Berliner Klima im Vergleich zu Preußen! … Ich gehe nach Königsberg zu meinen Wochen in das infame Schloss, aber wenigstens sind die Räume weit und tief, und die Zugluft kann einen nicht im Bett töten wie hier in Memel, wo die Häuser aus Papier und die Fenster nur zum Spott da sind. … Wir, auch der König, haben nichts mehr … An der Tafel des Königs und in allen Verwaltungszweigen haben die schärfsten Einschränkungen stattgefunden. Alles stirbt vor Hunger und Hungersnot.“ (Rothkirch)

24.12.

Die Königin besucht mit den Kindern den Weihnachtsmarkt. Die Bescherung wird „für die Kinder bereitet wie in Berlin“, doch fallen bei der Tafel „manche spitze Äußerungen über die Vergnügungssucht der Berliner.“ Man befürchtet, nicht vor Mai wieder in Berlin zu sein. (Delbrück)

01.01.

Besuch der Schlosskirche in Königsberg.

03.01.

Die königlichen Kinder reisen nach Memel ab.

04.01.

Entlassung des Freiherrn vom Stein. Hardenberg wird leitender Minister in Preußen.

05.01.

Kapitulation Breslaus.

06.01.

Der Hof begibt sich über Rositten, Schwarzort und das Haff nach Memel.

08.01.

„Nachricht, der König sei da. Wir eilten zu ihm. Er war heiter und guter Dinge, wie gewöhnlich. Deputation der Kaufleute. Menschengedränge vor dem Haus.“ (Delbrück) Dem Königspaar wird das Haus des Kaufmanns Friedrich Ludwig Consentius und seiner Frau Johanna Katharina zur Verfügung gestellt, sie hatte es von ihrem Vater, Konsul Lorck, geerbt.

18.01.

Besuch der Litauischen Kirche und Wachtparade. Delbrück schreibt in seinem Tagebuch von einer „Promenade auf dem Molo und untern Linden. Auf der Spitze des Molos wurde dem König der Vorschlag gemacht, einen Winterhafen anzulegen, unweit des Leuchtturms.“

21.01.

Delbrück notiert: „Aus dem projektierten Staats-Konseil ist nichts geworden. Anfangs sollte es bestehen aus Rüchel, Hardenberg und Stein. H. unter dem Namen des Finanzministers, in der Tat aber der Auswärtigen Angelegenheiten, Stein umgekehrt. Welches Spiel hinter den Kulissen! Hardenberg lehnte es bestimmt ab, weil er mit Beyme auf keine Weise würde übereinstimmend denken und handeln können. Stein führte anfangs dasselbe an, nahm diesen Grund wieder zurück, erschien aber nicht auf der Konferenz, wo Beyme das Protokoll führte. So löste sich die Sache auf. Zastrow ward inzwischen Minister des Äußeren. Steins Entlassung ist ihm durch die, übrigens wohl verdiente, Form sehr empfindlich geworden und er hat, taktlos genug, dies in seiner Anzeige durch die Königsbergische Zeitung durchschimmern lassen. Aus dem Konseil selbst hätte nie etwas werden können. Besser würde es wohl sein, wenn nach dem Frieden das General-Direktorium neu organisiert würde und der König den Sitzungen desselben oft beiwohnte.“ Zwei Tage später setzte er fort: „Es ist nicht zu Stande gekommen, aber die, welche nur in dieser Voraussetzung zu Ministern gewählt wurden, sind geblieben in Verhältnissen und mit Vollmachten, dass es nicht mehr möglich ist, sie zu kontrollieren. Was den Nationalgeist betrifft, so ist dieser im Kriegswesen sichtbar gesunken, allermeist bei den Befehlenden. Der gemeine Mann hat mitunter sich gut genommen, nur nicht die dritten Bataillons. Im Zivil hat sich die meiste Pünktlichkeit und Rechtlichkeit gezeigt. Tadelnswürdig und mehr als das ist der von den Behörden in Berlin geleistete Eid, dessen Inhalt eine Art Huldigung in sich schließt. … Der König hätte nach dem Unglück bei Auerstedt in Magdeburg bleiben müssen, um die Armee zu sammeln. Seine Ratgeber waren dagegen, und die weite Reise glich einer Flucht, vielmehr war eine Flucht, so demütigend als nur eine sein kann.“

24.01.

Ankunft des Militär-Gouverneurs von St. Petersburg.

28.01.

Frieden zwischen Preußen und Großbritannien.

01.02.

„Man versammelte sich zum Tee beim Kronprinzen. Argelander hatte die ganze Reihe seiner Zimmer hergegeben. Außer den Majestäten und dem Hofstaate waren geladen Prinzessin Wilhelm nebst Zubehör, Minister von Zastrow, Hufeland, Goerke und sämtliche Wirtsleute der jungen Königlichen Familie, Griffings, Lembke, Tiede, Consentius. Ich hatte dies gewagt ohne anzufragen. Es wurde sehr gebilligt, und König sowohl als Königin unterhielten sich mit All und Jedem. Das Ganze war langweilig und beängstigend. Ein Klavierspieler missglückte. Am meisten Beifall fand der Punsch.“ (Delbrück) Gräfin Voss schreibt über Langeweile „in einem bis jetzt noch unerreichten Grade“.

08.02.

Besuch der Kirche. „Ein Feldjäger war angekommen. Der König hat Briefe aus Pommern und der Mark. Man bittet um Anführer, damit die Festungen entsetzt würden. Die Regimenter finden sich immer zahlreicher zusammen. Von Herzberg sollen kaum 15 Mann fehlen. Der König selbst äußert sich kleinmütig.“ (Delbrück)

09.02.

Der „große Kriegsrat“ tagt.

16.02.

Ankunft des französischen Unterhändlers General Bertrand. Audienz beim König. Delbrück notiert in seinem Tagebuch, Bertrand sei nach der Audienz verwundert gewesen, „überall eine ganz andre Stimmung zu finden und so viel Wohlstand hier am Orte“.

19.02.

Dejeuner beim Kronprinzen für beide Majestäten, den Herzog von Coburg und den gesamten Hofstaat.

26.02.

„Immer Schneegestöber. Die Herrschaften fuhren zum Strand, um ein großes englisches Schiff zu sehen, das in den Hafen einlief. Abends kamen die Radziwills, der Herzog von Coburg und Prinzess Wilhelm. Wassiltschikow kam von Petersburg an, sprach lange allein mit dem König und reiste sogleich wieder ab.“ (Voss)

01.03.

Besuch der Kirche. Dankfest für den Sieg bei Preußisch-Eylau.

03.03.

Ankunft des Prinzen Bagration aus Petersburg, er erhält den Schwarzen Adlerorden.

06.03.

„… zum König, wo Kleinmut vielfacher Art herrschte. Denn die Welthändel schienen wiederum sehr bedenklich. Man gab Königsberg und Danzig verloren.“ (Delbrück)

10.03.

Geburtstag der Königin. „Auf allen Schiffen wehten die Flaggen, vor dem Hause waren wie ein Gezelt ausgespannt die Flaggen der befreundeten Nationen. Vorbeimarsch des Pommerschen Bataillons. Früher hatte ein Gleiches stattgefunden mit der Garde. Förmliches, zahlreiches Dejeuner auf Berliner Fuß. Unbehagliche Hitze. Die Mittagstafel war sehr glänzend: drei Prinzessinnen, Wilhelm, Luise und Coburg, Herzog von Coburg, Fürst Gallizin, kommend von Petersburg, Radziwill, zwei Russische Damen, Fr. von Uwaroff und Fr. von Manteuffel, vier Minister, Hardenberg, Voß, Schroetter und Zastrow, alle anwesenden Generale und Obersten und sämtliche Eskadron-Chefs der Garde du Corps. Beide Gesandtschaften. Es wurde an zwei Tafeln gespeist. Schlechte Tafelmusik. Rührung der Königin nach der Tafel. Ach, welche Erinnerungen mochten in ihrem Gemüt erwacht sein! Man trennte sich 4 Uhr. Um halb 7 Uhr war ein glänzender Teezirkel. Die ganze Tischgesellschaft. Man spielte teils Commerce, teils Whistspiel. Die Stadt war erleuchtet. Umfahrt. Unser Bericht reizte die Majestäten, auch durch die Hauptstraßen zu fahren. Erst um 11 Uhr zurück.“ (Delbrück)

11.03.

78. Geburtstag der Gräfin Voss „ganz auf Berliner Fuß“. (Delbrück)

17.03.

Über die Abende schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: „Abends wieder die Württemberg, Coburg, Radziwills und Prinzess Wilhelm. Immer diese ewigen jeux d’esprit, die ich durchaus nicht liebe und bei denen wirklich wenig esprit herrscht.“

18.03.

Anlässlich der Anwesenheit des Adjutanten des Großfürsten Constantin äußert der König gegenüber Delbrück den Wunsch, „einige Formeln der gewöhnlichen Unterhaltung in russischer Sprache zu haben“. Am nächsten Tag fertigt Delbrück für ihn ein „russisches Formelbuch mit lateinischen Lettern“.

20.03.

Ankunft des Prinzen von Oranien aus Danzig.

21.03.

Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Seit zehn Tagen kommt er [Hardenberg] jeden Morgen mit Voss und Schroetter, es sind immer Beratungen“.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm.

27.03.

Karfreitag. Verabschiedung der Herzogin von Württemberg (nach Prag). Der Herzog von Coburg (geht nach Riga) erhält den Schwarzer Adlerorden.

29.03.

Besuch der Kirche (Ostern). Beginn der neunwöchigen Schlacht um Kolberg/Pommern, die Festung wird bis zum Waffenstillstand gehalten.

02.04.

Ankunft des russischen Kaisers in Begleitung der Grafen Tolstoi.

04.04.

Abreise des Kaisers und der Majestäten über Tilsit nach Kydullen (an der preußisch-russischen Grenze), wo Kaiser Alexander ihnen die russischen Garden vorführt. „Wir hatten Briefe von Jagow, dass die Truppen wunderschön beim Vorbeimarsch gewesen und dass die Majestäten sehr zufrieden gewesen wären. Sie haben täglich Diners von 90 Couverts, zwei Generäle haben den Dienst beim König. Am 11. werden sie weitergehen und die Königin bei der Durchreise sich einige Tage in Königsberg aufhalten.“ (Voss)

10.04.807

Die Königin kehrt allein zurück. In Briefen schildert sie dem König ihre. Am 10. April trifft sie in Königsberg ein. Wegen der Wegeverhältnisse muss sie hier bleiben, aus der „Übernachtungsstation“ wird ein zweimonatiger Aufenthalt, den sie im Haus des Grafen Schlieben verbringt. Der König, der bis zum 14. April in Kydullen bleibt, schreibt an Luise: „Diese abendlichen Sitzungen sind etwas peinlich, niemand spricht als er und ich, und dieses Ich ist von keiner übertriebenen Beredsamkeit.“ (Griewank)

15.04.

Über Darkehmen, Schippenbeil nach Bartenstein (Ankunft 18. April). „Das Haff ist derartig über seine Ufer getreten, dass es ganze Gegenden überschwemmt hat, man passiert die Ortschaften in Kähnen … die Wagen bleiben vor Kranz zurück.“ (Rothkirch)

25.04.

Gräfin Voss schreibt in ihrem Tagebuch: „L’Estocq hat den Schwarzen Adler. Jede Kompagnie, die bei Preußisch-Eylau war, hat einen Monat Löhnung extra erhalten und die Leute, die sich ausgezeichnet haben, Medaillen, Das ist schön vom König.“ Die Ankunft in Königsberg ist ungewiss: „Bedienter der Gräfin von Voß meldend, dass Jago an Köckritz unterm 20. geschrieben habe, Kaiser und König bereisen die Vorposten. Auf dem Rückwege Consentius mit widrigen Äußerungen über die Offenhaltung seines Haues bei gänzlicher Ungewissheit, ob der König und die Königin wiederkommen oder nicht. … Königsberger Zeitung. … Vor Tafel blieb Zeit, die Hauptartikel der Zeitung vorzulesen. Wohltat der Königin an die Lazarette in K. Zusammenkunft des Kaisers und Königs in Polangen. Ankunft des Letztern allhier. Nichts von Danzig.“ (Delbrück)

26.04.

Bündnisvertrag zwischen Preußen und Russland.

30.04.

Ankunft des Königs in Königsberg. Luise schreibt, „ob Du die Unterkunft annehmen würdest, die der höfliche Graf Schlieben für Dich in seinem Hause gegenüber meinen Zimmern vorbereitet hat, in demselben Haus natürlich. … Wenn Du nicht annimmst, willst Du, dass ich im Schloss bin oder willst Du aus dem Wagen steigen und soll ich Dich in das Haus, das ich bewohne, führen? Ich glaube, Du würdest damit alles Aufsehen vermeiden. Ich habe gelogen, so gut ich konnte, und allen Leuten gesagt, Du würdest erst spät kommen.“

04.05.

Der König geht zurück nach Bartenstein. Delbrück, der mit den Prinzen in Memel ist, notiert in seinem Tagebuch: „Ein Fuhrmann aus Berlin besuchte uns. Der Feind hat seine Pferde in stetem Dienst. Auf seinen Pass hat er es gewagt nach Stargard zu gehen, von da über Kolberg hierher, um zu sehen, wie es dem Könige und der Königin gehe. Er sprach mit Kraft und Gefühl. Zwar litten sie alle viel, aber sie wollten gern leiden, wenn nur die Herrschaft zurück wäre. Auf dem Wege überall die beste Stimmung. In Kolberg ein Feuereifer ohne Maß bei Jung und Alt, Weib und Mann. Das Schillsche Corps über alles Lob erhaben.“

09.05.

Geburtstag des Großfürsten.

12.05.

Luise schreibt aus Königsberg an den König: „Ich lade die ehrwürdigsten Personen von Königsberg zum Mittagessen ein, ich bin liebenswürdig, höflich und erzähle ihnen von Dir, um mir ihr Herz zu gewinnen.“ Sie äußert ihren Unmut über Zastrow, Voß und Schroetter und gibt eine positive Einschätzung Hardenbergs.

19.05.

Der König schreibt an Luise: „Die Fahrt nach Heiligenbeil ist jetzt festgesetzt. Ich fahre morgen von hier ab und der Kaiser folgt mir … einen Tag später. Ich habe L’Estocq sehr ausführliche Anweisungen für den Empfang des Kaisers gegeben … und es soll weder an Eskorten noch an Ehrenwachen und Ordonnanzen aller Art fehlen. … Ich werde mich in Tilsit nur so lange aufhalten, bis diese unangenehme Geschichte erledigt ist.“ (Griewank) Am 24. Mai geht es weiter nach Königsberg und von hier aus am 25. Mai nach Pillau.

26.05.

Kapitulation Danzigs.

28.05.

Rückkehr nach Königsberg. Luise schreibt an ihren Bruder Georg: „Der russische Kaiser kam den 2. nach Memel, wünschte dem König und mir die Garde zu präsentieren, wir gingen den 4. nach Kydullen ab, kamen den 5. an und bewunderten den 6. und 7. die Garden, den 8. und 9. ruhte ich mich aus, den 10. reiste ich mit Wind, Wetter und Schmutz herum, den 12. hier an, wohnte bei Friederike, schlief mit ihr in einem Zimmer, war alle Momente mit und bei ihr, lebte wirklich so glücklich und froh, wie man es im jetzigen Augenblick sein kann. … Heute Morgen las ich Deinen Brief mit F. unter freiem Himmel. Der König war in Pillau, um die Retranchements auf der Nehrung zu sehen und die da liegenden schwedischen und englischen Kriegsschiffe, die Blücher und sein Koros mitgenommen haben … Ich war ihm mit F. eine Meile entgegengefahren nach Holstein, ein göttliches Landhaus, was an der Pregel liegt und eine herrliche Aussicht hat.“ (Rothkirch)

08.06.

Nach Tilsit. Quartier im Haus des Kreisjustizkommissar Karl Ludwig Siehr. Zusammentreffen des Königs mit dem russischen Zaren.

09.06.

„… seit Mittag sei das Gerücht im Umlauf, die vereinigte Armee sei total geschlagen, König und Kaiser würden morgen hier eintreffen … Ich trieb Reimann hinweg, Nachrichten einzuziehen. … An dem Gerücht ist nichts, im Gegenteil, die neuesten Nachrichten immer noch günstig.“ (Delbrück)

10.06.

Die Königin kommt in Memel an: „Um 6 Uhr bestiegen wir das Boot nach dem Sandkruge, um die Königin zu bewillkommnen. Kaum eine Viertelstunde, so kam sie an im halben Wagen mit der Gräfin Moltke. Die Offiziere Kessel, Pogwitsch und Below nebst den Prinzen am Ufer. Der Zug hinüber geschah in drei Boten. Voran das Corps Hautboisten, Gondel der Königin mit den drei Prinzen, im dritten wir anderen. Am Eingang Salutschüsse. Menge von Zuschauern. Um 1/4 auf 8 Uhr war die Königin im Zimmer. … Die Nachrichten über das Öffentliche, welche die Königin gab, lauteten nicht so ungünstig.“ (Delbrück)

12.06.

„Bei Tafel … wurde beiher gesagt, der Kaiser werde auf einige Zeit nach Wilna gehen, der König inzwischen vielleicht hierher kommen. … So war es 3/4 9 Uhr … da erschien der Hofstaat-Sekretär Bussler, Sieg! Sieg! verkündend. Die Franzosen wären bei Heilsberg total geschlagen. Jubelnd stürzten wir die Treppen hinab und ins Freie hinaus zur Königin. Sie begegnete uns mit Luise und Wilhelmine auf der Straße, eilend zu Köckritz. Fast war ihre Freude nicht würdevoll genug. Erhalten hatte sie drei Depeschen durch einen Courier vom König. Sie wurden teils bei Köckritz, teils bei der Voss, wohin die Königin, wie im Triumphe sich begab, vorgelesen. Ich eilte zu Argelander zurück, um diese Details der wartenden Gesellschaft zu verkünden. … Die Königin war mir gefolgt und begab sich zur Prinzessin Friederike. Volksmenge in der Allee. Eine Estafette aus Königsberg, die Bennecke überbrachte. Wir wallfahrteten alle mit der Königin zu ihr, um den Abend bei ihr zuzubringen. Die Freude wurde sanfter und beredter.“ (Delbrück)

13./14.06.

Schlacht bei Friedland (in der Nähe von Königsberg). Entscheidender Sieg Napoleons über Russen und Preußen.

15.06.

Nach Memel. Der König schreibt an Luise: „Wenn trotz Deiner Kriegslisten die amtlichen Personen mir die Ehre antun wollen, mich zu empfangen, so bedeute ihnen oder lasse ihnen vielmehr bedeuten, dass ich ausdrücklich verboten habe, dass mich irgendjemand erwarte.“ – Verschiedene Meldungen treffen ein, „Viele Familien flüchten aus Königsberg. In Schaken soll es sehr voll sein. … Noch nichts Offizielles, selbst nicht an Minister, der obendrein wider seine Gewohnheit Mut gezeigt hatte. … Die Stimmung blieb ruhig. Abends um 10 Uhr, als wir den Hof verließen, noch nichts Offizielles. Nichts überwältigt mehr als so mannichfaltige, durchkreuzende Gerüchte. Peinlich war mir die Unruhe in der Stadt von Seiten der ankommenden Flüchtlinge.“ (Delbrück)

16.06.

Nachrichten über den Rückzug L’Estocqs aus Königsberg treffen ein. Fahrt nach Tauerlaken: „Man stieg aus und zeigte sich dem versammelten Volke. Überall schmerzvolle Mienen. Plaw am Ufer in Tränen. Kaufmann Meiner voll kräftiger Äußerungen: Napoleon habe nicht gewonnen, so lange die Königliche Familie noch nicht in seiner Gewalt sei, die er an Würde nicht erreiche. … Beschluss, dass wir nach Riga spätestens morgen abgehen sollten.“ (Delbrück)

17.06.

Ankunft des Prinzen Heinrich aus Kydullen.

18.06.

Einzug Napoleons in Tilsit.

20.06.

Auf Einladung Alexanders I. begibt sich der König mit Hardenberg ins Hauptquartier nach Szawle, Ankunft am 21. Juni. Die Königin bleibt bis 3. Juli in Memel.

21.06.

Waffenstillstand zwischen Frankreich und Russland.

23.06.

Nach Piktupönen am Ufer der Memel in der Nähe des Hauptquartiers von Napoleon. Gräfin Voss notiert in ihrem Tagebuch: „Benningsen hat einen Waffenstillstand auf vier Wochen abgeschlossen. Der Kaiser hat ihn bestätigt, die Königin und wir alle sind in Verzweiflung darüber.“

25.06.

Zusammentreffen Kaiser Napoleons und Zar Alexanders auf der Memel bei Piktupönen. Über das Zusammentreffen der Monarchen schreibt Gräfin Voss in ihrem Tagebuch: “Es waren zwei kleine Häuschen auf der Brücke über die Memel errichtet, in dem einen waren die beiden Kaiser, in dem anderen der König. Auch aßen die beiden Kaiser dann zusammen in Tilsit, unser König musste allein in einem Dorfe, eine Meile von der Stadt, bleiben. Welch entsetzliche Friedensbedingungen werden wir bekommen nach einem Vorspiel von so ausgesuchter Feindseligkeit und solchem Übermut.“

29.06.

Truppenschauen Napoleons vor den Monarchen. Luise schreibt an den König ihre Erbitterung gegenüber Napoleon. Als er sie bittet zu kommen, um auf die Forderungen Napoleons mildernd einzuwirken, antwortet sie: „Ich komme, ich fliege nach Tilsit, wenn Du es wünscht, wenn Du glaubst, das ich etwas Gutes wirken kann.“ (Rothkirch)

01.07.

Delbrück schreibt in seinem Tagebuch: „Die Knechtschaft fängt schon an. Hardenberg, auf Wunsch und Willen Alexanders wieder hervorgerufen, hat auf Napoleons Willen abtreten müssen. Dass auch die Königin (hat) hinreisen müssen, soll Kalckreuth erwirkt haben, der Unverschämte, der sich nicht entblödet hat zu sagten, der König sei noch immer nicht demütig genug. Kalckreuth, der Danzig übergeben hat, wird Feldmarschall und seine Garnison erhält 70 Ehrenzeichen, gleichsam als wolle man mit dem Unglück Staat machen! Was wird dem Courbière zu Teil werden, der Graudenz behauptet hat? Und dieser Kalckreuth, erkannt und anerkannt in seiner Schlechtigkeit, steht nun an der Spitze der Unterhandlung. Ihm ist beigesellt Baron von Golz, ein eingeschränkter Kopf. Es wird an Geschäftsmännern fehlen, die übrig bleibenden Provinzen zu besorgen. Klewitz, Borgstede haben nicht die praktische Gewandtheit, welche jetzt allein retten und helfen kann. Ruhige Ertragung des schweren Geschickes und stille Wiederersetzung der Kräfte wird das einzige sein, das der Klugheit gemäß ist.“

05.07.

Luise, die in Tilsit am Vortag eingetroffen war, erhält Besuch durch Kaiser Alexander. Am nächsten Tag wird sie mit Napoleon zusammentreffen. Im Frieden von Tilsit zwischen Frankreich, Preußen und Russland verliert Preußen alle Besitzungen zwischen Rhein und Elbe, alle Erwerbungen aus der 2. und 3. Teilung Polens und eines Teils des in der 1. Teilung erworbenen Landes, alle Entschädigungsländer des Reichsdeputationshauptschlusses, die Fürstentümer Baireuth und Ostfriesland. – „… was für ein Friede! … Handel und Gewerbe lagen darnieder, der Kredit im Ausland war zerstört, die Nahrungslosigkeit allgemein, die Verluste in den abgetretenen Provinzen, besonders in Südpreußen, zogen eine Menge Bankrotte nach sich, eine Menge Beamte und Militärpersonen lebten ohne Besoldung, das bare Geld, von den Franzosen als Kontribution fortgeführt, wurde immer seltener, die Gutsbesitzer, Pächter und Bauern erlagen unter der Last der Einquartierung und Kriegsleistungen aller Art, die Armut war der Verzweiflung preisgegeben. Besonders litten die kleinen Städte an den Militärstraßen, die Etappenplätze. Das Elend, obgleich in den Marken schon schrecklich genug, nahm zu, je mehr man sich Ostpreußen näherte, wo der Krieg seinen Tummelpatz aufgeschlagen hatte. Große fruchtbare Landstriche lagen wüst, weil es an Saatgetreide mangelte, die Heere hatten alle Vorräte aufgezehrt, gesundes Brot war eine Seltenheit geworden, das Vieh fand noch weniger Nahrung, und eine Hungersnot mit allen ihren Schrecken fing an zu wüten. … Eine verheerende Seuche … raffte Menschen und Vieh hinweg, und in vielen Gegenden starb der fünfte Teil der Bevölkerung. Ganze Scharen von Bettlern umschwärmten Königsberg. … Aus allen Provinzen des Staates erschienen Abgeordnete beim König, und baten um Hilfe in der dringendsten Not.“ (Klöden)

10.07.

Rückkehrt nach Memel, Logis im Haus von Friedrich Ludwig Consentius, die königlichen Kinder bei Kaufmann Johann Gottfried Argelander. „Nachricht von der Ankunft der Majestäten … Er war im ersten Zimmer, in gewöhnlicher Haltung. Er brach das Stillschweigen und erzählte einiges über Napoleon und das künstlich angelegte Bivouaque, wozu 12 Dorfschaften ihre Häuser haben hergeben müssen. Über N. sagte er etwas sehr Kluges: ‚Wenn man ihn reiten sieht, nur einmal gesehen hat, so erkannt man den ganzen Mann. Er geht immer in Carrière, unbekümmert, was hinter oder neben ihm fällt und stürzt. Er hat ein Pferd, worauf er sich verlassen kann, und so ist er gewiss, wenigstens sich durchzubringen. Das ist die Hauptsache.“ (Delbrück)

13.07.

Geburtstag der Prinzessin Charlotte.

17.07.

Scharnhorst erhält den Auftrag, „die Reorganisation der Armee zu entwerfen.“ (Delbrück) Am 25. Juli beginnt die Heeresreform in Preußen.

22.07.

„Nachrichten aus Königsberg melden, Napoleon habe gesagt, keine Stadt der Monarchie habe sich mit mehr Würde benommen. Kein Vivat, kein Zudrang, nicht einmal eine Deputation. Auf Rüchel hat er gewütet beim Anblick der Verschanzungen einmal über das andre: le monstreux Don Quichote.“ (Delbrück)

24.07.

Proklamation an die Bewohner der abgetretenen Provinzen.

31.07.

Ankunft einer Deputation aus Königsberg, die am Folgetag eine Audienz erhält.

03.08.

Geburtstag des Königs. Der Kronprinz überreicht ihm eine Zeichnung des Feldlagers bei Schwarzort und mit dem Bruder ein Wörterbuch und eine Grammatik der Litauischen Sprache. „ Es war doch ein froher Tag mehr in der leidensvollen Zeit!“ (Delbrück) Die Berliner Zeitungen, die einige Tage verspätet ankommen „geben Stoff genug, sich krank zu ärgern. In Breslau hat man den Geburtstag des Königs gefeiert, in Berlin hat man es nicht gewagt. Das ist doch mehr als feige“, notiert die Gräfin Voss in ihrem Tagebuch.

04.08.

„Der König nimmt jetzt Seebäder. Viele Menschen reisen nach Berlin zurück. Die Goltzens gaben einen Tee für die Majestäten im Freien und dann ein Souper bei sich.“ (Voss)

09.08.

Der Kronprinzen wird zum zum Seconde-Leutnant durch den König ernannt.

12.08.

Dejeuner in Tauerlaken zu Ehren des Geburtstages des Prinzen Georg von Strelitz.

14.08.

Die Königin besucht auch in den Folgetagen mehrfach den Jahrmarkt. „Letztere sagte scherzend, es sei angenehm, auf die Füße getreten zu werden. Ach, werden denn Fürsten und Prinzen dies in einem andern Sinne nicht schon genug! Soll der heilige Schein, der der Majestät noch übrig geblieben ist, gänzlich dahin sinken!“ (Delbrück). Am Folgetag schreibt sie ihrem Bruder: „Und schon bin ich trostlos über die Ungeschicklichkeiten, die überall in dem Moment begangen werden, wo mit etwas Takt und weniger Starrsinn alles gewonnen werden könnte. So will sich z. B. der König bei Nacht und Nebel in Berlin einschleichen, sich nicht zeigen, weil er sich schämt, und so mit dem ersten Schritt alles wieder verderben. Dann denke Dir nur, hatte er die Idee zu abdiquieren!“ (Rothkirch)

24.08.

Empfang einer Deputation : v. Pannewitz (Landrat, Krs. Nieder-Barnim), Sack, v. Ziethen (Landrat, Krs. Ruppin), Freiherr von Oelzen (Kammerherr). – Bei der Tafel sei „eine Verstimmung unverkennbar“ gewesen, schreibt Delbrück. Er trifft sich mit Oelzen: „Die in Berlin gangbaren Stadtgespräche lassen keinen Zweifel übrig, dass es an Postträgern aller Art mitten aus dem Innern des Hofes nicht fehle. Man erzählt wahre und unwahre Äußerungen über N. und gegenteils, und überall wird sichtbar der Keim zu Zwist und Streit. Unter andern, heißt es dort, habe N. in Tilsit Befremden und Unwillen geäußert über vom Kronprinz verfertigte Karikaturen seiner Allerhöchsten Personen. Der dringende Wunsch der Landstände und der Zweck der Sendung ist, dem Könige die Versicherung der Treue zu geben, um baldige Rückkunft zu bitten, demnach um Maßregeln, die Provinzen vom Feinde zu reinigen, der übermütiger ist als im Laufe des Krieges. Die Aufnahme beim König war wieder ihre Erwartung untröstlich ausgefallen durch Ungefähr. Der König traf sie wider Erwarten in seinem Zimmer, als er eilig war. Er tadelte, statt zu loben. Über den Eidschwur, den man geleistet, sprach er empfindlich, desgleichen über Misshelligkeiten zwischen den Ständen und Minister von Angern, dessen Anordnungen sie nicht hätten Folge leisten wollen. Daher die Verstimmung dieser Männer, welche hierhergekommen waren im Gefühl ihre Pflichterfüllung. Ich beruhigte ihn, so gut ich konnte. Infolge der Feier des dritten Augusts sind wirklich einige Personen gefänglich eingezogen worden. Iffland, dem man drei Anträge verworfen hatte, wurde vorgefordert, Rechenschaft zu geben, über das, was er auf dem Theater gesprochen. Schewe wurde vorgefordert, dass er im Tiergarten eine Armenspeisung veranstaltet hätte.“ Wenige Tage später erhält Oelzen Audienz bei der Königin: „Er hatte ihr alles, alles gesagt. Unter ihren Antworten war mir die auffallendste die, dass sie im nächsten Monate verlegen sein würde um ihre Subsistenz. (Das goldene Service ist bereits bei der Bank versetzt.) Sie hat seine Eingabe angenommen und versprochen, mit dem Könige darüber zu reden.“ Am 31. August reisen die Deputierten der Landstände ab, „erbaut, ja begeistert über das, was und wie der König mit ihnen gesprochen hatte, so dass sie ganz befriediget von hinnen gehen.“ (Delbrück)

01.09.

Genehmigung der Stiftung einer Armenschule in Berlin durch Propst Hanstein und Schenkung von 100 Friedrichsdor. Empfang einer Deputation aus Breslau.

03.09.

Empfang einer Deputation aus Schlesien.

06.09.

General Scharnhorst regt eine „historische Darlegung der Schritte des Königs seit dem Ausbruche des Krieges“ an. (Delbrück)

29.09.

In der Mitte des Monats hatte Delbrück geschrieben: „Zu unserer Rückkehr nach Berlin wenig Aussicht.“ Nun wird überraschend über die künftige Einrichtung in Berlin vielfach gesprochen, „z. B. dass wir künftig auf dem Schloss wohnen sollen. Vertrauliche Äußerungen hierüber gegen die Prinzen … Ich verhehlte ihnen nicht, dass alles, Großes wie Kleines, was hier im Geselligen des Hofes vorginge, bis nach Berlin, und natürlich vergrößert, verbreitet würde.“

30.09.

Geburtstagsfeier der Prinzessin Friederike.

01.10.

Ankunft des Ministers von Stein, Audienz beim König.

03.10.

Zurückberufung Steins. Spezialrevue, an der erstmals die drei Prinzen als Offiziere teilnahmen.

04.10.

Stein schlägt Alexander v. Humboldt als Begleiter des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs, auf dessen Reise nach Paris vor. Ziel ist, bei Napoleon eine Verminderung der auferlegten Zahlungsverpflichtungen zu erreichen. Luise befürchtet, „dass die Reise eigentlich nichts helfen, als dass sie viel Geld kosten“ wird. (Rothkirch)

08.10.

Delbrück schreibt über die Beratungen beim König: „An den Vortragstagen beim König besteht der Staatsrat aus Stein, Golz, Lottum, Beyme und Köckritz. Ersterer erhält alle Sachen und schreibt sie zu. Gneisenau wird gewiss nächstens in die Adjutantur einrücken. … Nachher sagte mir Buch, dass der Russische Kaiser gestern einen Brief geschickt habe voll der freundschaftlichsten Zusicherungen. Er werde bis zum letzten Atemzuge nicht aufhören, dahin zu arbeiten, dass Preußen wieder zu einer gewissen Selbständigkeit komme. Er habe dazu in Paris Schritte getan, deren Wirkung hoffentlich bald sichtbar werde.“

09.10.

Edikt den erleichterten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums sowie die persönlichen Verhältnisse der Landbewohner betreffend („Oktober-Edikt“). Ankunft des Grafen Tolstoi aus Petersburg.

11.10.

In Memel treffen „schlechte Nachrichten aus Berlin“ ein: „Die Franzosen verkaufen die ganzen Bestände der Königlichen Porzellanfabrik.“ (Voss)

23.10.

Über den Besuch des russischen Kammerherrn Baron von Narischkin schreibt Delbrück: „… vielleicht einer der größten Dummköpfe. Täuschung. Den Prinzen war befohlen, in Staatsuniform zu erscheinen. Wir hatten auf ausgezeichnete Gesellschaft gerechnet, und siehe da, ein Bête. Prz. Wilhelm meinte beim Zurückfahren, wahrscheinlich habe dieser Herr sehen sollen, dass auch hier die Russische Uniform bereits in Gang sei. Ob dann aber wohl, wenn z. B. Buch nach Petersburg käme, die Russischen Prinzen sich in Pracht setzen würden?“

28.10.

Aufhebung der Erbuntertänigkeit auf den preußischen Domänen.

29.10.

Zweideutige Nachrichten aus Berlin. Hoffnung, der Hof würde Weihnachten in Berlin sein.

01.11.

Der Zeitungsbericht der Immediat-Friedens-Vollziehungs-Kommission vom 1. November berichtet: „Einen allgemeinen Enthusiasmus und einen Eifer, sich gegenseitig im Ausharren und Dulden zu übertreffen, erregte das in den hiesigen Zeitungen gewesene Schreiben der geliebten Königin an den Propst Hanstein, und diese Stimmung wurde noch durch verschiedene Nachrichten erhöht, die von Memel hier eingetroffen sind, von großen Aufopferungen E.K.M., alles Dinge, die die Sehnsucht nach besseren Zeiten sowie die Kraft zur Ausdauer gleich stark vermehrten. … Dass die öffentlichen Nachrichten noch immer nicht genau den Zustand der hiesigen Stadt schildern, sondern die glänzenden Seiten vorzugsweise hervorheben, liegt beinahe in der Natur einer solchen Beurteilung, die vom Theater, öffentlichen Vergnügungs-Orten p. auf den Zustand des Ganzen zurückschließt.“ Im folgenden Bericht vom 7. November heißt es: „Es scheint als wenn das Volk die ganze Französische Denkart nicht nur verabscheute, sondern dadurch immer fester an die alten Bande der Untertanenschaft hinge. … Dass die öffentliche Meinung in der Russischen Freundschaft sich nicht zu finden versteht, ist so natürlich, als sie einen Friedenszustand der Art bis jetzt nicht gekannt hat. Das Volk ist äußerst unwillig über den Kaiser von Russland und seine bis jetzt nicht gehaltenen Versprechungen, und die Franzosen pflegen dabei entweder das Feuer anzuschüren oder doch listig Vergleichungen zu machen, deren Resultat denn ihrem bösen Willen entspricht. Sehr lebhaft wurde in dieser Woche von einer vorseienden Sendung des Prinzen Wilhelm K.H. nach Paris gesprochen.“ (Granier, Berichte aus der Franzosenzeit)

10.11.

Königin Luise schreibt an Frau von Berg: „… so kann man nicht fort von hier als Ende Januar, dann kann ich nicht mehr reisen. Alles geht, außer ich, die in diesem Sumpf bleiben muss bis nach die sechs Wochen, die im April enden.“ (Rothkirch) In Memel trifft ein Verzeichnis ein, „was die Franzosen teils offiziell aus Berlin nach Paris fortgeschafft, teils einfach geraubt haben, ebenso aus den Königlichen Schlössern wie aus Potsdam, meistens Statuen, Bilder, Porzellan, Vasen. Kostbarkeiten und Kunstwerke aller Art. Es ist eine unglaubliche Liste.“ (Voss)

18.11.

Königin Luise schreibt aus Memel ihrer Schwester Therese: „Du magst beurteilen, ob eine zehnjährige Regierung, zwei Mobilmachungen und ein unglücklicher Krieg, der seit 14 Monaten alles Einkommen aufgezehrt hat, geeignet sind, Schätze aufzuhäufen, und ob die Mittel des Königs nicht seit langem überschritten sind. … Das Land ist arm, ebenso der Adel.“ (Griewank) Auch eine Immediat-Kommission beurteilt am 7. Dezember den Zustand der preußischen Finanzen, „dass alle Staatskassenbestände gänzlich aufgeräumt und alle Quellen gänzlich erschöpft sein müssen. Dies ist auch dermaßen der Fall, dass, wenn man alle Rückstände als bar und richtig einkommend annimmt, bis zum 1. Januar 1808 bei der höchsten Ausgabebeschränkung schon ein Defizit von 250.000 Rtlr. da ist, welches nur durch Zurückhaltung fälliger Zahlungen an die Untertanen gedeckt werden kann. Bei diesem durchaus treu geschilderten, aber sehr traurigen Zustand der preußischen Finanzen, worüber die Akten und Rechnungen offen vorgelegt werden können, ist es umso empfindlicher, noch für reich gehalten zu werden und Forderungen darauf gegründet zu wissen.“ (Reformministerium Stein, I)

17.12.

Königin Luise schreibt ihrem Bruder Georg: „Was ist das Berliner Klima im Vergleich zu Preußen! … Ich gehe nach Königsberg zu meinen Wochen in das infame Schloss, aber wenigstens sind die Räume weit und tief, und die Zugluft kann einen nicht im Bett töten wie hier in Memel, wo die Häuser aus Papier und die Fenster nur zum Spott da sind. … Wir, auch der König, haben nichts mehr … An der Tafel des Königs und in allen Verwaltungszweigen haben die schärfsten Einschränkungen stattgefunden. Alles stirbt vor Hunger und Hungersnot.“ (Rothkirch)

24.12.

Die Königin besucht mit den Kindern den Weihnachtsmarkt. Die Bescherung wird „für die Kinder bereitet wie in Berlin“, doch fallen bei der Tafel „manche spitze Äußerungen über die Vergnügungssucht der Berliner.“ Man befürchtet, nicht vor Mai wieder in Berlin zu sein. (Delbrück)

02.01. bis 23.05.

„Der König kam am 2. Januar 1812 von Potsdam nach Berlin, um hier den Winter zuzubringen.“ (Klöden)

12.01.

Friedrich Wilhelm III. und die Prinzen nehmen an der Einweihung der der Bürgergarde von Berlin verliehenen Fahnen teil.

24.02.

Militärbündnis zwischen Preußen und Frankreich.

26.03.

Der König geht nach Potsdam, „um daselbst wie gewöhnlich morgen am Karfreitag Ihre Andacht zu halten“. (Wittgenstein)

28.03.

„Heute Nachmittag um 4 Uhr sind die französischen Truppen … hier eingerückt. Seine Majestät der König haben die Truppen in der Gegend von Charlottenburg in Begleitung sämtlicher Königlicher Prinzen gesehen. Seine Majestät haben sich wieder nach Potsdam begeben.“ (Wittgenstein)

30.03.

Nach einer großen Parade speisen Marschall Oudinot und mehrere französische Generäle bei Friedrich Wilhelm III.

03.04.

Im Königlichen Schloss werden „Arrangements“ getroffen für den Fall, dass Napoleon eintreffen sollte.

16.04.

Audienz für General Graf von Narbonne, Adjutant des Kaisers Napoleon in Charlottenburg.

17.04.

König und Kronprinz besichtigen in Charlottenburg die französischen „Schweitzer Regimenter“, am Abend kehrt der König nach Potsdam zurück. Auch in den nächsten Tagen kommt der König mehrfach nach Charlottenburg.

26.04.

Empfang des Marschalls Oudinot und mehrere französischer Generäle zur Tafel in Potsdam.

Anfang Mai

Der König muss ein Dejeuner für Marschall Murat, den König von Neapel geben. Er erklärt, von den Vorschriften der Etikette, zu beachten seien, keine Ahnung zu haben, und verlangt, vor dem Eintreffen des königlichen Gastes müsse ihn sein neuer Oberkammerherr Fürst Wittgenstein, instruieren.

03.05.

Der König, den ein „Zahn-Geschwür“ plagt, ist noch nicht wie üblich zum Vortrag in Charlottenburg eingetroffen.

06.05.

„Der König ist diesen Mittag in Charlottenburg gewesen. Seine Majestät haben mit dem Staatskanzler gearbeitet und sind des Abends wieder nach Potsdam zurückgegangen.“ (Wittgenstein)

09.05.

Übergabe des Gouvernements und der Kommandantur von Berlin an den französischen General Durutte. Napoleon begibt sich nach Dresden.

10.05.

Königliche Tafel für die französische Generalität in Sanssouci.

14.05.

„Man hat die Vermutung, dass Seine Majestät der Kaiser vielleicht hier eintreffe oder dass auf der Reise von Dresden nach Warschau zwischen dem Könige und dem Kaiser eine Zusammenkunft in Schlesien stattfinden könnte.“ (Wittgenstein)

18.05.

„Diesen Morgen ist der König von Neapel ganz unerwartet inkognito hier eingetroffen und in dem Hôtel de Russie abgetreten. Seine Majestät kommen über Magdeburg und sollen diese Nacht die Reise nach Warschau weiter fortsetzen. Der Herr Staatskanzler und einige andere Autoritäten sind zu diesem Monarchen gefahren, um ihm aufzuwarten. Ob Seine Majestät den ersteren angenommen haben, weiß ich nicht. Der Kabinettsminister Graf Goltz, der auch geglaubt hat, dahin fahren zu müssen, ist aber nicht vorgelassen worden, da der König von Neapel inkognito hat bleiben wollen und sich bei unserem König nicht hat entschuldigen lassen, durch Potsdam passiert zu sein, ohne Seine Majestät zu besuchen. So habe ich schicklicher gehalten, die Anwesenheit dieses Monarchen ganz zu ignorieren und von Seiten der Hofbeamten keine Aufwartung zu veranlassen.“ (Wittgenstein)

19.05.

„Der König von Neapel ist heute noch hier geblieben und hat sich bei unserem Monarchen melden lassen. Seine Majestät haben sich hierauf von Potsdam nach Charlottenburg begeben und den König von Neapel zur Insel einladen lassen. Ich bin mit dem Staatskanzler dahin gefahren.“ (Wittgenstein)

23.05.

Wittgenstein ist in Dresden. Hier erreicht ihn die „Nachricht, dass die Reise des Kaisers Napoleon nach Berlin nicht stattfinden würde und Seine Majestät der König dagegen von dem Kaiser eingeladen worden wären, nach Dresden zu kommen.“ – Einsetzung des Johanniter-Ordens zu einem Königlichen Haus-Orden.

25.05.

Friedrich Wilhelm III. reist nach Dresden zum „Fürstentag“.

26.05.

Beim Einzug in Dresden gibt es keinerlei Ehrenbezeigungen, da der König sich diese verbeten hatte. Geplant waren eine militärische Parade, Artilleriesalven und das Läuten der Glocken. Der König wird durch den König von Sachsen und die Prinzen Anton und Maximilian am Palais empfangen und bezieht Quartier im prinzlichen Palais in den Zimmern des Prinzen Maximilian. Nach dem Zusammentreffen mit Napoleon trifft er den österreichischen Kaiser. Am abendlichen Diner nehmen die österreichischen und französischen Majestäten, die Königin von Westfalen, der Großherzog von Würzburg und Prinz Anton mit Gemahlin teil, der König speist an der Familientafel der sächsischen Majestäten.

27.05.

Ankunft des Kronprinzen. Der König und der Kronprinz statten dem Kaiser von Frankreich ihren Besuch ab und gewähren verschiedene Audienzen, u. a. für die Minister. „Diese Audienzen dauerten viele Stunden und waren für den König sehr ermüdend.“ (Klöden) An der großen Abendtafel beim König von Sachsen nehmen alle anwesenden höchsten und hohen Herrschaften teil, anschließend vergnügt man sich mit Spiel und Konversation.

28.05.

Gottesdienst in der Hofkirche in Gala anlässlich des Fronleichnamsfest, an der die beiden Kaiser nicht teilnehmen. Für Friedrich Wilhelm III. war eine besondere Tribüne errichtet worden. Nach Besichtigung der Rüstkammer findet der Abschiedsbesuch Napoleons statt. Er gibt ein großes Abschiedsdiner. Der Tag endet nach einem Spaziergang auf den Brühlschen Terrassen, mit „Cercle und Spiel“. (Klöden)

29.05.

Abreise Napoleons über Glogau, Posen, Königsberg zu seiner Armee, die an der Grenze Litauens steht. Klöden schreibt: „Das erschöpfte Ostpreußen wurde von den Franzosen wie eine eroberte Provinz behandelt.“ – Am Nachmittag reisen die österreichischen Majestäten ab. Friedrich Wilhelm III. besucht das Japanische Palais mit seiner Antiken-Sammlung, Bibliothek und Porzellan-Sammlung und diniert bei der französischen Kaiserin mit den noch anwesenden Majestäten. Am Nachmittag geht es nach Tarand. Wittgenstein und Hardenberg bleiben noch in Dresden.

30.05.

Nach Besichtigung der Frauenkirche und der Festung Königstein Weiterreise nach Meißen. Der König von Sachsen verabschiedet sich in der Nähe des Großen Gartens. Auch bei der Abreise war „jede Feierlichkeit oder Begleitung ausdrücklich verbeten“ worden. (Klöden). In Meißen wird der König mit großen Feierlichkeiten empfangen, die Stadt ist illuminiert.“

31.05. bis 01.06.

Auf dem Rückweg über Dessau und Wörlitz Besuch des Herzogs von Dessau. –Der König hinterlässt auf seiner Reise Hausgeschenke, auch der Türsteher der Dresdner Bildergalerie und der der Rüstkammer, die „Leute auf dem Brunnen in Tarand“, der sächsische Wagenmeister, der Küster in Meißen, der Förster in Weidenheim, wo der König gefrühstückt hat, die Musiker von der Porzellanmanufaktur und der Bürgergarde werden bedacht, auch die Armenbüchse in Tarand erhält eine Spende.

02.06. bis 4.08.

Der König ist wieder in Potsdam. In den kommenden Wochen befindet er sich abwechselnd in Charlottenburg, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und Paretz.

17.07.

„Diesen Mittag habe ich bei Seiner Majestät in Charlottenburg gespeist. Es ist bei dieser Gelegenheit das nötige wegen der Reise und des Aufenthalts nach Teplitz verabredet und festgesetzt worden.“ (Wittgenstein) Die letzten Absprachen für die Reise nach Schlesien werden getroffen.

03.08.

„Um den Feierlichkeiten des heutigen Geburtsfestes zu entgehen, haben Seine Majestät den heutigen Tag auf der Pfaueninsel zugebracht. Die Königlichen Kinder und die Geschwister des Königs haben sich, um Seiner Majestät zu gratulieren, dahin begeben. … Das französische Militär hat zur Feier des heutigen Tages eine große und glänzende Parade gegeben, auch des Abends vor dem Königlichen Palais eine sehr schöne militärische Musik aufführen lassen. Des Abends war die Stadt illuminiert. Des Mittags hat der Staatskanzler ein großes Diner von 70 Personen gegeben.“ (Wittgenstein)

05.08.

Beginn der Reise durch Schlesien, um die Truppen in Breslau, Neisse und Glatz zu sehen. Der König wird durch Hardenbergs, General Köckritz, den Geheimen Kabinettsrats Albrecht und mehrerer Flügeladjutanten begleitet. Nach Zwischenhalt in Crossen wird in Grünberg Quartier bei Senator Förster bezogen. Adjutant Natzmer berichtet, „die Einwohner Grünbergs [hätten] die gestrige Ankunft Ihres Souveräns dadurch zu verherrlichen gesucht, Allerhöchstdenselben durch ihre … Bürger-Garde zu empfangen und nach einer vorhergegangenen Illumination der ganzen Stadt einen Ball zu arrangieren, dem Ihre Majestät persönlich mit beigewohnt haben sollen.“

09.08.

Fortsetzung der Reise nach Neisse. Der König wird mit Vivat-Rufen der Stadt- und Landbewohner begrüßt. Beim Pferdewechsel spricht der König mit den Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten. In den kommenden Tagen finden in Neisse Truppenbesichtigung (Neumärkisches Dragoner-Regiment) und ein Besuch der Artillerie-Werkstätten statt. Am 10.08. gibt Oberst Zieten auf dem Redouten-Saal einen Ball. Bei der Abreise erwarten den König vor dem Tor die jungen Mädchen der Stadt, „weiß gekleidet mit grünen Bändern und grünen Kränzen um den Kopf“ und streuten Blumen auf den Weg, der überall auf der ganzen Strecke in Stand gesetzt worden war.

11.08.

In Glatz wird der König durch die Militär- und Zivilbehörden am Gouvernementshaus empfangen, dass „aus eigenem Antriebe der Bewohner erleuchtet“ war. Am folgenden Tag werden die Truppen besichtigt. En Manöver wird wegen einsetzendem Regen auf den Nachmittag verschoben. Die Landstände werden zu Tafel eingeladen. Nach der Besichtigung der Festung endet der Tag mit der Erleuchtung der Stadt und Musik. – Der König autorisiert Hardenbergs, „in Meinem Namen zu verfügen und zu entscheiden“, da er „bei Meiner vorhabenden Badekur wünsche, nicht mit Geschäften überhäuft zu werden.“ Hardenberg solle ihn wöchentlich zweimal, insofern nichts Außerordentliches geschehe, unterrichten. (Cohnfeld)

13.08.

Abreise zu den Truppenbesichtigungen in Chrudim. Das Nachtquartier ist „in demselben Hause, welches 78 Jahre früher (1742) Friedrich der Große bewohnt hatte.“ (Cohnfeld) „Eine unzählbare Menge Menschen aus der ganzen Gegend hatte sich versammelt um Preußens geliebten Monarchen zu sehen, so dass nur mit Mühe der Zug der Wagen langsam durchkommen konnte.“, so der Bericht des Postamtes Glatz. Die weitere Reise durch Böhmen in das sich im Besitz des Fürsten Johann Nepomuk Fürst zu Clary und Aldringen befindliche Teplitz „um daselbst zum ersten Mal die Bäder zu gebrauchen“, erfolgt inkognito.

16.08.

Ankunft in Teplitz. Fürst Esterhazy fährt dem König entgegen, da er keinen feierlichen Empfang wünschte. Die einzige Feierlichkeit bestand darin, dass man auf den Türmen der Stadt Musik machte, was bei allen neu ankommenden Badegästen geschah. Nach der Tafel und einer Promenade im Schlossgarten besucht der König die Fürstin Esterhazy. Der König nimmt für die nächsten Wochen (bis 08.09.) Quartier im Fürstenhaus. – „Übrigens fand in diesem Jahr in Teplitz eine höchst glänzende Vereinigung hoher Personen statt. Die Kaiserin von Österreich, Erzherzog Ferdinand, der Herzog und der Erbprinz von Weimar, viele Mitglieder der sächsischen Königsfamilie waren daselbst versammelt, und außerdem waren der Kaiser von Österreich, und seine Tochter, die Kaiserin von Frankreich, zu einem kurzen Besuch daselbst anwesend.“ (BPH) Die kommenden Tag verlaufen ähnlich: Bäder, Promenaden im Schlossgarten, Ausritte, Besuche bei der Fürstin Clary und anderen Gästen in Teplitz, Teerunden, kleine ländliche Feierlichkeiten, Theateraufführungen, Ausflüge in die Umgebung. Die „Fremden und Badegäste (werden) in der großen Alle vorgestellt“, im Fürstlichen Garten finden öffentliche Bälle statt.

 29.08.

Am Nachmittag Scheibenschießen der hiesigen Schützen-Gesellschaft. Am Nachmittag des Folgetages Vogelschießen mit Armbrüsten.

30.08.

Der König schreibt an den Kronprinzen: „Das schöne Wetter begünstigt uns sehr, um die in der Tat wunderschönen Umgebungen Teplitzens genießen zu können. So mancherlei Abwechslung und Annehmlichkeit mir auch mein hiesiger Aufenthalt gewährt, so freue ich mich jedoch im Voraus auf den Augenblick wenn ich mich wieder unter Euch lieben Kindern befinden werde.“, und an Charlotte: „Mittwoch gebe ich einen Ball im Gartensaal, zu dem alles was beau monde heißt, worunter jedoch auch manches diese Benennung nicht verdient, eingeladen wird. Therese habe ich gebeten die honeurs dabei machen zu helfen.“

07.09.

Nach Dux, um zwei Eskadrons in Augenschein zu nehmen.

08.09.

Nach Mariaschein. Zur Feier des katholischen Festtages Maria Geburt waren hier viele Wallfahrer eingetroffen.

16.09.

Abreise nach Pillnitz zum Besuch des Königs von Sachsen. Den König erwartet eine 8-spännige Kutsche, die ihn zum Bergpalais bringt.

17.09.

Über Herzberg, Jüterbog, Beelitz, Müncheberg Rückkehr nach Potsdam, wo der Herbst verbracht wird.

28.09.

Ende September wird die (künftig jährliche) Ausstellung der Akademie der Künste eröffnet. Zu Caspar David Friedrichs Bild „Felsen mit dem Kreuze“, das er für 200 Taler ankauft, äußert Friedrich Wilhelm III.: „Das ist ein schönes Bild. Als ich nach Teplitz reiste, war ich früh auf und gedachte, die schöne Gegend zu sehen. Aus dem Tau ragten die Hügelspitzen hervor, und machten gerade diese Wirkung einer Meeres-Oberfläche, und meine eigentliche Absicht war vereitelt. Wer es nicht gesehen hat in der Natur, denkt, es ist nicht wahr.“ (Schadow)

30.09.

Prinzessin Wilhelm schreibt an den Bruder: „Den König sah ich in Sanssouci wieder vorige Woche. Er befand sich nicht ganz wohl, weil ihn das Bad sehr angegriffen hatte, wahrscheinlich muss er künftiges Jahr wieder hin.“

13.10.

Auf der Pfaueninsel wird das Geburtstagsfest der Prinzessin Wilhelm begangen.

21.10.

Zwischen dem 18. und dem 21.10. kehrt der Hof nach Charlottenburg zurück. In den kommenden Wochen ist der König „abwechselnd teils in Potsdam und Charlottenburg“ und schläft auch einige Tage in der Woche in Berlin, wenn er das Theater besuch. (Wittgenstein)

24.11.

Der König veranlasst eine Zahlung aus seiner persönlichen Schatulle für das Mausoleum in Charlottenburg.

26.12.

Audienz für den Adjutanten des Königs von Neapel in Charlottenburg.

27.12.

Der Hof ist in Berlin.

30.12.

Gratulationscour beim Prinzen Heinrich.

31.03. bis 01.04.

Besichtigung der Truppen.

02.04.

Abreise nach Kalisch zur Revue.

05.04.

Nach Breslau. Hier bleibt der Hof bis 12.04.

13.04.

Nach Steinau. In den Folgetagen Besichtigung der Truppen, die über die Oder gehen, in Anwesenheit des russischen Kaisers. Großer Zapfenstreich.

16.04.

Rückkehr nach Breslau.

21.04.

Edikt zur Gründung des Landsturms.

22./23.04.

Von Breslau über Liegnitz, Hainau, Bunzlau nach Waldau, dann über von Görlitz, Reichenbach, Weißenberg, Bautzen, Bischofswerda zum „Weißen Hirsch vor Dresden“.

24.04.

Einzug in Dresden. „Gestern kamen der König und der Kaiser hier an. Es war ein großes Spektakel. Beide Monarchen hatten durchaus nicht im Schloss oder im prinzlichen Palais wohnen wollen. Der König wohnt im Racknitzschen Hause neben dem Japanischen Palais, weil er zugleich den Palais-Garten hat. Der Kaiser im Brühlschen Palais. Beide Monarchen stiegen im Brühlschen Palais ab, und da war große Cour. Es war einfache Präsentation, und mir war die Sache nur wichtig, weil ich bei dieser Gelegenheit mehrere Sachsen kennenlernte.“ (Schön)

27.04.

Hardenberg stellt dem König in Dresden den englischen Gesandten Stewart und Lord Catheart vor.

29.04.

Diner beim König. Abreise des russischen Kaisers zur Armee. Napoleon trifft in Naumburg ein.

30.04./1.05.

Über Freiberg, Chemnitz nach Penig, über Frohburg nach Borna und nach Reda ins Blüchersche Hauptquartier.

02.05.

Schlacht bei Groß Görschen, abends nach Groitzsch.

03.05.

Von Groitzsch über Borna, Altenburg nach Penig.

04.05.

Über Chemnitz, Freiberg nach Dresden. Eintreffen des russischen Kaisers in Dresden.

08.05.

Abreise des russischen Kaisers ins Hauptquartier nach Bischofswerda. Ankunft Napoleons in Dresden.

09./10.05.

Über Radeberg, Pulsnitz, Bischoffswerda nach Bautzen (Hauptquartier).

12. bis 20.05.

Nach Würschen. – Die Behörden verlassen Berlin, auch viele Berliner verlassen die Stadt.

18.05.

Napoleon verlässt Dresden, um die verbündeten Truppen in der Nähe von Bautzen aufzusuchen.

21.05.

„vom Schlachtfelde nach Reichenbach“.

22.05.

Über Görlitz nach Lauban (Hauptquartier).

23.05.

Nach Löwenberg.

24.05.

Nach Goldberg.

25.05.

Über Liegnitz, Neumark nach Breslau. Der Hof bleibt bis 29.05. in Breslau.

30.05.

Über Strehlen und Heidersdorf nach Schweidnitz, hier spricht Hardenberg den König.

31.05.

Nach Gröditz (Hauptquartier). Am 04.06. Zusammentreffen mit Hardenberg, am Folgetag Proklamation an das Volk.

07.06.

Nach Neudorf bei Reichenbach. Der König von Preußen und der Kaiser von Russland beziehen das Schloss von Peterswalde, das Hauptquartier ist in Reichenbach.

10.06.

Prinz Wilhelm schreibt an Prinzessin Charlotte: „Des Königs Plan ist nämlich folgender: er wird in einigen Tagen auf einige Tage nach Neiße kommen, dann oder noch vorher den Zobtenberg und Silberberg besuchen und dann in eines von den Grafschaft Glätzischen Bädern oder Brunnen gehen. Ihr alle werdet demnach ebenfalls, denk Dir, welche Freude, nach dem Glätzischen gehen, auf ein Landgut nahe bei dem Bade, wo Papa hingeht, von wo aus wir uns dann von acht zu zehn Tagen ablösen werden, weil es in dem Bade selbst wohl zu voll sein wird. Bei dieser Gelegenheit werden wird dann wohl alle mal wieder vereinigt sein. Welche Freude!“ (Granier)

11.06.

Friedrich Wilhelm III. an das Militärgouvernement: „Wenn die Redaktionen der Berliner Zeitungen in der Wahl, Darstellungsart und Prüfung der aufzunehmenden Artikel nicht sorgfältiger werden, so müssen diese Blätter allen Kredit verlieren.“

15.06.

Von Neudorf über Frankenstein nach Neiße.

18.06.

Von Neiße nach Neudorf.

20.06.

Nach Glatz. In den kommenden Tagen hält sich der König an verschiedenen Orten auf. – „Ein Herr von Zastrow aus Pommern ist hier, um dem König das Leidwesen der Pommern über den Waffenstillstand zu bezeugen, und alles zur Fortsetzung des Krieges zu offerieren. Ein braves Volk! Entgegengesetzt dem schlesischen Geiste. Schlesien, dass uns groß machte und das Napoleon jetzt schon den Österreichern angeboten hat, wird uns wieder kleinmachen, und dazu diese Hardenbersgche Anarchie!“ (Schön)

29.06.

Nach Neudorf.

02.07.

Nach Landeck.

08.07.

Nach Neudorf.

09.07.

Nach Trachenberg. Zusammenkunft des Königs, des russischen Kaisers und des Kronprinzen von Schweden und der Abgeordneten Österreichs und Englands.

13.07.

Nach Blumberg.

14.07.

Über Crossen (Besichtigung der Landwehr beim Umspannen) nach Potsdam, weiter nach Charlottenburg.

15.07.

Einzug in Berlin. Heerschau über das Corps des Generals von Bülow.

16. bis 22.07.

Der Hof ist in Charlottenburg. Am 19./20.7. Ausflug zur Pfaueninsel. Der König gibt 100 Tlr. Courant für die Hilfsbedürftigen in Berlin und 30 Frd’or für die Kranken im Lazarett zu Potsdam.

23.07.

Nach Blumenberg zur Truppenbesichtigung Landwehr.

24.07.

Nach Wohlau.

25.07.

Über Breslau nach Neudorf, von hier aus nach Grottkau (26.07.) und Osseck (28.07.) zur „Revue über Russische Garde-Kavallerie“.

29.07.

Nach Neiße.

30.07.

Nach Landeck. Unterkunft beim Badearzt Dr. A. Foerster, Abreise am 04.08.

05.08.

Nach Niemtsch.

06.08.

Nach Neudorf.

08.08.

Nach Gröditz.

09.08.

Nach Freiburg, Landshut, Plasdorf.

10.08.

Nach Neudorf. – „Diese Zeit hatten Kaiser Alexander und der König benutzt, um täglich über die einzelnen Abteilungen der verbündeten Armee Heerschau zu halten. Der König hatte außerdem die Landwehren gemustert und die Festungen Schweidnitz, Silberberg, Kosel, Glatz und Neisse und die festen Lager bei den letztgenannten Städten besichtigt.“ (Cohnfeld) Ende des Waffenstillstands.

11.08.

Beitritt Österreichs zur Koalition gegen Napoleon.

12.08.

Nach Landeck.

17.08.

Über Glatz, Königgrätz nach Chlumetz.

18.08.

Über Kolin nach Prag. Empfang durch den österreichischen Kaiser vor der Stadt.

19. bis 21.08.

19. bis 21.08. Revue der österreichischen Armee bei Prag.

22.08.

Eintreffen bei der „Böhmischen Armee“ in Komotau.

23.08.

Schlacht bei Großbeeren.

24.08.

Nach Teplitz.

25.08.

Über Peterswald nach Zehist, über Dohna nach Dresden, über Pirna zurück nach Zehist.

26.08.

„Recknitzer Höhen“. Schlacht an der Katzbach.

27.08.

Von den „Recknitzer Höhen nach Dipoldiswalde.

28.08.

Nach Teplitz. Hardenberg ist seit dem 27.07. anwesend, auch der österreichische Kaiser und Metternich sind bereits in Teplitz. In den folgenden Tagen finden Truppenbesichtigungen statt. Am 03.09. trifft W. v. Humboldts in Teplitz ein, in den folgenden Tagen Konferenz Hardenbergs mit Metternich und Nesselrode.

06.09. bis 05.10.

Der König an Prinz Wilhelm: „Ich muss Euch gehorsamst vermelden, dass ich nunmehr schon wieder eine Mérite mehr am Knopfloch zu bammeln habe, seitdem ich von dem Kaiser von Österreich ganz unerwartet das Theresienkreuz erhalten habe. Ich verbitte nicht, sondern erwarte vielmehr eine pflichtmäßige Gratulation. Wie sonderbar es sich für mich trifft jetzt hier in Teplitz zu sein, aber welcher Kontrast?! gegen das vergangene Jahr. Ich benutze die Gelegenheit und bade täglich, heute schon zum 13. Male, Fritz hat seine große Freude an diesem Bade.“ (Granier) Der König gibt 200 Tlr. Courant für das Lazarett in Teplitz.

07.09.

Konferenz mit Metternich, Nesselrode und W. v. Humboldt wegen der Allianz.

09.09.

Allianzvertrag von Teplitz zwischen Preußen-Österreich-Russland.

20.09.

Hardenberg und W. v. Humboldt zum Essen beim König. „Im Hauptquartier war man … auf einen Hauptangriff gefasst. Vom 12. an blieben die Bagagen fertig gepackt, um auf den ersten Wink zurückgeschickt zu werden. Der König besichtigte täglich die Stellung der Truppen und wohnte den meisten Vorpostenaffären bei. Täglich ging der Ritt nach Graupen, Nollendorf, Kulm, dem Geiersberge usw.“ (Sophie Schwerin, aus dem Brief ihres Mannes)

27.09.

Feier des Krönungsfestes des Kaisers von Russland.

01.10.

Revue über einen Teil der Armee von Benigsen.

05.10.

Abreise des Kaisers nach Komotau.

10.10.

Von Teplitz über Peterswald nach Zehist (Hauptquartier). „Er [der König] ließ in dieser Gegend eine beinahe schwärmerische Anhänglichkeit, besonders unter dem Landvolk zurück. Man betrachtete ihn wir den Schutzengel dieses Landes, der dem mächtig eindringenden Feind seine Pässe verschlossen gehalten hatte. Einzeln gespendete Wohltaten vermehrten diesen Eindruck. Wo der König sich blicken ließ, ertönte ihm ein einstimmiges Vivat, und warme Liebeswünsche begleiteten den ‚ritterrlichen König‘, wie man ihn damals so oft nennen hörte.“ (Schwerin)

11.10.

Nach Borten (vor Dresden), Hauptquartier im Flemmingschen Schloss.

14.10.

Nach Freiberg.

15.10.

Nach Altenburg.

16. bis 19.10.

Nach Borna. Auf dem „Monarchenhügel“ Vereinigung sämtlicher Armeen, 16.–19.10. Völkerschlacht von Leipzig, Napoleon unterliegt den Alliierten.

20./21.10.

In Leipzig bezieht der König eine Wohnung auf dem Markt. Besuch des Schlachtfeldes, „wo die Bildes alles Jammers und Elends sich häuften“. Der König „sucht(e) vor allem so viel als möglich Anstalten zu treffen, um dem in der Stadt und Umgegend verbreiteten Elend Schranken zu setzen und wenigstens für Unterbringung aller Kranken und Verwundeten und Wegschaffung der Toten zu sorgen“. Zugleich hatte er „unendlich viel Personen anzunehmen und abzuweisen, die nach dieser Krisis gern wieder für Anhänger der guten Sache gegolten hätten, nachdem sie dem Tyrannen lange genug und zum Teil sehr con amore gedient hatten. Auch der Kronprinz von Schweden stattete dem König einen Besuch ab, der sogleich erwidert ward. Von dem König von Sachsen ward wenig oder gar keine Notiz genommen.“ (Schwerin) – Nach der Völkerschlacht Festgottesdienst in Berlin: Dabei kam es zu solch einem Andrang, dass „die Königlichen Prinzessinnen nur mit der äußersten Mühe durch die Tür der Tribüne haben gelangen können, auch drängten sich während des Gottesdienstes selbst viele Personen mit Gewalt in die Tribüne und das Gedränge wurde so arg, dass eine fremde Frauenperson in Ohnmacht fiel, eine große Störung versursachte und Ihre Königlichen Hoheiten in eine lebhafte Unruhe versetzte.“ (Schwerin)

24.10.

Über Charlottenburg nach Berlin. „Der König wurde mit einem außerordentlichen Jubel empfangen. Seine Majestät stiegen am Dom ab, wo Höchstdieselben an der Kirchentüre von der Königlichen Familie empfangen wurde. Es war ein feierliches Te Deum. Des Abends wurde eine Oper aufgeführt, wo Seine Majestät von dem Publikum abermals mit reiner Freude empfangen wurden, die mit nichts zu vergleichen ist. Die ganze Stadt war illuminiert. Den folgenden Tag war großes Diner in Charlottenburg.“ (Cohnfeld) – Er schenkt 60 Frd’or. für das Lazarett in Potsdam, 2.000 Tlr. Courant für das Lazarett in Berlin und am 100 Tlr. Courant den Armen in Berlin.

25.10.

Ankunft des Königs von Sachsen, der vorläufig im Schloss Schwedt wohnen soll.

29./30.10.

Über Grünberg nach Breslau, wo der König „unter dem Geläute aller Glocken und dem Zujauchzen der Menge eintraf“ (Cohnfeld). In den folgenden Tagen Besuch der Lazarette. Der König gibt 1.500 Tlr. Courant für das Lazarett in Breslau und am 6.11. 20 Frd’or. dem Hofprediger Sack für die verwundeten Krieger.

31.10.

Auflösung des Rheinbundes.

05.11.

Ankunft in Berlin.

08.11.

Der König reist weiter ins Hauptquartier nach Weimar. Wilhelm schreibt an Charlotte: „Unsere Reise war fatigant. Um 8 Uhr kamen wir hier an. … Um 8 Uhr abends kamen wir nach Fraustadt, welches illuminiert war. An einem Fenster war ein Transparent: Heil Alexander, Heil F. W. III., Heil Franz, Heil Blücher. Um 9 Uhr kamen wir unter Jubelgeschrei nach … (den 7.) Grünberg ganz taumelnd …, den 5. um 5 Uhr fuhren wir wieder ab …, unterwegs wurden wir natürlich hinreichend mit Getränken versehen. In Falkenhagen bei Fr. von Alvensleben gab es Bouillon mit Eier und gebratene Kartoffeln. … Um 8 Uhr kamen wir hier an. … Gestern war Diner in Charlottenburg. … Nach Tisch geht’s gen Potsdam, Morgen nach Acken, 9. nach Lützen, 10. vor Erfurt, 11. nach Eisenach.“ (Granier)

10.11.

In Weimar Besuch des Hofes, auch die Großfürstinnen Katharina und Anna, Schwestern von Maria Pawlowna, sind anwesend. In Erfurt erteilt der König der Akademie der Wissenschaften das Recht, sich künftig „Königliche Akademie der Wissenschaften“ zu nennen und wird ihr Protektor, zugleich werden Helden der Befreiungskriege und Staatsreformer Ehrenmitglieder (Barclay de Tolly, Blücher, Boyen, Gneisenau, Hardenberg, Fürst v. Schwarzenberg, Freiherr vom Stein, der Herzog von Wellington).

11.11.

„Heute Mittag 12 Uhr kamen unter dem Namen eines Grafen von Ruppin Seine Majestät der König von Preußen hier an und setzten, nachdem Allerhöchstdieselben sich mit unsers gnädigst residierenden Herzogs Durchlaucht, Höchstwelcher ihm im Posthause seine Ehrfurcht bezeigte, eine halbe Stunde lang freundschaftlichst unterhalten hatten, unter allgemeinem Vivatrufen des Volkes ihre weitere Reise nach Eisenach fort.“ (Gothaische Zeitung)

14.11.

Ankunft in Frankfurt am Main. Wilhelm schreibt an Charlotte: „Man wollte Papa feierlich empfangen. Ein großer Feind von allen dergleichen Sachen, prevenierte er die Kaiser und kam, statt gestern früh, schon vorgestern Abend. Wir wohnen im Darmstädter Hof auf der Zeile, wo ein ewiger Lärm ist, der Kaiser Alexander daneben im Schweizerischen Hause, der Kaiser Franz um die Ecke rum im Taxis’schen Palais.“ (Granier)

 

„Die Könige, Großfürstinnen, Herzöge nicht einmal gerechnet, hatten sich eine Legion kleiner Fürsten und Potentaten in Frankfurt versammelt. Alles wollte den neuen Machthabern huldigen, die alte Treue in Erinnerung oder früheres Unrecht in Vergessenheit bringen. … Bei dem allgemeinen Drängen nach Preußens Schutz und Fürsprache ward die Vorstube des Königs nie leer und es war keine geringe Last für die diensttuenden Adjutanten, hier oft die vornehmsten wie die dringendsten Gesuche abzuweisen. … Solch ein Sejourtag verstrich unter einem beständigen Empfangen, Konversieren, Hinhalten, Wegkomplimentieren der verschiedensten Gäste, in Lesen und Beantworten von Billets, Annehmen und Anbringen von Bittschriften, Anberaumung von Audienzen, die es dem König ebenso verdrießlich war, zu halten, als zu verweigern. … ‚ Eine vortreffliche Schule gegen die Sprechfaulheit und die Konversationsabneigung‘, nannte Wilhelm diese Sessionen. … Die übrige Zeit ging mit Meldungen, Zeremonien, Besuchen der hohen Häupter untereinander, Präsentationen, Spaziergängen, Paraden usw. hin.“ (Schwerin)

16.11.

Beginn des Aufbruchs der Monarchen. „Der Aufenthalt in Frankfurt war nun für den König weit stiller geworden, und diese Zeit bot auch in politischer Hinsicht wenig Interesse.“ (Schwerin)

20.11.

Wilhelm an Charlotte: „Alle Morgen gehen wir hier auf die Wachtparade der russischen und preußischen Garden. Dann wird spazieren gegangen von 12 bis gegen 1/2 2. Diner. Des abends Komödie oder Tee. … Neulich auf dem Ball wurde hier der schöne Walzer gespielt. … Die Polonäse hören wir alle Tage. Man sollte eher glauben, wir lebten hier im Frieden als im Krieg, und der Feind steht doch nur vier Meilen von hier.“ (Pagel)

21.11.

Diner beim Kaiser Franz zu Ehren des Königs von Württemberg.

22.11.

Nach Hanau, „wo wir den Großfürstinnen unsern Kratzfuß gemacht hatten“. (Granier)

26.11.

Mit dem Kaiser Alexander Besuch des Großherzogs in Darmstadt.

30.11.

Nach Wiesbaden. Wilhelm an Charlotte: „Als wir ankamen um 3 Uhr versammelte sich das ganze Hauptquartier, Papa entließ sie gleich. Er ging mit uns um die Badeanstalten zu besehen. Das Wasser ist heißer als das Töplitzer.“ (Granier)

01.12.

Revue bei Mosbach, Erbenheim, Hochheim, Besichtigung des Yorkschen Corps „im Angesicht des Rheins vor Mainz“. (Granier)

03.12.

Fest des Semenowschen Garde-Regiments. Wilhelm schreibt an Charlotte: „Seit einigen Tagen hat sich hier sehr viel Beschreibendes zugetragen. 1, unser Besuch in Darmstadt 2, der Ball und die Revuen von Wiesbaden und 3, heute, das Fest des Semenowschen Regiments. Der Darmstädter Hof ist der etikettenreichste und steifste den man sich denken kann. Der Großherzog gleicht außerordentlich der seligen Groß-Mama Sie … fiel Papa wie ein kleines Kind beim Wiedersehen um den Hals. … Vorstellung des Hofes, Diner. Uns dreien war sogleich bei der Ankunft jedem ein Offizier zur Aufwartung gegeben, die uns bei jedem Schritt verfolgten!!! Recht was für uns!!! Die hohen Herrschaften erhielten Pagen von allen Alters zur Aufwartung, welche erst drei Tage vorher angenommen und Tag und Nacht einexerziert worden waren. Ich glaube, sie waren geschminkt. Das Diner dauerte sehr lange und war sehr langweilig. Nach Tisch wurde den hohen Herrschaften unter Voraustretung von 7 Hofchargen – eine Tasse Kaffee gereicht. … Zuletzt fuhren wir mit Läufern, so Fackeln trugen, zu den Thron-Erben zum Abschied. Von dort zurück nach Frankfurt, wo wir um 1/2 9 Uhr ankamen.“ (Granier)

06.12.

Ordensverleihung durch Kaiser Alexander. Diner beim Kaiser Franz.

07.12.

Ankunft der Prinzessin Charlotte in Berlin. An Wilhelm: „Du weißt vielleicht, dass man uns mit vielen Pomp einholen wollte, dass es aber Wittgenstein weislich abwies.“ (Granier)

09.12.

Der König schreibt an Charlotte: „Für mich persönlich ist dieser Ort [Frankfurt] und Gegend ein klassischer Boden. Dass Vergangenheit und Gegenwart mir zu ernsten Betrachtungen oft genug Veranlassung gibt, kannst Du Dir leicht denken. … Hier ist ein ewiges Treiben und Tribulieren, Paraden, Fremde, Kuren, Visiten ohne Ende, Schmäuse etc. Heute gibt Uwaroff ein brillante Fete, auf der ich aber nicht werde erscheinen können, da ich eine gewaltig dicke Backe seit ein paar Tagen ergattert habe.“ – „Sonntag wird in Wiesbaden zur Feier von Blücher’s Namenstag auch ein Ball sein.“ (Granier)

11.12.

Abreise des österreichischen Kaisers.

12.12.

Abreise des russischen Kaisers und Abmarsch der russischen Garden. Empfang einer Abordnung der Stadt Thorn.

13.12.

Abmarsch der preußischen Garden.

15.12.

Wilhelm an Charlotte: „Hier ist es schon recht leer, der Kaiser und die Garden und die Großfürstinnen sind alle fort. Morgen geht das Preußische Hauptquartier. Papa für seine Person bleibt noch bis zum 28. und folgt dann nach Freiburg in der Gegend von Basel. Ich gehe mit ihm, Fritz ein paar [Tage] vor uns. … Vor einigen Tagen haben wir einen Ball in Darmstadt gehabt. Er war zu unserer aller Freude und Verwunderung ganz etikettenlos und munter. … Der Ball war dem Kaiser zu Ehren.“ (Granier)

25.12.

Stiftung einer Medaille für „alles Militär … welches die Champagne mitgemacht hat“.

31.12.

Abreise über Darmstadt, Bensheim, Heppenheim, Weinheim nach Heidelberg.

27./28.02.

Nach Bar sur Aube, am Abend zurück nach Colombay.

01.03. bis 13.03.

Nach Chaumont (Hauptquartier), wo sich Friedrich Wilhelm III. bis zum 13.03. aufhält. „Papa war von den drei Regenten der Einzige bei der Affaire. Die beiden andern waren schon am 25. hierher gegangen. Papa wollte es abwarten. Bei dieser Affaire habe ich zum ersten Mal die Bekanntschaft der kleinen Kugel gemacht.“ (Cohn) Am 10.03. erhält Prinz Wilhelm das Eiserne Kreuz.

14.03.

Nach Bar sur Aube.

15.03.

Nach Troyes. Hier bleibt der König bis 19.03.

20.03.

Nach Poincy.

21.03.

Nach Pougy ins Hauptquartier. Am 23.03. Weiterreise Richtung Paris. 

30.03.

Schlacht vor Paris. Die Nacht wird in Pantin im Hauptquartier verbracht. Friedrich Wilhelm III. schreibt an Charlotte: „Hurrah! Hurrah! Hurra! Paris ist unser. Morgen früh 7 Uhr rücken wir ein. Graf Schwerin wird über alles nähere Auskunft geben können. Ich bin sehr müde, Gute Nacht, schlaf wohl und küsse sogleich Luischen u. Albrecht. Pantin 1/2 Meile vor Paris, den 30. März 14“. 

31.03.

Einzug in Paris. Quartier im Hotel Beauharnais. Konferenz Friedrich Wilhelms III. mit Zar Alexander und Talleyrand.

01.04. bis 03.06.

Besichtigung der Tuilerien, von Notre Dame, Les Invalides, St. Geneviève, Louvre (geführt von Alexander von Humboldt), am Abend Besuch der Oper (Die Vestalin). „Unser König und Herr kümmerte sich um Liebe oder Widerwillen der Pariser nicht. Er ging und fuhr und ritt in Paris, ebenso wie in Berlin oder Charlottenburg, ohne alle Bedeckung und in keiner andern Begleitung als der Alexander Humboldts und des diensthaben Adjutanten. Täglich sahen die Pariser ihn so anspruchslos, und doch in unzertrennlicher Gesellschaft ihres gebildetsten, gelehrtesten Mitbürgers (denn als Mitbürger galt ihnen Humboldt) in allen Sälen, in allen Museen, an allen Orten, wo für die Wissbegierde etwas zu sehen und zu lernen war.“ (Hippel) Humboldt verwendete sich mit Erfolg bei der preußischen Kommandantur für den Schutz des „Museum d’Histoire naturelle“.

02.04.

Le Jardin des Plantes, Antikenkabinett, Schloss Luxemburg, am Abend Ballett und Oper. „Ehrenbezeugungen wurden den Monarchen zuteil, wenn sie die öffentlichen Institute besuchten. In der ersten Woche seines Aufenthalts in Paris ging der König in das große Museum und die Sammlung Französischer National-Denkmale im Augustiner-Kloster. Auch kam er wiederholt in das Atelier des Malers Girard, der des Königs Bild in Lebensgröße malte. Den Palast des gesetzgebenden Corps und die Bibliothek besuchte der König in Begleitung seiner Söhne. … Am 21. wohnten der König und seine Söhne gemeinschaftlich mit dem Kaiser Alexander einer Sitzung der Französischen Akademie bei. … Der König besuchte außerdem einzelne Kaufläden, den architektonisch merkwürdigen Saal der olympischen Gesellschaft, die Modellsammlung zur Beförderung der Künste und Handwerke und endlich die Münze. … Seine Abneigung gegen Prunk und Ostentation bewahrte der König auch in Paris, dem Mittelpunkt des Luxus, und mitten im Getriebe der Franzosen, die auf äußeres Gepränge so großen Wert legen.“ (Cohnfeld)

04.04.

Revue über eine Abteilung des 3. Corps. Wilhelm schreibt: „Da wären wir ja in dem großen Sündenpfuhl wo ich unter solchen Umständen nie her zu kommen glaubte. … Von dem Jubel bei unserem Einzug macht man sich keinen Begriff, ich verweise auf den Graf Schwerin. Besehen haben wir die Hauptsachen schon alle, wie die Tuilerien mit einer orientalischen Pracht, den Louvre, die 1.400 Fuß lange wunderschöne Bildergalerie, das Antikenkabinett (Apollo und Laokoon waren verpackt), die Invalidenanstalt, Le Jardin des Plantes mit dem Naturalienkabinett und wilden lebendigen Tieren. Ein Elefant unter anderem. Das Schloss Luxemburg, Petits Augustins, eine Sammlung von Monumenten und Statuen seit dem 14. Jahrhundert, sehr interessant, das Pantheon, das Atelier von Gerard, das Corps Legislativ, Palais Royal, in welchem alles, alles zu haben ist. … Nein eine solche Stadt!!! Nein, die himmlischen Balletts der großen Oper!!! Göttlich!!! Die Vestalin wurde gegeben.“

14.04.

„H. und sein Bruder werden dem König Louis XVIII. von Frankreich vorgestellt. H. muss dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen als Begleiter und Vorleser dienen, er steht in der höchsten Gnade‘.“ (Humboldt-Chronologie)

17.04.

Nach Versailles und zurück über St. Cloud.

20.04.

Charlotte schreibt an den König: „Man sagt, dass Sie noch die Ankunft und die Krönung Ludwig XVIII. beiwohnen wollen, und dann spricht man von einer Reise nach England und endlich Wien. Wie lange, unabsehbare Zeit würde das noch mit sich nehmen! Mein lieber Papa, o machen Sie das alles so schnell als möglich ab. Mit welcher Sehnsucht werden Sie hier von 1000senden erwartet.“ (Granier)

22.04.

Über Versailles und Cognieres nach Rambouilliet und zurück.

03.05.

Einzug des französischen Königs Louis XVIII. in Paris.

07.05.

Über Neuilly und Nanterre nach Malmaison und zurück.

11.05.

Nach Versailles.

13.05.

Friedrich Wilhelm III. an Charlotte: „Meine Reise nach England ist beinah als beschlossen anzusehen, die Einladung war nicht abzulehnen, der Prinz-Regent fordert mich dazu auf und meine Schwester wünscht es sehnlich. Von London über Wien nach Berlin zu reisen, ist auch nicht der nächste Weg, allein auch diese Einladung ließ sich nicht ablehnen.“ (Bailleu)

22.05.

Prinz Wilhelm an seinen Bruder, Prinz Carl: „In London sind wir noch nicht, wie Du siehst. Auch ist noch gar nicht bestimmt, ob wir mitgehen. Es scheint beinahe nein. … Die Interimsröcke trägt man noch selten und geheim Wenn man in Ruhe ist, werden sie wohl wieder nach und nach aufkommen. Die Subaltern Offiziers tragen alle Stiefeletten, Beinkleider, wir aber nicht. … Unser Aufenthalt wird wohl nicht mehr lange hier sein, vielleicht nur noch 8 Tage. Wie gesagt, über uns ist nichts bestimmt. Gestern war der frz. König au théatre francais. Papa und wir waren im Fraqu. Es war wieder ein rasender Lärm, als die allerchristlichste Majestät kam. … Morgen sind wir nach Malmaison eingeladen, um daselbst den ganzen Tag zu passieren. Wenn das so regnigt ist wie heute, so wird es ein schlechter Spaß sein. – Eben kommen wir von der Visite des Duc d’Orleans, ein sehr aimabler Mann. Ich schicke Dir hierbei einige Zeitungen, die ich Dich bitte an Charlotte zu geben, die sie, glaub ich, aufhebt, nachdem Du sie gelesen hast.“

23.05.

Nach Malmaison und zurück.

24.05.

Nach Vincenne und zurück.

25.05.

Nach la Croix d’Accueil und zurück.

02.06.

Nach Amiens.

03.06.

Nach Boulogne.

04.06.

„Abends um halb 7 Uhr landeten die hohen Herrschaften in England. Alle Matrosen … schwenkten ihre Hüte unter Freudengeschrei, alle Schiffe flaggten und feuerten unablässig. Am Ufer war Militär aufgestellt. Unter einer unabsehlichen Volksmenge wurden die Monarchen von den ihnen entgegengesandten Kammerherren des englischen Regenten bewillkommnet. Im Gefolge des Königs befanden sich der Kronprinz und dessen Bruder Prinz Wilhelm, der Prinz Friedrich, Neffe des Königs, Prinz August Ferdinand, Fürst Blücher, Fürst Hardenberg, Baron von Humboldt etc.“ (Klöden)

05.06.

Über Canterbury, Rochester, Dartford nach London.

06.06. bis 18.06.

In London Quartier im Haus des Herzogs von Clarence. Assemblee beim Prinzregenten in Carltonhouse. Wilhelm an Charlotte: „Den 4. um 6 Uhr morgens reisten wir von dem so merkwürdigen Paris ab. Obgleich inkognito im Frack wurden wir doch überall mit Freudengeschrei empfangen. In Amiens blieben wir die Nacht, wo wir um 6 Uhr ankamen, dinierten und sogleich die recht schöne Kathedrale in Augenschein nahmen. den 5. reisten wir wieder um 6 Uhr ab nach Boulogne, wo wir um 4 Uhr anlangten. … Den Abend war Ball … Den 6. des Morgens war dann die Flut wieder eingetreten, und um 1/2 12 Uhr embarquierten wir uns in ein kleines Boot, um nach dem 3 Decker Linien-Schiff Impregnable zu kommen. … Als wir aus dem Hafen fuhren und Frankreich verließen, salutierte uns die ganze Flotte, welche auf der Reede zu unserer Eskorte lag, welches aus dem Fort Boulogne beantwortet wurde. Auf allen Schiffen standen denn die Matrosen auf den Masten und schrien Hurrah! Als wir auf dem Impregnable ausstiegen und auf dem Verdeck anlangten, wurde sehr schön God save the king gespielt. Es war echt rührend und feierlich. Dann wurde Hurrah gerufen.“ (Granier)

08.06.

Nach Asconheath und Windsor, über Hounslow zurück.

10.06.

Auf der Themse nach Woolwich, zurück auf dem Land. Besichtigung des Linienschiffes Nelson, des Arsenals und der Werft. Besichtigung und Vorführung in der Congrevschen Raketen-Artillerie-Schule.

11.06.

Nach Oxford und Besuch der Universität.

12.06.

Der König notiert in seinem Tagebuch: „Große Zeremonie der Universität und im Rathause (Town Hall). Observatorium“ Ernennung beider Monarchen zu Doktoren der Rechte, Überreichung der Diplome. Ernennung des Herzogs von Wellington, des Fürsten Metternich, des Grafen Liven und des Fürsten Blücher zu Ehrenmitgliedern der Fakultät. Im Stadthaus Verleihung des Bürgerrechts der Stadt Oxford an beide Monarchen.

15.06.

Bankett des Stadtrats und der Bürgerschaft von London für beide Monarchen, „zu welchem die feierliche Auffahrt nach dem Stadthause mit eben dem Zeremoniell, wie sie bei der Krönung eines Königs von England stattzufinden pflegt, vor sich gehen sollte.“

16.06.

Nach Cheswick und Oaklands zur Herzogin von York (Prinzessin Friederike von Preußen).

17.06.

Zurück nach London zur Revue im Hyde-Park. Besuch der Parlamentssitzung. Am Abend Konferenz mit Lord Castlereagh.

18.06.

Besuch des Britischen Museums, der Westindischen Schiffswerft und des Amtshauses der ostindischen Kompanie. „Der Aufenthalt in London war eine beinahe ununterbrochene Reihe von Festlichkeiten, von denen die meisten aber einen so eigentümlichen Charakter trugen, dass sie nicht in die gemeine Rubrik gerechnet werden konnten. So die Erteilung des Hosenbandordens an unseren König …, die dreitägige Erleuchtung des unermesslichen London, die Revuen in Hyde-Park …, endlich das merkwürdige Fest in der City.“ (Schwerin)

20.06.

Nach Portsmouth, Quartier im Gouvernementshaus. Wilhelm schreibt an Charlotte am 21.06.: „… nach Portsmouth, um die Stadt, Hafen, Truppen zu sehen. Von dort den 24. nach Dover, 25. nach Calais, 27. der König, ich und Adj. nach Paris … In Paris einige Tage, dann nach Neuchâtel, einige Tage, nach Karlsruhe, und so weiter nach Berlin. … Die gestrige große Fête im Cloup hat alle Erwartungen übertroffen, Sie war magnifique. In einer großen Galerie wurde getanzt, in 2 anderen gespeist. Es waren an 3.000 Personen dort. Um 1/2 6 heute früh sind wir mit Papa nach Haus gekommen.“ (Granier)

21./22.06.

Einschiffung und Besichtigung der Flotte auf der Reede. Dejeuner auf dem Linienschiff „Impregnable“. Bei der Rückkehr an Land gab die Garnison „sechs schöne Salven mit Geschütz und Kleingewehr“. (Pagel)

22.06.

Von Portsmouth nach Petworth zum Truppenmanöver.

23.06.

Über Brighton nach Dover.

24.06.

Einschiffung (Fregatte Nymphen) und Überfahrt nach Calais, Dejeuner beim Kaiser und Großfürsten. 

25.06.

Nach Amiens „in tiefem Inkognito … Wir haben heute der königlichen Familie im Frack unsere Aufwartung gemacht.“ (Pagel) – „Während seines jetzigen Aufenthalts in Paris aß der König nur einmal bei Ludwig XVII., und zwar à quatre couverts, beide Könige, Prinz Wilhelm und der Herzog von Berry.“ (Schwerin)

26.06. bis 05.07.

Nach Paris. Hier wird Quartier beim preußischen Gesandten bis zum 05.07. genommen. „Musste man im Ganzen die Bescheidenheit loben, mit der das Pariser Publikum das Inkognito des Königs ehrte und ihm, so leicht er auch überall erkannt wurde, nirgends lästig fiel, so war dies keineswegs für den supplizierenden (begleitenden) Teil desselben der Fall, so dass es keine geringe Aufgabe war, dieser Zudringlichkeit zu steuern.“ (Schwerin)

06.07. bis 22.07.

Reise nach Neuchâtel und in die Schweiz in Begleitung des Prinzen Wilhelm in strengstem Inkognito und ohne Gefolge. Am 06.07. Besichtigung des Schlosses Fontainebleau, wo Napoleon die Abdankungsurkunde unterzeichnet hatte, bis Sens Begleitung durch Alexander von Humboldt. „Der König hatte den Bitten seiner getreuen Neuchâteller, sich ihnen wieder als Landesherr zu zeigen, nachgegeben, und so führte sein Weg erst über Neuchâtel, Bern, Freiburg, Karlsruhe, Frankfurt, Weimar nach Berlin. … Es war wohl schön für die Preußen, die Schweiz und Deutschland in jenem Augenblick zu durchstreichen, wo, wie Arndt sagte, ‚der preußische Name durch ihre Siege und die Art, wie sie ihre Siege gebraucht haben, der größte und teuerste deutscher Namen geworden war.‘ Von dieser Anerkennung ergriffen, rief Gneisenau damals aus: ‚Nun noch eine liberale Konstitution und alles Deutsche wird kokettieren, um preußisch zu werden!’„ (Schwerin)

09.07.

Ankunft in Neuchâtel, Unterkunft beim Grafen Pourtalès.

10./11.07.

Audienzen, dann Gottesdienst. Fahrt nach Schloss Erbach. Diner beim Fürsten Pourtalès. Vorstellung der Deputierten verschiedener Schweizer Kantone. Am Abend Ball auf dem Rathaus und Ballett in Schweizer Kostümen. Wilhelm an Charlotte: „Du siehst, dass wir in dem herrlichen Neuchâtel eingetroffen sind … Wir fuhren nach Fontainebleau. Im tiefsten inkognito (ein Geheimnis), wo wir das merkwürdig durch N. gewordene Schloss besahen, und dann nach Sens weiterreisten. Den 9. nach Avalon, den 10. über Dijon, eine ziemliche Stadt, nach Auronne, den 11. nach Petalier, über Besançon …, den 12. dann, gestern, hielten wir unsern Einzug in diesem herrlichen Ländchen. Herr von Pourtalès, einer der reichsten Neuchâteler, empfing uns an der Grenze, wo er sich in unseren Wagen setzte, Alle Dörfer waren mit Ehrenpforten geschmückt, wo die Bürgergarden paradierten und weiß gekleidete Mädchen mit Blumen streuten. Es war eine bis zur tiefsten Rührung gehende Freude unter den Einwohnern. … In der Stadt hier, wo der Lärm am stärksten ist, wohnen wir bei Herrn von Pourtalès, wo wie gleich dinierten, und nach Tisch nach dem Preußischen Garde-Hospital in Biel fuhren, welches äußerst gut und reinlich veranstaltet ist, und von dort nach einer schönen Kattun-Fabrique.“

12.07. bis 17.07.

Weiterreise nach Bern.

18./19.07.

„Alle Straßen waren gedrängt voll Menschen, um sich an der schönen Erleuchtung zu ergötzen, für die man sich noch nie so viel Mühe gegeben hatte. Überhaupt sind die Berner sehr preußisch gestimmt.“ (Schwerin)

20.07.

Nach Zürich.

21.07.

Über Eglisau, den Rheinfall nach Schaffhausen.

 

Über das Höllenthal, Freiburg nach Emmendingen.

22.07. bis 26.07.

Weiterreise über Karlsruhe nach Mainz und Frankfurt am Main zu Truppenbesichtigungen.

24.07.

„… morgens … erhielt ich vom Könige den Befehl, über Darmstadt nach Frankfurt zu gehen, um ihn am erstgenannten Orte zu entschuldigen, während er mit dem Prinzen Wilhelm und Natzmer ganz inkognito nach Mainz gehen wollte, um die dortige Garnison und Festung zu besehen. … In Darmstadt richtete ich meinen Auftrag aus und ward von dem Großherzog und der Großherzogin sehr artig empfangen, wiewohl doch einige Empfindlichkeit über das Ausbleiben des Königs unverkennbar hindurchblickte.“ (Schwerin)

27.07.

„Umweg über Wilhelmsbad, wo der König die Erinnerung einer früher dort verlebten Badezeit aufsuchen wollte, die ihm sehr wohlzutun schien und wobei sein Gedächtnis sich wieder bis auf die geringfügigsten Details merkwürdig bewährte“. (Schwerin)

28.07.

Eisenach. „Die Unterhaltung beim Tee roulierte über die deutschen Angelegenheiten, und was in Zukunft von ihnen in Bezug auf einen soliden, dauerhaften Verein zu erwarten stehe. Der König äußerte seine Meinung darüber sehr freimütig und machte sich wenigstens keine Täuschung über die Schwierigkeit dieses Unternehmens, bei der man ihn, wie er meinte, zum Regierungsrat des Kaisers von Österreich machen wolle.“ (Schwerin)

29.07.

Über Gotha, Erfurt nach Weimar. Dejeuner dinatoire im Lustschloss Friedrichsthal beim Herzog von Gotha. In Erfurt im Gouvernementsgebäude Versammlung aller Zivil- und Militärbehörden, Musterung der Truppen auf dem Marktplatz. Empfang einer Deputation der Universität im Gouvernementshaus, „welche auf einem Samtkissen ein Gedicht überreichte, dessen nachheriges Schicksal wohl nicht der Mühe entsprach, die es den Verfasser gekostet haben mochte. Den Äußerungen nach schätzen sich die Erfurter sehr glücklich, wieder von Preußen okkupiert zu sein, sie hatten daher auch aus eigener Bewegung ein Monument napoleonischer Zeit mit einem Altare vertauscht, auf dem ein großes eisernes Kreuz aufgepflanzt stand.“ (Schwerin)

30.07.

Nach Leipzig.

31.07.

In Wittenberg Musterung der Truppen, Besichtigung der Festung. Besuch von Luthers Grabstätte. Urspr. wollte der König in Wittenberg bleiben, fasst aber den Beschluss, doch nach Potsdam zu reisen, „um womöglich ganz unerwartet dort einzutreffen. Es gelang dies auch so gut, dass die kleine Tür, durch welche der König gewöhnlich ins Schloss zu gehen pflegt, noch verschlossen war, und selbst von den königlichen Kindern, die erst von einem Ball in der Stadt abberufen werden mussten, keines anwesend war. Weniger gut konnte diese Überraschung auf den Stationen gelingen, da die Pferde zum Empfang des Königs bereit stehen mussten und dadurch auch die Landräte und Vorsteher anderer Behörden verführt worden waren, sich auf dem Relais einzufinden, was den König nicht in die beste Laune versetzte. Auch der Sand von Wittenberg bis Potsdam, so wenig auch die entgegengesandten königlichen Gespanne ihn zu beachten schienen, fiel dem König so störend auf, dass wir uns wohl Hoffnung machen dürfen, auf diesem Wege Chausseen entstehen zu sehen, sobald es die Mittel nur einigermaßen erlauben.“ (Schwerin)

01.08.

„…der König war sehr gnädig und heiter. Leider war er aber heimlich in Berlin gewesen, hatte alle Vorkehrungen zu seinem Empfang zu ostentatiös gefunden und alles zu viel und zu schön. Das Zeughaus, was so besonders schön verziert war, hat er ganz abräumen und seines Schmuckes entkleiden lassen und sehr gescholten.“ (Voss)

02.08.

„Inzwischen bildete die Rückkehr des Königs mit den Garden den Glanzpunkt für Berlin. Des Königs Sinn widersprach es jederzeit (namentlich auf seinen Reisen) darbot, selbst mit Rauheit zurückzuweisen. Die Zeit hatte ihn indessen doch so weit fortgerissen, dass er jetzt einen feierlichen Empfang in Berlin annahm. Die Stadt traf große Vorbereitungen dazu, aber so ganz konnte er seine Natur nicht verleugnen. Er kam des Tags zuvor inkognito zur Stadt, um die Anordnungen zu besehen, fand alles zu viel. Manches musste wieder zerstört werden, und als er seinen feierlichen Einzug an der Spitze der Garden hielt, tat er es so überraschend früh vor der erwarteten Stunde, dass fast noch niemand auf der Straße war und er dadurch dem größten Hurra entging. Glücklicherweise hatte mich die Sorge, die Straße nicht mehr überschreiten zu können, früh genug hinausgetrieben, um diesen Einzug, ziemlich kahl, auf dem noch ganz leeren Pariser Platz zu sehen, weiterhin in der Stadt war es wohl lebendiger. Dann gab es zum ersten Mal den Aktus eines Militärgottesdienstes im Freien, und da sonderbarerweise gerade in den Unglücksjahren das Ordensfest zuerst bei und eingeführt worden war, so kann man wohl von jener Zeit an bei uns das Aufleben solcher Zeremonien und öffentlichen Demonstrationen datieren, an die unsere Herrscher seit Friedrich I., glaube ich, nicht mehr gedacht hatten und mit denen wir jetzt so überschüttet werden. Großartig fand man die Illumination, die diesen Tag beschloss, und ich sehe besonders noch ein ungeheures illuminiertes Kreuz am dunklen Nachthimmel schweben, dass die katholische Kirche auf ihrer Kuppel errichtet hatte. Es erschien wie eine Vorbedeutung der großen Macht, die gerade diese Kirche in unserem protestantischen Lande gewinnen sollte.“ (Rochow)

03.08.

Ankunft in Potsdam.

04.08.

„Um 9 Uhr morgens hielt der König seinen Einzug. Alle Truppen, auch die russischen, bildeten Spalier. Dann war Gottesdienst.“ (Parthey) Cour, Besuch der Oper und des Nationaltheaters, Diner im Schloss, Besichtigung der Illumination der Stadt.

05.08. bis 10.08.

Charlottenburg.

10.08.

„Der König fuhr mit der Prinzess Charlotte nach Potsdam, um die Russen einziehen zu sehen.“ (Voss) Stiftung des Luisen-Ordens.

11.08.

Truppeneinmarsch in Berlin. Diner für die Offiziere im „Komödienhaus“, am Abend Schauspiel.

12./13.08.

„Die sämtlichen Truppen, Russen und Preußen zusammen, wurden heute vom König festlich bewirtet. Die Tafeln standen dicht gereiht über den ganzen Lustgarten und die Linden entlang bis an das Brandenburger Tor. Der König mit dem großen Militärgefolge ging überall selbst umher, an jedem Tisch die Leute zu sehen und zu begrüßen.“ (Voss) Am Folgetag Gala-Diner für die Garde-Offiziere im Weißen Saal des Schlosses.

14.08.

Ausmarsch der Truppen.

15.08. bis 15.09.

Der Hof ist in Charlottenburg. „Sonderbarerweise zeigten sich zu derselben Zeit die Kontraste zu jenen Bestrebungen [sich vom Französischen zu entfernen], indem die aus Frankreich zurückkehrenden Fürsten und Militärs uns die ersten Proben des Luxus, der Eleganz französischer Moden mitbrachten, die dadurch liebte, wenn es der Königin einfiel, sich ein Toilettenstück aus Paris kommen zu lassen, schenkte jetzt nicht nur seinen Töchtern dergleichen uns unbekannte Luxusgegenstände, sondern er fing auch an, auf solche Dinge zu halten. Seine spätere Gemahlin musste immer aus Paris gekleidet sein.“ (Marwitz)

16.09.

Beginn der Reise nach Wien von Charlottenburg aus in Begleitung des Fürsten Wittgenstein, der im Mai 1815 nach Berlin zurückkehrt, und Hardenbergs (beide bereits abgereist) sowie der Prinzen Wilhelm und August (reisen 1 Tag später). Im Ausland reist der König inkognito als „Graf von Ruppin“.

17.09.

Ankunft in Breslau. „Die Stadt war erleuchtet, alle übrige Solennitäten aber unterblieben auf ausdrücklichen Befehl des Königs, dem das frohe Jauchzen des Volkes das bei weitem schönste Festzeichen war. Am Tage nach seiner Ankunft hielt der König Musterung über die Truppen, und abends besuchte er einen Ball, den die Stadt ihm zu Ehren in dem festlich geschmückten Lokal der Provinzial-Ressource veranstaltet hatte.“ (Cohnfeld)

18.09. bis 21.09.

Über Neisse, Quartier in der Friedrichstädtischen Apotheke, Troppau, Brünn nach Wolkersdorf. Friedrich Wilhelm III. erwartet hier die Ankunft des Kaisers Alexander.

22.09.

Nach Wien. „Man schreibt mir aus Wien, dass der Kaiser Franz als Ehrenpforte zum Empfang unseres Königs das Brandenburger Tor ganz genau hat in Holz nachmachen lassen, was ein hübscher Gedanke war.“ (Voss) Unterkunft des Königs im Schweizerhof, nach dem Diner am Hof Besuch des Theaters. „Wien war damals aber mehr denn je auch die Stadt der großen Theater- und Musikveranstaltungen. Nie zuvor hatte es hier eine solche Konzentration künstlerischer Spitzenleistungen gegeben wie in der Zeit des Kongresses.“ (Wernigerode)

23.09. bis 20.10.

„Unter gegenseitigen Freundschaftsbezeugungen schien man sich nur erforschen zu wollen, und es herrschte eine wahre Gewitterluft, es lag ein banger Druck auf den Gemütern. Um sich dessen zu entledigen, um die äußere Haltung zu gewinnen, stürzte man sich in Zerstreuungen, und es nahm den Anschein, als seien die großen Herren mit ihrem zahlreichen Gefolge nur dazu nach Wien gekommen, um sich dort von ihrem kaiserlichen Gastgeber aufs herrlichste bewirten und an täglichen neuen Festen erfreuen zu lassen. … Damals sprach der alte Fürst Ligne das berühmt gewordene Wort: ‚le congrès danse, mails il ne marche pas. … König Friedrich Wilhelm III. … imponierte durch seine ernst militärische Haltung. … Die Prinzen Wilhelm und August von Preußen nahmen sich sehr gut, sehr stattlich aus.’„ (Bernstorff) Einzug des russischen Kaisers. Besuch der Augustinerkirche, Diner bei Hof, ins „Kasperle“. – Stolbergs jüngerer Bruder Constantin war Adjutant beim König und tat häufig Dienst im Vorzimmer. Henrich von Stolberg-W. hatte nur eine Audienz beim König: „Halb 2 Uhr war ich zum König bestellt. … Es wurde gewartet bis die Kaiserin von Russland ankam. Die Feierlichkeiten waren die selbigen wie früher. … Der König kam heraus und sprach einige Worte mit mir sehr gnädig.“ (Stolberg)

21.10. bis 26.10.

Reise nach Preßburg, Ofen und Pest in Ungarn (bis 29.10.), Quartier bei Graf Carl Esterhazy.

27.10. bis 31.12.

Wien.

01.01.

Friedrich Wilhelm III. ist in Wien.

„Das Weltleben damaliger Zeit erscheint in meiner Erinnerung als ein ziemlich dürftiges und trockenes. Berlin hat seit dem Kriege in der sogenannten Welt an dem Mangel von vornehmen Familien gelitten, die dort aus eigner Wahl lebten, sei es durch gesellige Familien- oder intellektuelle Interessen dahin gezogen. Die Hofgesellschaften bestanden also meist aus Angestellten, sowohl Zivil, als Militär, wenigen Fremden, und den auswärtigen Diplomaten, alle einem beständigen Wechsel unterworfen. … Vor dem Kriege hatten wir zwar eine Menge Minister, keineswegs immer dem Adelsstand angehörend, die ein Haus machten, wenn sie wollten, es aber meist nicht taten, weil sie gar nicht so gestellt waren. Nach dem Kriege wurde die geringere Zahl so gestellt, dass sie ein Haus machen mussten, sie mochten sich darin gefallen oder nicht. … Die ganze erneuerte Organisation unsres so sehr vergrößerten Landes zog ein Heer von Beamten nach sich, deren Notwendigkeit oder Überfluss schon damals viele Kontoverse aufrief, und die den Stamm bildeten zu der vielfach angefeindeten Bureaukratie, die allerdings durch ihren kompakten, geschäftlichen Zusammenhang eine Art von Macht darstellt, deren Missbrauch sich schwer entgegentreten lässt, weil sie andererseits unentbehrlich ist. Diesen Beamten wurde nun ein Rang beigelegt, sie erschienen bei Hofe, woran früher keiner dachte. Dies zog die Frauen nach sich, und so fing nach und nach der vergrößerte Kreis der gesellschaftlichen großen Welt an sich zu bilden, der in neuerer Zeit in die cohue von Tausenden ausgeartet ist, die jetzt mit dem Anspruch erscheinen, an jedem Hoffeste teilzunehmen.“ (Marwitz)

15.01.

„Vielleicht wird nun die projektierte große Schlittenfahrt oder Schlittage (wie man hier sagt) bei Hof stattfinden, ein Schauspiel, das ich gern gesehen hätte, da man es außer Petersburg vielleicht nirgends schöner sehen kann. Die Anstalten dazu sind sehr groß. Ich weiß mit Sicherheit, dass eine Quaste zu den Fahrleinen ganz in Gold 1.000 fl. Papier oder ohngefähr 250 Rtlr. Conv. Geld kostet und deren sollen eine ganze Menge bestellt sein. … So wird eine Menge Geld ausgegeben, ohne dass man es nur einmal sieht. Das ist aber die Art des hiesigen Luxus. Die Kosten, welche der kaiserliche Hof wegen des Kongresses hat, wurden vom September bis Ende Dezember auf 50 Millionen Gulden Papiergeld oder nach dem Cours im Durchschnitt gerechnet zu etwas mehr als 8 Millionen Taler Conventions-Geld angeschlagen, wobei alle Fêten mit eingeschlossen sein sollen.“ (Stolberg)

07.03.

„Nachricht von der Einschiffung Napol. 26. Febr.“ (BPH)

10.03.

„Von gestern muss ich noch nachholen, dass gestern Napoleons Flucht der Gegenstand aller Gespräche vom Cour-Zimmer bis in den elenden Straßenwinkel war. Ganz glaubwürdigen Nachrichten zu Folge, hat diese Nachricht große Freude am Hofe des Königs von Sachsen gemacht. … Die dahin abgegangenen F. Metternich, Herz. Wellington und F. Talleyrand sind, so viel bekannt ist, noch nicht zurück.“ (Stolberg) Soiree bei der Fürstin Esterhazy. Kronprinz an den König: „Man sieht schon viel junges Volk in der sogenannten deutschen Tracht. Sie ist bequem und hübsch, fällt aber noch heftig auf …“ (Granier)

25.05.

Abreise in der Nacht nach Berlin, wo Friedrich III. am 30.05. ankommt.

30.05.

„Gleich der nächste Tag (31.5.) brachte der Residenz ein schönes militärisches Fest, indem an die Truppen Berlins teils neue Fahnen, teils der Orden des Eisernen Kreuzes für die älteren Fahnen erteilt wurde.“ (Cohnfeld)

31.05. bis 21.06.

Der Hof ist in Berlin, Potsdam, Paretz, vor allem aber in Charlottenburg.

22.06.

Abreise des Königs in Begleitung des Prinzen Wilhelm nach Frankreich.

23.06.

Über Treuenbrietzen, Wittenberg, Düben, Delitzsch, Schkeuditz, Merseburg nach Naumburg.

24.06.

Über Weimar, Erfurt, Gotha, Eisenach nach Berka.

25.06.

In Hanau übergibt eine Bergische Deputation „im Namen eines neuen, aber wahrhaft getreuen Volks“ (bestehend aus 8 Fabrikanten, Bürgermeistern und Gutsbesitzern) dem König eine Huldigungsadresse und erinnert darin an die vom König versprochene „gesetzmäßige Repräsentation und … liberale Verwaltung“. Sie erhoffen sich von der „milden Regierung“ des „königlichen Landesvaters“, dass der provisorische Zwischenzustand … aufhören, und insbesondere die französischen Gesetze und Gerichts-Verfassung, sowie alles übrige französische Wesen, welches mit dem Geiste und der Wohlfahrt eines deutschen Volkes unverträglich ist, schleunigst abgeschafft werden sollen. Es ist der laute Wunsch unseres Landes, endlich davon ganz befreit, und einer gleich wohltätigen Verwaltungsform, wie Euer Königlichen Majestät übrige Provinzen, teilhaftig zu werden, da wir in jeder Rücksicht ganz Preußen zu sein verlangen.“ Sie bitten zugleich um Schutzzölle gegen England, um den „tiefgesunkenen Wohlstand“ des Berger Landes wieder aufzurichten.

26.06.

Hanau/ Wilhelmsbad.

27.06.

Über Frankfurt nach Speyer in das alliiertes Hauptquartier, Visite bei Kaiser Alexander von Russland und Kaiser Franz I.

28.06.

Nach Rheinzabern (Hauptquartier).

29.06

Nach Weißenburg.

30.06.

Nach Hagenau (Hauptquartier), Ankunft der Deputierten aus Paris.

01.07.

Nach Straßburg und zurück, nach Saverne.

02.07.

Nach Saarburg.

03.07.

Saarburg.

04.07.N

Nach Vic.

05.07.

Nach Nancy, feierlicher Einzug der drei Monarchen.

06.07.

Ruhetag für die Truppen. Besichtigung der Stadt.

07.07.

Nach Void.

08.07.

Nach Ligny. Wilhelm an Charlotte: „Hier wurde beschlossen, dass die drei Souveraine mit Extra-Post nach Paris gehen sollten, um früher dort zu sein. Am 9. reiste Papa mit Knesebeck und Kanitz ab.“ (Granier)

09.07.

Nach St. Diziers in das Hauptquartier.

10.07.

Nach Paris, wo sich Friedrich Wilhelm III. bis 07.10. aufhält.

11.07.

Besuch mit beiden Kaisern beim König von Frankreich. Während seines Aufenthalts in Paris wird der König von A. von Humboldt begleitet. Am 11.7. kommt auch der Kronprinz in Paris an.

12.07.

Ausmarsch eines Teils der Truppen in die Gegend um Versailles. In St. Cloud Diner beim König.

18.07.

Nachricht von der Einschiffung Napoleons auf der La Rochefort.

23.07.

An Prinzessin Friederike: „Wir leben hier grade wie voriges Jahr. Alle Abende in die Komödie, den Morgen bis zum Diner haben wir ganz für uns, den wir natürlich anwenden zum Besehen. Den 19. war große österreichische Revue. König und K. Alexander waren in österreichischer Uniform …“ (Pagel)

25.07.

„Die folgende Zeit verging ähnlich wie in Wien mit Truppenbesichtigungen, Spaziergängen, Betrachtung der Sehenswürdigkeiten in und um Paris, Theaterbesuch usw. Der König bewegte sich viel zu Fuß und zu Pferde in der Stadt, obwohl er kurz nach seiner Ankunft eine große Zahl anonymer Warnungs- und Drohbriefe erhalten hatte, dass hier oder dort les régicides l’attendaient.“ (Malachowski)

08.10.

Nach Landrecy.

09.10.

Nach Brüssel.

11.10.

Nach Aachen.

12.10.

Nach Köln. „Der König war zu seinem unbeschreiblichen Vergnügen unerkannt und unangefochten in Köln angekommen. Mich traf das Los, die ausgelassene Freude der guten Kölner über mich ergehen zu lassen. Kränze und Blumensträuße, Pomeranzen und Apfelsinen flogen von allen Seiten in den Wagen, es war ein reines Bombardement. Der Wagen war gefüllt und ich überdeckt mit Laub und Blumen als ich beim Absteigequartier des Königs vorfuhr. Er selbst stand lachend am Fenster. … Nach kurzem Aufenthalt wurde die Fahrt über Bonn nach Remagen fortgesetzt. In Bonn hatte der König den Ärger doppelt, dem er in Köln entgangen war. Schon eine Meile vor der Stadt empfing ihn eine angetrunkene Landwehrkompagnie und das berittene Forstpersonal der Gegend, das wohl ebenfalls in seiner Freude schon vorher das Wohl des neuen Landesherren etwas zu häufig getrunken hatte. Dieses ließ es sich nicht nehmen, den Wagen des Königs zu geleiten. Ein wohlbeleibter Oberförster ritt neben dem Schlage und versuchte immer von neuem eine verbindliche Konversation zu machen, von der das meiste gottlob im Wind und Lärm ungehört verhallte. Der König, schon aufgebracht, befahl mir mehrmals, den Mann fortzuschaffen, aber alles Rufen, Winken, alles Gebärden und Zeichen blieben vergeblich. Durch den Wirrwarr hörte ich nur ein paar Mal: Bitte recht sehr, es geschieht sehr gern. Nun erblickte der König vor sich ein torartiges hohes Gerüst. Was ist denn das? Ich glaube gar, das ist so ein sapperlotscher Triumphbogen, schalt er, und in der Tat, es war nicht anders: weißgekleidete Mädchen und Jungfrauen, Reden haltende Deputationen mussten empfangen und angehört werden und erhielten schon kein völlig freundliches Gesicht. Aber es sollte noch andres und schlimmeres kommen. Als sich die Tore vom Bonn zeigten, donnerten uns Kanonen entgegen. Friedrich Wilhelm, der sie im Ernste viel eher suchte als scheute, hasste sie wahrhaft als Freudenbegrüßungen. Auch unsere Postpferde schienen keine Freude daran zu haben, sie gingen durch, in wildem Sturm durchjagten wir die Straßen und hielten erst auf dem Markt, wo die Bürgergarde aufgestellt war und nebst einer dichtgedrängten Menschenmenge den König erwartete. Seine Geduld war nun völlig erschöpft. Entrüstet verließ er den Wagen, begab sich straffen Schrittes mitten unter das Volk und begann mit lauter, kräftiger Stimme: Ich habe alle Empfangsfeierlichkeiten mir nicht verbeten, sondern ich habe sie ausdrücklich verboten. Den ersten und besten Beweis von Anhänglichkeit hätten Sie mir geben können, wenn Sie diesen meinen Befehl befolgt hätten. Ich hasse die Napoleonischen Empfangsfeierlichkeiten! Noch können Sie keine Liebe und Anhänglichkeit für mich, ich keine für Sie haben. Wenn wir erst zehn Jahre zusammen gelebt haben werden, Sie mir ein treues und gehorsames Volk, ich Ihnen ein gerechter und sorgsamer König werde gewesen sein, dann soll es mich freuen, wenn Sie Ihre Freude, mich zu sehen, auch laut werden lassen!“ (Malachowski)

13.10.

Nach Wiesbaden.

14.10.

Über Frankfurt nach Fulda. In Frankfurt und Fulda Truppenbesichtigung. Herzlicher Empfang durch die Bewohner, Unterhaltung mit Präsidenten von Motz, „wobei er unter anderem äußerte, dass das Fuldische ihm eine besonders wertvolle und liebe Akquisition sei. Jetzt erst erfuhr er mit wahrem Schrecken, dass Fulda nicht mehr preußisch, sondern an Kurhessen abgetreten sei.“ (Malachowski)

15.10.

Über Berka, Eisenach (Truppenbesichtigungen), Gotha nach Erfurt.

16.10.

Über Weimar, Naumburg, Merseburg nach Delitzsch.

17.10.

Ankunft in Potsdam. Hier „fanden diesmal keine besonderen Festlichkeiten statt, teils weil solche Veranstaltungen durch zu rasche Wiederholung überhaupt an Wert verlieren, teils weil der Feldzug des Jahres 1815 nach der Wendung, die er genommen hatte, nur wie ein kleiner Nachkrieg angesehen wurde, an dem überdies außer den beiden großen Feldherren, weder die Monarchen noch die anderen Generale einen Anteil hatten. … Der Mangel an prunkvollen Empfangs-Feierlichkeiten ward auf schöne Weise ersetzt teils durch die Feste, welche der 18. Oktober, als Erinnerungs-Tag der Schlacht bei Leipzig herbeiführte, teils durch ein eigentümliches Familienfest des Königlichen Hauses. Der König vereinte beide festliche Veranlassungen zu einer gemeinsamen Feier. Sonnabend, den 21. Oktober abends, wurde auf seinen Befehl mit sämtlichen Glocken in Berlin das Doppelfest des folgenden Tages eingeläutet, da dieser Tag, nächst seiner Beziehung auf den ruhmvollen Sieg bei Leipzig, zugleich den Eintritt eines neuen Jahrhunderts seit dem Anfange der Dynastie des Hauses Hohenzollern auf dem Preußischen Throne bezeichnete.“ (Parthey)

18.10.

Der Hof bleibt in Potsdam, Berlin und Charlottenburg.

22.10.

Doppelfest der Schlacht bei Leipzig und Feier des Eintritts eines neuen Jahrhunderts der Dynastie des Hauses Hohenzollern. Einzug des Königs, von Charlottenburg kommend, durch das Brandenburger Tor. Parade der Truppen vom Königlichen Palais bis zum Brandenburger Tor. Gottesdienst im Lustgarten und im Dom. Salutschießen. Festmahl in Charlottenburg. Ankunft der russischen Großfürsten Nikolaus und Michael. Am Nachmittag Volksfest auf dem Exerzierplatz in Berlin.

24.10.

Ankunft des Kaisers Alexander in Friedrichsfelde. „Der König hatte dafür gesorgt, die Reise seines Kaiserlichen Freundes durch das Preußische Gebiet mit jenen Ehrenbezeigungen zu umgeben, die ihm selbst auf seiner Reise durch Russland zuteil geworden waren. In jeder Stadt, durch welche die Reise des Kaisers ging, waren Truppen stationiert und außerdem standen von Station zu Station Kavallerie-Abteilungen als Ehren-Eskorte für den erlauchten Reisenden bereit. Indessen lehnte der Kaiser alle Ehrenbezeigungen ab und nahm auch die Eskorte nirgends an. Nur über die aufgestellten Truppen in den Städten hielt er stets Revue, selbst bei Fackelschein, wenn er des Abends die Stadt passierte.“ (Klöden)

25.10.

 Am Abend Zeremonienoper (Die Vestalin). Ankunft der Herzogin Katharina von Oldenburg (Schwester des Kaisers), einige Tage später des Erb-Großherzogs von Weimar mit der Großfürstin Maria. „Große Mittags- und Abendtafeln, Bälle, Opern und Paraden wechselten nun in rascher Folge miteinander.“ (Klöden)

04.11.

Bekanntmachung der Verlobung des Großfürsten Nikolaus mit der Prinzessin Charlotte.

19.11.

Ball im Weißen Saal.

20.11.

Abreise der Kaiserin von Russland nach St. Petersburg, Geleit des ganzen Hofes bis Friedrichsfelde, der danach bis zum Jahresende in Berlin bleibt.

01.01. bis 12.04.

Der Hof ist bis 12.04. in Berlin. Das Jahr beginnt mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche und einem Gala-Ball im Rittersaal als Auftakt der Karnevalsaison. In den folgenden Wochen folgen Bälle bei Fürstlichkeiten und Ministern, Assembleen, Redouten u. a.

06.01.

Erstes Bohnenfest im Lindenpalais.

12.01.

Besuch der Nikolaikirche und zweites Bohnenfest im Lindenpalais.

17.01.

Ordensfest im Rittersaal des Schlosses.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest in der Nikolaikirche mit Diner in der Bildergalerie. Am Abend findet ein Subscriptions-Ball im Theatersaal statt. „An den großen Schlacht- und Erinnerungstagen aber war uns die Aussicht aus unseren Fenstern besonders viel wert. Damals wurden diese Tage noch alle mit Paraden gefeiert. Die Truppen, auch die Potsdamer Garnison rückte dazu jedes Mal herüber, waren vom Tor bis an das Königliche Palais aufgestellt. Der König wurde, wenn er in seiner schönen, imponierenden Haltung vorbeiritt, mit lautem Jubel begrüßt.“ (Bernstorff)

23.01.

„Heute stand zum ersten Mal seit Deiner Reise von Dir hier in den Zeitungen. Darüber hatte ich so große Freude, dass ich den Artikel der Rarität halber ausschnitt. Es stand da, Du seist zum Neujahr beim Papst gewesen.“ (Briefe der Prinzessin Wilhelm)

27.01.

Nach Steglitz und Dahlem.

01.02.

Beginn der Manöver der Berliner Garnison zwischen Steglitz und dem Grunewald zum Gedächtnis der Schlacht bei Brienne. 

03.02.

Ankunft des Erbprinzen von Anhalt-Dessau (Abreise am 18.02.).

06.02.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin (Abreise am 19.04.).

09.02.

Besuch der Marienkirche. Am Abend Cour-Ball im Rittersaal.

10.02.

Besuch des Museums von Weiß.

24.02.

Ball im Lindenpalais.

04.03.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

06.03.

Gala-Diner im Rittersaal.

10.03.

Nach Charlottenburg.

24.03. bis 29.03.

Der Hof ist in Potsdam. Ankunft des Herzogs von Anhalt-Bernburg und der Prinzessin Luise.

25.03.

Nach der Parade Diner im Bronzezimmer. Am Abend Feuerwerk von Großmann.

28.03.

Parade der Garnison.

29.03.

Rückkehr nach Berlin.

30.03.

Gottesdienst in der Garnisonkirche und Parade des Militärs. Feierliche Eröffnung des Staatsrats im Schloss. Am Abend Diner im Rittersaal.

02.04. bis 07.04.

Friedrich Wilhelm III. geht zu den Osterfeierlichkeiten nach Potsdam. Er besucht die Garnisonkirche und erlebt am 05.04. die „erste Fahrt des Dampfbootes nach Hamburg“. (BPH) Am 07.04. Rückkehr nach Berlin.

13.04./14.04.

Nach Potsdam. Besuch der Garnisonkirche und Parade.

14.04.

In Charlottenburg Diner für den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

Beginn der Brigademanöver. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus Weimar, „um seine hohe Braut nach Russland zu führen“ (Klöden)

16.04.

Gala-Diner im Rittersaal.

19.04. bis 22.04.

Manöver bei Teltow, Zehlendorf und Potsdam.

23.04.

Taufe der Tochter des Grafen Narischkin in der Schlosskapelle. Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie und Ball des russischen Gesandten Alopeus.

24.04.

Parade Unter den Linden.

25.04.

Brigademanöver in der Hasenheide. 

26.04.

Manöver im Tiergarten.

30.04.

Besuch des Grauen Klosters und der musikalische Akademie von Weber.

01.05.

Großes Diner im Palais. Abreise des Großfürsten.

03.05. bis 13.05.

Wechsel zwischen Berlin, Charlottenburg und Potsdam und Truppenbesichtigungen.

14.05.

Ankunft des Großherzogs von Strelitz.

19.05. bis 23.05.

Manöver zwischen Zehlendorf und Kohlhasenbrück. Ankunft der Herzogin von Curland.

25.05.

Einweihung des Oesfeldischen Weinbergs bei Potsdam (Pfingstberg) in Anwesenheit der königlichen Familie.

27.05. bis 03.06.

Reise nach Zechlin gemeinsam mit dem Kronprinzen und den Prinzessinnen Charlotte und Friederike. Am 28.05. Besuch der Glashütte. Aufgrund der Erkrankung des Königs muss die für den 29.05. geplante Rückreise auf den 03.06. verschoben werden.

04.06. bis 08.06.

Der König ist in Potsdam, Paretz, auf der Pfaueninsel und in Charlottenburg.

09.06.

Abschiedscour für Prinzessin Charlotte vor ihrer Abreise nach St. Petersburg im Königlichen Palais.

12.06./13.06.

Begleitung der Prinzessin Charlotte durch den König und die Königlichen Kinder bei ihrer Abreise nach St. Petersburg. Prinz Wilhelm begleitet sie weiter bis nach St. Petersburg.

14.06. bis 23.06.

Der König ist zu den Brigademanövern in Charlottenburg und besucht mehrfach die Pfaueninsel.

24.06. bis 30.06.

Abreise zur Kur nach Teplitz. „Sein Aufenthalt dort verlief still und geräuschlos, wie es seiner Neigung entsprach, doch zeigte er sich viel öffentlich und besuchte, wie er schon im vorigen Jahre getan hatte, jeden Abend die Gesellschaft im Sächsischen Saal.“ (Cohnfeld)

01.07. bis 01.08.

Weiterreise zur Kur nach Karlsbad in Begleitung Wittgensteins. „Auch hier lebte der König streng nach seiner Kur. Fast täglich wurden größere Spaziergänge oder Spazierfahrten nach den bekannten Punkten der schönen Umgebung unternommen. Am Geburts- und Vermählungstage der Prinzess Charlotte, am 13. Juli, vereinigten sich die anwesenden Preußen zu einem Mahle im Posthof, an dem der König indessen nicht teilnahm.“ (Malachowski)

29.07.

„Onkel Georg ist seit gestern hier. Er wird noch ein paar Tage bleiben, und dann seine Reise nach Kassel zur Vermariagirung fortsetzen.“ (Bailleu)

02.08.

Reise über Frankfurt in die Rheinprovinzen, „wohin 4 Wochen früher bereits auch der Kronprinz in Begleitung Ancillons von Berlin aus gegangen war.“ (Cohnfeld) Hier nimmt er im August/September in Koblenz, Cöln und Münster Paraden ab und wohnt militärischen Übungen bei. Abstecher führten nach Rheims, Cambrai und Brüssel sowie nach Thionville, Metz und Ligny, wo große Manöver stattfinden.

04.08.

Unfall auf dem Weg von Weg von Eger nach Mainz mit der Kutsche. „Wie der Kronprinz früher, so empfing auch jetzt der König auf seiner Reise in den Rheinlanden allenthalben Beweise von Treue und Anhänglichkeit, doch fehlte es auch nicht an mancherlei Kundgebungen von Ungeduld, so wie an jenen drängenden Anmahnungen, die zum Teil wohl aus den herrschenden Bedürfnissen, zum größeren Teil aber aus der Stimmung der Zeit hervorgingen. Bald in Andeutungen, bald durch Adressen wurden dem Königs an verschiedenen Orten mannigfache Wünsche und Begehrnisse vorgetragen, deren Erfüllung teils nicht so rasch, teils auch wohl gar nicht möglich war. In Düsseldorf brannte der Wohnung des Königs gegenüber bei der abendlichen Illumination der Stadt ein Transparent mit folgenden Worten: ‚Des Rheinlands Wünsche sind: des Königs Heil, die Unverletzlichkeit des Reichs, gleiche Rechte und gleiche Lasten, öffentliche Gerichte und die Wiederherstellung der Stände. (Vota ripuriae: Regis Prosperitas! Regni Integritas! Jurisque Onerisque paritas! Justitia publica! Statuum Restitutio.) In Trier ward dem König eine Adresse überreicht, in welcher das gute, das der König bereits geschaffen, zwar mit Dank anerkannt wurde, die aber dennoch zugleich die Bitte um Beschleunigung des Verfassungswerkes aussprach. Dasselbe taten die Koblenzer, ja diese gingen noch weiter, indem sie den König baten, beim Bundestage dahin zu wirken, dass auch die übrigen deutschen Staaten schleunigst Verfassungen erhielten. Indessen scheint der König diese Hast in Rücksicht auf die Stimmung der Zeit den Bittstellern zu Gute gehalten zu haben.“ (Cohnfeld)

05.08.

Ankunft in Hanau/Wilhelmsbad. Zusammentreffen mit der Schwester des Königs, der Kurprinzessin von Hessen-Kassel.

16.08. bis 30.08.

Ankunft in Paris. „In den nächsten Tagen empfing er den Besuch des Herzogs von Richelieu und mehrerer Gesandter, besichtigte wiederholt die Theater und nahm am 20. das Dejeuner in den Tuilerien ein. Tags darauf speiste er beim Herzoge von Wellington. … Seinen Aufenthalt in der Französischen Hauptstadt benutze der König übrigens, um mit mehr Muße als früher die Merkwürdigkeiten zu besehen.“ – „Auch für die Künste geschah in diesem Jahr wieder manche Förderung. So kaufte der König in Paris mehrere Marmor-Statuen, und später die schöne Sammlung geschnittener Steine des Grafen Gollemberg, um damit die Kunstschätze Berlins zu bereichern.“ (Cohnfeld)

31.08. bis 07.09.

Über Reims, Sedan (01.–03.09.), Maubeuge, Valenciennes, Brüssel Reise in die Niederlande, am 07.09. Ankunft in Laken.

08.09. bis 11.09.

Über Waterloo, Belle-Alliance, Ligni, nach Namur, am 09.09. nach Aachen, am 10.09. nach Köln. Besichtigung der Kunst- und Gemäldesammlung, durch die Wallraffsche Sammlung wird er von Everhard von Groote geführt, um so die Errichtung eines Museums in Köln zu erreichen. Er findet „Wohlgefallen“ an den Reiseberichten des Kronprinzen und benachrichtigt ihn, „dass Ich nun nach Ihrem Gutachten beschlossen habe, die bei Deutz anzulegenden Festungswerke so weit hinausrücken zu lassen als nötig ist, damit die, behufs der Werke, zum Niederreißen bestimmt gewesenen Bürgerhäuser können stehen bleiben.“ ( BPH)

12.09.

Über Düsseldorf, Elberfeld, Barmen nach Schwelm. Unterwegs zahlreiche Paraden und Manöver. Besuch der Gemäldeausstellung in Düsseldorf und einer Ausstellung der Solinger Stahl- und Eisenfabrik-Erzeugnisse. In Elberfeld Besichtigung einer Ausstellung von Fabrikarbeiten, am Abend Ball der Bürgerschaft.

13.09./14.09.

In Hagen Besuch der Fabrikausstellung, in Münster Zusammentreffen mit dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich der Niederlande und dem Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz. Am Folgetag Besuch des Rathauses und des Saales, in dem der Westfälische Frieden geschlossen wurde.

15.09. bis 19.09.

Weiterreise über Kassel nach Wilhelmshöhe, am 18.09. über Eisenach, Gotha nach Erfurt. „Am 18. des Nachmittags gegen 4 Uhr trafen Seine Majestät der König von Preußen, unter dem Namen eines Grafen von Ruppin, und Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen, unter dem Namen eines Grafen von Zollern, hier ein, wechselten in möglichster Eile die Pferde und setzten Ihre Reise ungesäumt nach Erfurt fort. Am 19. fand eine große Revue bei Erfurt statt, über deren Resultat Seine Majestät der König seine allerhöchste Zufriedenheit zu erkennen hat. Gestern Morgen reisten Allerhöchstdieselben von Erfurt ab, um über Weimar in Ihre Staaten zurückzukehren.“ (Gothaische Zeitung)

21.09.

In Wittenberg Besuch der Schlosskirche und des Luthergrabes, dann weiter nach Potsdam. „Gleich nach der Rückkehr des Königs fand große Parade statt, und bald darauf wurden die Herbst-Manöver abgehalten, denen diesmal der spanische Infant Francesco de Paula beiwohnte, der damals unter dem Namen eines Grafen von Maratalla eine Reise an die meisten Europäischen Höfe machte, und dem der König bei Gelegenheit dieses Besuchs den Schwarzen Adler-Orden verlieh.“ (Cohnfeld)

29.09.

Der Hof geht nach Charlottenburg. Ankunft des Herzogs von Dessau (Abreise am 02.10.) zu den Herbstmanövern.

30.10.

„Kommunion sämtlicher Berliner Geistlichen beider Konfessionen nach dem vereinigten Ritus“ in der Nikolaikirche unter Teilnahme des Hofes, Oratorium des Messias in der Garnisonkirche.

31.10. bis 02.11.

Nach dem Reformationsfest in der Garnisonkirche in Potsdam Abreise nach Wittenberg zur Grundsteinlegung für das Luther-Denkmals.

01.11.

Prozession zur Schlosskirche. Grundsteinlegung für das Luther-Denkmal vor dem Rathaus.

02.11.

Gottesdienst in der Pfarrkirche. Besuch von Luthers Stube. Die Zeitung berichtet über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt. Bei der Denkmalsenthüllung 1821 lehnt der König seine Teilnahme ab.

03.11. bis 06.12.

Potsdam, dann nach Charlottenburg. Der Hof bleibt hier bis 06.12.

07.12./08.12.

Potsdam.

09.12.

Der Hof ist in Berlin.

19.12.

Besuch der Galanterien-Handlung von Erich. Ausstellung der Konditoren Fuchs und Grunow.

22.12.

Besuch der Putzausstellung der Frau von Taubenheim in der Galanterie-Handlung von Arnow.

23.12.

Besuch des Christmarktes.

30.12.

Schlittenfahrt und Bescherung im Lindenpalais.

01.01. bis 12.04.

Der Hof ist bis 12.04. in Berlin. Das Jahr beginnt mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche und einem Gala-Ball im Rittersaal als Auftakt der Karnevalsaison. In den folgenden Wochen folgen Bälle bei Fürstlichkeiten und Ministern, Assembleen, Redouten u. a.

06.01.

Erstes Bohnenfest im Lindenpalais.

12.01.

Besuch der Nikolaikirche und zweites Bohnenfest im Lindenpalais.

17.01.

Ordensfest im Rittersaal des Schlosses.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest in der Nikolaikirche mit Diner in der Bildergalerie. Am Abend findet ein Subscriptions-Ball im Theatersaal statt. „An den großen Schlacht- und Erinnerungstagen aber war uns die Aussicht aus unseren Fenstern besonders viel wert. Damals wurden diese Tage noch alle mit Paraden gefeiert. Die Truppen, auch die Potsdamer Garnison rückte dazu jedes Mal herüber, waren vom Tor bis an das Königliche Palais aufgestellt. Der König wurde, wenn er in seiner schönen, imponierenden Haltung vorbeiritt, mit lautem Jubel begrüßt.“ (Bernstorff)

23.01.

„Heute stand zum ersten Mal seit Deiner Reise von Dir hier in den Zeitungen. Darüber hatte ich so große Freude, dass ich den Artikel der Rarität halber ausschnitt. Es stand da, Du seist zum Neujahr beim Papst gewesen.“ (Briefe der Prinzessin Wilhelm)

27.01.

Nach Steglitz und Dahlem.

01.02.

Beginn der Manöver der Berliner Garnison zwischen Steglitz und dem Grunewald zum Gedächtnis der Schlacht bei Brienne. 

03.02.

Ankunft des Erbprinzen von Anhalt-Dessau (Abreise am 18.02.).

06.02.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin (Abreise am 19.04.).

09.02.

Besuch der Marienkirche. Am Abend Cour-Ball im Rittersaal.

10.02.

Besuch des Museums von Weiß.

24.02.

Ball im Lindenpalais.

04.03.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

06.03.

Gala-Diner im Rittersaal.

10.03.

Nach Charlottenburg.

24.03. bis 29.03.

Der Hof ist in Potsdam. Ankunft des Herzogs von Anhalt-Bernburg und der Prinzessin Luise.

25.03.

Nach der Parade Diner im Bronzezimmer. Am Abend Feuerwerk von Großmann.

28.03.

Parade der Garnison.

29.03.

Rückkehr nach Berlin.

30.03.

Gottesdienst in der Garnisonkirche und Parade des Militärs. Feierliche Eröffnung des Staatsrats im Schloss. Am Abend Diner im Rittersaal.

02.04. bis 07.04.

Friedrich Wilhelm III. geht zu den Osterfeierlichkeiten nach Potsdam. Er besucht die Garnisonkirche und erlebt am 05.04. die „erste Fahrt des Dampfbootes nach Hamburg“. (BPH) Am 07.04. Rückkehr nach Berlin.

13.04./14.04.

Nach Potsdam. Besuch der Garnisonkirche und Parade.

14.04.

In Charlottenburg Diner für den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

Beginn der Brigademanöver. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus Weimar, „um seine hohe Braut nach Russland zu führen“ (Klöden)

16.04.

Gala-Diner im Rittersaal.

19.04. bis 22.04.

Manöver bei Teltow, Zehlendorf und Potsdam.

23.04.

Taufe der Tochter des Grafen Narischkin in der Schlosskapelle. Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie und Ball des russischen Gesandten Alopeus.

24.04.

Parade Unter den Linden.

25.04.

Brigademanöver in der Hasenheide. 

26.04.

Manöver im Tiergarten.

30.04.

Besuch des Grauen Klosters und der musikalische Akademie von Weber.

01.05.

Großes Diner im Palais. Abreise des Großfürsten.

03.05. bis 13.05.

Wechsel zwischen Berlin, Charlottenburg und Potsdam und Truppenbesichtigungen.

14.05.

Ankunft des Großherzogs von Strelitz.

19.05. bis 23.05.

Manöver zwischen Zehlendorf und Kohlhasenbrück. Ankunft der Herzogin von Curland.

25.05.

Einweihung des Oesfeldischen Weinbergs bei Potsdam (Pfingstberg) in Anwesenheit der königlichen Familie.

27.05. bis 03.06.

Reise nach Zechlin gemeinsam mit dem Kronprinzen und den Prinzessinnen Charlotte und Friederike. Am 28.05. Besuch der Glashütte. Aufgrund der Erkrankung des Königs muss die für den 29.05. geplante Rückreise auf den 03.06. verschoben werden.

04.06. bis 08.06.

Der König ist in Potsdam, Paretz, auf der Pfaueninsel und in Charlottenburg.

09.06.

Abschiedscour für Prinzessin Charlotte vor ihrer Abreise nach St. Petersburg im Königlichen Palais.

12.06./13.06.

Begleitung der Prinzessin Charlotte durch den König und die Königlichen Kinder bei ihrer Abreise nach St. Petersburg. Prinz Wilhelm begleitet sie weiter bis nach St. Petersburg.

14.06. bis 23.06.

Der König ist zu den Brigademanövern in Charlottenburg und besucht mehrfach die Pfaueninsel.

24.06. bis 30.06.

Abreise zur Kur nach Teplitz. „Sein Aufenthalt dort verlief still und geräuschlos, wie es seiner Neigung entsprach, doch zeigte er sich viel öffentlich und besuchte, wie er schon im vorigen Jahre getan hatte, jeden Abend die Gesellschaft im Sächsischen Saal.“ (Cohnfeld)

01.07. bis 01.08.

Weiterreise zur Kur nach Karlsbad in Begleitung Wittgensteins. „Auch hier lebte der König streng nach seiner Kur. Fast täglich wurden größere Spaziergänge oder Spazierfahrten nach den bekannten Punkten der schönen Umgebung unternommen. Am Geburts- und Vermählungstage der Prinzess Charlotte, am 13. Juli, vereinigten sich die anwesenden Preußen zu einem Mahle im Posthof, an dem der König indessen nicht teilnahm.“ (Malachowski)

29.07.

„Onkel Georg ist seit gestern hier. Er wird noch ein paar Tage bleiben, und dann seine Reise nach Kassel zur Vermariagirung fortsetzen.“ (Bailleu)

02.08.

Reise über Frankfurt in die Rheinprovinzen, „wohin 4 Wochen früher bereits auch der Kronprinz in Begleitung Ancillons von Berlin aus gegangen war.“ (Cohnfeld) Hier nimmt er im August/September in Koblenz, Cöln und Münster Paraden ab und wohnt militärischen Übungen bei. Abstecher führten nach Rheims, Cambrai und Brüssel sowie nach Thionville, Metz und Ligny, wo große Manöver stattfinden.

04.08.

Unfall auf dem Weg von Weg von Eger nach Mainz mit der Kutsche. „Wie der Kronprinz früher, so empfing auch jetzt der König auf seiner Reise in den Rheinlanden allenthalben Beweise von Treue und Anhänglichkeit, doch fehlte es auch nicht an mancherlei Kundgebungen von Ungeduld, so wie an jenen drängenden Anmahnungen, die zum Teil wohl aus den herrschenden Bedürfnissen, zum größeren Teil aber aus der Stimmung der Zeit hervorgingen. Bald in Andeutungen, bald durch Adressen wurden dem Königs an verschiedenen Orten mannigfache Wünsche und Begehrnisse vorgetragen, deren Erfüllung teils nicht so rasch, teils auch wohl gar nicht möglich war. In Düsseldorf brannte der Wohnung des Königs gegenüber bei der abendlichen Illumination der Stadt ein Transparent mit folgenden Worten: ‚Des Rheinlands Wünsche sind: des Königs Heil, die Unverletzlichkeit des Reichs, gleiche Rechte und gleiche Lasten, öffentliche Gerichte und die Wiederherstellung der Stände. (Vota ripuriae: Regis Prosperitas! Regni Integritas! Jurisque Onerisque paritas! Justitia publica! Statuum Restitutio.) In Trier ward dem König eine Adresse überreicht, in welcher das gute, das der König bereits geschaffen, zwar mit Dank anerkannt wurde, die aber dennoch zugleich die Bitte um Beschleunigung des Verfassungswerkes aussprach. Dasselbe taten die Koblenzer, ja diese gingen noch weiter, indem sie den König baten, beim Bundestage dahin zu wirken, dass auch die übrigen deutschen Staaten schleunigst Verfassungen erhielten. Indessen scheint der König diese Hast in Rücksicht auf die Stimmung der Zeit den Bittstellern zu Gute gehalten zu haben.“ (Cohnfeld)

05.08.

Ankunft in Hanau/Wilhelmsbad. Zusammentreffen mit der Schwester des Königs, der Kurprinzessin von Hessen-Kassel.

16.08. bis 30.08.

Ankunft in Paris. „In den nächsten Tagen empfing er den Besuch des Herzogs von Richelieu und mehrerer Gesandter, besichtigte wiederholt die Theater und nahm am 20. das Dejeuner in den Tuilerien ein. Tags darauf speiste er beim Herzoge von Wellington. … Seinen Aufenthalt in der Französischen Hauptstadt benutze der König übrigens, um mit mehr Muße als früher die Merkwürdigkeiten zu besehen.“ – „Auch für die Künste geschah in diesem Jahr wieder manche Förderung. So kaufte der König in Paris mehrere Marmor-Statuen, und später die schöne Sammlung geschnittener Steine des Grafen Gollemberg, um damit die Kunstschätze Berlins zu bereichern.“ (Cohnfeld)

31.08. bis 07.09.

Über Reims, Sedan (01.–03.09.), Maubeuge, Valenciennes, Brüssel Reise in die Niederlande, am 07.09. Ankunft in Laken.

08.09. bis 11.09.

Über Waterloo, Belle-Alliance, Ligni, nach Namur, am 09.09. nach Aachen, am 10.09. nach Köln. Besichtigung der Kunst- und Gemäldesammlung, durch die Wallraffsche Sammlung wird er von Everhard von Groote geführt, um so die Errichtung eines Museums in Köln zu erreichen. Er findet „Wohlgefallen“ an den Reiseberichten des Kronprinzen und benachrichtigt ihn, „dass Ich nun nach Ihrem Gutachten beschlossen habe, die bei Deutz anzulegenden Festungswerke so weit hinausrücken zu lassen als nötig ist, damit die, behufs der Werke, zum Niederreißen bestimmt gewesenen Bürgerhäuser können stehen bleiben.“ ( BPH)

12.09.

Über Düsseldorf, Elberfeld, Barmen nach Schwelm. Unterwegs zahlreiche Paraden und Manöver. Besuch der Gemäldeausstellung in Düsseldorf und einer Ausstellung der Solinger Stahl- und Eisenfabrik-Erzeugnisse. In Elberfeld Besichtigung einer Ausstellung von Fabrikarbeiten, am Abend Ball der Bürgerschaft.

13.09./14.09.

In Hagen Besuch der Fabrikausstellung, in Münster Zusammentreffen mit dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich der Niederlande und dem Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz. Am Folgetag Besuch des Rathauses und des Saales, in dem der Westfälische Frieden geschlossen wurde.

15.09. bis 19.09.

Weiterreise über Kassel nach Wilhelmshöhe, am 18.09. über Eisenach, Gotha nach Erfurt. „Am 18. des Nachmittags gegen 4 Uhr trafen Seine Majestät der König von Preußen, unter dem Namen eines Grafen von Ruppin, und Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen, unter dem Namen eines Grafen von Zollern, hier ein, wechselten in möglichster Eile die Pferde und setzten Ihre Reise ungesäumt nach Erfurt fort. Am 19. fand eine große Revue bei Erfurt statt, über deren Resultat Seine Majestät der König seine allerhöchste Zufriedenheit zu erkennen hat. Gestern Morgen reisten Allerhöchstdieselben von Erfurt ab, um über Weimar in Ihre Staaten zurückzukehren.“ (Gothaische Zeitung)

21.09.

In Wittenberg Besuch der Schlosskirche und des Luthergrabes, dann weiter nach Potsdam. „Gleich nach der Rückkehr des Königs fand große Parade statt, und bald darauf wurden die Herbst-Manöver abgehalten, denen diesmal der spanische Infant Francesco de Paula beiwohnte, der damals unter dem Namen eines Grafen von Maratalla eine Reise an die meisten Europäischen Höfe machte, und dem der König bei Gelegenheit dieses Besuchs den Schwarzen Adler-Orden verlieh.“ (Cohnfeld)

29.09.

Der Hof geht nach Charlottenburg. Ankunft des Herzogs von Dessau (Abreise am 02.10.) zu den Herbstmanövern.

30.10.

„Kommunion sämtlicher Berliner Geistlichen beider Konfessionen nach dem vereinigten Ritus“ in der Nikolaikirche unter Teilnahme des Hofes, Oratorium des Messias in der Garnisonkirche.

31.10. bis 02.11.

Nach dem Reformationsfest in der Garnisonkirche in Potsdam Abreise nach Wittenberg zur Grundsteinlegung für das Luther-Denkmals.

01.11.

Prozession zur Schlosskirche. Grundsteinlegung für das Luther-Denkmal vor dem Rathaus.

02.11.

Gottesdienst in der Pfarrkirche. Besuch von Luthers Stube. Die Zeitung berichtet über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt. Bei der Denkmalsenthüllung 1821 lehnt der König seine Teilnahme ab.

03.11. bis 06.12.

Potsdam, dann nach Charlottenburg. Der Hof bleibt hier bis 06.12.

07.12./08.12.

Potsdam.

09.12.

Der Hof ist in Berlin.

19.12.

Besuch der Galanterien-Handlung von Erich. Ausstellung der Konditoren Fuchs und Grunow.

22.12.

Besuch der Putzausstellung der Frau von Taubenheim in der Galanterie-Handlung von Arnow.

23.12.

Besuch des Christmarktes.

30.12.

Schlittenfahrt und Bescherung im Lindenpalais.

01.01. bis 12.04.

Der Hof ist bis 12.04. in Berlin. Das Jahr beginnt mit einem Gottesdienst in der Nikolaikirche und einem Gala-Ball im Rittersaal als Auftakt der Karnevalsaison. In den folgenden Wochen folgen Bälle bei Fürstlichkeiten und Ministern, Assembleen, Redouten u. a.

06.01.

Erstes Bohnenfest im Lindenpalais.

12.01.

Besuch der Nikolaikirche und zweites Bohnenfest im Lindenpalais.

17.01.

Ordensfest im Rittersaal des Schlosses.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest in der Nikolaikirche mit Diner in der Bildergalerie. Am Abend findet ein Subscriptions-Ball im Theatersaal statt. „An den großen Schlacht- und Erinnerungstagen aber war uns die Aussicht aus unseren Fenstern besonders viel wert. Damals wurden diese Tage noch alle mit Paraden gefeiert. Die Truppen, auch die Potsdamer Garnison rückte dazu jedes Mal herüber, waren vom Tor bis an das Königliche Palais aufgestellt. Der König wurde, wenn er in seiner schönen, imponierenden Haltung vorbeiritt, mit lautem Jubel begrüßt.“ (Bernstorff)

23.01.

„Heute stand zum ersten Mal seit Deiner Reise von Dir hier in den Zeitungen. Darüber hatte ich so große Freude, dass ich den Artikel der Rarität halber ausschnitt. Es stand da, Du seist zum Neujahr beim Papst gewesen.“ (Briefe der Prinzessin Wilhelm)

27.01.

Nach Steglitz und Dahlem.

01.02.

Beginn der Manöver der Berliner Garnison zwischen Steglitz und dem Grunewald zum Gedächtnis der Schlacht bei Brienne. 

03.02.

Ankunft des Erbprinzen von Anhalt-Dessau (Abreise am 18.02.).

06.02.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin (Abreise am 19.04.).

09.02.

Besuch der Marienkirche. Am Abend Cour-Ball im Rittersaal.

10.02.

Besuch des Museums von Weiß.

24.02.

Ball im Lindenpalais.

04.03.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

06.03.

Gala-Diner im Rittersaal.

10.03.

Nach Charlottenburg.

24.03. bis 29.03.

Der Hof ist in Potsdam. Ankunft des Herzogs von Anhalt-Bernburg und der Prinzessin Luise.

25.03.

Nach der Parade Diner im Bronzezimmer. Am Abend Feuerwerk von Großmann.

28.03.

Parade der Garnison.

29.03.

Rückkehr nach Berlin.

30.03.

Gottesdienst in der Garnisonkirche und Parade des Militärs. Feierliche Eröffnung des Staatsrats im Schloss. Am Abend Diner im Rittersaal.

02.04. bis 07.04.

Friedrich Wilhelm III. geht zu den Osterfeierlichkeiten nach Potsdam. Er besucht die Garnisonkirche und erlebt am 05.04. die „erste Fahrt des Dampfbootes nach Hamburg“. (BPH) Am 07.04. Rückkehr nach Berlin.

13.04./14.04.

Nach Potsdam. Besuch der Garnisonkirche und Parade.

14.04.

In Charlottenburg Diner für den Großherzog von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

Beginn der Brigademanöver. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus Weimar, „um seine hohe Braut nach Russland zu führen“ (Klöden)

16.04.

Gala-Diner im Rittersaal.

19.04. bis 22.04.

Manöver bei Teltow, Zehlendorf und Potsdam.

23.04.

Taufe der Tochter des Grafen Narischkin in der Schlosskapelle. Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie und Ball des russischen Gesandten Alopeus.

24.04.

Parade Unter den Linden.

25.04.

Brigademanöver in der Hasenheide. 

26.04.

Manöver im Tiergarten.

30.04.

Besuch des Grauen Klosters und der musikalische Akademie von Weber.

01.05.

Großes Diner im Palais. Abreise des Großfürsten.

03.05. bis 13.05.

Wechsel zwischen Berlin, Charlottenburg und Potsdam und Truppenbesichtigungen.

14.05.

Ankunft des Großherzogs von Strelitz.

19.05. bis 23.05.

Manöver zwischen Zehlendorf und Kohlhasenbrück. Ankunft der Herzogin von Curland.

25.05.

Einweihung des Oesfeldischen Weinbergs bei Potsdam (Pfingstberg) in Anwesenheit der königlichen Familie.

27.05. bis 03.06.

Reise nach Zechlin gemeinsam mit dem Kronprinzen und den Prinzessinnen Charlotte und Friederike. Am 28.05. Besuch der Glashütte. Aufgrund der Erkrankung des Königs muss die für den 29.05. geplante Rückreise auf den 03.06. verschoben werden.

04.06. bis 08.06.

Der König ist in Potsdam, Paretz, auf der Pfaueninsel und in Charlottenburg.

09.06.

Abschiedscour für Prinzessin Charlotte vor ihrer Abreise nach St. Petersburg im Königlichen Palais.

12.06./13.06.

Begleitung der Prinzessin Charlotte durch den König und die Königlichen Kinder bei ihrer Abreise nach St. Petersburg. Prinz Wilhelm begleitet sie weiter bis nach St. Petersburg.

14.06. bis 23.06.

Der König ist zu den Brigademanövern in Charlottenburg und besucht mehrfach die Pfaueninsel.

24.06. bis 30.06.

Abreise zur Kur nach Teplitz. „Sein Aufenthalt dort verlief still und geräuschlos, wie es seiner Neigung entsprach, doch zeigte er sich viel öffentlich und besuchte, wie er schon im vorigen Jahre getan hatte, jeden Abend die Gesellschaft im Sächsischen Saal.“ (Cohnfeld)

01.07. bis 01.08.

Weiterreise zur Kur nach Karlsbad in Begleitung Wittgensteins. „Auch hier lebte der König streng nach seiner Kur. Fast täglich wurden größere Spaziergänge oder Spazierfahrten nach den bekannten Punkten der schönen Umgebung unternommen. Am Geburts- und Vermählungstage der Prinzess Charlotte, am 13. Juli, vereinigten sich die anwesenden Preußen zu einem Mahle im Posthof, an dem der König indessen nicht teilnahm.“ (Malachowski)

29.07.

„Onkel Georg ist seit gestern hier. Er wird noch ein paar Tage bleiben, und dann seine Reise nach Kassel zur Vermariagirung fortsetzen.“ (Bailleu)

02.08.

Reise über Frankfurt in die Rheinprovinzen, „wohin 4 Wochen früher bereits auch der Kronprinz in Begleitung Ancillons von Berlin aus gegangen war.“ (Cohnfeld) Hier nimmt er im August/September in Koblenz, Cöln und Münster Paraden ab und wohnt militärischen Übungen bei. Abstecher führten nach Rheims, Cambrai und Brüssel sowie nach Thionville, Metz und Ligny, wo große Manöver stattfinden.

04.08.

Unfall auf dem Weg von Weg von Eger nach Mainz mit der Kutsche. „Wie der Kronprinz früher, so empfing auch jetzt der König auf seiner Reise in den Rheinlanden allenthalben Beweise von Treue und Anhänglichkeit, doch fehlte es auch nicht an mancherlei Kundgebungen von Ungeduld, so wie an jenen drängenden Anmahnungen, die zum Teil wohl aus den herrschenden Bedürfnissen, zum größeren Teil aber aus der Stimmung der Zeit hervorgingen. Bald in Andeutungen, bald durch Adressen wurden dem Königs an verschiedenen Orten mannigfache Wünsche und Begehrnisse vorgetragen, deren Erfüllung teils nicht so rasch, teils auch wohl gar nicht möglich war. In Düsseldorf brannte der Wohnung des Königs gegenüber bei der abendlichen Illumination der Stadt ein Transparent mit folgenden Worten: ‚Des Rheinlands Wünsche sind: des Königs Heil, die Unverletzlichkeit des Reichs, gleiche Rechte und gleiche Lasten, öffentliche Gerichte und die Wiederherstellung der Stände. (Vota ripuriae: Regis Prosperitas! Regni Integritas! Jurisque Onerisque paritas! Justitia publica! Statuum Restitutio.) In Trier ward dem König eine Adresse überreicht, in welcher das gute, das der König bereits geschaffen, zwar mit Dank anerkannt wurde, die aber dennoch zugleich die Bitte um Beschleunigung des Verfassungswerkes aussprach. Dasselbe taten die Koblenzer, ja diese gingen noch weiter, indem sie den König baten, beim Bundestage dahin zu wirken, dass auch die übrigen deutschen Staaten schleunigst Verfassungen erhielten. Indessen scheint der König diese Hast in Rücksicht auf die Stimmung der Zeit den Bittstellern zu Gute gehalten zu haben.“ (Cohnfeld)

05.08.

Ankunft in Hanau/Wilhelmsbad. Zusammentreffen mit der Schwester des Königs, der Kurprinzessin von Hessen-Kassel.

16.08. bis 30.08.

Ankunft in Paris. „In den nächsten Tagen empfing er den Besuch des Herzogs von Richelieu und mehrerer Gesandter, besichtigte wiederholt die Theater und nahm am 20. das Dejeuner in den Tuilerien ein. Tags darauf speiste er beim Herzoge von Wellington. … Seinen Aufenthalt in der Französischen Hauptstadt benutze der König übrigens, um mit mehr Muße als früher die Merkwürdigkeiten zu besehen.“ – „Auch für die Künste geschah in diesem Jahr wieder manche Förderung. So kaufte der König in Paris mehrere Marmor-Statuen, und später die schöne Sammlung geschnittener Steine des Grafen Gollemberg, um damit die Kunstschätze Berlins zu bereichern.“ (Cohnfeld)

31.08. bis 07.09.

Über Reims, Sedan (01.–03.09.), Maubeuge, Valenciennes, Brüssel Reise in die Niederlande, am 07.09. Ankunft in Laken.

08.09. bis 11.09.

Über Waterloo, Belle-Alliance, Ligni, nach Namur, am 09.09. nach Aachen, am 10.09. nach Köln. Besichtigung der Kunst- und Gemäldesammlung, durch die Wallraffsche Sammlung wird er von Everhard von Groote geführt, um so die Errichtung eines Museums in Köln zu erreichen. Er findet „Wohlgefallen“ an den Reiseberichten des Kronprinzen und benachrichtigt ihn, „dass Ich nun nach Ihrem Gutachten beschlossen habe, die bei Deutz anzulegenden Festungswerke so weit hinausrücken zu lassen als nötig ist, damit die, behufs der Werke, zum Niederreißen bestimmt gewesenen Bürgerhäuser können stehen bleiben.“ ( BPH)

12.09.

Über Düsseldorf, Elberfeld, Barmen nach Schwelm. Unterwegs zahlreiche Paraden und Manöver. Besuch der Gemäldeausstellung in Düsseldorf und einer Ausstellung der Solinger Stahl- und Eisenfabrik-Erzeugnisse. In Elberfeld Besichtigung einer Ausstellung von Fabrikarbeiten, am Abend Ball der Bürgerschaft.

13.09./14.09.

In Hagen Besuch der Fabrikausstellung, in Münster Zusammentreffen mit dem Kronprinzen, dem Prinzen Friedrich der Niederlande und dem Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz. Am Folgetag Besuch des Rathauses und des Saales, in dem der Westfälische Frieden geschlossen wurde.

15.09. bis 19.09.

Weiterreise über Kassel nach Wilhelmshöhe, am 18.09. über Eisenach, Gotha nach Erfurt. „Am 18. des Nachmittags gegen 4 Uhr trafen Seine Majestät der König von Preußen, unter dem Namen eines Grafen von Ruppin, und Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen, unter dem Namen eines Grafen von Zollern, hier ein, wechselten in möglichster Eile die Pferde und setzten Ihre Reise ungesäumt nach Erfurt fort. Am 19. fand eine große Revue bei Erfurt statt, über deren Resultat Seine Majestät der König seine allerhöchste Zufriedenheit zu erkennen hat. Gestern Morgen reisten Allerhöchstdieselben von Erfurt ab, um über Weimar in Ihre Staaten zurückzukehren.“ (Gothaische Zeitung)

21.09.

In Wittenberg Besuch der Schlosskirche und des Luthergrabes, dann weiter nach Potsdam. „Gleich nach der Rückkehr des Königs fand große Parade statt, und bald darauf wurden die Herbst-Manöver abgehalten, denen diesmal der spanische Infant Francesco de Paula beiwohnte, der damals unter dem Namen eines Grafen von Maratalla eine Reise an die meisten Europäischen Höfe machte, und dem der König bei Gelegenheit dieses Besuchs den Schwarzen Adler-Orden verlieh.“ (Cohnfeld)

29.09.

Der Hof geht nach Charlottenburg. Ankunft des Herzogs von Dessau (Abreise am 02.10.) zu den Herbstmanövern.

30.10.

„Kommunion sämtlicher Berliner Geistlichen beider Konfessionen nach dem vereinigten Ritus“ in der Nikolaikirche unter Teilnahme des Hofes, Oratorium des Messias in der Garnisonkirche.

31.10. bis 02.11.

Nach dem Reformationsfest in der Garnisonkirche in Potsdam Abreise nach Wittenberg zur Grundsteinlegung für das Luther-Denkmals.

01.11.

Prozession zur Schlosskirche. Grundsteinlegung für das Luther-Denkmal vor dem Rathaus.

02.11.

Gottesdienst in der Pfarrkirche. Besuch von Luthers Stube. Die Zeitung berichtet über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt. Bei der Denkmalsenthüllung 1821 lehnt der König seine Teilnahme ab.

03.11. bis 06.12.

Potsdam, dann nach Charlottenburg. Der Hof bleibt hier bis 06.12.

07.12./08.12.

Potsdam.

09.12.

Der Hof ist in Berlin.

19.12.

Besuch der Galanterien-Handlung von Erich. Ausstellung der Konditoren Fuchs und Grunow.

22.12.

Besuch der Putzausstellung der Frau von Taubenheim in der Galanterie-Handlung von Arnow.

23.12.

Besuch des Christmarktes.

30.12.

Schlittenfahrt und Bescherung im Lindenpalais.

01.01.

Der König ist in Potsdam und besucht den Gottesdienst in der Garnisonkirche. Nach der Wachtparade und einem Spaziergang nach Sanssouci findet das Diner im Bronzezimmer statt. „Wie gewöhnlich erschienen die Halloren mit ihrem Gedicht, den Eiern, der Wurst und dem Salz. Eine alte Gewohnheit, die mir immer viel Freude macht, dass sie beibehalten wird“, schreibt Prinz Wilhelm an Charlotte.

02.01. bis 09.01.

Der König ist in Berlin und wohnt am 03.01. der Einweihung der Marienkirche bei, für deren Wiederherstellung er 15.000 Tlr. angewiesen hatte. Am 06.01. findet das Bohnenfest im Lindenpalais statt.

09.01.

Zur Parade nach Potsdam.

10.01.

Die Angelegenheiten des Königlichen Hauses und die Hofsachen werden auf Fürst von Wittgenstein übertragen.

12.01.

Nachricht vom Ableben der Herzogin von Württemberg.

17.01.

Ordensfest. „Damals ward die Feier noch nicht im Schloss, sondern im Dom kirchlich begangen, und von da aus wallfahrtete der lange Zug der Ritter zu Fuß … nach dem Schloss hin. Dort gab der König in den langen kalten Galerien den Hoffähigen ein Bankett, wobei die nicht hoffähigen Ritter, nachdem auch sie gespeist worden waren, ihre Aufwartung machen durften.“ (Bernstorff)

20.01.

Durchreise der russischen Kaiserin Elisabeth.

26.01.

Parade Unter den Linden.

27.01.

Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

29.01.

Probeerleuchtung der Charlottenburger Chaussee. Ball im Opernhaus. In den folgenden Wochen wechseln sich Bälle und andere Feierlichkeiten am Hof und bei den Ministern aus Anlass des Karneval ab.

06.02.

Ankunft des Erbprinzen und der Erbprinzessin Paul von Mecklenburg-Strelitz, des Herzogs und der Herzogin von Cumberland.

11.02.

Der König besichtigt das Modell zur Luther-Statue im Atelier von Schadow.

17.02.

Ball des englischen Gesandten Rose zu Ehren des anwesenden Herzogs von Cumberland, an dem auch der König und die königliche Familie teilnehmen. Der König hat zu dieser Gelegenheit den Orden vom blauen Hosenband angelegt.

19.02.

Ankunft des Herzogs und der Herzogin von Dessau, die im Schloss wohnen.

21.02.

Ankunft des Herzogs Gustav von Mecklenburg, Wohnung im Schloss.

23.02.

Der König notiert in seinem Tagebuch: „Kron-Juwelen-Diner“.

28.02.

Abreise des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

04.03.

Parade der Garnison vor dem Palais und dem Schloss. Abreise des Prinzen Gustav von Mecklenburg. Am Mittag geht der König zur Parade nach Potsdam.

05.03.

Parade in Potsdam (Rekrutenbesichtigung) in Anwesenheit aller Prinzen und Prinzessinnen, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin und Gemahlin und des Prinz Paul. Erst am 08.03. erfolgt die Rückkehr nach Berlin.

16.03.

Ankunft des Herzogs von Anhalt-Köthen nebst Gemahlin, sie wohnen im Schloss.

22.03.

Abreise des Herzogs von Anhalt-Köthen nach Potsdam (für 2 Tage). Der König begibt sich mit einem Teil der Königlichen Familie ebenfalls auf einige Tage nach Potsdam.

24.03.

Der König schreit an Charlotte: „Wir besuchen heute die Pfaueninsel, um mehrere dort angekommene Rekruten aus dem Tierreiche als Kängurus etc. zu besichtigen und einen Platz auszumitteln, um einen Russischen Rollberg anzulegen.“

26.03.

Rückkehr nach Berlin. Besuch der Menagerie und der Gemäldesammlung von Frauenholz.

28.03.

Staatskanzler Fürst von Hardenberg gibt dem Herzog von Cumberland ein Essen, zu dem auch „der Kronprinz und die übrigen Königlichen Prinzen nach eingeholter Erlaubnis Seiner Majestät mit eingeladen waren.“ (Wittgenstein)

30.03.

Parade der Garnison unter den Linden. Diner für sämtliche Stabsoffiziere im Palais.

07.04. bis 11.04.

Der König geht nach Potsdam. Am 07.04. Kommunion mit der Garnison.

12.04.

Besuch auf der Pfaueninsel und Rückkehr über Charlottenburg nach Berlin. Auch in den nächsten Tagen werden Ausflüge nach Potsdam, auf die Pfaueninsel und nach Paretz (25.04.) gemacht.

27.04.

Korps-Manöver auf dem Tempelhofer Feld.

28.04.

Geistliche Musik der Md. Milder in der Dreifaltigkeitskirche.

06.05.

Korps-Manöver auf dem Tempelhofer Feld.

07.05.

Exerzieren des Garde-Regiments.

12.05.

Beginn der Manöver zwischen Spandau und Charlottenburg.

15.05.

Huldigungfeier in Remagen aufgrund der Inbesitznahme des Herzogtums Niederrhein durch Preußen. Die Proklamation Friedrich Wilhelms III., „unseres väterlichen Regenten“, wird dabei „laut und vernehmlich“ verlesen.

16.05.

Korps-Manöver. Der König schreibt an den Kronprinzen, er wünsche, dass er ihn vor der Revue in Schlesien auf seiner Reise nach Pommern begleite. 

20.05.

Korps-Manöver auf dem Tempelhofer Feld.

21.05.

Nach Potsdam. Besichtigung der Rekruten und der Remonte.

22.05.

Nach dem Besuch der Pfaueninsel am Folgetag Rückkehr nach Berlin.

27.05.

Bei einem ländlichen Fest auf der Pfaueninsel hat der König einen Unfall. Die für die Zeit vom 28.06. bis 13.07. geplanten Truppenbesichtigungen in Pommern werden durch den Kronprinzen und die Prinzen abgehalten.

28.05. bis 27.06.

Der König kehrt von der Pfaueninsel zurück und bleibt in Berlin.

27.06. bis 30.06.

Ausflüge zur Pfaueninsel und nach Paretz.

01.07. bis 07.07.

Der König ist in Charlottenburg. Ankunft des Markgrafen Wilhelm von Baden. Graf Stolberg-Stolberg vermählt sich mit Gräfin Luise Stolberg in der Kapelle.

04.07.

Brigademanöver vor dem Landsberger Tor.

08.07.

Potsdam.

09.07. bis 30.07.

Von Potsdam Abreise zur dreiwöchigen Badekur in Teplitz. Ankunft am 10.07. 

27.07.

Unterredung mit Metternich. – „Zur Zeit des Aachener Kongresses mochte noch eine wirkliche Volksvertretung, etwa nach Humboldtschem Plan, im Bereich des Möglichen scheinen. Die Gefahr glaubte der Fürst, der das gewissenhafte Festhalten des Königs an dem einmal verpfändeten Wort kannte, am wirksamsten durch einen Plan zu bekämpfen, dessen Verwirklichung ihm ja auch für Österreich damals vorschwebte, durch den Vorschlag eines kleinen ständischen Ausschusses der künftigen Provinziallandtage, der durch Mitglieder des Staatsrates erweitert werden könnte. Auf diese Idee, die Metternich zunächst, November 1818, dem Fürsten Wittgenstein mitgeteilt, die er mit Nachdruck zu Teplitz im folgenden Jahre vertreten hatte, griff man nun in Preußen zurück, und so verändert hatten sich nach einem Jahrzehnt des Stilstandes die Maßstäbe, dass nun viel war, was damals wenig, und fortschrittlich ein längst wieder aufgegebener Metternichscher Gedanke! … Aber der König selbst? Er hatte sich mit den Jahren nur immer noch mehr in sich zurückgezogen …, selten einmal begegnet seine Hand in den schattenhaften Bleistiftstrichen einer Randnotiz. Dass aber von ihm in höherem Maße als zu Steins und Hardenbergs Zeiten doch alle wichtigeren Entscheidungen ausgehen, werden wir uns gegenwärtig zu halten haben, wenn im Folgenden die Rolle Wittgensteins plastisch hervortreten wird. Es ist ein Mangel der Überlieferung, wenn der König, über dessen vertrauliche Unterhaltungen kein Gerlachsches Tagebuch Auskunft gibt, dabei notgedrungener Weise in den Hintergrund tritt.“ (Dehio)

31.07.

Rückreise. In Begleitung des Generaladjutanten nach Pillnitz zum Diner beim König von Sachsen. Ankunft auf der Pfaueninsel am 01.08.

02.08.

Zum Geburtstag des Königs findet ein Diner mit dem Großherzog von Mecklenburg statt.

03.08.

Parade der Garnison unter den Linden. Diner für sämtliche Stabsoffiziere im Palais. Der König bleibt mit wenigen Unterbrechungen (Ausflüge zur Pfaueninsel und nach Paretz) bis 31.08. in Charlottenburg.

08.08.

Parade des Garde-Kavallerie-Regiments zu Pferde im Lustgarten. Nach einem Ausflug zum Pfingstberg Diner in den Neuen Kammern für das Offizierskorps.

20.08.

Beginn der Manöver bei Charlottenburg.

22.08.

In Spandau finden Versuche mit Brandraketen statt.

01.09.

Abreise nach Schlesien zur Revue.

02./03.09.

Breslau.

04.09. bis 09.09.

Kapsdorf. Durch Starkregen sind die Flüsse angestiegen, so dass 06.09. das Manöver abgesagt werden muss. Am 07.09. ist der König in Breslau, am 08.09. in Glogau, am 09.09. geht es nach Berlin. Hier findet die Trauung der jüngsten Prinzessin Carolath mit Graf Haugwitz in der Schlosskapelle statt.

10.09.

Von Berlin nach Charlottenburg. In den nächsten Tagen finden die Korps-Manöver in der Hasenheide statt.

14.09.

Die Catalani gibt ein Konzert.

15.09.

Nach Potsdam. Am 16.09. marschieren die Truppen ein.

17.09.

Nach Charlottenburg. Einrücken der Potsdamer Garnison nach Berlin.

18.09.

Ankunft Fritz von Oranien.

19.09.

Ankunft des Erbprinzen und Prinzen Paul von Mecklenburg-Schwerin. Parade auf der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden und Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie.

20.09.

Beginn der Herbstmanöver mit den Korps-Manövern in der Hasenheide.

23./24.09.

Paretz.

25.09.

Nach Charlottenburg (bis 12.10.). Hier gibt die Catalani an den folgenden Abenden mehrere Konzerte.

28.09.

Besichtigung des Polygons auf dem Artillerieexerzierplatz.

13.10. bis 16.10.

Nach Paretz, Potsdam und zur Pfaueninsel.

16.10.1817

Rückkehr nach Berlin zu den Herbstmanövern.

20.10.

Besuch der Werkstätten von Rauch und Wach.

28.10.

Konfirmation des Prinzen Karl in der Charlottenburger Schlosskapelle.

29.10.

Kommunion des Prinzen Karl im Dom.

17.11.

Besuch des optischen Theaters von Gropius.

28.11.

Nachricht vom Ableben des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

03.12.

„Diese Woche ist hier wieder die Tanzwoche, Montag bei Bülow, Mittwoch bei Lottum, Donnerstag bei Kircheisen und Sonnabend bei Schuckmann. Dienstag ist Spiel-Soiree bei Wittgenstein. Wir besuchen jetzt auch diese Gesellschaften, was sehr angenehm ist, weil man doch die Menschen zu sehen bekommt und vorzüglich wegen der Gesandten. … Aller Augen sind jetzt auf die politischen Ereignisse gerichtet, teils, welches Heil uns von Wien zu erwarten stehet. Sollte es gegründet sein, wie man behauptet, dass man dort damit umgehen soll, die Landwehren in Deutschland aufzulösen, so ist das für uns ein harter Stoß, denn unser ganzes Landwehrprinzip ist auf ein formidables Heer mit den geringsten Kosten (die dennoch enorm sind) berechnet. Ohne ein formidables Heer können wir aber nicht existieren, wenn wir unsere Stellung als Hauptmacht erhalten wollen. Ist also den Landwehren der Untergang geschworen, so sehe ich uns in folgender Alternative: Entweder wir verstärken unsere Linienarmee in dem Maße, dass sie mächtig genug ist, dem Auslande zu imponieren, und dann sind ungeheure Summen erforderliche, oder wir beschränken uns aus Mangel an Geld auf eine kleine Armee und treten damit in die Kategorie der 2. Mächte zurück. Wahrlich keine erfreuliche Aussicht für jemand, der sein Vaterland zu dieser Höhe hat steigen sehen und die politische Wichtigkeit Preußens erkannt hat!“

14.12.

Prinz „Wilhelm verwundet sich selbst bei Lanke auf der Jagd.“ (BPH)

22.12.

Konfirmation der Prinzessin Alexandrine in der Schlosskapelle.

23.12.

Kommunion der Prinzessin Alexandrine. Der Hof verbringt das Jahresende in Berlin. Zum Jahreswechsel ist der König in Potsdam.

01.01.

Der König ist in Potsdam.

02.01. bis 08.01.

Der König ist in Berlin. Hier findet am 06.01. das Bohnenfest im Lindenpalais statt.

09.01.

Besuch der Garnisonkirche in Potsdam.

13.01.

Mit einer Redoute im Theater beginnen die Karnevalsfestlichkeiten. Am 16.01. findet der Hofball im Rittersaal statt. Es folgen Bälle, Assembleen, Redouten, Dejeuners an den Höfen und bei den Ministern.

18.01.

Der Ordensfeier im Dom folgt ein festliches Diner in der Bildergalerie.

23.01.

Zweites Bohnenfest.

04.02.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

05.02.

† Prinzessin Ferdinand.

12.02.

Feierliches Begräbnis der Prinzessin Ferdinand im Dom.

15.02.

Abreise des Großherzogs.

16.02.

Die Nachricht von der Ermordung des Herzogs von Berry trifft ein.

17.02.

Ankunft des Prinzen Karl von Neuwied.

05.03.

Der König besucht das Grabmal der Königin Luise.

17.03.

Der Geburtstag des Prinzen Wilhelm wird mit einem Dejeuner dinatoire beim König mit der königlichen Familie, allen fremdem fürstlichen Herrschaften und den ersten Behörden des Staates gefeiert. Nach einer Quadrille in der Reitbahn findet am Abend ein Ball im Prinzessinnenpalais statt.

19.03.

Am Abend findet bei Prinz Karl eine Vorführung physikalische Experimente statt.

20.03.

Der König gibt dem englischen Gesandten Rose eine Audienz.

23.03.

Konfirmation der Prinzessin Elisa Radziwill und des Frl. von Wildenbruch in der Schlosskapelle. Wittgenstein bemerkt, dass sie keinen Sessel, wie sonst bei königlichen Prinzessinnen üblich, sondern nur einen Stuhl erhalten hat.

25.03.

Kommunion mit der Garnison in Potsdam.

30.03.

Parade Unter den Linden. Sonst ist die Parade am 31.03., dem Tag des Einzugs in Paris. Am Mittag findet eine große Tafel im Palais statt, „wozu alle Stabs-Offiziere, die bei der Einnahme von Paris gegenwärtig waren, eingeladen wurden.“ (BPH). Der König geht dann nach Potsdam und kommt am 03.04. aus Potsdam zurück.

03.04.

„Der Aufenthalt Seiner Majestät ist von jetzt an überraschend hier und in Potsdam.“ (BPH)

16.04.

Der König schreibt an Charlotte: „Gestern ist der Bau des Russischen Hauses … vollendet worden. Heute am St. Nikolaitag 9/21 Mai … soll es eingeweiht werden. Es steht unweit der Pfaueninsel.“ Die Verlobung Alexandrines wird „meiner Reise wegen, da ich im Juni nach Pommern und der Insel Rügen gehe, und den Juli und August auf Anraten der Ärzte in Karlsbad und Teplitz größtenteils zubringe, erst im September statthaben.“ (Bailleu)

19.04.

Reise des Prinzen Karl nach Russland.

24.04.

Korps-Manöver in Berlin.

27.04.

Der Jahrestag der Schlacht von Groß Görschen wird mit einem Gottesdienst im Freien und einem religiös-militärischen Fest für die Mannschaft der Garnison, die bei Groß Görschen gefochten hat, begangen. (BPH)

28.04.

Brigade-Manöver.

29.04. bis 30.05.

Potsdam.

30.04.

Audienz für den spanischen Gesandten, der von seinem Hof abberufen wurde.

04.05.

„Das Volk ist dem Herrscherhause aufs Allertreueste ergeben und noch hat nichts die Anhänglichkeit erschüttern können. Denn die Vorfälle dieses Sommers, die mit dem ominösen Namen politische Umtriebe bezeichnet zu werden pflegen, sind demselben fremd geblieben und werden es stets bleiben, solange wachsame Regierungen existieren, die ihr vorzüglichstes Augenmerk auf die Lehrer der Jugend gerichtet haben. … In den Rheinprovinzen muss man ein anderes Räsonnement führen. Dort kann noch von keiner Anhänglichkeit an die Regierung die Rede sein. … Wenn ich nun mich resümiere, so finden wir in den alten Provinzen freilich teilweise Unzufriedenheit, die aber durch die langen und festen Bande der Anhänglichkeit an den König und die Regierung überboten wird, in den neuen Provinzen Mangel an Vertrauen zur Regierung und daher Unzufriedenheit, aber Scheu vor jeder gewalttätigen Umwälzung der Dinge. … Nirgends finden wir also Anlass zu einer Revolution, den man uns im Ausland so gerne andichtet!“, schreibt Prinz Wilhelm an Charlotte.

05.05.

Korps-Manöver. In den folgenden Tagen finden weitere militärische Übungen bei Berlin statt.

10.05.

Parade Unter den Linden. Im Anschluss findet ein Diner in der Bildergalerie statt, zu dem auch das Militär eingeladen ist. „Es ist dieses die gewöhnliche Tafel nach Beendigung des Manövers“.

11.05.

Ende der Frühjahrsübungen.

12.05.

Audienz für den schwedischen Gesandten, der von seinem Hof abberufen wurde.

13.05.

Beginn der Kirchengebete wegen der bevorstehenden Niederkunft der Prinzessin Friedrich. „Seine Majestät haben heute auch bestimmt, sich nach dem Rat der Ärzte nach Karlsbad und Teplitz zu begeben. Die Monate Juli und August sind zu diese Reise bestimmt. … Seine Majestät werden sich den 1. Juni nach Stettin, Kolberg, Stargard zur Revue und nach Stralsund und der Insel Rügen begeben und das ehemalige schwedische Pommern zum ersten Mal mit ihrer höchsten Gegenwart beglücken.“ (BPH, Wittgenstein) Die Verlobung der Prinzessin Alexandrine muss deshalb verschoben werden.

19.05.

Geburtstag der Prinzessin Luise Radziwill. Nach der Gratulationscour findet mittags eine große Tafel beim König in der Galerie statt, am Abend folgen ein kleines Fest und eine Theatervorstellung in Monbijou, veranstaltet von den Prinzen,

20./22.05.

Potsdam. Am 22.05. wird mittags Sanssouci besucht, dann Rückkehr nach Berlin.

24.05.

Antrittsaudienz für den neuen sardinischen Gesandten.

26.05.

Der Regierungs-Vizepräsident von Pommern, von Rohr, schickt an den Generaladjutanten des Königs mehrere Exemplare seines „Zur Ankunft des geliebten Landesvaters in Pommern, Stargard den 1. Juni 1820“ verfassten Gedichts.

01.06. bis 03.06.

Reise nach Pommern. Die erste Station ist Stargard.

04./05.06.

Kolberg.

06.06.

Swinemünde.

07.0/08.06.

„Über Heringsdorf (Heringsfischerei) am Stand (Aussicht vom Streckelsberg bei Koserow) Wolgast (Kirche) Boltenhagen (Mittag) Greifswald (Universitätsgebäude und [Nikolai]kirche) nach Stralsund.“ (Tagebuch)

09.06.

Einschiffung, zur Insel Rügen, dann über Bergen nach Putbus.

10.06.

Zur Halbinsel Jasmund und zurück nach Stralsund.

11.06.

Über Greifswald, Anklam, Ueckermünde nach Stettin.

13.06.

Nach Neustrelitz.

15.06.

Nach Charlottenburg. Der König schreibt am nächsten Tag an Charlotte: „Gestern bin ich von einer 14-tägigen Reise nach Pommern zurückgekehrt, an die sich eine Seitenreise nach Strelitz geknüpft hat. Es war die erste, die ich seit 10 Jahren – es ist unbegreiflich wie schnell die Zeit hinfließt – in jene Gegend gemacht habe. Was ich bei dem Anblick von Hohen Zieritz empfunden habe …, will ich Dir nicht zu schildern versuchen. … Ich fürchtete mit Recht den ersten Eindruck dieses Wiederbesuchs, er ist nun überstanden, und ich bin jetzt beruhigter zurückgekehrt, so zerreißend auch für mich die Erinnerung jenes trostlosen Verlustes vor mir stand.“ (Bailleu) Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Von unserer ferneren Reise in Pommern schreibe ich nichts weiter, weil Karls Erzählungen weit ausführlicher sein müssen. Rügen, Putbus, Stubbenkammer und Arkona sind herrliche Punkte. – In Freienwalde haben wir herrliche Tage verlebt, ein rechtes Ideal von angenehmem Leben zur Erholung.“

16.06.

Die Niederkunft der Prinzessin Friedrich wird mit 72 Kanonenschüssen verkündet.

17.06. bis 02.07.

Zwischen dem 17.06. und der Abreise nach Karlsbad am 02.07. residierte der König abwechselnd in Potsdam, Charlottenburg und Paretz und besuchte häufig die Pfaueninsel und Nikolskoe.

02.07.

Abreise von Potsdam über Beelitz, Treuenbrietzen (02.07.), Wittenberg, Leipzig, Chemnitz, Marienberg (03.07.), Komotau nach Karlsbad. Ankunft am 04.07.

03.07.

Fürst von Metternich trifft ein, „um sich bei Seiner Majestät eines Auftrages von dem Kaiser von Österreich zu entledigen und Höchstdieselben einzuladen, einem großen Lager bei Pest in Ungarn beizuwohnen, welches in den ersten Tagen des 8br. stattfinden soll und zu welchem auch der Kaiser von Russland eingeladen worden ist. Da dieser Monarch im Monat August in Warschau eintreffen wird, so schmeichelt man sich in Wien, dass derselbe diese Einladung annehmen wird. Seine Majestät haben solche aus einigen politischen Rücksichten, mit denen F. Metternich selbst einverstanden waren, und da um diese Zeit Militärische Übungen in Berlin stattfinden, auch gegen den 20. 8br. die feierliche Verlobung I.K.H. der Prinzessin Alexandrine mit dem jungen Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin festgesetzt ist, abgelehnt.“ (BPH)

04.07.

Der König schreibt an Charlotte: „Wie Du wissen wirst, ist es bei der hiesigen Brunnenkur strenge verboten, sich mit dem Schreiben abzugeben, jedoch kann ich nicht umhin, Freude und Zufriedenheit über die Art zu bezeigen, wie Du die Angelegenheiten der Kommission betreffend, in der Du dich selbst befindest, und den Eifer und die Aufmerksamkeit zu loben, die Du ihr widmest. Allerdings ist sie aber auch von der größten Wichtigkeit für den Staat. … Fürst Metternich ist … hier eingetroffen.“

14.07.

Witzleben schreibt über den Kuralltag des Königs: „Seine Majestät trinken des Morgens 6 Becher zu Hause und 4 Becher an der Quelle, wohin ich Höchstdieselben jedes Mal um 1/2 7 Uhr zu begleiten die Ehre habe. Um 1/2 9 Uhr begeben sich Seine Majestät zum Frühstück nach Hause. Um 10 Uhr wird gewöhnlich ein Spaziergang zu Fuß oder im Wagen gemacht. Um 1 Uhr wird zu Mittag gespeist. Die Tafel besteht aus 6 Personen, Seine Majestät, der Generalmajor und Generaladjutant von Witzleben, die beiden Flügeladjutanten Obristlieutenant Graf von Canitz und Major von Rojaowsky, der Geheime Kabinettsrat Albrecht und mir. Um 3 Uhr ist der gewöhnliche Kabinettsvortrag. Um 4 Uhr begeben sich Seine Majestät in das Theater. Um 6 Uhr werden an dem Sprudel 2 Becher getrunken, alsdann wird entweder gefahren oder ein Spaziergang gemacht. Des Abends besuchen Seine Majestät ein Konzert oder den gewöhnlichen Versammlungssaal, wo alle Abende getanzt wird. Gegen 9 Uhr begeben sich Seine Majestät nach Hause, wo alsdann mit der nämlichen Gesellschaft soupiert wird und um 10 Uhr begeben sich Höchstdieselben zur Ruhe.“ (BPH)

18./19.07.

Nach Marienbad.

29.07.

Ankunft des Herzogs von Anhalt-Dessau mit Gemahlin und des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

30.07.

„Seine Majestät haben den 30. Juli den Aufenthalt von Karlsbad verlassen, um sich nach Berlin zu begeben, und werden den 10. oder 11. hier in Teplitz eintreffen, um die hiesigen Bäder bis zum Ende dieses Monats zu gebrauchen“ (BPH)

30./31.07.

Teplitz.

01./02.08.

Über Peterswald, Dresden, Großenhain nach Cosdorf (01.08.), über Herzberg, Jüterbog, Treuenbrietzen zur Pfaueninsel. Ankunft am 02.08. Zwischen dem 03.08 und 07.08. wechselnder Aufenthalt auf der Pfaueninsel, in Charlottenburg und Berlin.

08./09.08.

Besuch in Wörlitz und Dessau.

10.08.

Über Meißen, Dresden nach Zehist, (10.08.), über Peterswald nach Teplitz. Ankunft am 11.08.

12.08.

Der König schreibt an Charlotte: „Seit dem 11. bin ich hier in Teplitz, nachdem ich Friederike und Alexandrine besucht hatte, die 8 Tage bei ihr zubringen wird. Wörlitz und Dessau mit seinen herrlichen freundlichen Umgebungen hat von neuem auf mich einen recht angenehmen Eindruck hinterlassen. Auch das mit in so vieler Hinsicht interessante Teplitz mit seinen wohltätigen Bädern wird, wills‘ Gott, segenbringend auf mich einwirken.“ (Bailleu)

14.08.

Der König schreibt an Charlotte über den Tod seiner Schwester, der Herzogin von York, am 06.08.1820 in London : „Dieser Todesfall hat einige Rückwirkung auf meinen bisherigen Aufenthalt, da ich weder das Theater noch die täglichen Bälle besuchen kann, und so nur allein auf die Spaziergänge oder Fahrten, die freilich sehr mannigfaltig in der Umgegend sind, beschränkt bin.“ (Bailleu)

31.08.

Über Dresden nach Meißen (31.08.), über Wittenberg nach Potsdam. Ankunft am 01.09.

02.09.

Nach Charlottenburg. Parade Unter den Linden und Diner im Rittersaal mit dem Prinzen Georg von Hessen-Darmstadt. Beobachtung der Sonnenfinsternis.

03.09. bis 05.09.

Potsdam.

06.09.

Besuch in Nikolskoe und auf der Pfaueninsel, dann nach Charlottenburg bzw. Berlin.

09.09.

Korps-Manöver bei Tempelhof.

10./11.09.

Potsdam und Paretz. Der König schreibt an Charlotte, die ihr Kommen angekündigt hat: „Allen Zwang von einer solchen Reise zu entfernen ist dennoch nicht möglich, und so fürchte ich, wird Dir manches lästig fallen, was nicht immer abzuhelfen ist. Auch Nikolais Wünschen, hier nicht als Fremder aufgenommen und behandelt zu werden, soll gleichfalls entgegengekommen werden. … Die leidige Kongress-Aussicht trübt zwar allerdings die Freude, die mir Deine Ankunft gewähren wird, da ich wahrscheinlich bald nach Deiner Ankunft werden abreisen müssen.“ (Bailleu)

12.09. bis 15.09.

Nach Charlottenburg. Am 15.09. beginnen die militärischen Herbstübungen in Berlin.

16.09.

Ankunft des Großherzogs und des Erbprinzen Paul von Mecklenburg-Schwerin. Zur Pfaueninsel und nach Potsdam.

17.09.

Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie.

18.09.

Korps-Manöver. In den folgenden Tagen finden weitere militärische Übungen bei Berlin statt.

19.09.

Die Verlobung der Prinzessin Alexandrine mit dem Erb-Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin wird mit einem Gala-Diner im Rittersaal gefeiert. Den Tag beendet ein Gala-Hofball im Rittersaal.

22.09.

„Unsere Manöver waren um Potsdam herum, und am Ruhetag, dem 27., Abend dieses Tages war ein fünfstündiger Waffenstillstand geschlossen, damit beide Teile das übrigens neutrale Palais und dessen Theater besuchen konnten. Alles war en grand parure, Herren und Damen, und so nahm sich das amphitheatrale Parterre mit dem Hof im Vordergrund sehr schön aus.“ (Jagow)

23.09. bis 25.09.

Charlottenburg.

26.09. bis 28.09.

Potsdam.

29.09. bis 06.10.

Charlottenburg. Am 30.09. besichtigt der König den Bau des Neuen Schauspielhauses. Am Folgetag reist der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin ab. Der König besucht die Kunstausstellung.

02.10.

Nach Großbeeren zur Besichtigung des Schlachtdenkmals und der neuen Kirche.

08.10.

Ankunft der Prinzessin Charlotte. „Die Straßen waren mit Menschen besetzt, Tücher winkten aus den Fenstern. So langten wir im Schloss an und beim Austeigen unterm neuen Portal erscholl ein mehrmaliges Hurra von der gerbeigeeilten Menschenmasse.“ (Jagow) Wenige Tage später geht der Hof nach Paretz, dann nach Potsdam. Das Zusammentreffen wird durch den Kongress von Troppau unterbrochen, zu dem der Kronprinz am 19.10. abreist.

13.10.

Berlin. Hier beginnen am Folgetag mit der Parade Unter den Linden und dem Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie die Herbstmanöver.

16.10.

Ankunft des Prinzen von Oranien.

18.10.

Ankunft des Herzogs und der Herzogin von Dessau.

24.10.

Nach Berlin. Der König schreibt an den Kronprinzen: „Dass man sich in Troppau nach mir sehnt, ist zwar für mich höchst schmeichelhaft“, jedoch habe er beschlossen, „nicht über 8 bis 10 Tage in Troppau zu verweilen“, da er denke, dass diese Zeit ausreicht, „um von den Hauptgegenständen … Kenntnis zu nehmen und darüber Verabredungen treffen zu können.“

27.10.

Besuch der Kunstausstellung.

29.10.

Besuch der Eisengießerei, hier wird gerade das Denkmal für Barklai gegossen.

03.11.

Besuch des Theaters. Dem von allen Anwesenden gesungenen „Gott erhalte Franz den Kaiser“ wurden zugefügt „Hoch soll Alexander leben,/Preußens Wilhelm, unser Franz!/Ihres Bundes heil’ges Streben/Ehrt sie wie ihr Waffen-Glanz./Dieser hat uns Sieg gegeben,/Jenes schirmt den Friedens-Kranz./Schütze, Gott, der Theuren Leben: Wilhelm, Alexander, Franz.“

04.11.

Über Frankfurt, Crossen nach Grünberg (04.11.), nach Breslau (05.11.), Neiße (06.11.) nach Troppau. Ankunft am 07.11.

 

Der König schreibt an Charlotte: „Einfacher und ruhiger seine Zeit zuzubringen als hier ist wohl nicht möglich, denn die ersten Zeremonienvisiten und Präsentationen abgerechnet, ist seither, und ich bin schon den vierten Tag hier, noch von gar nichts weiter, nicht einmal von einem Diner die Rede gewesen. Ich lasse mir das, wie Du wohl denken kannst, recht gern gefallen, bin den ganzen Tag zu Hause, gehe täglich trotz dem bösen Wetter eine ganze oder halbe Stunde um tiefsten Kot spazieren, und des Abends ins Theater, das sich der Anwesenheit des berühmten Ignaz Schuster … zu erfreuen hat.“ (Bailleu)

07.11. bis 20.11.

Troppau. „Im Ganzen war der Aufenthalt in Troppau sehr wenig angenehm. Das abscheuliche Wetter verhinderte jeden größeren Ausflug in die sonst ansprechende Umgegend. Der König hielt sich zurückgezogen und nahm fast gar nicht an den diplomatischen Soireen teil, ging aber trotz des Wetters täglich spazieren und ließ sich abends in seiner Wohnung vorlesen. Eine der glänzendsten Veranstaltungen bildete ein vom Kardinal Erzbischof Rudolf zelebriertes Hochamt.“ (Malachowski)

10.11.

Die Nachricht über die Revolte des Semenowschen Garderegiments trifft ein, „die bei allen Anwesenden große Sensation machte.“ (Malachowski)

21.11.

Über Neiße (21.11.), Breslau (22./23.11.), Grünberg nach Berlin. Ankunft am 25.11. Die reformierte Kirche in Breslau besuchte der König nicht mehr, nachdem diese die Kruzifixe vom Altar hatte entfernen lassen, und verbot dies auch seiner Familie, „da sich die Gemeinde schäme, das Bild Christi des Erlösers auf ihrem Altar zu dulden“, wie er an den Kronprinzen schrieb.

27.11.

Abreise des Großfürsten Nikolaus nach Troppau, er kehrt erst Mitte Dezember nach Berlin zurück. 1820/21 hielt sich das junge Paar fast ein Jahr in Berlin auf. Auch der Besuch 1824/25 dauerte fast ein halbes Jahr, spätere Besuche fielen kürzer aus, oft wurde Charlotte (Alexandra) nun nur noch auf der Hin- und Rückreise begleitet.

02.12.

Die Theatralischen Vorstellungen beim Herzog von Cumberland werden zum Teil von Personen aus der Gesellschaft dargestellt.

08.12. bis 12.12.

Potsdam.

14.12.

Ankunft des Großfürsten Nikolaus.

17.12.

Nach Potsdam. „Die Anwesenheit des Großfürstlichen Ehepaares gestaltete das gesellschaftliche Leben am Hofe im Winter 1820/21 besonders lebhaft. Den Gipfelpunkt bildete das mit Aufwendung außerordentlicher Pracht aufgeführte Festspiel Lalla Rookh.“ (Malachowski)

27.12.

Nach Berlin. Zum Jahreswechsel geht der König wieder nach Potsdam.

01.01. bis 03.01.

Das neue Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer. Die Regierung zu Erfurt schreibt in ihrem Neujahrswunsch: „dass Allerhöchstdieselben auch in dem folgenden Jahre sich von der unwandelbaren Treue überzeugen mögen, mit welcher sie den ihr angewiesenen Standpunkt behauptet, und unter allen Umständen die Pflicht richtig zu erfüllen bemüht ist, welche ihr von Eurer Majestät auferlegt worden und nur dem Wohle des Staates gereicht sind.“ Am 02.01. geht es zu Fuß nach Bornstedt, Belvedere und durchs Neue Palais zurück. Am 03.01. kehrt der König nach Berlin zurück.

06.01.

Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

13.01.

Ankunft des Erb-Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest im Dom. Im Anschluss findet ein Diner in der Bildergalerie des Schlosses statt.

20.01. bis 22.01.

Potsdam.

23.01.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz. Zweites Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

26.01.

Generalprobe des Festspiels Laala Rookh im Weißen Saal.

27.01.

Aufführung des Festspiels Laala Rookh aus Anlass der Anwesenheit des Großfürsten Nikolaus und seiner Gemahlin, der Großfürstin Charlotte, unter Mitwirkung der ganzen Hofgesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses mit ca. 3.000 Personen.

30.01.

Prinz Wilhelm schreibt an Natzmer: „In welchem Trubel wir seit 14 Tagen waren, begreifen Sie, da Sie öfters Präparatifs zu Quadrillen erlebten. Doch ist fast niemals eine so allgemeine Lebendigkeit in der Stadt gewesen als diesmal, da alles sehr rasch beschafft werden musste. Die Equipagen rollten den ganzen Tag von einem Laden zum andern, nur hier fand man die beau monde, nirgends auf den Promenaden. Das war einzig, aber das Resultat dieser großen Anstrengungen würdig. Der Maskenzug war magnifik, sowie die ganze Fête wahrhaft königlich. Die Zeitung liefert das Programm zur Quadrille. Die Idee, Tableaux bei einer solchen Gelegenheit dazustellen, war neu und entsprach den gehegten Erwartungen. … Überhaupt ist Berlin sehr brillant dies Jahr, auch sind eine Menge vornehmer Gäste gekommen: Putbus nebst Frau, Sulkowsky, Fürst Lynar nebst Frau. Chateaubriand ist angekommen, er gefällt. … Nikolaus hat uns verlassen. Er denkt zum 30. März von Petersburg zurückzukommen, wo das Monument auf dem Tempelhofer Berge eingeweiht werden soll.“ (Berner)

02.02.

Erleuchtung des Konzertsaales im Neuen Schauspielhaus.

04.02.

Gala-Hofball („Zopfball“) im Rittersaal. „Den 4. Februar haben die gewöhnlichen Karnevals-Lustbarkeiten mit einer sogenannten Polonaisen-Cour ihren Anfang genommen.“ (BPH)

10.02.

„Heute ist zum ersten Mal in dem Konzertsaal des neuen Komödien-Hauses eine sogenannte unmaskierte Redoute gegeben worden. Seine Majestät und die Königliche Familie waren gegenwärtig.“ (BPH)

11.02.

Wiederholung des Festspiels vom 27.01. im Weißen Saal.

13.02.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

14.02.

Besuch in Schadows Atelier, wo die Statue des Luthers in Bronze für Wittenberg entsteht. Die Grundsteinlegung war 1817 erfolgt. Der Aufstellung des Denkmals in Wittenberg am 31.10. wird der König nicht persönlich beiwohnen. Der Zeitungsbericht über die Reformationsfeier 1817 hatte über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt berichtet.

17.02.

Subskriptionsball im Saal des Schauspielhauses. Nachrichten aus Leibach treffen ein: „Nach Nachrichten, die gestern von Leibach eingegangen sind und nach welchen der König von Neapel diese Stadt bald verlassen wird, um sich vorerst nach Florenz zu begeben, haben Seine Majestät beschlossen, die nach Leibach beabsichtigte Reise aufzugeben, besonders da der eigentliche Grund, weshalb solche vorzüglich unternommen werden sollte, nur eine politische Anstandsreise war, indem Seine Majestät mit den beiden Kaisern während des Aufenthalts in Troppau über die Grundsachen wegen der Behandlung der Neapolitanischen Angelegenheiten schon einverstanden waren.“ (BPH)

22.02.

Ball im Prinzessinnenpalais zur Feier des Geburtstages der Prinzessin Alexandrine.

27.02.

Alexander-Fest im Schauspielhaus.

01.03.

Nachricht vom Ableben des Kurfürsten von Hessen.

02.03.

Der Geburtstag der Herzogin von Cumberland wird mit einem Diner in der Galerie begangen. Der König kann zur großen Tafel wegen einer Erkrankung nicht erscheinen. Auch am Subskriptionsball am folgenden Tag nimmt der König deshalb nicht teil.

18.03.

Diner in der Galerie des Palais zu Ehren der Radziwillschen Silbernen Hochzeit. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus St. Petersburg.

21.03.

Abreise des Großfürsten.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm. Dejeuner dinatoire für die Familie, den Hof, und die ersten Militär- und Zivilbehörden, am Abend findet ein Ball im Prinzessinnenpalais statt.

23.03.

Erster Besuch mit der Königlichen Familie in Potsdam, Rückkehr nach Berlin am 26.03. Der Aufenthalt wird von nun an abwechselnd in Berlin und in Potsdam sein.“ Auch „der Großfürst Nikolaus und seine Gemahlin waren noch immer am Hofe anwesend, der den Frühling teils in Potsdam, teils in Paretz verlebte.“ (Klöden)

28.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld.

30.03.

Jahrestag der Schlacht von Paris. Feierliche Einweihung des Denkmals auf dem Tempelhofer Berg (Kreuzberg) durch Bischof Eylert.

31.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld. Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

01.04.

Einweihung der Kirche des Großen Friedrich-Waisenhauses.

03.04.

Truppenbesichtigung im Lustgarten. Ankunft der Fürstin von Taxis.

07.04. bis 10.04.

Der Hof geht für einige Tage nach Potsdam. Abreise der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

„Cantate, der Tod Jesu, durch Zelter und die Sing-Akademie aufgeführt im Saal des Schauspielhauses.“ (BPH)

16.04.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

17.04. bis 01.05.

Potsdam. Besuche auf der Pfaueninsel, in Nikolskoe, auf dem Pfingstberg und in Sanssouci. Am 19.04. Kommunion mit der Garnison.

24.04.

Dejeuner dinatoire im Schloss Grunewald. Beginn der Manöver im Grunewald. Ankunft der Herzogin von Dessau.

26.04.

Besichtigung von St. Petri, Domkirche, Ritterakademie, St. Gotthardikirche, Marienberg, St. Katharinenkirche.

27.04.

Korpsmanöver.

03.05.

Namenstag der russischen Großfürstin Alexandra. Dejeuner dinatoire beim Großfürsten und Konzert im Schauspielhaus (Himmel).

04.05.

Besichtigung der „Fenster mit gemalten Scheiben für die Marienburg in der Wernerschen Bronze-Fabrik“ in Charlottenburg. (BPH)

06.05. bis 09.05.

Potsdam und Paretz.

10.05.

Korpsmanöver in Berlin.

14.05.

Parade von der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden. Diner in der Bildergalerie für sämtliche Stabsoffiziere.

15.05.

Korpsmanöver zwischen Kreuzberg, Hasenheide, Tempelhof. Abreise der Herzogin von Dessau.

16.05.

Am Ruhetag der Manöver findet ein „Konzert im Saal des Schauspielhauses zum Besten der Witwe Weber“ statt. (BPH)

17.05. bis 31.05.

Potsdam. Manöver bei Glinicke.

22.05.

Rückkehr nach Berlin.

26.05.

Eröffnung des neu aufgebauten Schauspielhauses mit Iphigenie auf Tauris und einem Prolog von Goethe sowie dem Ballett „Die Rosenfee“. An den Proben hatte der König mehrfach teilgenommen. „Bei dieser Gelegenheit geschah es zum ersten Mal, dass das gesamte Publikum das: Heil dir im Siegerkranz anstimmte. Gegen seine Gewohnheit nahm der König die Huldigung herzlich erfreut auf.“ (Malachowski)

27.05.

Abreise des Großfürsten und der Großfürstin über Dessau, Weimar nach Ems und Spa.

29.05.

Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin. Abreise des Kronprinzen zur Revue nach Pommern, von dort nach Ems und Spa.

09.06.

„Seine Majestät sind heute nach Potsdam abgegangen und werden von dorten den 12. die Reise nach den Rheinprovinzen antreten.“ (BPH)

10.06.

Prinzessin Wilhelm schreibt an den Bruder: „Jetzt musst Du in Deinem Felsennest sein, wenn der König hinkommt den 23. – doch dies unter uns, wenn Du es nicht weißt, darf ich es nicht verraten. Also verrate Du mich auch nicht. Charlotte hätte Dich so gern mit auf ihre Rheinfahrt gehabt, es soll mich verlangen, ob es geschehen ist. Alle 3 Kinder gehen mit und sind glückselig. … Wenn nur der König von England nicht zu bald kommt uns zu verscheuchen!“

12.06.

Beginn der Reise in die Rheinprovinz. In Lützen Besuch der Kirche und Nachtquartier im Posthaus.

13.06.

„Um halb 8 Uhr fuhr ich bei sehr unfreundlichem Wetter mit dem König nach dem Schlachtfelde über Kaja, Rahnow und Groß Görschen nach dem Monument.“ (Witzleben) Quartier im Kommandanturgebäude in Erfurt. Am Abend findet ein großer Zapfenstreich statt.

14.06.

Parade und Korpsmanöver in Erfurt. Ausflug zur Cyriaksburg.

15.06.

Über Gotha, Eisenach nach Buttlar. In Gotha-Friedrichstal Besuch beim Herzog von Sachsen-Gotha. In Eisenach Besuch der Großfürstin Maria und des Herzogs von Sachsen-Weimar.

16.06.

Über Gelnhausen, Hanau nach Wilhelmsbad. in Gelnhausen Besichtigung der Kirche, der Ruine der Burg Karls des Großen, des Monuments für den Freiherrn v. Massenbach. In Wilhelmsbad wird der König durch die Kurfürstin und den Kurfürsten von Hessen empfangen.

17.06.

Besuch des Landgrafen Friedrich in Rumpenheim.

18.06.

Über Homburg, Darmstadt nach Frankfurt. Verwandtenbesuche am Hof in Homburg und in Darmstadt.

19.06.

Über Wiesbaden, Biebrich nach Mainz. Besuch des Herzogs von Nassau in Biberich. Besichtigung der österreichischen Garnison in Mainz.

20.06.

Besichtigung der preußischen Garnison in Mainz. Dann über Minden, Ulm, Alzey nach Kirchheim, Nachtquartier im Gasthof.

21.06.

Über Kaiserslautern, Homburg nach Saarbrück. „Die Einwohner hatten hier Ehrenpforten errichtet, die Brücke sowie alle Häuser mit Laub und Blumen verziert und eine Menge junger weißgekleideter Mädchen mit Blumen besetzte den Eingang der Stadt und die Brücke.“

22.06.

Über die Höhen der Saar nach Werden, dann nach Saarlouis. Besichtigung der Festung in Begleitung des Generalleutnants von Rauch.

23.06.

Über die Moselhöhen nach Luxemburg. Besichtigung der Festungswerke.

24.05.

Besichtigung der Garnison und Parade. Am Nachmittag Weiterreise nach Trier. Besichtigung der Porta Nigra, des Doms, der Römischen Bäder, des Amphitheaters und der im ehemaligen Schloss eingerichteten Kasernen.

25.06.

Parade und Manöver im Beisein des Großherzogs von Baden in Trier. „Sie lief nicht ganz zur Zufriedenheit ab, und es gab mit Recht einige Nasen. Die Ausgrabung der Altertümer ist noch fortgeschritten und gewährt großes Interesse.“ (Jagow)

27./28.06.

Koblenz. Parade und Besichtigung der Festungswerke in Begleitung des Großfürsten Nikolaus und des Prinzen Wilhelm. Ankunft der Prinzessin Charlotte aus Ems. Auf dem Rhein geht es nach Schloss Engers, dort Zusammentreffen aller anwesenden Mitglieder der königlichen Familie.

29.06.

Besichtigung von Ehrenbreitstein. In Begleitung des eingetroffenen Kronprinzen geht es nach Ems zum Besuch des Herzogs von Nassau. Wilhelm geht nach Köln voraus, „um dort dem Exerzieren der Division beizuwohnen, bevor er [der König] sie sähe, damit ich alle Fehler ändern sollte, damit es nicht wie in Trier ginge.“ (Jagow)

30.06./01.07.

Köln. Besichtigung der Festungswerke und der Kasernen von Deutz. Am 01.07. findet ein großes Volksfest statt.

02./03.07.

Korpsmanöver und Wettfahrt der Schiffe auf dem Rhein während der Überfahrt nach Deutz, dann nach Solingen. Empfang durch die „Repräsentanten des Handels- und Gewerbestandes, und von den zu mehreren tausenden versammelten Arbeitern der verschiedenen Fabrikzweige, nach Klassen gesondert, in der Kleidung und mit den Attributen ihrer Werkstätten. … Es war eine Warenausstellung veranstaltet, welche an Vollständigkeit und Eleganz nicht zu wünschen ließ, und deren treffliche Arbeiten dem Könige vorgelegt wurden. Er kaufte mehreres.“ (Klöden) Weiter nach Düsseldorf, Quartier beim Prinzen Friedrich im Jägerhof. Am 2. Tag nach dem Korpsmanöver Besichtigung der Stadt, der Münzstätten, der Kunstsammlung auf dem Schloss, einiger Kirchen und der im Bau befindlichen Kavallerie-Kaserne. Der Tage endet mit einem Ball der Stadt.

04.07.

Über Jülich nach Aachen. In Jülich Parade und Besichtigung mehrerer Wehranlagen. In Aachen Besichtigung der Kaiserlichen Burg, des Doms. Zusammentreffen mit der Großfürstin Alexandra.

05.07. bis 07.07.

Über Verviers nach Spa. Witzleben schreibt an seine Frau: „Ich bin sehr wohl, der König auch. Die Truppen sind herrlich, die Stimmung des Volks gut. Toren glauben in den Rheinprovinzen den Sitz gefährlicher Elemente. Schurken gibt es überall, aber das Volk ist wahrlich gut und der König hat überall ganz unzweideutige Beweise von wahrer Freude über seine Anwesenheit erhalten. Mehr kann man von einer neuen Provinz, die so unglückliche geschichtliche Erinnerungen hat, und die durch die Vereinigung mannigfach in ihren Verhältnissen zerstört worden ist, nicht verlangen.“ In Spa sind anwesend: Königin und König der Niederlande, der Kronprinz, Prinz von Oranien, Prinz Wilhelm, Prinz Friedrich der Niederlande, König und Königin von Württemberg, Großfürst und Großfürstin Nikolaus, Großfürstin Kronprinzessin der Niederlande, Prinz Paul von Mecklenburg-Schwerin.

08.07.

Über Aachen nach Krefeld. Die Stadt ist illuminiert und die Häuser mit Blumengirlanden und Inschriften geschmückt.

09.07.

Vor der Weiterreise wird in Krefeld die Seidenmanufaktur besucht. Weiterreise nach Wesel, Besuch der Festungswerke und von Fort Blücher. Am Abend Illumination der Stadt und großer Zapfenstreich.

10.0/11.07.

Münster. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Am zweiten Tag Parade und Divisionsmanöver, im Anschluss in Begleitung des Prinzen Friedrich Besichtigung der Stadt, der Kirchen (Ausbau der evangelischen Kirche), des Rathauses und Besuch des Erbgroßherzogs von Oldenburg. Witzleben schreibt: „So unverkennbar auch die Teilnahme war, welche sich bei des Königs Anwesenheit in den neuen Provinzen äußerte, so kann man sich doch keinen Begriff von dem Jubel machen, der in den altpreußischen Provinzen auf dem linken Rheinufer und namentlich zu Krefeld stattfand. Und dieser Landesteil war von 1795 bis 1814, also volle 19 Jahre, von der Monarchie getrennt. Man könnte die neuen Untertanen hierauf aufmerksam machen, und ihnen sagen, es müsste doch unter den Flügeln des schwarzen Adlers so übel nicht wohnen sein, da diese Leute nach einer so langen Trennung solche Anhänglichkeit bewahrt hätten.“

12.07.

Über Hamm, Soest nach Bielefeld. In Hamm Truppenbesichtigungen. In Bielefeld hatte sich „eine große Menge Menschen aus der ganzen Gegend eingefunden“, der Ball der Stadt wurde wegen vorgeschrittener Zeit nicht besucht.

13.07.

Nach der Besichtigung der Leinwandbleichen in Bielefeld weiter nach Minden. „Hier wie in Bielefeld waren die Garnisonen abwesend und eine Compagnie Landwehr zur Ehrenwache mit Allerhöchster Erlaubnis freiwillig zusammengetreten.“ Anwesend sind der Fürst von Lippe-Detmold und der Erbprinz von Schwarzburg Sondershausen.

14.07.

Über Hildesheim nach Lafferde.

15.07.

Über Braunschweig nach Magdeburg. In Braunschweig Besichtigung des Schlosses. In Magdeburg Besichtigung des Gardelandwehrbataillons und Besuch der Domkirche. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Der Magistrats von Halberstadt beschwert sich: „Bei mehreren Reisen Seiner Königlichen Majestät und Allerhöchstdessen Familie hatte die Stadt die bittere Kränkung erfahren, dass, wie es schien, die Berührung ihres Bezirks absichtlich vermieden wurde. Umso mehr gereicht es ihr zur größten Freude, dass Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst von Russland und dessen höchstverehrte Gemahlin, die allgeliebte Tochter unseres teuersten Königs, und Seine Königliche Hoheit unser höchstverehrter Kronprinz die hiesige Stadt bei ihrer Durchreise beglücken und ein Frühstück anzunehmen geruhen würden.“

17.07.

Rückkehr nach Potsdam.

18.07. bis 24.07.

Zur Pfaueninsel. Am 20.07. nach Charlottenburg, dann zurück. Erst am 24.07. Rückkehr nach Charlottenburg. Prinz und Prinzessin Wilhelm reisen am 18.07. von Berlin aus in das neue Schloss in Fischbach, wo sie am 20. ankommen: „Es waren mehrere Ehrenpforten errichtet unweit der Grenze, die letzte an unserer Schlossbrücke. An der ersten kam uns die Gemeinde entgegen und beide Pfarrer hielten Reden. Ich musste weinen und die meisten weinten mit – ich erinnere mir nie eine Rührung der Art empfunden zu haben. Freilich hatte ich auch in der Art noch nichts erlebt. Nun fuhren wir, begleitet von der Gemeinde, den Pfarrern und den Angestellten bis zur Lindenallee am Schloss, da hielt man um auszusteigen, weil die 300 Schulkinder darin aufgestellt waren mit Girlanden und ein Lied sangen. Die Musik ging natürlich auch immer vor uns her. Junge Mädchen in Weiß und Rot streuten Blumen vor uns in der Allee. Es war ganz herrlich. …In Hirschberg empfing uns der Magistrat, eben war der Schmiedeberger da. Wie wohl tut die herzliche Freundlichkeit dieser Menschen.“ 

23.07.

Nach Paretz.

24.07.

Rückkehr nach Charlottenburg. Hier bleibt der Hof bis 10.08. mit Unterbrechung am 03./04.08., da der Geburtstag des Königs „auf die gewöhnliche Weise auf der Pfauen Insel gefeiert“ wird (BPH). Dazu trifft der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ein.

11.08. bis 14.08.

Zur Pfaueninsel und nach Paretz.

12.08.

Ankunft der Großfürstin Nikolaus nach ihrer Rheinreise.

13.08.1828

In den nächsten Tagen ist der Hof abwechselnd in Paretz, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und in Berlin.

20.08.

Nach Charlottenburg. Besuch der Menagerie.

21.08.

Ankunft der Herzogin von Dessau.

25.08.

Manöver der Potsdamer Garnison.

26.08. bis 30.08.

Paretz. Ankunft des Erzherzogs Ferdinand von Österreich unter dem Namen eines Grafen von Feldkirch zu den Herbstmanövern. Quartier in der Wohnung des Bankiers Louis. „Bei seiner Ankunft befanden sich vor seiner Wohnung eine Ehrenwache von 30 Mann mit einem Offizier. Die Wohnung auf dem Schloss hat der Erzherzog abgelehnt“ (BPH)

27.08.

Besuch des Königs beim Erzherzog Ferdinand. Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

28.08.

Große Familientafel in Anwesenheit des Herzigs von Cumberland, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin, der großfürstlichen Herrschaften (Abreise am 1.9.). Abendmusik der Garde.

29.08.

Parade vor dem Großfürsten Nikolaus. „Zum ersten Mal sollten im Herbst dieses Jahres große Kavalleriemanöver stattfinden“ (Malachowski). Abreise der großfürstlichen Herrschaften nach St. Petersburg, die königliche Familie begleitet bis Friedrichsfelde.

30.08. bis 15.09.

Nach Charlottenburg. Hier finden in den kommenden Tagen die Herbstmanöver statt. Das Lager bei Charlottenburg wird von den Berlinern zu Tausenden besucht.

14.09.

Diner beim König im Neuen Palais. „Nach der Tafel wurden das Palais, der Garten, Sanssouci in Augenschein genommen. Des Abends war Komödie in dem Palais und auch abends Tafel. Der Erzherzog hat in dem Schloss zu Potsdam geschlafen.“ (BPH)

17.09.

Abreise des Erzherzogs Ferdinand von Österreich. Besichtigung des Granitsockels für die Statue Luthers.

18.09.

Bis zur Abreise zu den Truppenbesichtigungen an 28.09. ist der König in Charlottenburg.

28.09.

„Seine Majestät haben sich heute mit sämtlichen Königlichen Prinzen nach Königsberg in der Neumark begeben, wo S.K.H. der Kronprinz über mehrere zusammengezogene Truppen Revue halten. Die Königlichen Prinzessinnen sind zu gleicher Zeit nach Schwedt abgegangen.“ (BPH)

30.09.

Nach Schwedt. Dejeuner bei Prinzessin Elisabeth und Besuch des Schlosses „Monplaisir“. Zum Andenken an den Besuch des Königs in Schwedt lassen Schwedter Bürger einen Gedenkstein setzen mit der Aufschrift „II. OCTOBR. MDCCCXXI“. Der Schwedter Gärtner Adolf Schödter stellt aus Anlass des Besuchs das Hauswappen der Hohenzollern gärtnerisch dar. Der König schickt ihn als Belobigung zum Kupferstecher Buchhorn nach Berlin zur Ausbildung. Schröder arbeitet später als Professor in Karlsruhe.

01.10.

Nach Stettin.

02.10.

Nach Schwedt.

03.10.

Über Angermünde, Eberswalde, Werneuchen nach Berlin. In Angermünde Besichtigung der Kirche, bei Eberswalde Besichtigung des Gesundbrunnens. „Seine Majestät, die Königlichen Prinzen und Prinzessinnen sind diesen Abend wieder hier eingetroffen: Seine Majestät haben die Wohnung in Charlottenburg verlassen und werden bis zum Winter abwechselnd hier und in Potsdam bleiben.“ (BPH)

10.10.

Geburtstag der Prinzessin Wilhelm. Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

12.10.

Geburtstag des Kronprinzen. Dejeuner dinatoire in Potsdam in Anwesenheit des Königs, der Königlichen Familie und der Militär- und Zivilbehörden, „gleich darauf begaben sich Seine Majestät und die höchsten Herrschaften auf einige Tage nach Paretz“ (BPH)

13.10. bis 15.10.

Nach Potsdam und Paretz.

16.10.

„Versuch einer neuen Militär-Liturgie in der Charlottenburger Schlosskapelle“ (BPH)

18.10.

Beginn der Herbstmanöver bei Berlin.

26.10.

Geburtstag des Prinzen Adalbert. Der König hat, „da derselbe das 10. Jahr zurückgelegt hat, nach einem älteren Herkommen in der Königsfamilie, den schwarzen und roten Adler-Orden zu verleihen geruht, auch hat der Prinz heute die Uniform erhalten und (ist) zum Leutnant eines Garde Landwehr Bataillon ernannt worden“ (BPH)

31.10.

Abreise des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

17.11.

Ankunft des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen.

25.11.

„Gymnastische Veranstaltungen der Gärtnerschen Gesellschaft im Theater“ (BPH)

27.11.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Geburtstag des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz. Dejeuner dinatoir in Monbijou bei Herzog Karl mit der königlichen Familien und den anderen hohen Herrschaften. Ball im Prinzessinnenpalais.

06.12.

Abreise des Erbgroßherzogs von Schwerin nach Wien.

07.12.

In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam.

29.12.

„Die königliche Familie war in diesem Winter durch die Gegenwart der damals schon ungewöhnlich beweglichen Großfürstin in ein abwechslungsreicheres Leben als bisher hineingekommen. Der König gab seiner Tochter zu Ehren öfters Feste, und diese ließ sich von den Privatleuten, mit deren Stellung es sich vertrug, auch gern feiern. Alopeus der russische Gesandte, hatte es nicht an Bällen fehlen lassen.“ – „Es herrschte wirklich ein feiner, hübscher Ton in der damaligen Berliner großen Welt und eine Heiterkeit, wie ich sie später oft vermisst habe. Diese Heiterkeit teilte sich vom Hofe aus der Gesellschaft mit.“ (Bernstorff)

30.12.

Den Jahreswechsel verbringt der König in Potsdam.

01.01. bis 03.01.

Das neue Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer. Die Regierung zu Erfurt schreibt in ihrem Neujahrswunsch: „dass Allerhöchstdieselben auch in dem folgenden Jahre sich von der unwandelbaren Treue überzeugen mögen, mit welcher sie den ihr angewiesenen Standpunkt behauptet, und unter allen Umständen die Pflicht richtig zu erfüllen bemüht ist, welche ihr von Eurer Majestät auferlegt worden und nur dem Wohle des Staates gereicht sind.“ Am 02.01. geht es zu Fuß nach Bornstedt, Belvedere und durchs Neue Palais zurück. Am 03.01. kehrt der König nach Berlin zurück.

06.01.

Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

13.01.

Ankunft des Erb-Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest im Dom. Im Anschluss findet ein Diner in der Bildergalerie des Schlosses statt.

20.01. bis 22.01.

Potsdam.

23.01.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz. Zweites Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

26.01.

Generalprobe des Festspiels Laala Rookh im Weißen Saal.

27.01.

Aufführung des Festspiels Laala Rookh aus Anlass der Anwesenheit des Großfürsten Nikolaus und seiner Gemahlin, der Großfürstin Charlotte, unter Mitwirkung der ganzen Hofgesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses mit ca. 3.000 Personen.

30.01.

Prinz Wilhelm schreibt an Natzmer: „In welchem Trubel wir seit 14 Tagen waren, begreifen Sie, da Sie öfters Präparatifs zu Quadrillen erlebten. Doch ist fast niemals eine so allgemeine Lebendigkeit in der Stadt gewesen als diesmal, da alles sehr rasch beschafft werden musste. Die Equipagen rollten den ganzen Tag von einem Laden zum andern, nur hier fand man die beau monde, nirgends auf den Promenaden. Das war einzig, aber das Resultat dieser großen Anstrengungen würdig. Der Maskenzug war magnifik, sowie die ganze Fête wahrhaft königlich. Die Zeitung liefert das Programm zur Quadrille. Die Idee, Tableaux bei einer solchen Gelegenheit dazustellen, war neu und entsprach den gehegten Erwartungen. … Überhaupt ist Berlin sehr brillant dies Jahr, auch sind eine Menge vornehmer Gäste gekommen: Putbus nebst Frau, Sulkowsky, Fürst Lynar nebst Frau. Chateaubriand ist angekommen, er gefällt. … Nikolaus hat uns verlassen. Er denkt zum 30. März von Petersburg zurückzukommen, wo das Monument auf dem Tempelhofer Berge eingeweiht werden soll.“ (Berner)

02.02.

Erleuchtung des Konzertsaales im Neuen Schauspielhaus.

04.02.

Gala-Hofball („Zopfball“) im Rittersaal. „Den 4. Februar haben die gewöhnlichen Karnevals-Lustbarkeiten mit einer sogenannten Polonaisen-Cour ihren Anfang genommen.“ (BPH)

10.02.

„Heute ist zum ersten Mal in dem Konzertsaal des neuen Komödien-Hauses eine sogenannte unmaskierte Redoute gegeben worden. Seine Majestät und die Königliche Familie waren gegenwärtig.“ (BPH)

11.02.

Wiederholung des Festspiels vom 27.01. im Weißen Saal.

13.02.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

14.02.

Besuch in Schadows Atelier, wo die Statue des Luthers in Bronze für Wittenberg entsteht. Die Grundsteinlegung war 1817 erfolgt. Der Aufstellung des Denkmals in Wittenberg am 31.10. wird der König nicht persönlich beiwohnen. Der Zeitungsbericht über die Reformationsfeier 1817 hatte über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt berichtet.

17.02.

Subskriptionsball im Saal des Schauspielhauses. Nachrichten aus Leibach treffen ein: „Nach Nachrichten, die gestern von Leibach eingegangen sind und nach welchen der König von Neapel diese Stadt bald verlassen wird, um sich vorerst nach Florenz zu begeben, haben Seine Majestät beschlossen, die nach Leibach beabsichtigte Reise aufzugeben, besonders da der eigentliche Grund, weshalb solche vorzüglich unternommen werden sollte, nur eine politische Anstandsreise war, indem Seine Majestät mit den beiden Kaisern während des Aufenthalts in Troppau über die Grundsachen wegen der Behandlung der Neapolitanischen Angelegenheiten schon einverstanden waren.“ (BPH)

22.02.

Ball im Prinzessinnenpalais zur Feier des Geburtstages der Prinzessin Alexandrine.

27.02.

Alexander-Fest im Schauspielhaus.

01.03.

Nachricht vom Ableben des Kurfürsten von Hessen.

02.03.

Der Geburtstag der Herzogin von Cumberland wird mit einem Diner in der Galerie begangen. Der König kann zur großen Tafel wegen einer Erkrankung nicht erscheinen. Auch am Subskriptionsball am folgenden Tag nimmt der König deshalb nicht teil.

18.03.

Diner in der Galerie des Palais zu Ehren der Radziwillschen Silbernen Hochzeit. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus St. Petersburg.

21.03.

Abreise des Großfürsten.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm. Dejeuner dinatoire für die Familie, den Hof, und die ersten Militär- und Zivilbehörden, am Abend findet ein Ball im Prinzessinnenpalais statt.

23.03.

Erster Besuch mit der Königlichen Familie in Potsdam, Rückkehr nach Berlin am 26.03. Der Aufenthalt wird von nun an abwechselnd in Berlin und in Potsdam sein.“ Auch „der Großfürst Nikolaus und seine Gemahlin waren noch immer am Hofe anwesend, der den Frühling teils in Potsdam, teils in Paretz verlebte.“ (Klöden)

28.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld.

30.03.

Jahrestag der Schlacht von Paris. Feierliche Einweihung des Denkmals auf dem Tempelhofer Berg (Kreuzberg) durch Bischof Eylert.

31.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld. Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

01.04.

Einweihung der Kirche des Großen Friedrich-Waisenhauses.

03.04.

Truppenbesichtigung im Lustgarten. Ankunft der Fürstin von Taxis.

07.04. bis 10.04.

Der Hof geht für einige Tage nach Potsdam. Abreise der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

„Cantate, der Tod Jesu, durch Zelter und die Sing-Akademie aufgeführt im Saal des Schauspielhauses.“ (BPH)

16.04.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

17.04. bis 01.05.

Potsdam. Besuche auf der Pfaueninsel, in Nikolskoe, auf dem Pfingstberg und in Sanssouci. Am 19.04. Kommunion mit der Garnison.

24.04.

Dejeuner dinatoire im Schloss Grunewald. Beginn der Manöver im Grunewald. Ankunft der Herzogin von Dessau.

26.04.

Besichtigung von St. Petri, Domkirche, Ritterakademie, St. Gotthardikirche, Marienberg, St. Katharinenkirche.

27.04.

Korpsmanöver.

03.05.

Namenstag der russischen Großfürstin Alexandra. Dejeuner dinatoire beim Großfürsten und Konzert im Schauspielhaus (Himmel).

04.05.

Besichtigung der „Fenster mit gemalten Scheiben für die Marienburg in der Wernerschen Bronze-Fabrik“ in Charlottenburg. (BPH)

06.05. bis 09.05.

Potsdam und Paretz.

10.05.

Korpsmanöver in Berlin.

14.05.

Parade von der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden. Diner in der Bildergalerie für sämtliche Stabsoffiziere.

15.05.

Korpsmanöver zwischen Kreuzberg, Hasenheide, Tempelhof. Abreise der Herzogin von Dessau.

16.05.

Am Ruhetag der Manöver findet ein „Konzert im Saal des Schauspielhauses zum Besten der Witwe Weber“ statt. (BPH)

17.05. bis 31.05.

Potsdam. Manöver bei Glinicke.

22.05.

Rückkehr nach Berlin.

26.05.

Eröffnung des neu aufgebauten Schauspielhauses mit Iphigenie auf Tauris und einem Prolog von Goethe sowie dem Ballett „Die Rosenfee“. An den Proben hatte der König mehrfach teilgenommen. „Bei dieser Gelegenheit geschah es zum ersten Mal, dass das gesamte Publikum das: Heil dir im Siegerkranz anstimmte. Gegen seine Gewohnheit nahm der König die Huldigung herzlich erfreut auf.“ (Malachowski)

27.05.

Abreise des Großfürsten und der Großfürstin über Dessau, Weimar nach Ems und Spa.

29.05.

Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin. Abreise des Kronprinzen zur Revue nach Pommern, von dort nach Ems und Spa.

09.06.

„Seine Majestät sind heute nach Potsdam abgegangen und werden von dorten den 12. die Reise nach den Rheinprovinzen antreten.“ (BPH)

10.06.

Prinzessin Wilhelm schreibt an den Bruder: „Jetzt musst Du in Deinem Felsennest sein, wenn der König hinkommt den 23. – doch dies unter uns, wenn Du es nicht weißt, darf ich es nicht verraten. Also verrate Du mich auch nicht. Charlotte hätte Dich so gern mit auf ihre Rheinfahrt gehabt, es soll mich verlangen, ob es geschehen ist. Alle 3 Kinder gehen mit und sind glückselig. … Wenn nur der König von England nicht zu bald kommt uns zu verscheuchen!“

12.06.

Beginn der Reise in die Rheinprovinz. In Lützen Besuch der Kirche und Nachtquartier im Posthaus.

13.06.

„Um halb 8 Uhr fuhr ich bei sehr unfreundlichem Wetter mit dem König nach dem Schlachtfelde über Kaja, Rahnow und Groß Görschen nach dem Monument.“ (Witzleben) Quartier im Kommandanturgebäude in Erfurt. Am Abend findet ein großer Zapfenstreich statt.

14.06.

Parade und Korpsmanöver in Erfurt. Ausflug zur Cyriaksburg.

15.06.

Über Gotha, Eisenach nach Buttlar. In Gotha-Friedrichstal Besuch beim Herzog von Sachsen-Gotha. In Eisenach Besuch der Großfürstin Maria und des Herzogs von Sachsen-Weimar.

16.06.

Über Gelnhausen, Hanau nach Wilhelmsbad. in Gelnhausen Besichtigung der Kirche, der Ruine der Burg Karls des Großen, des Monuments für den Freiherrn v. Massenbach. In Wilhelmsbad wird der König durch die Kurfürstin und den Kurfürsten von Hessen empfangen.

17.06.

Besuch des Landgrafen Friedrich in Rumpenheim.

18.06.

Über Homburg, Darmstadt nach Frankfurt. Verwandtenbesuche am Hof in Homburg und in Darmstadt.

19.06.

Über Wiesbaden, Biebrich nach Mainz. Besuch des Herzogs von Nassau in Biberich. Besichtigung der österreichischen Garnison in Mainz.

20.06.

Besichtigung der preußischen Garnison in Mainz. Dann über Minden, Ulm, Alzey nach Kirchheim, Nachtquartier im Gasthof.

21.06.

Über Kaiserslautern, Homburg nach Saarbrück. „Die Einwohner hatten hier Ehrenpforten errichtet, die Brücke sowie alle Häuser mit Laub und Blumen verziert und eine Menge junger weißgekleideter Mädchen mit Blumen besetzte den Eingang der Stadt und die Brücke.“

22.06.

Über die Höhen der Saar nach Werden, dann nach Saarlouis. Besichtigung der Festung in Begleitung des Generalleutnants von Rauch.

23.06.

Über die Moselhöhen nach Luxemburg. Besichtigung der Festungswerke.

24.05.

Besichtigung der Garnison und Parade. Am Nachmittag Weiterreise nach Trier. Besichtigung der Porta Nigra, des Doms, der Römischen Bäder, des Amphitheaters und der im ehemaligen Schloss eingerichteten Kasernen.

25.06.

Parade und Manöver im Beisein des Großherzogs von Baden in Trier. „Sie lief nicht ganz zur Zufriedenheit ab, und es gab mit Recht einige Nasen. Die Ausgrabung der Altertümer ist noch fortgeschritten und gewährt großes Interesse.“ (Jagow)

27./28.06.

Koblenz. Parade und Besichtigung der Festungswerke in Begleitung des Großfürsten Nikolaus und des Prinzen Wilhelm. Ankunft der Prinzessin Charlotte aus Ems. Auf dem Rhein geht es nach Schloss Engers, dort Zusammentreffen aller anwesenden Mitglieder der königlichen Familie.

29.06.

Besichtigung von Ehrenbreitstein. In Begleitung des eingetroffenen Kronprinzen geht es nach Ems zum Besuch des Herzogs von Nassau. Wilhelm geht nach Köln voraus, „um dort dem Exerzieren der Division beizuwohnen, bevor er [der König] sie sähe, damit ich alle Fehler ändern sollte, damit es nicht wie in Trier ginge.“ (Jagow)

30.06./01.07.

Köln. Besichtigung der Festungswerke und der Kasernen von Deutz. Am 01.07. findet ein großes Volksfest statt.

02./03.07.

Korpsmanöver und Wettfahrt der Schiffe auf dem Rhein während der Überfahrt nach Deutz, dann nach Solingen. Empfang durch die „Repräsentanten des Handels- und Gewerbestandes, und von den zu mehreren tausenden versammelten Arbeitern der verschiedenen Fabrikzweige, nach Klassen gesondert, in der Kleidung und mit den Attributen ihrer Werkstätten. … Es war eine Warenausstellung veranstaltet, welche an Vollständigkeit und Eleganz nicht zu wünschen ließ, und deren treffliche Arbeiten dem Könige vorgelegt wurden. Er kaufte mehreres.“ (Klöden) Weiter nach Düsseldorf, Quartier beim Prinzen Friedrich im Jägerhof. Am 2. Tag nach dem Korpsmanöver Besichtigung der Stadt, der Münzstätten, der Kunstsammlung auf dem Schloss, einiger Kirchen und der im Bau befindlichen Kavallerie-Kaserne. Der Tage endet mit einem Ball der Stadt.

04.07.

Über Jülich nach Aachen. In Jülich Parade und Besichtigung mehrerer Wehranlagen. In Aachen Besichtigung der Kaiserlichen Burg, des Doms. Zusammentreffen mit der Großfürstin Alexandra.

05.07. bis 07.07.

Über Verviers nach Spa. Witzleben schreibt an seine Frau: „Ich bin sehr wohl, der König auch. Die Truppen sind herrlich, die Stimmung des Volks gut. Toren glauben in den Rheinprovinzen den Sitz gefährlicher Elemente. Schurken gibt es überall, aber das Volk ist wahrlich gut und der König hat überall ganz unzweideutige Beweise von wahrer Freude über seine Anwesenheit erhalten. Mehr kann man von einer neuen Provinz, die so unglückliche geschichtliche Erinnerungen hat, und die durch die Vereinigung mannigfach in ihren Verhältnissen zerstört worden ist, nicht verlangen.“ In Spa sind anwesend: Königin und König der Niederlande, der Kronprinz, Prinz von Oranien, Prinz Wilhelm, Prinz Friedrich der Niederlande, König und Königin von Württemberg, Großfürst und Großfürstin Nikolaus, Großfürstin Kronprinzessin der Niederlande, Prinz Paul von Mecklenburg-Schwerin.

08.07.

Über Aachen nach Krefeld. Die Stadt ist illuminiert und die Häuser mit Blumengirlanden und Inschriften geschmückt.

09.07.

Vor der Weiterreise wird in Krefeld die Seidenmanufaktur besucht. Weiterreise nach Wesel, Besuch der Festungswerke und von Fort Blücher. Am Abend Illumination der Stadt und großer Zapfenstreich.

10.0/11.07.

Münster. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Am zweiten Tag Parade und Divisionsmanöver, im Anschluss in Begleitung des Prinzen Friedrich Besichtigung der Stadt, der Kirchen (Ausbau der evangelischen Kirche), des Rathauses und Besuch des Erbgroßherzogs von Oldenburg. Witzleben schreibt: „So unverkennbar auch die Teilnahme war, welche sich bei des Königs Anwesenheit in den neuen Provinzen äußerte, so kann man sich doch keinen Begriff von dem Jubel machen, der in den altpreußischen Provinzen auf dem linken Rheinufer und namentlich zu Krefeld stattfand. Und dieser Landesteil war von 1795 bis 1814, also volle 19 Jahre, von der Monarchie getrennt. Man könnte die neuen Untertanen hierauf aufmerksam machen, und ihnen sagen, es müsste doch unter den Flügeln des schwarzen Adlers so übel nicht wohnen sein, da diese Leute nach einer so langen Trennung solche Anhänglichkeit bewahrt hätten.“

12.07.

Über Hamm, Soest nach Bielefeld. In Hamm Truppenbesichtigungen. In Bielefeld hatte sich „eine große Menge Menschen aus der ganzen Gegend eingefunden“, der Ball der Stadt wurde wegen vorgeschrittener Zeit nicht besucht.

13.07.

Nach der Besichtigung der Leinwandbleichen in Bielefeld weiter nach Minden. „Hier wie in Bielefeld waren die Garnisonen abwesend und eine Compagnie Landwehr zur Ehrenwache mit Allerhöchster Erlaubnis freiwillig zusammengetreten.“ Anwesend sind der Fürst von Lippe-Detmold und der Erbprinz von Schwarzburg Sondershausen.

14.07.

Über Hildesheim nach Lafferde.

15.07.

Über Braunschweig nach Magdeburg. In Braunschweig Besichtigung des Schlosses. In Magdeburg Besichtigung des Gardelandwehrbataillons und Besuch der Domkirche. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Der Magistrats von Halberstadt beschwert sich: „Bei mehreren Reisen Seiner Königlichen Majestät und Allerhöchstdessen Familie hatte die Stadt die bittere Kränkung erfahren, dass, wie es schien, die Berührung ihres Bezirks absichtlich vermieden wurde. Umso mehr gereicht es ihr zur größten Freude, dass Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst von Russland und dessen höchstverehrte Gemahlin, die allgeliebte Tochter unseres teuersten Königs, und Seine Königliche Hoheit unser höchstverehrter Kronprinz die hiesige Stadt bei ihrer Durchreise beglücken und ein Frühstück anzunehmen geruhen würden.“

17.07.

Rückkehr nach Potsdam.

18.07. bis 24.07.

Zur Pfaueninsel. Am 20.07. nach Charlottenburg, dann zurück. Erst am 24.07. Rückkehr nach Charlottenburg. Prinz und Prinzessin Wilhelm reisen am 18.07. von Berlin aus in das neue Schloss in Fischbach, wo sie am 20. ankommen: „Es waren mehrere Ehrenpforten errichtet unweit der Grenze, die letzte an unserer Schlossbrücke. An der ersten kam uns die Gemeinde entgegen und beide Pfarrer hielten Reden. Ich musste weinen und die meisten weinten mit – ich erinnere mir nie eine Rührung der Art empfunden zu haben. Freilich hatte ich auch in der Art noch nichts erlebt. Nun fuhren wir, begleitet von der Gemeinde, den Pfarrern und den Angestellten bis zur Lindenallee am Schloss, da hielt man um auszusteigen, weil die 300 Schulkinder darin aufgestellt waren mit Girlanden und ein Lied sangen. Die Musik ging natürlich auch immer vor uns her. Junge Mädchen in Weiß und Rot streuten Blumen vor uns in der Allee. Es war ganz herrlich. …In Hirschberg empfing uns der Magistrat, eben war der Schmiedeberger da. Wie wohl tut die herzliche Freundlichkeit dieser Menschen.“ 

23.07.

Nach Paretz.

24.07.

Rückkehr nach Charlottenburg. Hier bleibt der Hof bis 10.08. mit Unterbrechung am 03./04.08., da der Geburtstag des Königs „auf die gewöhnliche Weise auf der Pfauen Insel gefeiert“ wird (BPH). Dazu trifft der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ein.

11.08. bis 14.08.

Zur Pfaueninsel und nach Paretz.

12.08.

Ankunft der Großfürstin Nikolaus nach ihrer Rheinreise.

13.08.1828

In den nächsten Tagen ist der Hof abwechselnd in Paretz, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und in Berlin.

20.08.

Nach Charlottenburg. Besuch der Menagerie.

21.08.

Ankunft der Herzogin von Dessau.

25.08.

Manöver der Potsdamer Garnison.

26.08. bis 30.08.

Paretz. Ankunft des Erzherzogs Ferdinand von Österreich unter dem Namen eines Grafen von Feldkirch zu den Herbstmanövern. Quartier in der Wohnung des Bankiers Louis. „Bei seiner Ankunft befanden sich vor seiner Wohnung eine Ehrenwache von 30 Mann mit einem Offizier. Die Wohnung auf dem Schloss hat der Erzherzog abgelehnt“ (BPH)

27.08.

Besuch des Königs beim Erzherzog Ferdinand. Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

28.08.

Große Familientafel in Anwesenheit des Herzigs von Cumberland, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin, der großfürstlichen Herrschaften (Abreise am 1.9.). Abendmusik der Garde.

29.08.

Parade vor dem Großfürsten Nikolaus. „Zum ersten Mal sollten im Herbst dieses Jahres große Kavalleriemanöver stattfinden“ (Malachowski). Abreise der großfürstlichen Herrschaften nach St. Petersburg, die königliche Familie begleitet bis Friedrichsfelde.

30.08. bis 15.09.

Nach Charlottenburg. Hier finden in den kommenden Tagen die Herbstmanöver statt. Das Lager bei Charlottenburg wird von den Berlinern zu Tausenden besucht.

14.09.

Diner beim König im Neuen Palais. „Nach der Tafel wurden das Palais, der Garten, Sanssouci in Augenschein genommen. Des Abends war Komödie in dem Palais und auch abends Tafel. Der Erzherzog hat in dem Schloss zu Potsdam geschlafen.“ (BPH)

17.09.

Abreise des Erzherzogs Ferdinand von Österreich. Besichtigung des Granitsockels für die Statue Luthers.

18.09.

Bis zur Abreise zu den Truppenbesichtigungen an 28.09. ist der König in Charlottenburg.

28.09.

„Seine Majestät haben sich heute mit sämtlichen Königlichen Prinzen nach Königsberg in der Neumark begeben, wo S.K.H. der Kronprinz über mehrere zusammengezogene Truppen Revue halten. Die Königlichen Prinzessinnen sind zu gleicher Zeit nach Schwedt abgegangen.“ (BPH)

30.09.

Nach Schwedt. Dejeuner bei Prinzessin Elisabeth und Besuch des Schlosses „Monplaisir“. Zum Andenken an den Besuch des Königs in Schwedt lassen Schwedter Bürger einen Gedenkstein setzen mit der Aufschrift „II. OCTOBR. MDCCCXXI“. Der Schwedter Gärtner Adolf Schödter stellt aus Anlass des Besuchs das Hauswappen der Hohenzollern gärtnerisch dar. Der König schickt ihn als Belobigung zum Kupferstecher Buchhorn nach Berlin zur Ausbildung. Schröder arbeitet später als Professor in Karlsruhe.

01.10.

Nach Stettin.

02.10.

Nach Schwedt.

03.10.

Über Angermünde, Eberswalde, Werneuchen nach Berlin. In Angermünde Besichtigung der Kirche, bei Eberswalde Besichtigung des Gesundbrunnens. „Seine Majestät, die Königlichen Prinzen und Prinzessinnen sind diesen Abend wieder hier eingetroffen: Seine Majestät haben die Wohnung in Charlottenburg verlassen und werden bis zum Winter abwechselnd hier und in Potsdam bleiben.“ (BPH)

10.10.

Geburtstag der Prinzessin Wilhelm. Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

12.10.

Geburtstag des Kronprinzen. Dejeuner dinatoire in Potsdam in Anwesenheit des Königs, der Königlichen Familie und der Militär- und Zivilbehörden, „gleich darauf begaben sich Seine Majestät und die höchsten Herrschaften auf einige Tage nach Paretz“ (BPH)

13.10. bis 15.10.

Nach Potsdam und Paretz.

16.10.

„Versuch einer neuen Militär-Liturgie in der Charlottenburger Schlosskapelle“ (BPH)

18.10.

Beginn der Herbstmanöver bei Berlin.

26.10.

Geburtstag des Prinzen Adalbert. Der König hat, „da derselbe das 10. Jahr zurückgelegt hat, nach einem älteren Herkommen in der Königsfamilie, den schwarzen und roten Adler-Orden zu verleihen geruht, auch hat der Prinz heute die Uniform erhalten und (ist) zum Leutnant eines Garde Landwehr Bataillon ernannt worden“ (BPH)

31.10.

Abreise des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

17.11.

Ankunft des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen.

25.11.

„Gymnastische Veranstaltungen der Gärtnerschen Gesellschaft im Theater“ (BPH)

27.11.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Geburtstag des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz. Dejeuner dinatoir in Monbijou bei Herzog Karl mit der königlichen Familien und den anderen hohen Herrschaften. Ball im Prinzessinnenpalais.

06.12.

Abreise des Erbgroßherzogs von Schwerin nach Wien.

07.12.

In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam.

29.12.

„Die königliche Familie war in diesem Winter durch die Gegenwart der damals schon ungewöhnlich beweglichen Großfürstin in ein abwechslungsreicheres Leben als bisher hineingekommen. Der König gab seiner Tochter zu Ehren öfters Feste, und diese ließ sich von den Privatleuten, mit deren Stellung es sich vertrug, auch gern feiern. Alopeus der russische Gesandte, hatte es nicht an Bällen fehlen lassen.“ – „Es herrschte wirklich ein feiner, hübscher Ton in der damaligen Berliner großen Welt und eine Heiterkeit, wie ich sie später oft vermisst habe. Diese Heiterkeit teilte sich vom Hofe aus der Gesellschaft mit.“ (Bernstorff)

30.12.

Den Jahreswechsel verbringt der König in Potsdam.

01.01. bis 03.01.

Das neue Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer. Die Regierung zu Erfurt schreibt in ihrem Neujahrswunsch: „dass Allerhöchstdieselben auch in dem folgenden Jahre sich von der unwandelbaren Treue überzeugen mögen, mit welcher sie den ihr angewiesenen Standpunkt behauptet, und unter allen Umständen die Pflicht richtig zu erfüllen bemüht ist, welche ihr von Eurer Majestät auferlegt worden und nur dem Wohle des Staates gereicht sind.“ Am 02.01. geht es zu Fuß nach Bornstedt, Belvedere und durchs Neue Palais zurück. Am 03.01. kehrt der König nach Berlin zurück.

06.01.

Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

13.01.

Ankunft des Erb-Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest im Dom. Im Anschluss findet ein Diner in der Bildergalerie des Schlosses statt.

20.01. bis 22.01.

Potsdam.

23.01.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz. Zweites Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

26.01.

Generalprobe des Festspiels Laala Rookh im Weißen Saal.

27.01.

Aufführung des Festspiels Laala Rookh aus Anlass der Anwesenheit des Großfürsten Nikolaus und seiner Gemahlin, der Großfürstin Charlotte, unter Mitwirkung der ganzen Hofgesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses mit ca. 3.000 Personen.

30.01.

Prinz Wilhelm schreibt an Natzmer: „In welchem Trubel wir seit 14 Tagen waren, begreifen Sie, da Sie öfters Präparatifs zu Quadrillen erlebten. Doch ist fast niemals eine so allgemeine Lebendigkeit in der Stadt gewesen als diesmal, da alles sehr rasch beschafft werden musste. Die Equipagen rollten den ganzen Tag von einem Laden zum andern, nur hier fand man die beau monde, nirgends auf den Promenaden. Das war einzig, aber das Resultat dieser großen Anstrengungen würdig. Der Maskenzug war magnifik, sowie die ganze Fête wahrhaft königlich. Die Zeitung liefert das Programm zur Quadrille. Die Idee, Tableaux bei einer solchen Gelegenheit dazustellen, war neu und entsprach den gehegten Erwartungen. … Überhaupt ist Berlin sehr brillant dies Jahr, auch sind eine Menge vornehmer Gäste gekommen: Putbus nebst Frau, Sulkowsky, Fürst Lynar nebst Frau. Chateaubriand ist angekommen, er gefällt. … Nikolaus hat uns verlassen. Er denkt zum 30. März von Petersburg zurückzukommen, wo das Monument auf dem Tempelhofer Berge eingeweiht werden soll.“ (Berner)

02.02.

Erleuchtung des Konzertsaales im Neuen Schauspielhaus.

04.02.

Gala-Hofball („Zopfball“) im Rittersaal. „Den 4. Februar haben die gewöhnlichen Karnevals-Lustbarkeiten mit einer sogenannten Polonaisen-Cour ihren Anfang genommen.“ (BPH)

10.02.

„Heute ist zum ersten Mal in dem Konzertsaal des neuen Komödien-Hauses eine sogenannte unmaskierte Redoute gegeben worden. Seine Majestät und die Königliche Familie waren gegenwärtig.“ (BPH)

11.02.

Wiederholung des Festspiels vom 27.01. im Weißen Saal.

13.02.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

14.02.

Besuch in Schadows Atelier, wo die Statue des Luthers in Bronze für Wittenberg entsteht. Die Grundsteinlegung war 1817 erfolgt. Der Aufstellung des Denkmals in Wittenberg am 31.10. wird der König nicht persönlich beiwohnen. Der Zeitungsbericht über die Reformationsfeier 1817 hatte über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt berichtet.

17.02.

Subskriptionsball im Saal des Schauspielhauses. Nachrichten aus Leibach treffen ein: „Nach Nachrichten, die gestern von Leibach eingegangen sind und nach welchen der König von Neapel diese Stadt bald verlassen wird, um sich vorerst nach Florenz zu begeben, haben Seine Majestät beschlossen, die nach Leibach beabsichtigte Reise aufzugeben, besonders da der eigentliche Grund, weshalb solche vorzüglich unternommen werden sollte, nur eine politische Anstandsreise war, indem Seine Majestät mit den beiden Kaisern während des Aufenthalts in Troppau über die Grundsachen wegen der Behandlung der Neapolitanischen Angelegenheiten schon einverstanden waren.“ (BPH)

22.02.

Ball im Prinzessinnenpalais zur Feier des Geburtstages der Prinzessin Alexandrine.

27.02.

Alexander-Fest im Schauspielhaus.

01.03.

Nachricht vom Ableben des Kurfürsten von Hessen.

02.03.

Der Geburtstag der Herzogin von Cumberland wird mit einem Diner in der Galerie begangen. Der König kann zur großen Tafel wegen einer Erkrankung nicht erscheinen. Auch am Subskriptionsball am folgenden Tag nimmt der König deshalb nicht teil.

18.03.

Diner in der Galerie des Palais zu Ehren der Radziwillschen Silbernen Hochzeit. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus St. Petersburg.

21.03.

Abreise des Großfürsten.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm. Dejeuner dinatoire für die Familie, den Hof, und die ersten Militär- und Zivilbehörden, am Abend findet ein Ball im Prinzessinnenpalais statt.

23.03.

Erster Besuch mit der Königlichen Familie in Potsdam, Rückkehr nach Berlin am 26.03. Der Aufenthalt wird von nun an abwechselnd in Berlin und in Potsdam sein.“ Auch „der Großfürst Nikolaus und seine Gemahlin waren noch immer am Hofe anwesend, der den Frühling teils in Potsdam, teils in Paretz verlebte.“ (Klöden)

28.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld.

30.03.

Jahrestag der Schlacht von Paris. Feierliche Einweihung des Denkmals auf dem Tempelhofer Berg (Kreuzberg) durch Bischof Eylert.

31.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld. Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

01.04.

Einweihung der Kirche des Großen Friedrich-Waisenhauses.

03.04.

Truppenbesichtigung im Lustgarten. Ankunft der Fürstin von Taxis.

07.04. bis 10.04.

Der Hof geht für einige Tage nach Potsdam. Abreise der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

„Cantate, der Tod Jesu, durch Zelter und die Sing-Akademie aufgeführt im Saal des Schauspielhauses.“ (BPH)

16.04.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

17.04. bis 01.05.

Potsdam. Besuche auf der Pfaueninsel, in Nikolskoe, auf dem Pfingstberg und in Sanssouci. Am 19.04. Kommunion mit der Garnison.

24.04.

Dejeuner dinatoire im Schloss Grunewald. Beginn der Manöver im Grunewald. Ankunft der Herzogin von Dessau.

26.04.

Besichtigung von St. Petri, Domkirche, Ritterakademie, St. Gotthardikirche, Marienberg, St. Katharinenkirche.

27.04.

Korpsmanöver.

03.05.

Namenstag der russischen Großfürstin Alexandra. Dejeuner dinatoire beim Großfürsten und Konzert im Schauspielhaus (Himmel).

04.05.

Besichtigung der „Fenster mit gemalten Scheiben für die Marienburg in der Wernerschen Bronze-Fabrik“ in Charlottenburg. (BPH)

06.05. bis 09.05.

Potsdam und Paretz.

10.05.

Korpsmanöver in Berlin.

14.05.

Parade von der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden. Diner in der Bildergalerie für sämtliche Stabsoffiziere.

15.05.

Korpsmanöver zwischen Kreuzberg, Hasenheide, Tempelhof. Abreise der Herzogin von Dessau.

16.05.

Am Ruhetag der Manöver findet ein „Konzert im Saal des Schauspielhauses zum Besten der Witwe Weber“ statt. (BPH)

17.05. bis 31.05.

Potsdam. Manöver bei Glinicke.

22.05.

Rückkehr nach Berlin.

26.05.

Eröffnung des neu aufgebauten Schauspielhauses mit Iphigenie auf Tauris und einem Prolog von Goethe sowie dem Ballett „Die Rosenfee“. An den Proben hatte der König mehrfach teilgenommen. „Bei dieser Gelegenheit geschah es zum ersten Mal, dass das gesamte Publikum das: Heil dir im Siegerkranz anstimmte. Gegen seine Gewohnheit nahm der König die Huldigung herzlich erfreut auf.“ (Malachowski)

27.05.

Abreise des Großfürsten und der Großfürstin über Dessau, Weimar nach Ems und Spa.

29.05.

Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin. Abreise des Kronprinzen zur Revue nach Pommern, von dort nach Ems und Spa.

09.06.

„Seine Majestät sind heute nach Potsdam abgegangen und werden von dorten den 12. die Reise nach den Rheinprovinzen antreten.“ (BPH)

10.06.

Prinzessin Wilhelm schreibt an den Bruder: „Jetzt musst Du in Deinem Felsennest sein, wenn der König hinkommt den 23. – doch dies unter uns, wenn Du es nicht weißt, darf ich es nicht verraten. Also verrate Du mich auch nicht. Charlotte hätte Dich so gern mit auf ihre Rheinfahrt gehabt, es soll mich verlangen, ob es geschehen ist. Alle 3 Kinder gehen mit und sind glückselig. … Wenn nur der König von England nicht zu bald kommt uns zu verscheuchen!“

12.06.

Beginn der Reise in die Rheinprovinz. In Lützen Besuch der Kirche und Nachtquartier im Posthaus.

13.06.

„Um halb 8 Uhr fuhr ich bei sehr unfreundlichem Wetter mit dem König nach dem Schlachtfelde über Kaja, Rahnow und Groß Görschen nach dem Monument.“ (Witzleben) Quartier im Kommandanturgebäude in Erfurt. Am Abend findet ein großer Zapfenstreich statt.

14.06.

Parade und Korpsmanöver in Erfurt. Ausflug zur Cyriaksburg.

15.06.

Über Gotha, Eisenach nach Buttlar. In Gotha-Friedrichstal Besuch beim Herzog von Sachsen-Gotha. In Eisenach Besuch der Großfürstin Maria und des Herzogs von Sachsen-Weimar.

16.06.

Über Gelnhausen, Hanau nach Wilhelmsbad. in Gelnhausen Besichtigung der Kirche, der Ruine der Burg Karls des Großen, des Monuments für den Freiherrn v. Massenbach. In Wilhelmsbad wird der König durch die Kurfürstin und den Kurfürsten von Hessen empfangen.

17.06.

Besuch des Landgrafen Friedrich in Rumpenheim.

18.06.

Über Homburg, Darmstadt nach Frankfurt. Verwandtenbesuche am Hof in Homburg und in Darmstadt.

19.06.

Über Wiesbaden, Biebrich nach Mainz. Besuch des Herzogs von Nassau in Biberich. Besichtigung der österreichischen Garnison in Mainz.

20.06.

Besichtigung der preußischen Garnison in Mainz. Dann über Minden, Ulm, Alzey nach Kirchheim, Nachtquartier im Gasthof.

21.06.

Über Kaiserslautern, Homburg nach Saarbrück. „Die Einwohner hatten hier Ehrenpforten errichtet, die Brücke sowie alle Häuser mit Laub und Blumen verziert und eine Menge junger weißgekleideter Mädchen mit Blumen besetzte den Eingang der Stadt und die Brücke.“

22.06.

Über die Höhen der Saar nach Werden, dann nach Saarlouis. Besichtigung der Festung in Begleitung des Generalleutnants von Rauch.

23.06.

Über die Moselhöhen nach Luxemburg. Besichtigung der Festungswerke.

24.05.

Besichtigung der Garnison und Parade. Am Nachmittag Weiterreise nach Trier. Besichtigung der Porta Nigra, des Doms, der Römischen Bäder, des Amphitheaters und der im ehemaligen Schloss eingerichteten Kasernen.

25.06.

Parade und Manöver im Beisein des Großherzogs von Baden in Trier. „Sie lief nicht ganz zur Zufriedenheit ab, und es gab mit Recht einige Nasen. Die Ausgrabung der Altertümer ist noch fortgeschritten und gewährt großes Interesse.“ (Jagow)

27./28.06.

Koblenz. Parade und Besichtigung der Festungswerke in Begleitung des Großfürsten Nikolaus und des Prinzen Wilhelm. Ankunft der Prinzessin Charlotte aus Ems. Auf dem Rhein geht es nach Schloss Engers, dort Zusammentreffen aller anwesenden Mitglieder der königlichen Familie.

29.06.

Besichtigung von Ehrenbreitstein. In Begleitung des eingetroffenen Kronprinzen geht es nach Ems zum Besuch des Herzogs von Nassau. Wilhelm geht nach Köln voraus, „um dort dem Exerzieren der Division beizuwohnen, bevor er [der König] sie sähe, damit ich alle Fehler ändern sollte, damit es nicht wie in Trier ginge.“ (Jagow)

30.06./01.07.

Köln. Besichtigung der Festungswerke und der Kasernen von Deutz. Am 01.07. findet ein großes Volksfest statt.

02./03.07.

Korpsmanöver und Wettfahrt der Schiffe auf dem Rhein während der Überfahrt nach Deutz, dann nach Solingen. Empfang durch die „Repräsentanten des Handels- und Gewerbestandes, und von den zu mehreren tausenden versammelten Arbeitern der verschiedenen Fabrikzweige, nach Klassen gesondert, in der Kleidung und mit den Attributen ihrer Werkstätten. … Es war eine Warenausstellung veranstaltet, welche an Vollständigkeit und Eleganz nicht zu wünschen ließ, und deren treffliche Arbeiten dem Könige vorgelegt wurden. Er kaufte mehreres.“ (Klöden) Weiter nach Düsseldorf, Quartier beim Prinzen Friedrich im Jägerhof. Am 2. Tag nach dem Korpsmanöver Besichtigung der Stadt, der Münzstätten, der Kunstsammlung auf dem Schloss, einiger Kirchen und der im Bau befindlichen Kavallerie-Kaserne. Der Tage endet mit einem Ball der Stadt.

04.07.

Über Jülich nach Aachen. In Jülich Parade und Besichtigung mehrerer Wehranlagen. In Aachen Besichtigung der Kaiserlichen Burg, des Doms. Zusammentreffen mit der Großfürstin Alexandra.

05.07. bis 07.07.

Über Verviers nach Spa. Witzleben schreibt an seine Frau: „Ich bin sehr wohl, der König auch. Die Truppen sind herrlich, die Stimmung des Volks gut. Toren glauben in den Rheinprovinzen den Sitz gefährlicher Elemente. Schurken gibt es überall, aber das Volk ist wahrlich gut und der König hat überall ganz unzweideutige Beweise von wahrer Freude über seine Anwesenheit erhalten. Mehr kann man von einer neuen Provinz, die so unglückliche geschichtliche Erinnerungen hat, und die durch die Vereinigung mannigfach in ihren Verhältnissen zerstört worden ist, nicht verlangen.“ In Spa sind anwesend: Königin und König der Niederlande, der Kronprinz, Prinz von Oranien, Prinz Wilhelm, Prinz Friedrich der Niederlande, König und Königin von Württemberg, Großfürst und Großfürstin Nikolaus, Großfürstin Kronprinzessin der Niederlande, Prinz Paul von Mecklenburg-Schwerin.

08.07.

Über Aachen nach Krefeld. Die Stadt ist illuminiert und die Häuser mit Blumengirlanden und Inschriften geschmückt.

09.07.

Vor der Weiterreise wird in Krefeld die Seidenmanufaktur besucht. Weiterreise nach Wesel, Besuch der Festungswerke und von Fort Blücher. Am Abend Illumination der Stadt und großer Zapfenstreich.

10.0/11.07.

Münster. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Am zweiten Tag Parade und Divisionsmanöver, im Anschluss in Begleitung des Prinzen Friedrich Besichtigung der Stadt, der Kirchen (Ausbau der evangelischen Kirche), des Rathauses und Besuch des Erbgroßherzogs von Oldenburg. Witzleben schreibt: „So unverkennbar auch die Teilnahme war, welche sich bei des Königs Anwesenheit in den neuen Provinzen äußerte, so kann man sich doch keinen Begriff von dem Jubel machen, der in den altpreußischen Provinzen auf dem linken Rheinufer und namentlich zu Krefeld stattfand. Und dieser Landesteil war von 1795 bis 1814, also volle 19 Jahre, von der Monarchie getrennt. Man könnte die neuen Untertanen hierauf aufmerksam machen, und ihnen sagen, es müsste doch unter den Flügeln des schwarzen Adlers so übel nicht wohnen sein, da diese Leute nach einer so langen Trennung solche Anhänglichkeit bewahrt hätten.“

12.07.

Über Hamm, Soest nach Bielefeld. In Hamm Truppenbesichtigungen. In Bielefeld hatte sich „eine große Menge Menschen aus der ganzen Gegend eingefunden“, der Ball der Stadt wurde wegen vorgeschrittener Zeit nicht besucht.

13.07.

Nach der Besichtigung der Leinwandbleichen in Bielefeld weiter nach Minden. „Hier wie in Bielefeld waren die Garnisonen abwesend und eine Compagnie Landwehr zur Ehrenwache mit Allerhöchster Erlaubnis freiwillig zusammengetreten.“ Anwesend sind der Fürst von Lippe-Detmold und der Erbprinz von Schwarzburg Sondershausen.

14.07.

Über Hildesheim nach Lafferde.

15.07.

Über Braunschweig nach Magdeburg. In Braunschweig Besichtigung des Schlosses. In Magdeburg Besichtigung des Gardelandwehrbataillons und Besuch der Domkirche. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Der Magistrats von Halberstadt beschwert sich: „Bei mehreren Reisen Seiner Königlichen Majestät und Allerhöchstdessen Familie hatte die Stadt die bittere Kränkung erfahren, dass, wie es schien, die Berührung ihres Bezirks absichtlich vermieden wurde. Umso mehr gereicht es ihr zur größten Freude, dass Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst von Russland und dessen höchstverehrte Gemahlin, die allgeliebte Tochter unseres teuersten Königs, und Seine Königliche Hoheit unser höchstverehrter Kronprinz die hiesige Stadt bei ihrer Durchreise beglücken und ein Frühstück anzunehmen geruhen würden.“

17.07.

Rückkehr nach Potsdam.

18.07. bis 24.07.

Zur Pfaueninsel. Am 20.07. nach Charlottenburg, dann zurück. Erst am 24.07. Rückkehr nach Charlottenburg. Prinz und Prinzessin Wilhelm reisen am 18.07. von Berlin aus in das neue Schloss in Fischbach, wo sie am 20. ankommen: „Es waren mehrere Ehrenpforten errichtet unweit der Grenze, die letzte an unserer Schlossbrücke. An der ersten kam uns die Gemeinde entgegen und beide Pfarrer hielten Reden. Ich musste weinen und die meisten weinten mit – ich erinnere mir nie eine Rührung der Art empfunden zu haben. Freilich hatte ich auch in der Art noch nichts erlebt. Nun fuhren wir, begleitet von der Gemeinde, den Pfarrern und den Angestellten bis zur Lindenallee am Schloss, da hielt man um auszusteigen, weil die 300 Schulkinder darin aufgestellt waren mit Girlanden und ein Lied sangen. Die Musik ging natürlich auch immer vor uns her. Junge Mädchen in Weiß und Rot streuten Blumen vor uns in der Allee. Es war ganz herrlich. …In Hirschberg empfing uns der Magistrat, eben war der Schmiedeberger da. Wie wohl tut die herzliche Freundlichkeit dieser Menschen.“ 

23.07.

Nach Paretz.

24.07.

Rückkehr nach Charlottenburg. Hier bleibt der Hof bis 10.08. mit Unterbrechung am 03./04.08., da der Geburtstag des Königs „auf die gewöhnliche Weise auf der Pfauen Insel gefeiert“ wird (BPH). Dazu trifft der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ein.

11.08. bis 14.08.

Zur Pfaueninsel und nach Paretz.

12.08.

Ankunft der Großfürstin Nikolaus nach ihrer Rheinreise.

13.08.1828

In den nächsten Tagen ist der Hof abwechselnd in Paretz, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und in Berlin.

20.08.

Nach Charlottenburg. Besuch der Menagerie.

21.08.

Ankunft der Herzogin von Dessau.

25.08.

Manöver der Potsdamer Garnison.

26.08. bis 30.08.

Paretz. Ankunft des Erzherzogs Ferdinand von Österreich unter dem Namen eines Grafen von Feldkirch zu den Herbstmanövern. Quartier in der Wohnung des Bankiers Louis. „Bei seiner Ankunft befanden sich vor seiner Wohnung eine Ehrenwache von 30 Mann mit einem Offizier. Die Wohnung auf dem Schloss hat der Erzherzog abgelehnt“ (BPH)

27.08.

Besuch des Königs beim Erzherzog Ferdinand. Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

28.08.

Große Familientafel in Anwesenheit des Herzigs von Cumberland, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin, der großfürstlichen Herrschaften (Abreise am 1.9.). Abendmusik der Garde.

29.08.

Parade vor dem Großfürsten Nikolaus. „Zum ersten Mal sollten im Herbst dieses Jahres große Kavalleriemanöver stattfinden“ (Malachowski). Abreise der großfürstlichen Herrschaften nach St. Petersburg, die königliche Familie begleitet bis Friedrichsfelde.

30.08. bis 15.09.

Nach Charlottenburg. Hier finden in den kommenden Tagen die Herbstmanöver statt. Das Lager bei Charlottenburg wird von den Berlinern zu Tausenden besucht.

14.09.

Diner beim König im Neuen Palais. „Nach der Tafel wurden das Palais, der Garten, Sanssouci in Augenschein genommen. Des Abends war Komödie in dem Palais und auch abends Tafel. Der Erzherzog hat in dem Schloss zu Potsdam geschlafen.“ (BPH)

17.09.

Abreise des Erzherzogs Ferdinand von Österreich. Besichtigung des Granitsockels für die Statue Luthers.

18.09.

Bis zur Abreise zu den Truppenbesichtigungen an 28.09. ist der König in Charlottenburg.

28.09.

„Seine Majestät haben sich heute mit sämtlichen Königlichen Prinzen nach Königsberg in der Neumark begeben, wo S.K.H. der Kronprinz über mehrere zusammengezogene Truppen Revue halten. Die Königlichen Prinzessinnen sind zu gleicher Zeit nach Schwedt abgegangen.“ (BPH)

30.09.

Nach Schwedt. Dejeuner bei Prinzessin Elisabeth und Besuch des Schlosses „Monplaisir“. Zum Andenken an den Besuch des Königs in Schwedt lassen Schwedter Bürger einen Gedenkstein setzen mit der Aufschrift „II. OCTOBR. MDCCCXXI“. Der Schwedter Gärtner Adolf Schödter stellt aus Anlass des Besuchs das Hauswappen der Hohenzollern gärtnerisch dar. Der König schickt ihn als Belobigung zum Kupferstecher Buchhorn nach Berlin zur Ausbildung. Schröder arbeitet später als Professor in Karlsruhe.

01.10.

Nach Stettin.

02.10.

Nach Schwedt.

03.10.

Über Angermünde, Eberswalde, Werneuchen nach Berlin. In Angermünde Besichtigung der Kirche, bei Eberswalde Besichtigung des Gesundbrunnens. „Seine Majestät, die Königlichen Prinzen und Prinzessinnen sind diesen Abend wieder hier eingetroffen: Seine Majestät haben die Wohnung in Charlottenburg verlassen und werden bis zum Winter abwechselnd hier und in Potsdam bleiben.“ (BPH)

10.10.

Geburtstag der Prinzessin Wilhelm. Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

12.10.

Geburtstag des Kronprinzen. Dejeuner dinatoire in Potsdam in Anwesenheit des Königs, der Königlichen Familie und der Militär- und Zivilbehörden, „gleich darauf begaben sich Seine Majestät und die höchsten Herrschaften auf einige Tage nach Paretz“ (BPH)

13.10. bis 15.10.

Nach Potsdam und Paretz.

16.10.

„Versuch einer neuen Militär-Liturgie in der Charlottenburger Schlosskapelle“ (BPH)

18.10.

Beginn der Herbstmanöver bei Berlin.

26.10.

Geburtstag des Prinzen Adalbert. Der König hat, „da derselbe das 10. Jahr zurückgelegt hat, nach einem älteren Herkommen in der Königsfamilie, den schwarzen und roten Adler-Orden zu verleihen geruht, auch hat der Prinz heute die Uniform erhalten und (ist) zum Leutnant eines Garde Landwehr Bataillon ernannt worden“ (BPH)

31.10.

Abreise des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

17.11.

Ankunft des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen.

25.11.

„Gymnastische Veranstaltungen der Gärtnerschen Gesellschaft im Theater“ (BPH)

27.11.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Geburtstag des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz. Dejeuner dinatoir in Monbijou bei Herzog Karl mit der königlichen Familien und den anderen hohen Herrschaften. Ball im Prinzessinnenpalais.

06.12.

Abreise des Erbgroßherzogs von Schwerin nach Wien.

07.12.

In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam.

29.12.

„Die königliche Familie war in diesem Winter durch die Gegenwart der damals schon ungewöhnlich beweglichen Großfürstin in ein abwechslungsreicheres Leben als bisher hineingekommen. Der König gab seiner Tochter zu Ehren öfters Feste, und diese ließ sich von den Privatleuten, mit deren Stellung es sich vertrug, auch gern feiern. Alopeus der russische Gesandte, hatte es nicht an Bällen fehlen lassen.“ – „Es herrschte wirklich ein feiner, hübscher Ton in der damaligen Berliner großen Welt und eine Heiterkeit, wie ich sie später oft vermisst habe. Diese Heiterkeit teilte sich vom Hofe aus der Gesellschaft mit.“ (Bernstorff)

30.12.

Den Jahreswechsel verbringt der König in Potsdam.

01.01. bis 03.01.

Das neue Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer. Die Regierung zu Erfurt schreibt in ihrem Neujahrswunsch: „dass Allerhöchstdieselben auch in dem folgenden Jahre sich von der unwandelbaren Treue überzeugen mögen, mit welcher sie den ihr angewiesenen Standpunkt behauptet, und unter allen Umständen die Pflicht richtig zu erfüllen bemüht ist, welche ihr von Eurer Majestät auferlegt worden und nur dem Wohle des Staates gereicht sind.“ Am 02.01. geht es zu Fuß nach Bornstedt, Belvedere und durchs Neue Palais zurück. Am 03.01. kehrt der König nach Berlin zurück.

06.01.

Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

13.01.

Ankunft des Erb-Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

18.01.

Krönungs- und Ordensfest im Dom. Im Anschluss findet ein Diner in der Bildergalerie des Schlosses statt.

20.01. bis 22.01.

Potsdam.

23.01.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz. Zweites Bohnenfest im Prinzessinnenpalais.

26.01.

Generalprobe des Festspiels Laala Rookh im Weißen Saal.

27.01.

Aufführung des Festspiels Laala Rookh aus Anlass der Anwesenheit des Großfürsten Nikolaus und seiner Gemahlin, der Großfürstin Charlotte, unter Mitwirkung der ganzen Hofgesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses mit ca. 3.000 Personen.

30.01.

Prinz Wilhelm schreibt an Natzmer: „In welchem Trubel wir seit 14 Tagen waren, begreifen Sie, da Sie öfters Präparatifs zu Quadrillen erlebten. Doch ist fast niemals eine so allgemeine Lebendigkeit in der Stadt gewesen als diesmal, da alles sehr rasch beschafft werden musste. Die Equipagen rollten den ganzen Tag von einem Laden zum andern, nur hier fand man die beau monde, nirgends auf den Promenaden. Das war einzig, aber das Resultat dieser großen Anstrengungen würdig. Der Maskenzug war magnifik, sowie die ganze Fête wahrhaft königlich. Die Zeitung liefert das Programm zur Quadrille. Die Idee, Tableaux bei einer solchen Gelegenheit dazustellen, war neu und entsprach den gehegten Erwartungen. … Überhaupt ist Berlin sehr brillant dies Jahr, auch sind eine Menge vornehmer Gäste gekommen: Putbus nebst Frau, Sulkowsky, Fürst Lynar nebst Frau. Chateaubriand ist angekommen, er gefällt. … Nikolaus hat uns verlassen. Er denkt zum 30. März von Petersburg zurückzukommen, wo das Monument auf dem Tempelhofer Berge eingeweiht werden soll.“ (Berner)

02.02.

Erleuchtung des Konzertsaales im Neuen Schauspielhaus.

04.02.

Gala-Hofball („Zopfball“) im Rittersaal. „Den 4. Februar haben die gewöhnlichen Karnevals-Lustbarkeiten mit einer sogenannten Polonaisen-Cour ihren Anfang genommen.“ (BPH)

10.02.

„Heute ist zum ersten Mal in dem Konzertsaal des neuen Komödien-Hauses eine sogenannte unmaskierte Redoute gegeben worden. Seine Majestät und die Königliche Familie waren gegenwärtig.“ (BPH)

11.02.

Wiederholung des Festspiels vom 27.01. im Weißen Saal.

13.02.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

14.02.

Besuch in Schadows Atelier, wo die Statue des Luthers in Bronze für Wittenberg entsteht. Die Grundsteinlegung war 1817 erfolgt. Der Aufstellung des Denkmals in Wittenberg am 31.10. wird der König nicht persönlich beiwohnen. Der Zeitungsbericht über die Reformationsfeier 1817 hatte über eine schlechte Stimmung bei der Anwesenheit des Königs aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Stadt berichtet.

17.02.

Subskriptionsball im Saal des Schauspielhauses. Nachrichten aus Leibach treffen ein: „Nach Nachrichten, die gestern von Leibach eingegangen sind und nach welchen der König von Neapel diese Stadt bald verlassen wird, um sich vorerst nach Florenz zu begeben, haben Seine Majestät beschlossen, die nach Leibach beabsichtigte Reise aufzugeben, besonders da der eigentliche Grund, weshalb solche vorzüglich unternommen werden sollte, nur eine politische Anstandsreise war, indem Seine Majestät mit den beiden Kaisern während des Aufenthalts in Troppau über die Grundsachen wegen der Behandlung der Neapolitanischen Angelegenheiten schon einverstanden waren.“ (BPH)

22.02.

Ball im Prinzessinnenpalais zur Feier des Geburtstages der Prinzessin Alexandrine.

27.02.

Alexander-Fest im Schauspielhaus.

01.03.

Nachricht vom Ableben des Kurfürsten von Hessen.

02.03.

Der Geburtstag der Herzogin von Cumberland wird mit einem Diner in der Galerie begangen. Der König kann zur großen Tafel wegen einer Erkrankung nicht erscheinen. Auch am Subskriptionsball am folgenden Tag nimmt der König deshalb nicht teil.

18.03.

Diner in der Galerie des Palais zu Ehren der Radziwillschen Silbernen Hochzeit. Ankunft des Großfürsten Nikolaus aus St. Petersburg.

21.03.

Abreise des Großfürsten.

22.03.

Geburtstag des Prinzen Wilhelm. Dejeuner dinatoire für die Familie, den Hof, und die ersten Militär- und Zivilbehörden, am Abend findet ein Ball im Prinzessinnenpalais statt.

23.03.

Erster Besuch mit der Königlichen Familie in Potsdam, Rückkehr nach Berlin am 26.03. Der Aufenthalt wird von nun an abwechselnd in Berlin und in Potsdam sein.“ Auch „der Großfürst Nikolaus und seine Gemahlin waren noch immer am Hofe anwesend, der den Frühling teils in Potsdam, teils in Paretz verlebte.“ (Klöden)

28.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld.

30.03.

Jahrestag der Schlacht von Paris. Feierliche Einweihung des Denkmals auf dem Tempelhofer Berg (Kreuzberg) durch Bischof Eylert.

31.03.

Korpsmanöver auf dem Tempelhofer Feld. Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

01.04.

Einweihung der Kirche des Großen Friedrich-Waisenhauses.

03.04.

Truppenbesichtigung im Lustgarten. Ankunft der Fürstin von Taxis.

07.04. bis 10.04.

Der Hof geht für einige Tage nach Potsdam. Abreise der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

15.04.

„Cantate, der Tod Jesu, durch Zelter und die Sing-Akademie aufgeführt im Saal des Schauspielhauses.“ (BPH)

16.04.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

17.04. bis 01.05.

Potsdam. Besuche auf der Pfaueninsel, in Nikolskoe, auf dem Pfingstberg und in Sanssouci. Am 19.04. Kommunion mit der Garnison.

24.04.

Dejeuner dinatoire im Schloss Grunewald. Beginn der Manöver im Grunewald. Ankunft der Herzogin von Dessau.

26.04.

Besichtigung von St. Petri, Domkirche, Ritterakademie, St. Gotthardikirche, Marienberg, St. Katharinenkirche.

27.04.

Korpsmanöver.

03.05.

Namenstag der russischen Großfürstin Alexandra. Dejeuner dinatoire beim Großfürsten und Konzert im Schauspielhaus (Himmel).

04.05.

Besichtigung der „Fenster mit gemalten Scheiben für die Marienburg in der Wernerschen Bronze-Fabrik“ in Charlottenburg. (BPH)

06.05. bis 09.05.

Potsdam und Paretz.

10.05.

Korpsmanöver in Berlin.

14.05.

Parade von der Charlottenburger Chaussee bis Unter den Linden. Diner in der Bildergalerie für sämtliche Stabsoffiziere.

15.05.

Korpsmanöver zwischen Kreuzberg, Hasenheide, Tempelhof. Abreise der Herzogin von Dessau.

16.05.

Am Ruhetag der Manöver findet ein „Konzert im Saal des Schauspielhauses zum Besten der Witwe Weber“ statt. (BPH)

17.05. bis 31.05.

Potsdam. Manöver bei Glinicke.

22.05.

Rückkehr nach Berlin.

26.05.

Eröffnung des neu aufgebauten Schauspielhauses mit Iphigenie auf Tauris und einem Prolog von Goethe sowie dem Ballett „Die Rosenfee“. An den Proben hatte der König mehrfach teilgenommen. „Bei dieser Gelegenheit geschah es zum ersten Mal, dass das gesamte Publikum das: Heil dir im Siegerkranz anstimmte. Gegen seine Gewohnheit nahm der König die Huldigung herzlich erfreut auf.“ (Malachowski)

27.05.

Abreise des Großfürsten und der Großfürstin über Dessau, Weimar nach Ems und Spa.

29.05.

Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin. Abreise des Kronprinzen zur Revue nach Pommern, von dort nach Ems und Spa.

09.06.

„Seine Majestät sind heute nach Potsdam abgegangen und werden von dorten den 12. die Reise nach den Rheinprovinzen antreten.“ (BPH)

10.06.

Prinzessin Wilhelm schreibt an den Bruder: „Jetzt musst Du in Deinem Felsennest sein, wenn der König hinkommt den 23. – doch dies unter uns, wenn Du es nicht weißt, darf ich es nicht verraten. Also verrate Du mich auch nicht. Charlotte hätte Dich so gern mit auf ihre Rheinfahrt gehabt, es soll mich verlangen, ob es geschehen ist. Alle 3 Kinder gehen mit und sind glückselig. … Wenn nur der König von England nicht zu bald kommt uns zu verscheuchen!“

12.06.

Beginn der Reise in die Rheinprovinz. In Lützen Besuch der Kirche und Nachtquartier im Posthaus.

13.06.

„Um halb 8 Uhr fuhr ich bei sehr unfreundlichem Wetter mit dem König nach dem Schlachtfelde über Kaja, Rahnow und Groß Görschen nach dem Monument.“ (Witzleben) Quartier im Kommandanturgebäude in Erfurt. Am Abend findet ein großer Zapfenstreich statt.

14.06.

Parade und Korpsmanöver in Erfurt. Ausflug zur Cyriaksburg.

15.06.

Über Gotha, Eisenach nach Buttlar. In Gotha-Friedrichstal Besuch beim Herzog von Sachsen-Gotha. In Eisenach Besuch der Großfürstin Maria und des Herzogs von Sachsen-Weimar.

16.06.

Über Gelnhausen, Hanau nach Wilhelmsbad. in Gelnhausen Besichtigung der Kirche, der Ruine der Burg Karls des Großen, des Monuments für den Freiherrn v. Massenbach. In Wilhelmsbad wird der König durch die Kurfürstin und den Kurfürsten von Hessen empfangen.

17.06.

Besuch des Landgrafen Friedrich in Rumpenheim.

18.06.

Über Homburg, Darmstadt nach Frankfurt. Verwandtenbesuche am Hof in Homburg und in Darmstadt.

19.06.

Über Wiesbaden, Biebrich nach Mainz. Besuch des Herzogs von Nassau in Biberich. Besichtigung der österreichischen Garnison in Mainz.

20.06.

Besichtigung der preußischen Garnison in Mainz. Dann über Minden, Ulm, Alzey nach Kirchheim, Nachtquartier im Gasthof.

21.06.

Über Kaiserslautern, Homburg nach Saarbrück. „Die Einwohner hatten hier Ehrenpforten errichtet, die Brücke sowie alle Häuser mit Laub und Blumen verziert und eine Menge junger weißgekleideter Mädchen mit Blumen besetzte den Eingang der Stadt und die Brücke.“

22.06.

Über die Höhen der Saar nach Werden, dann nach Saarlouis. Besichtigung der Festung in Begleitung des Generalleutnants von Rauch.

23.06.

Über die Moselhöhen nach Luxemburg. Besichtigung der Festungswerke.

24.05.

Besichtigung der Garnison und Parade. Am Nachmittag Weiterreise nach Trier. Besichtigung der Porta Nigra, des Doms, der Römischen Bäder, des Amphitheaters und der im ehemaligen Schloss eingerichteten Kasernen.

25.06.

Parade und Manöver im Beisein des Großherzogs von Baden in Trier. „Sie lief nicht ganz zur Zufriedenheit ab, und es gab mit Recht einige Nasen. Die Ausgrabung der Altertümer ist noch fortgeschritten und gewährt großes Interesse.“ (Jagow)

27./28.06.

Koblenz. Parade und Besichtigung der Festungswerke in Begleitung des Großfürsten Nikolaus und des Prinzen Wilhelm. Ankunft der Prinzessin Charlotte aus Ems. Auf dem Rhein geht es nach Schloss Engers, dort Zusammentreffen aller anwesenden Mitglieder der königlichen Familie.

29.06.

Besichtigung von Ehrenbreitstein. In Begleitung des eingetroffenen Kronprinzen geht es nach Ems zum Besuch des Herzogs von Nassau. Wilhelm geht nach Köln voraus, „um dort dem Exerzieren der Division beizuwohnen, bevor er [der König] sie sähe, damit ich alle Fehler ändern sollte, damit es nicht wie in Trier ginge.“ (Jagow)

30.06./01.07.

Köln. Besichtigung der Festungswerke und der Kasernen von Deutz. Am 01.07. findet ein großes Volksfest statt.

02./03.07.

Korpsmanöver und Wettfahrt der Schiffe auf dem Rhein während der Überfahrt nach Deutz, dann nach Solingen. Empfang durch die „Repräsentanten des Handels- und Gewerbestandes, und von den zu mehreren tausenden versammelten Arbeitern der verschiedenen Fabrikzweige, nach Klassen gesondert, in der Kleidung und mit den Attributen ihrer Werkstätten. … Es war eine Warenausstellung veranstaltet, welche an Vollständigkeit und Eleganz nicht zu wünschen ließ, und deren treffliche Arbeiten dem Könige vorgelegt wurden. Er kaufte mehreres.“ (Klöden) Weiter nach Düsseldorf, Quartier beim Prinzen Friedrich im Jägerhof. Am 2. Tag nach dem Korpsmanöver Besichtigung der Stadt, der Münzstätten, der Kunstsammlung auf dem Schloss, einiger Kirchen und der im Bau befindlichen Kavallerie-Kaserne. Der Tage endet mit einem Ball der Stadt.

04.07.

Über Jülich nach Aachen. In Jülich Parade und Besichtigung mehrerer Wehranlagen. In Aachen Besichtigung der Kaiserlichen Burg, des Doms. Zusammentreffen mit der Großfürstin Alexandra.

05.07. bis 07.07.

Über Verviers nach Spa. Witzleben schreibt an seine Frau: „Ich bin sehr wohl, der König auch. Die Truppen sind herrlich, die Stimmung des Volks gut. Toren glauben in den Rheinprovinzen den Sitz gefährlicher Elemente. Schurken gibt es überall, aber das Volk ist wahrlich gut und der König hat überall ganz unzweideutige Beweise von wahrer Freude über seine Anwesenheit erhalten. Mehr kann man von einer neuen Provinz, die so unglückliche geschichtliche Erinnerungen hat, und die durch die Vereinigung mannigfach in ihren Verhältnissen zerstört worden ist, nicht verlangen.“ In Spa sind anwesend: Königin und König der Niederlande, der Kronprinz, Prinz von Oranien, Prinz Wilhelm, Prinz Friedrich der Niederlande, König und Königin von Württemberg, Großfürst und Großfürstin Nikolaus, Großfürstin Kronprinzessin der Niederlande, Prinz Paul von Mecklenburg-Schwerin.

08.07.

Über Aachen nach Krefeld. Die Stadt ist illuminiert und die Häuser mit Blumengirlanden und Inschriften geschmückt.

09.07.

Vor der Weiterreise wird in Krefeld die Seidenmanufaktur besucht. Weiterreise nach Wesel, Besuch der Festungswerke und von Fort Blücher. Am Abend Illumination der Stadt und großer Zapfenstreich.

10.0/11.07.

Münster. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Am zweiten Tag Parade und Divisionsmanöver, im Anschluss in Begleitung des Prinzen Friedrich Besichtigung der Stadt, der Kirchen (Ausbau der evangelischen Kirche), des Rathauses und Besuch des Erbgroßherzogs von Oldenburg. Witzleben schreibt: „So unverkennbar auch die Teilnahme war, welche sich bei des Königs Anwesenheit in den neuen Provinzen äußerte, so kann man sich doch keinen Begriff von dem Jubel machen, der in den altpreußischen Provinzen auf dem linken Rheinufer und namentlich zu Krefeld stattfand. Und dieser Landesteil war von 1795 bis 1814, also volle 19 Jahre, von der Monarchie getrennt. Man könnte die neuen Untertanen hierauf aufmerksam machen, und ihnen sagen, es müsste doch unter den Flügeln des schwarzen Adlers so übel nicht wohnen sein, da diese Leute nach einer so langen Trennung solche Anhänglichkeit bewahrt hätten.“

12.07.

Über Hamm, Soest nach Bielefeld. In Hamm Truppenbesichtigungen. In Bielefeld hatte sich „eine große Menge Menschen aus der ganzen Gegend eingefunden“, der Ball der Stadt wurde wegen vorgeschrittener Zeit nicht besucht.

13.07.

Nach der Besichtigung der Leinwandbleichen in Bielefeld weiter nach Minden. „Hier wie in Bielefeld waren die Garnisonen abwesend und eine Compagnie Landwehr zur Ehrenwache mit Allerhöchster Erlaubnis freiwillig zusammengetreten.“ Anwesend sind der Fürst von Lippe-Detmold und der Erbprinz von Schwarzburg Sondershausen.

14.07.

Über Hildesheim nach Lafferde.

15.07.

Über Braunschweig nach Magdeburg. In Braunschweig Besichtigung des Schlosses. In Magdeburg Besichtigung des Gardelandwehrbataillons und Besuch der Domkirche. Am Abend großer Zapfenstreich und Illumination der Stadt. Der Magistrats von Halberstadt beschwert sich: „Bei mehreren Reisen Seiner Königlichen Majestät und Allerhöchstdessen Familie hatte die Stadt die bittere Kränkung erfahren, dass, wie es schien, die Berührung ihres Bezirks absichtlich vermieden wurde. Umso mehr gereicht es ihr zur größten Freude, dass Seine Kaiserliche Hoheit der Großfürst von Russland und dessen höchstverehrte Gemahlin, die allgeliebte Tochter unseres teuersten Königs, und Seine Königliche Hoheit unser höchstverehrter Kronprinz die hiesige Stadt bei ihrer Durchreise beglücken und ein Frühstück anzunehmen geruhen würden.“

17.07.

Rückkehr nach Potsdam.

18.07. bis 24.07.

Zur Pfaueninsel. Am 20.07. nach Charlottenburg, dann zurück. Erst am 24.07. Rückkehr nach Charlottenburg. Prinz und Prinzessin Wilhelm reisen am 18.07. von Berlin aus in das neue Schloss in Fischbach, wo sie am 20. ankommen: „Es waren mehrere Ehrenpforten errichtet unweit der Grenze, die letzte an unserer Schlossbrücke. An der ersten kam uns die Gemeinde entgegen und beide Pfarrer hielten Reden. Ich musste weinen und die meisten weinten mit – ich erinnere mir nie eine Rührung der Art empfunden zu haben. Freilich hatte ich auch in der Art noch nichts erlebt. Nun fuhren wir, begleitet von der Gemeinde, den Pfarrern und den Angestellten bis zur Lindenallee am Schloss, da hielt man um auszusteigen, weil die 300 Schulkinder darin aufgestellt waren mit Girlanden und ein Lied sangen. Die Musik ging natürlich auch immer vor uns her. Junge Mädchen in Weiß und Rot streuten Blumen vor uns in der Allee. Es war ganz herrlich. …In Hirschberg empfing uns der Magistrat, eben war der Schmiedeberger da. Wie wohl tut die herzliche Freundlichkeit dieser Menschen.“ 

23.07.

Nach Paretz.

24.07.

Rückkehr nach Charlottenburg. Hier bleibt der Hof bis 10.08. mit Unterbrechung am 03./04.08., da der Geburtstag des Königs „auf die gewöhnliche Weise auf der Pfauen Insel gefeiert“ wird (BPH). Dazu trifft der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ein.

11.08. bis 14.08.

Zur Pfaueninsel und nach Paretz.

12.08.

Ankunft der Großfürstin Nikolaus nach ihrer Rheinreise.

13.08.1828

In den nächsten Tagen ist der Hof abwechselnd in Paretz, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und in Berlin.

20.08.

Nach Charlottenburg. Besuch der Menagerie.

21.08.

Ankunft der Herzogin von Dessau.

25.08.

Manöver der Potsdamer Garnison.

26.08. bis 30.08.

Paretz. Ankunft des Erzherzogs Ferdinand von Österreich unter dem Namen eines Grafen von Feldkirch zu den Herbstmanövern. Quartier in der Wohnung des Bankiers Louis. „Bei seiner Ankunft befanden sich vor seiner Wohnung eine Ehrenwache von 30 Mann mit einem Offizier. Die Wohnung auf dem Schloss hat der Erzherzog abgelehnt“ (BPH)

27.08.

Besuch des Königs beim Erzherzog Ferdinand. Ankunft des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin.

28.08.

Große Familientafel in Anwesenheit des Herzigs von Cumberland, des Herzogs von Dessau, des Erbgroßherzogs von Schwerin, der großfürstlichen Herrschaften (Abreise am 1.9.). Abendmusik der Garde.

29.08.

Parade vor dem Großfürsten Nikolaus. „Zum ersten Mal sollten im Herbst dieses Jahres große Kavalleriemanöver stattfinden“ (Malachowski). Abreise der großfürstlichen Herrschaften nach St. Petersburg, die königliche Familie begleitet bis Friedrichsfelde.

30.08. bis 15.09.

Nach Charlottenburg. Hier finden in den kommenden Tagen die Herbstmanöver statt. Das Lager bei Charlottenburg wird von den Berlinern zu Tausenden besucht.

14.09.

Diner beim König im Neuen Palais. „Nach der Tafel wurden das Palais, der Garten, Sanssouci in Augenschein genommen. Des Abends war Komödie in dem Palais und auch abends Tafel. Der Erzherzog hat in dem Schloss zu Potsdam geschlafen.“ (BPH)

17.09.

Abreise des Erzherzogs Ferdinand von Österreich. Besichtigung des Granitsockels für die Statue Luthers.

18.09.

Bis zur Abreise zu den Truppenbesichtigungen an 28.09. ist der König in Charlottenburg.

28.09.

„Seine Majestät haben sich heute mit sämtlichen Königlichen Prinzen nach Königsberg in der Neumark begeben, wo S.K.H. der Kronprinz über mehrere zusammengezogene Truppen Revue halten. Die Königlichen Prinzessinnen sind zu gleicher Zeit nach Schwedt abgegangen.“ (BPH)

30.09.

Nach Schwedt. Dejeuner bei Prinzessin Elisabeth und Besuch des Schlosses „Monplaisir“. Zum Andenken an den Besuch des Königs in Schwedt lassen Schwedter Bürger einen Gedenkstein setzen mit der Aufschrift „II. OCTOBR. MDCCCXXI“. Der Schwedter Gärtner Adolf Schödter stellt aus Anlass des Besuchs das Hauswappen der Hohenzollern gärtnerisch dar. Der König schickt ihn als Belobigung zum Kupferstecher Buchhorn nach Berlin zur Ausbildung. Schröder arbeitet später als Professor in Karlsruhe.

01.10.

Nach Stettin.

02.10.

Nach Schwedt.

03.10.

Über Angermünde, Eberswalde, Werneuchen nach Berlin. In Angermünde Besichtigung der Kirche, bei Eberswalde Besichtigung des Gesundbrunnens. „Seine Majestät, die Königlichen Prinzen und Prinzessinnen sind diesen Abend wieder hier eingetroffen: Seine Majestät haben die Wohnung in Charlottenburg verlassen und werden bis zum Winter abwechselnd hier und in Potsdam bleiben.“ (BPH)

10.10.

Geburtstag der Prinzessin Wilhelm. Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

12.10.

Geburtstag des Kronprinzen. Dejeuner dinatoire in Potsdam in Anwesenheit des Königs, der Königlichen Familie und der Militär- und Zivilbehörden, „gleich darauf begaben sich Seine Majestät und die höchsten Herrschaften auf einige Tage nach Paretz“ (BPH)

13.10. bis 15.10.

Nach Potsdam und Paretz.

16.10.

„Versuch einer neuen Militär-Liturgie in der Charlottenburger Schlosskapelle“ (BPH)

18.10.

Beginn der Herbstmanöver bei Berlin.

26.10.

Geburtstag des Prinzen Adalbert. Der König hat, „da derselbe das 10. Jahr zurückgelegt hat, nach einem älteren Herkommen in der Königsfamilie, den schwarzen und roten Adler-Orden zu verleihen geruht, auch hat der Prinz heute die Uniform erhalten und (ist) zum Leutnant eines Garde Landwehr Bataillon ernannt worden“ (BPH)

31.10.

Abreise des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

17.11.

Ankunft des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen.

25.11.

„Gymnastische Veranstaltungen der Gärtnerschen Gesellschaft im Theater“ (BPH)

27.11.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Geburtstag des Herzogs Karl von Mecklenburg-Strelitz. Dejeuner dinatoir in Monbijou bei Herzog Karl mit der königlichen Familien und den anderen hohen Herrschaften. Ball im Prinzessinnenpalais.

06.12.

Abreise des Erbgroßherzogs von Schwerin nach Wien.

07.12.

In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam.

29.12.

„Die königliche Familie war in diesem Winter durch die Gegenwart der damals schon ungewöhnlich beweglichen Großfürstin in ein abwechslungsreicheres Leben als bisher hineingekommen. Der König gab seiner Tochter zu Ehren öfters Feste, und diese ließ sich von den Privatleuten, mit deren Stellung es sich vertrug, auch gern feiern. Alopeus der russische Gesandte, hatte es nicht an Bällen fehlen lassen.“ – „Es herrschte wirklich ein feiner, hübscher Ton in der damaligen Berliner großen Welt und eine Heiterkeit, wie ich sie später oft vermisst habe. Diese Heiterkeit teilte sich vom Hofe aus der Gesellschaft mit.“ (Bernstorff)

30.12.

Den Jahreswechsel verbringt der König in Potsdam.

01.01.

Das neue Jahr beginnt mit dem Besuch der Potsdamer Garnisonkirche.

02.01.

Besichtigung des neuerbauten Casinos und Ball zur Eröffnung.

05.01.

„Bohnenfest“ im Prinzessinnenpalais.

13.01.

Zweites „Bohnenfest“ im Prinzessinnenpalais.

16.01.

Gala-Hofball im Rittersaal des Berliner Schlosses.

23.01.

Ordensfeier.

30.01.

Ankunft der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz (Abreise 25.2.) und der Prinzessin Friedrich der Niederlande (Abreise 2.3.).

02.02.

Ankunft des Großfürsten Nikolaus, gemeinsam mit der Großfürstin reist er am 5.2. nach St. Petersburg ab.

09.02.

Große Schlittenfahrt des Hofes.

07.03.

Abreise des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

29.03.

Der Hof ist bis zum 5.4. in Potsdam.

12.04.

Parade der Garnison unter den Linden.

16.04.

Besichtigung des Lehr-Infanteriebataillons am Neuen Palais in Potsdam. Beginn der jährlichen Frühjahrsmanöver in Potsdam und Berlin.

26.04.

Remonte- und Rekrutenbesichtigung in Sanssouci.

02.05.

Anschlagen der Fahnen für das Garde-Schützen-Bataillon im Marmorsaal des Schlosses.

03.05.

Jagow berichtet: „Bei dem herrlichen Wetter werden hier alle Abend Partien zu Korbwagen gemacht. Gestern [2.5.]waren wir in den sogenannten Vier Häusern, einer Kolonie von Schweizern, die ganz isoliert bin einem großen Bruch liegt. … Heute ist das Fahnenfest für das Neuchâteller Bataillon.“

10.05.

Bis zum 13.5. Aufenthalt in Paretz.

15.05.

Einrücken der Potsdamer Garnison. Wegen des Wetters wird die große Parade Unter den Linden auf den 17.5. verschoben.

21.05.

Unterzeichnung der Ehepakte zwischen Prinzessin Luise und Prinz Friedrich der Niederlande. Vermählungsfeier im Weißen Saal.

22.05.

Ball im Weißen Saal.

23.05.

Gala-Diner im Rittersaal. Gala-Oper. In den folgenden Tagen finden weitere Feierlichkeiten in Berlin, Charlottenburg und Potsdam statt.

03.06.

Der König besucht das Atelier von Schadow.

11.06.

Beginn der Manöver in Potsdam.

15.06.

Besuch des Ateliers von Wach.

24.06.

Abendmusik und Zapfenstreich der Garnison in Potsdam.

25.06.

Abreise von Potsdam über Brandenburg, Plauen, Genthin, Burg nach Magdeburg in Begleitung des Prinzen und der Prinzessin Friedrich der Niederlande. „Zum Empfange waren alle Straßen festlich geschmückt. Der König besah den Dom, und machte einen Spaziergang durch die Stadt und die Festungswerke.“ (Cohnfeld) Quartier wird in der Domdechanei genommen. Die Stadt Burg muss sich rechtfertigen, warum der König um die Stadt herumgeführt wurde, statt durch diese zu fahren. Man hatte ihn vorab nicht darüber informiert, dass die Hauptstraße sich im Bau befand und die Nebenstraßen für Kutschen fast unpassierbar waren.

27.06.

Besuch des Fürsten-Walls und Verabschiedung von Prinzessin Luise. „Auf der ganzen Tour bis Magdeburg regnete es Ehrenpforten und weißgekleidete Mädchen usw. In Genthin dinierten wir mit dem König. … Der Einzug in Magdeburg war durch die enorme Menge von Menschen und durch alle geschmückten Häuser sehr schön und recht herzlich. Am ersten Abend ward der Dom besehen und um die Stadt gefahren. Den Sonntag war Gottesdienst mit einer ganz guten Rede, dann Parade des 27. Regiments, worauf die recht hübschen neuen Kirchen in den nun wieder erbauten Vorstädte Sudenburg und Neustadt besehen wurden. Nach einem großen Diner war von der Stadt ein gouté an einem Lieblingsbelustigungsort veranstaltet, wo sich enorm viele Menschen eingefunden hatten. Dann war Theater und Ballett. … Der König, der Magdeburg erstaunend gern hat, war stets der besten Laune. Am 27. früh war nun der böse Augenblick des Trennens gekommen“, schreibt Jagow.

30.06.

Abreise über Dresden nach Teplitz, Ankunft am 1.7. Hier besucht der König wie seit vielen Jahren das Bad und unternimmt zahlreiche Ausflüge. Am 5.7. schreibt er an Charlotte: „Hier in Teplitz wimmelt es mehr als je von Badegästen von allen Kalibern.“ (Bailleu)

06.07.

Besuch beim Prinzen Wilhelm. Ausflug nach Peterswald und Treffen mit dem Großfürsten Constantin von Russland, Gegenbesuch des Großfürsten Constantin in Teplitz. Ankunft der Fürstin von Liegnitz in Teplitz.

30.07.

Abreise über Dresden und Großenhain über die „neuerbaute lange Brücke“ nach Potsdam (BPH). Ankunft am 31.7.

01.08.

Besichtigung der neuen Brücke (Baumeister Adler).

02.08.

Zur Pfaueninsel, am folgenden Tag Abendfahrt um die Pfaueninsel.

04.08.

Nach Charlottenburg.

05.08.

Nach Schönhausen.

06.08.

Besuch der Eisengießerei in Charlottenburg.

11.08.

Der König schreibt an Charlotte: „Was meine Reisen betrifft, so gedenke ich den 1. oder 2. k. M. abzureisen, mit der Besichtigung des 4. Corps bei Magdeburg den Anfang zu machen, dann bei Lippstadt das 7. Corps und bei Koblenz das 8. zu besehen. Die ganze Landwehr ist diesmal dabei. Den 15. hoffe ich in Brüssel einzutreffen, wo ich 5 Tage bleiben werde und dann noch einen kurzen Abstecher nach Paris beabsichtige.“ (Bailleu)

17.08. bis 13.08.

Paretz.

18.08.

Von Charlottenburg aus Besuch der Pfaueninsel am 20./21.8.

22.08.

Beginn der Manöver.

01.09. bis 18.10.

Reise durch die Rheinlande, nach Belgien und Frankreich.

01.09. bis 03.09.

Truppenbesichtigungen in Magdeburg. Am ersten Abend Besuch des Oratoriums „Das verlorene Paradies“ von Friedrich Schneider in der Domkirche, es gehörte zum dreitägigen „Ersten Musikfest an der Elbe“ in Magdeburg vom 2. bis 4.9.1825.

04.09.

Über Braunschweig nach Lafferde.

05.09.

Über Hildesheim, Hannover, Bückeburg nach Minden.

06.09.

Über Herford, Bielefeld, Gütersloh nach Lippstadt. Nach Truppenbesichtigungen Weiterreise am 8.9.

08.09.

Über Soest nach Werl.

09.09.

Über Minden, Limburg, Mühlheim nach Köln. Empfang durch den Fürstbischof. Sein Adjutant Gröben hatte dem König für diese Reise empfohlen: „Da müssen Ew. Majestät recht freundlich mit den Leuten dort sprechen“, worauf dieser antwortete: „Dazu bin ich zu alt, so was überlasse ich meinen Söhnen“.

10.09.

Über Bonn nach Koblenz. „Am 10. führte uns der Weg nach Köln durch die herrlichen Täler der Wupper und Ruhr, welche wegen ihrer berühmten Fabrikorte ebenso berühmt als merkwürdig sind. Man muss dies Treiben der Bevölkerung, die Wohlhabenheit, die sich in allem zeigt, gesehen haben, um sich eine Begriff davon zu machen! Es sind unstreitig herrliche Länder …, der interessanteste Punkt der ganzen Monarchie. Gegen Abend erreichten wir Köln, aus dessen dunkler Mitte sich der Dom in allen seinen imposanten Konturen illuminiert hervorhob. Je mehr wir uns der Stadt näherten, je mehr illuminierte Häuser ward man gewahr. Die ganze Brücke war erleuchtet, an beiden Ufern waren Tempel mit kolossalen FW angebracht und mitten aus dem Rhein waren unsere Namenszüge und rechts ein kolossaler Adler erleuchtet.“ (Jagow)

11.09. bis 14.09.

Koblenz. Besuch des Großfürsten Konstantin (Namenstag des Kaisers Alexander), Parade und Militärgottesdienst. „Zu den hier stattfindenden Manövern hatten sich eingefunden … der Großherzog von Baden, der Großfürst Konstantin von Russland, die Herzöge von Clarence, Cambridge und Cumberland, der Herzog von Nassau, und hohe Offiziere aus Österreich, England, Dänemark und fast allen deutschen Staaten.“ (Klöden)

14.09.

Von Koblenz per Dampfboot nach Köln und weiter nach Aachen. „Die herrlichen Rheinufer waren von Tausenden jubelnder Menschen besetzt … Die Stadt (Aachen) war allgemein erleuchtet … Am anderen Morgen besahen sie (die Reisenden) das Schauspielhaus, und setzten dann die Reise fort. Prinz Friedrich der Niederlande war ihnen nach Brüssel vorausgeeilt. In Lüttich wurde zu Mittag gespeist, abends kamen sie im Schlosse Laeken bei Brüssel an.“ (Cohnfeld)

15.09.

Von Aachen über Lüttich, Brüssel nach Schloss Laeken.

16.09. bis 21.09.

Brüssel, Antwerpen, Laeken. Die Tage sind gefüllt mit Besichtigungen und zahlreiche Besuchen.

22.09.

In Begleitung des Prinzen Albrecht auf Einladung des Königs von Frankreich nach Cambray.

23.09.

Über Bonavy, Bourget nach Paris.

24.09. bis 10.10.

Paris. Die Tage sind gefüllt mit Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten und zahlreiche Besuchen, über die in Berlin die Tageszeitungen berichten. Der König schreibt am 2.20. an den Kronprinzen: „Ich schreibe also nichts über meinen hiesigen Aufenthalt, behalte mir aber vor desto mehr mündlich zu erzählen. Albrecht ist ganz winzig über alles, was hier geschieht, und ordentlich angegriffen von allem, was er hier zu sehen bekommt. Der Königs ist über die Maße periabat et aimable. Gestern ist Albrecht mit ihm auf die Parforcejagd gewesen, vor der ich mich aber wie gewöhnlich dispensirt habe.“

11.10.

Nach Châlons Die Abreise hatte sich wg. des Geburtstages des Königs von Frankreich am 9.10. verzögert. Der König wollte eigentlich bereits am 15. zum Geburtstag des Kronprinzen in Potsdam eintreffen.

12.10.

Nach Metz.

13.10.

Über Saarbrücken, Homburg nach Kaiserslautern.

14.10.

Über Mainz, Frankfurt nach Hanau. Besuch durch die Kurfürstin von Hessen, die sich aus Wilhelmsbad nach Hanau begeben hatte.

15.10.

Nach Wilhelmsbad zum Gegenbesuch bei der Kurfürstin von Hessen.

16.10.

Nach Gotha.

17.10.

Nach Merseburg.

18.10.

Über Halle, Wittenberg nach Potsdam.

20.10.

Der Hof begibt sich nach Charlottenburg. Am 29.10. schreibt der König an Charlotte: „Meine Reise habe ich sehr glücklich zurückgelegt und die gute Luise recht comfortable in ihrem Häuslichen eingerichtet gefunden, nur die gänzliche Verschiedenheit der dortigen Lebensweise schient ihr noch nicht ansprechen zu wollen … Mein Aufenthalt in Paris war für mich wie immer höchst angenehm unterhalten und interessant.“ (Bailleu)

05.11.

Wechselnder Aufenthalt in Charlottenburg, Potsdam und Berlin, ab Mitte November dann überwiegend Berlin.

01.12.

Tod des Kaisers Alexander I. Großfürst Nikolaus, Schwager des Königs, besteigt den Thron. Der König erhält die Nachricht erst am 15.12. Er schreibt an Charlotte: „Es ist heute den 20ten alles ganz stille bei uns, die Wachen ziehen stille auf ohne Trommeln und Musik, und von heute an trägt die Armee auf 4 Wochen die Trauer.“ (Bailleu)

23.12.

Gedächtnisfeier für Kaiser Alexander I von Russland in der Garnison-Kirche zu Potsdam.

In Arbeit….

In Arbeit…

In Arbeit…

In Arbeit…

In Arbeit…

In Arbeit…

In Arbeit…

In Arbeit…

01.01.

Das neue Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer des Schlosses. Dann hält sich der König bis zum 04.01. in Potsdam auf.

04.01.

Rückkehr nach Berlin.

12.01.

Nach Potsdam, am Folgetag zur Pfaueninsel.

15.01.

Das Bohnenfest wird mit einem Souper und Ball im Prinzessinnenpalais begangen.

19.01.

Ordensfeier.

20.01.

Vorstellung im Opernhaus zum Besten von Stiftungen.

31.01.

Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz.

16.02.

Ankunft des Herzogs von Braunschweig.

20.02.

Aufführung einer Messe von Bach in der Singakademie.

28.02.

Ankunft des Herzogs Leopold IV. von Anhalt-Dessau und der Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau.

04.03.

Ankunft des Prinzen von Oranien mit Sohn.

05.03.

Ankunft der Prinzessin Friedrich der Niederlande.

07.03.

Abreise der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz und des Prinzen von Oranien.

08.03.

Der König schreibt an Charlotte: „Diesen Winter hat es mehr Bälle und kleine Festlichkeiten gegeben als je. … Übermorgen werden wir in Charlottenburg sein, wo auch Du im Geiste mit uns sein wirst!“ 

09.03.

Abreise des Herzogs von Anhalt-Dessau.

11.03.

Abreise des Herzogs von Braunschweig.

13.03.

Nach Monbijou. Oratorium in der Singakademie.

18.03.

Nach der Abreise des Erbgroßherzogs und des Herzogs von Mecklenburg-Strelitz und der Abreise der Prinzessin Luise begibt sich der König nach Potsdam, Rückkehr am 19.03.

22.03.

Dejeuner dinatoire bei Prinz Wilhelm, der am Tag zuvor den Neubau des Palais bezogen hatte.

24.03.

Besuch der Porzellan-Manufaktur.

27.03.

Abreise der Herzogin von Anhalt-Dessau.

28.03.

Aufführung der Passionsmusik von Graun in der Singakademie.

30.03.

Besuch der Kirche in Charlottenburg.

01.04.

Besuch der Dioramen von Gropius.

04.04.

Nach Potsdam, Rückkehr nach Berlin am 08.04.

06.04.

Besichtigung des „Transparent-Gemäldes der Schweiz von Sattler, gem. v. König, im Konzertsaal des Theaters“.

07.04.

Besuch der Kunstausstellung im Johnschen Haus.

08.04.

Der König schreibt an Charlotte: „Ob ich nach Preußen gehen werde ist noch ungewiss, aus den angeführten [gesundheitlichen] Ursachen. Ist es mir möglich, so rechne ich Ende August in Königsberg einzutreffen, um das 1. Armee-Korps dort zu besichtigen, dann nach Stargardt zur Besichtigung des 2. zu gehen und von da zurückzukehren. Nach Teplitz geh ich im Juli, da Hufeland und Wiebel diese Badereise für unumgänglich nötig halten, denn aus anderen Ursachen mache ich gewiss nie diese Reise.“

09.04.

Der Hof ist in Berlin und besucht gelegentlich Potsdam, z. B. am 16.04. zur Besichtigung des Lehrbataillons am Neuen Palais.

23.04.

Im Opernhaus wird das Oratorium „Die Schöpfung“ durch Spontini aufgeführt zum Besten der Spontini-Fonds.

27.04. bis 30.04.

Potsdam.

02./03.05.

Charlottenburg.

04.05.

In den folgenden Tagen wechseln sich Aufenthalte in Berlin, Potsdam und Charlottenburg ab.

12.05.

Beginn der Manöver in Potsdam.

15.05.

Nach Charlottenburg, Fortsetzung der Manöver am Kreuzberg und im Grunewald.

30.05.

Der König schreibt an Charlotte über den Verlauf der Manöver.

31.05.

In den folgenden Tagen wechseln sich Aufenthalte in Charlottenburg, Potsdam und auf der Pfaueninsel ab.

05.06.

Nach Charlottenburg. Gesangfest des Märkischen Musikvereins in der Garnisonkirche.

09.06.

Nach Paretz. Am folgenden Tag berichtet der König an Charlotte über das Fest des Lehrbataillons und öffentliche Belustigungen.

11.06.

Nach Charlottenburg. Von hier aus wird die Pfaueninsel besucht. Am 16., 18. und 19. finden Pferderennen des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur statt. Am 17.06. besucht der König das Atelier von Krüger.

21.06.

Nach Paretz, wo sich auch Alexander von Humboldt für einige Tage aufhält.

25.06.

Über die Pfaueninsel nach Charlottenburg. Der König schreibt an Charlotte: „In Berlin war es während etwa 8 Tagen, des Pferderennens und des Molkenmarktes wegen, ungemein lebhaft. Dem ersten wohnte ich selbst bei … Gestern ist hier [in Paretz], nach 29 Jahren, die hiesige Dorfjugend zum ersten Mal wieder neu eingekleidet worden. Die Kinder sahen, nach ihrer Art, ganz stattlich aus, besonders die Knaben, in militärischen Jacken und Mützen, mit der Nr. 24 der Landwehr rechts auf den Schulterklappen. Es war große Freude und Jubel, besonders bei der Speisung in der Scheune.“

29.06.

Dejeuner dinatoire bei Prinz Karl in Glienicke, dann zur Pfaueninsel.

01.07. bis 28.07.

Reise nach Teplitz zur Kur, Ankunft am 02.07. Fürstin Liegnitz und Prinz Karl begleiten den König. Alexander von Humboldt ist bereits am 28.06. nach Teplitz gereist (Abreise 29.07.).

02.07.

Dejeuner dinatoire beim Gesandten v. Jordan, dann, begleitet durch den Gesandten und den Oberhofmarschall v. Massow, Besuch des Königs von Sachsen im Pillnitzer Wasserschloss „en frac habillé“.

29.07.

Abreise. In Dresden Zusammentreffen mit dem Gesandten von Jordan, Besichtigung der Moritzburg.

30.07.

Ankunft in Potsdam. Über die Pfaueninsel nach Charlottenburg.

07.08.

Besuch in Monbijou.

10.08. bis 14.08.

Paretz.

14.08.

Charlottenburg.

23.08.

Beginn der Reise nach Pommern und Preußen zur Besichtigung des 1. und 2. Armee-Korps. Begleitung durch Prinz Karl und die Fürstin Liegnitz. „Seit mehreren Jahren machte er jetzt wieder zum ersten Male eine militärische Inspektionsreise nach den entfernteren Provinzen der Monarchie“ (Cohnfeld). Es ist das 1. Mal, dass ein preußischer König den Seeweg wählt.

24.08.

„Er ging nach Stettin und von da zu Wasser nach Swinemünde, wo er mittags eintraf. Er machte die Reise von hier auf dem russischen Dampfschiffe Ischora, bei der Annäherung des Dampfbootes hissten alle bei Swinemünde gelegenen Schiffe ihre Flaggen auf. Jubelruf und Kanonendonner empfing den geliebten Monarchen, unzählige Böte umschwärmten ihn. Er schiffte sich ein, und ließ sich die Beamten der Stadt und des Hafens auf dem Dampfboote vorstellen. Die Ischora fuhr dann in die hohe See. Eine Viertelmeile hinter den Molen entließ der König die gedachten Beamten sehr huldvoll. Um 1 Uhr verließ die Ischora, nachdem sie den Kriegslugger Oranienbaum für unvorhergesehene Fälle ins Schlepptau genommen hatte, die Swinemünder Reede.“ (Klöden)

26.08.

Über Pillau, das Frische Haff nach Königsberg.

27.08. bis 03.09.

Königsberg. „Militärische Übungen und glänzende Feste wechselten in Königsberg fast ununterbrochen mit einander ab.“ (Cohnfeld)

29.08.

Ruhetag im Lager. Besuch der Sternwarte, hier stellte Humboldt unter Bessels Leitung zum ersten Mal mit dem Heliometer Doppelsternbeobachtungen an.

 

Aus dem Bericht vom 30.8. des Polizeipräsidenten: „Bis jetzt ist hier alles mit der größten Ordnung und Ruhe, ohne Unglücksfälle … abgelaufen, obwohl die Stadt mit Fremden angefüllt und die Straßen stets mit einem Gewühl von Zuschauern, Wagen und Reitern angefüllt sind. Bloß bei dem Andrange zu Beschauung der Ischora fielen 2 Wächter aus Unvorsichtigkeit in den Pregel, wurden aber unbeschädigt wieder herausgezogen. Auch wurden hier 3 Taschendiebe von den Polizei-Offizianten dingfest gemacht, bei welchen bereits eine Anzahl bedeutender Börsen gefunden worden.“

30.08.

Am Nachmittag Fest der Stadt im Lokal der Loge Zu den drei Kronen, am Abend Lustfahrt auf dem beleuchteten Schlossteich.

04.09.

Parade der Landwehr auf dem Schlossplatz, Besichtigung des Schlosses, dann Abreise über Heiligenbeil, Braunsberg, Frauenburg, Elbing nach Marienburg.

05.09.

Über die Nogat- und Weichsel-Brücke, Dirschau, Pr. Stargard, Czersk, Konitz, nach Jastrow. 1 Stunde Aufenthalt in Frankenfelde. Oberpräsident Nordenflycht hatte dem König vorab eine „Reise-Karte welche die Chaussee-Züge von Dirschau bis zur Neumärkischen Grenze mit allen an und neben der Kunststraße belegenen Ortschaften und ihrer Statistik“ übersandt, wozu sich dieser „beifällig“ aussprach.

06.09.

Über Tempelburg, Falkenberg, Dramburg, Nörenberg nach Stargard. In Dirschau und Stargard kam es zu „Zudringlichkeit einiger Personen“.

07.09. bis 09.09.

Stargard. „Im Garten war für die hohen Herrschaften eine prächtig geschmückte Loge erbaut, rechts von derselben, jenseits der Gartenanlagen, erhob sich eine Nachbildung der Engelsburg in Rom mit der kolossalen Statue des Erzengels Michael in 2/3 der wirklichen Größe.“ (Klöden)

10.09.

Wegen Regen entfällt der letzte Tag des Manövers. Über Bahn, Jägersfelde, Schwedt nach Berlin, weiter nach Charlottenburg.

13.09. bis 15.09.

Paretz.

16.09.

Nach Charlottenburg.

17.09.

Nach Berlin. Korps-Manöver der Garnison in der Hasenheide und bei Wilmersdorf bis 27.09.

27.09.

Der König fährt der Kaiserin von Russland und der Großfürstin Maria in Begleitung des aus St. Petersburg zurückkommenden Prinzen Wilhelm bis Friedrichsfelde entgegen. Großer Zapfenstreich auf dem Schlossplatz aller in Berlin befindlichen Regimenter.

30.09.

Nach Potsdam. Eröffnung der Passage über die neuerbaute Glienicker Brücke.

02.10.

Ankunft der Prinzessin Luise. Nach Potsdam.

05.10. bis 07.10.

Paretz.

08.10.

Nach Charlottenburg. Am Folgetag Besuch der Kunstausstellung in der Akademie.

09.10. bis 15.10.

Nach Potsdam.

15./16.10.

Paretz, Rückkehr nach Charlottenburg.

20.10.

Besuch der Dioramen von Gropius.

23.10.

Konzert in der Singakademie zu wohltätigen Zwecken.

24.10.

Diner in der Galerie. Ball bei Grafen Brandenburg.

31.10. bis 02.11.

Potsdam.

03.11.

Parforce-Jagd im Grunewald, dann nach Charlottenburg.

07.11.

Ankunft der Prinzessin Friedrich der Niederlande.

10.11.

Besuch der Kunstausstellung in der Akademie.

12.11.

Besichtigung der neuen Kirche in Moabit.

13.11.

Überraschendes Eintreffen des Kaisers Nikolaus und des Großfürsten Alexander in Berlin.

15.11.

Nach Berlin.

16.11.

Russischer Gottesdienst in der Schlosskirche, Gala-Diner in der Bildergalerie.

17.11.

Exerzieren des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments vor dem Kaiser.

22.11.

Parade der Garnison zu Ehren des Kaisers.

24.11.

Heerschau über die Regimenter des Kaisers und des Großfürsten.

25.11.

Abreise des Kaisers. Großfürst Alexander und Großfürstin Maria reisen am 27.11. ab, alle anderen hohen Gäste in den nächsten Tagen.

04.12. bis 08.12.

Potsdam.

09.12.

Berlin. Der König schreibt an Charlotte: „Während Deiner ganzen Reise erhielt ich aus jedem Nachtquartier einen Reisebericht.“

12.12.

Besuch der Dioramen von Gropius.

13.12.

Bis zum Jahresende bleibt der Hof in Berlin.

01.01.

Der König verbringt den Neujahrstag in Berlin und in Potsdam.

02.01.

Rückkehr nach Berlin.

05.01.

Ball bei Prinz August.

06.01. bis 09.01.

Der König ist in Potsdam, dann bis zum Ordensfest in Berlin.

18.01.

Ordensfeier.

19.01. bis 21.01.

Potsdam. Den Rest des Januars und den Februar ist der Hof in Berlin, wo die Karnevalsfeierlichkeiten stattfinden.

07.02.

Am Subskriptionsball kann der König nimmt wegen einer Erkrankung nicht teilnehmen. Er ist erst um den 12.02. wieder gesund.

23.02.

Prinz Wilhelm schreibt an Alexandrine: „Die Sonnabendbälle sind dies Jahr enorm langweilig und leer, die Musik von Reedern aber vorzüglich.“

08.03. bis 16.03.

Nach Potsdam, am 10.03. Rückkehr über Charlottenburg nach Berlin, dann weiter in Potsdam.

11.03.

† Kaiser Franz I. von Österreich in der Nacht vom 1. zum 2.3. Metternichs schreibt an Hardenberg 11.3.1835: „Zwischen einem Regierungs-Austritte und einem Regierungs-Eintritte liegt – die Monarchen mögen es wollen oder nicht – stets eine Kluft, die alle Kraft auszufüllen nie vermag. Hier gilt es also eines Brückenbaus und ein solches Werk hat der verewigte Monarch nie und insbesondere nicht im Verlauf der letzten 3-4 Jahre außer Acht gelassen.“

15.03.

Gedächtnisfeier für den verstorbene Kaiser Franz I von Österreich in der Hof- und Garnisonkirche.

01.04.

Besuch im Atelier von Rauch, der eine Bronzestatue Friedrich Wilhelms I. für Gumbinnen fertigt.

07.04.

Besuch der Eisengießerei.

12.04.

Einweihung der restaurierten Heiligen Geist Hospital-Kirche.

13./14.04.

Potsdam.

17.04.

Karfreitag. In der Singakademie wird die Passionsmusik von Graun aufgeführt.

bis 22.04.

Nach Potsdam. Besichtigung des Lehrbataillons am Neuen Palais.

23.04.

Besuch der kleinen Kunstausstellung in der Akademie.

25.04.

Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Weimar.

28.04.

Erkrankung des Königs.

03.05.

Nach Potsdam. Besuch der Garnisonkirche. Nach der Parade nach Nikolskoe. In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Potsdam und Berlin.

04.05.

Ankunft der Herzogin von Cambridge.

05.05.

Ankunft des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha mit seinen Söhnen.

07.06.

Zur Pfaueninsel. Dejeuner dinatoire bei Prinz Karl in Glienicke.

10.05.

Besuch der Garnisonkirche. Parade und Diner bei Prinz Wilhelm im Neuen Palais für das Offizierskorps des Lehrbataillons, anschließend zum Pfingstberg. Abreise der Sachsen-Coburgschen Herrschaften.

12.05.

Beginn der Frühjahrs-Manöver.

18.05.

Dejeuner dinatoire beim Kronprinzen in Charlottenhof, dann zum Pfingstberg. Ankunft der Großfürstin Helena in Berlin. Die Manöver waren aufgeschoben worden, um dem Großfürsten die Truppen vorzuführen, da sich dessen Ankunft aber weiter verzögert, ist ein nochmaliger Aufschub nicht möglich.

20.05.

Beginn der Manöver im Grunewald. Diner Schloss Grunewald.

22.05.

Nach Berlin. Am 23.05. trifft Großfürst Michael ein, am 24.05. Prinzessin Luise mir Gemahl.

24.05.

Großer Zapfenstreich.

25.05.

In Potsdam Parade der Garnison und Dejeuner dinatoire in den Russischen Zimmern, anschließend Besuch der Pfaueninsel.

26.05.

Besuch der Alexander-Newski-Kirche und auf dem Pfingstberg. Dejeuner dinatoire beim Kronprinzen in Charlottenhof.

27.05.

Das Exerzieren wird wegen schlechten Wetters abgesagt. Am Abend Theater, Ball und Souper im Prinzessinnenpalais.

28.05.

in Berlin Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie des Schlosses.

29.05.

Parade der Garde du Korps.

30.05.

Beginn der Manöver.

02.06.

In Potsdam Exerzieren des Füsilier-Bataillons vor dem Großfürsten.

03.06.

Zum Pfingstberg. Nach dem Diner bei der Kronprinzessin in Sanssouci Abreise der russischen Herrschaften.

04.06.

Nach Paretz.

05.06.

Nach Charlottenburg.

07.06.

Nach Potsdam, Besuche auf der Pfaueninsel und in Glienicke.

08.06.

Militär-Gottesdienst am Neuen Palais.

09.06. bis 11.06.

Paretz. Alexander von Humboldt ist seit dem 10.06. anwesend und trifft am 26.06. wieder in Berlin ein.

12.06.

Nach Charlottenburg.

15.06.

Pferderennen des Vereins für Pferdezucht und Pferde-Dressur, zweites Rennen am 17.06., drittes Rennen am 18.06.

19.06.

Jagd zwischen Schönholz und Moabit.

20.06. bis 23.06.

Paretz. Am 23.06. Rückkehr nach Charlottenburg.

24.06.

Einweihung der Johanniskirche in Moabit.

25.06.

Besichtigung der neuen Kirche auf dem Wedding (Nazareth).

26.06.

Visite bei der Herzogin von Cumberland in Schönhausen.

28.06.

Einweihung der St. Elisabeth Kirche in Neu-Vogtland b. Potsdam.

29.06.

Exerzieren des Lehrbataillons vor dem Neuen Palais. Nach dem Dejeuner dinatoire bei Prinz Karl in Glienicke zur Pfaueninsel.

30.06.

Über Treuenbrietzen, Jüterbog, Herzberg, Liebenwerda, Elsterwerda, Großenhain, Dresden zur Badekur nach Teplitz (Ankunft am 01.07.). Auch Alexander von Humboldt ist in Teplitz anwesend.

02.07.

Ankunft der Fürstin Liegnitz in Teplitz. Die folgenden Tage werden mit zahlreichen Ausflügen, die Abende mit Theaterbesuchen, Bällen und anderen geselligen Veranstaltungen verbracht.

10.07.

Diner mit dem Grafen Harrach und Gemahlin, dem General v. Wrangel und dem Oberst v. Bojanowski.

11.07.

Besuch des Militär-Bade-Instituts. Der König will im September (16.9.-6.10.) nochmals nach Teplitz reisen.

21.07.

In Begleitung Humboldts Wanderung auf den Milleschauer Berg.

24.07.

Über Peterswald, Pirna, Dresden, Großenhain, Elsterwerda nach Potsdam (Ankunft am 25.07.) und weiter nach Charlottenburg.

01.08.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

03.08.

Seinen Geburtstag verbringt der König auf der Pfaueninsel.

04.08.

In den Neuen Kammern findet ein Diner für die Stabsoffiziere des Kalischer Detachements statt.

05.08.

Parade des Kalischer Detachements. „Abends Patrouillen und Truppen-Aufstellungen zur Verhütung ähnlicher Exzesse wie am 3. und 4. auf dem Exerzierplatze und Unter den Linden“. Am 3. August 1835, dem Geburtstag Friedrich Wilhelms III., sowie am 4.und 5. August 1835 war es in Berlin zu Ausschreitungen gekommen.

06.08.

Abreise Humboldts nach Paris. „H. trifft am 15.8. in Paris ein und bleibt bis Ende Dezember dort. Er wohnt kurze Zeit im Hôtel des Princes, dann im Hôtel de Londres, Rue des Petits Augustins n. 3. H. erhält in Paris den Auftrag des Königs Friedrich Wilhelm III., während der Abwesenheit des preußischen Gesandten unmittelbar über die Zustände und Ereignisse in Paris zu berichten.“ (Humboldt-Chronologie)

07.08.

Brigademanöver in Potsdam.

09.08. bis 13.08.

Paretz.

15.08.

Nach Monbijou.

16.08.

Zur Pfaueninsel. Dejeuner dinatoire bei Prinz Karl in Glienicke.

17.08.

Erkrankung des Königs. Die Abreise zum Herbstmanöver nach Schlesien kann deshalb erst am 22.08. erfolgen.

21.08.

Ankunft Alexandrines und des Erbgroßherzogs.

22.08.

Abreise nach Erdmannsdorf in Schlesien, Ankunft am 23.08..

23.08.

In Erdmannsdorf erschien der König erstmals als „Grundbesitzer“, nachdem er das dem Grafen Gneisenau früher gehörende Gut als Privatbesitz erworben hatte.

24.08.

Die Kaiserin und sämtliche Prinzen und Prinzessinnen kommen aus Fischbach und Umgebung zum Dejeuner. Diner in Fischbach. „Seine Majestät befahl, dass alle Herren in Zivil bleiben sollten, welches das gewöhnliche Kostüm am Hofe Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm in Fischbach ist. Von da an ist das Kostüm in Erdmannsdorf von Seiner Majestät und Gefolge in Zivil geblieben.“ (BPH)

25.08.

Zur Fürstin Luise Radziwill nach Ruhberg. In den folgenden Tagen finden Ausflüge nach Warmbrunn und Buchwald statt.

30.08.

Abreise über Hirschberg, Schönau, Goldberg nach Liegnitz.

31.08.

Besuch im Lager bei Koischwitz. Ankunft des Kaisers, dem der König entgegenfährt. Diner en familie im Akademiegebäude. Am Nachmittag Ankunft der Kaiserin.

01.09.

Große Parade bei Kloster Wahlstatt. Diner für ca. 270 Personen, am Abend Souper beim Kaiser und Ball.

02.09.

Nach Kapsdorf. Korps-Manöver auf dem Plateau bei Wahlstadt. Diner beim Kaiser für die Fürstlichkeiten, Generäle, Oberpräsident und Präsident Gr. Stolberg sowie beim Kronprinzen für die Gefolge der Fürstlichkeiten, die preußischen Generale, fremde Offiziere, Landstände. Am Abend Ball der Stadt.

03.09.

Truppenübungen. Diner beim Kaiser.

04.09.

Große Parade. Besuch des Königs am Grab des Fürsten Blücher in Kriblowitz. Diner für 230 Personen. Am Abend illuminierter Pavillon im Lager.

05.09.

Nach Konradswalde zum Manöver.

08.09.

Nach dem Manöver nach Breslau. Am Abend Ball der Kaufmannschaft in der Börse, der vom König nicht besucht wird, die russische Kaiserin nimmt daran teil. Illuminierung der Stadt.

09.09.

Abreise der Kaiserin in Begleitung ihrer Kinder nach Kalisch. Bei Breslau großes Pferderennen des Pferdevereins. Diner im Schloss. Die Listen der Behörden, die dem Hofmarschallamt eingereicht worden waren, mussten dafür auf 146 Personen reduziert werden, da der König befohlen hatte, dass alle Personen im Saal Platz finden sollen.

10.09.

Besichtigung des Elisabeth-Gymnasiums, der neuen Kavallerie-Kaserne und des artesischen Brunnens sowie der Promenaden um die Stadt.

11.09.

Nach Kalisch zur Revue. „Mittags kamen die königlichen Prinzen in Kalisch an, wurden vor ihren Wohnungen mit militärischen Honneurs empfangen, begaben sich in der Uniform ihrer russischen Regimenter nach dem Schloss und fuhren dann in das Lager, wohin der Kaiser und die Kaiserin sie begleiteten. Dabei gab es mancherlei zu sehen, und die Notizen zu den Berichten für die Staatszeitung nahmen eine bedrohliche Länge an. – Nachmittag um 5 1/2 Uhr kam denn auch der König, dem alles entgegengefahren war. Ein offizieller Empfang war freilich untersagt worden, doch war er so glänzend und freudig, wie ihn die allgemeine Teilnahme an dem frohen Ereignis nur gestalten konnte. … Unter unbeschreiblichem Jubel fuhr unser König … in Kalisch ein und wurde von der Ehrenwache seines Regiments mit Hurraruf empfangen. … Vor dem Schloss … wurde der König mit der imposanten Aufführung eines Marsches überrascht, den er früher komponiert hatte.“ (Schneider). Am Abend Illumination der Stadt und großer Zapfenstreich.

12.09.

Ankunft der preußischen Truppen. Parade. Nach dem Diner findet am Abend im neu erbauten Theater eine Vorstellung statt, auch „Berliner Tänzer, Sänger und Schauspieler und außerdem spanische Tänzer“ gaben Vorstellungen. (Schneider)

 

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Im Sommer 1835 wurden zur Erinnerung an die gemeinsamen Waffentaten von 1813/14 und zur Bekräftigung des Freundschaftsbundes über 60.000 Soldaten beider Seiten zum Manöver und zur Truppenschau bei Kalisch zusammengezogen. Was kittend wirken sollte, verfehlte seinen Effekt auf den hinteren Rängen der Preußen. Hier vernahm man Spott, Kritik und Eifersucht gegenüber Russland. Die preußischen Offiziere fühlten sich abgestoßen vom Verhalten und vom Geist ihrer russischen Kameraden. … Russischerseits wurden die Preußen bei Besuchen in Petersburg als anmaßend und unbescheiden empfunden.“

18.09.1853

Ruhetag. Versammlung der hohen Herrschaften „am Belvedere, dem Mittelpunkt des Lagers. Bei der Ankunft spielten sämtliche Musikchöre und Tambours einen zu Ehren des Königs komponierten Marsch, dann sangen sämtliche Sänger der Truppen eine Hymne zu Ehren des Königs, welche mit Kanonensalven begleitet wurde. Um 7 Uhr ertönte das Signal zum Zapfenstreich.“ (Klöden). Am Abend Feuerwerk, großer Zapfenstreich, Illumination des Lagers. Schneider schreibt: „Ich habe in Paris bei der Krönung Karls X., in London die grandiosen Feuerwerke von Vauxhall gesehen, alles das war kleinlich gegen dies Feuerwerk bei Kalisch.“

22.09.

Abreise nach Breslau. Begleitung des Kaisers bis zur preußischen Grenze. „Mit dieser Verleihung eines Regiments war es auch mit allen Festlichkeiten und merkwürdigen Vorgängen in Kalisch vorüber. Es trat eine vollständige Ruhe ein. Die Stadt vereinsamte.“ (Schneider)

23.09.

Fahrt nach Oswitz in Begleitung der Fürstin Liegnitz, des Kronprinzen und des Prinzen und der Prinzessin Wilhelm.

24.09.

In Breslau Abnahme der Wachtparade. Besuch des Parks zu Scheitnig, der neuen Eisengießerei und Maschinenfabrik in der Nikolaivorstadt. Unerwartete)Ankunft des Kaisers und der Kaiserin von Russland mit der Großfürstin Olga und dem Großfürsten Konstantin, die der König in russischer Uniform begrüßt. Am Abend Illumination der Stadt.

25.09.

Über Görlitz Abreise nach Teplitz, Ankunft am 26.09. Das Nachtquartier wird in Görlitz im Gasthof genommen, die Fürstin Liegnitz besuchte den von den Ständen arrangierten Ball. In Teplitz sind anwesend: Kaiser und Kaiserin von Österreich (im fürstlichen Schloss), die Erzherzöge Franz, Karl, Albert nebst Erzherzogin Therese, Erzherzog Johann, Erzherzogin Maria Dorothea, der Staatskanzler Fürst von Metternich, Botschafter am kaiserlich-russischen Hof Graf v. Fiquelmont, Kaiser und Kaiserin von Russland (im fürstlich Claryschen Schloss) mit Großfürstin Olga, der König von Preußen nebst der Fürstin von Liegnitz („am Badeplatze im fürstlichen Herrenhause“), Kronprinz und Kronprinzessin von Preußen nebst den anderen preußischen Prinzen und ihren Gemahlinnen, Staatsminister Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Staats- und Kriegsminister v. Witzleben, König von Sachsen, Prinz-Mitregent von Sachsen nebst Gemahlin (Lange Gasse im Posthaus), Großherzog und Großherzogin von Sachsen-Weimar und Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar (am Badeplatz im deutschen Haus), Herzog und Herzogin von Sachsen-Altenburg (Mühlstraße Zu den drei Alliierten), Herzog von Sachsen-Meiningen (Lange Gasse Zum goldenen Hirsch), Fürst von Reuß-Greiz (Lange Gasse Zum weißen Ross), Erbgroßherzog von Mecklenburg-Schwerin und Gemahlin (Lange Gasse Zum ägyptischen Joseph) und weitere Fürsten und Diplomaten.

27.09.

Visiten. Aufführung des Theaters der Prager Oper.

29.09.

Im Dorfe Priesten feierliche Grundsteinlegung zu einem Denkmal für die Schlacht von Culm. „Die Monarchen von Österreich, Russland und Preußen vollzogen eigenhändig die Gründungsurkunde, welche mit großen Feierlichkeiten in ihrer Gegenwart unter Gebet, Gesang, Geschütz- und Gewehrfeuer in den Grundstein eingelegt wurde, den sie nun selber mit den üblichen Gebräuchen befestigten.“ (Klöden)

30.09.

„Die nächsten Tage verliefen wiederum unter militärischen Übungen, Paraden, Festlichkeiten, Jagdvergnügungen und Ausflüge nach den schönsten Punkten der Umgegend, bis endlich die glänzende Versammlung sich in der ersten Oktoberwoche wieder trennte.“ (Cohnfeld)

07.10.

Abreise nach Erdmannsdorf. Nachtquartier in Gitschin. Die Fürstin Liegnitz übernachtet in Münchengrätz.

08.10.

Ankunft in Erdmannsdorf. Empfang durch den Präsidenten Moltke. Erwartet werden die kaiserlich-russischen Herrschaften, Kronprinz und Kronprinzessin, Prinz Wilhelm (Sohn) und Gemahlin, Herzog von Lucca, Erzherzog Johann von Österreich.

12.10.

Ankunft des Kaisers in Fischbach, von Wien und Prag kommend.

13.10.

Abreise des Kaisers.

16.10.

Abreise über Grünberg nach Charlottenburg, Ankunft am 17.10. „Außer ihrem politischen Zwecke trugen diese Zusammenkünfte der Monarchen von Preußen, Russland und Österreich ganz besonders dazu bei, das Band der persönlichen Freundschaft zwischen ihnen immer mehr zu befestigen, und so vereinigt und stark, der Welt den goldenen Frieden zu erhalten, denn der ganze Osten von Europa – ein ungeheures Gebiet bis zum Rheine hin – wurde dadurch zu einmütigem Handeln veranlasst.“ (Klöden)

17.10.

Der Hof ist bis 05.11. überwiegend in Charlottenburg.

18.10.

Einweihung des Landsitzes des Prinzen Wilhelm auf dem Babelsberg.

27.10.

Besichtigung des Kirchenbaus bei Nikolskoe, zur Pfaueninsel.

06.11.

Nach Berlin, wo der König sich bis zum Jahresende überwiegend aufhält.

09.12.

Benefizvorstellung im Opernhaus.

12.12.

Besuch der Dioramen bei Gropius.

24.12.

Bescherung und Souper beim Kronprinzen.

1836

01.01.

Das Jahr beginnt in Potsdam. Erst am 04.01. kehrt der König nach Berlin zurück.

19.01.

Der König schreibt an Charlotte: „Berlin ist in diesem Winter lebhafter als je. Von dem großen Maskenfest, welches Ribeauspierre am Vorabend des russischen Neujahrs gegeben, hast Du vielleicht schon gehört. … Nächsten Freitag wird das Fest im Saale des Schauspielhauses wiederholt werden, welchem beizuwohnen auch ich beabsichtige. … Morgen ist das alljährliche Dejeuner dansant mit dem Corps diplomatique. Es ist für mich jedes Mal ziemlich angreifend, so dass ich wünschte, es wäre schon vorüber. Nächsten Sonnabend ist der erste Subskriptionsball und Sonntag das Ordensfest.“

24.01.

Ordensfeier.

07.02.

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Am Freitag [05.02.] war Dejeuner dansant beim König, wo neben einigen Habitués ein wahres Eulennest ausgeleert schien, lauter Erscheinungen, die einmal im Jahr kommen. Doch es war ziemlich animiert. Der gestrige Sonnabendsball war passabler. Zum Mardi-gras soll bal masqué beim Herzog Karl sein. … Heute ist ein kleiner Ball bei Portalès, Dienstag Dejeuner bei Prinz August, Mittwoch soirée théatral beim König, Freitag bal paré bei Abbat, Sonntag bei Graf Redern. Übrigens wird fast täglich hier getanzt seit 6 Wochen. Kinderbälle sind sehr in der Mode, die mit ordentlichem Tanz der Erwachsenen endigen. … Kurzum, man amüsiert sich wie selten hier. Nur wir erleben von dem allen nichts, weil fast alles bei Diplomaten vor sich geht.“

13.02.

Der König notiert in seinem Tagebuch: „Ich gab in dieser Zeit zwei Dejeuners dansants und 2 Soireen mit Theatralischen Vorstellungen im Prinzessinnen-Palais.“ Mehrfach gab es während des Karnevals in diesem Jahr Beschwerden wegen der polizeilich angeordneten Wagenreihungen bei Hoffestlichkeiten und großen Gesellschaften, da sich insbesondere die Prinzen Solms, Radziwill und Chartorisky nicht an die Anordnungen hielten.

29.02.

Ankunft des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz, der Prinzessin Luise und Tochter, der Herzogin von Anhalt-Dessau.

04.03.

Ankunft der Prinzessin Alexandrine und des Erbgroßherzogs.

08.03.

Großer Maskenball im Saal des Schauspielhauses.

09.03.

Abreise des Herzogs von Cambridge.

18.03.

Abreise der Herzogin von Anhalt-Dessau.

28.03.

Der König besichtigt das Panorama von St. Petersburg.

29.03.

Abreise der Mecklenburg-Strelitzschen Herrschaften.

01.04.

In der Singakademie wird die Passions-Musik von Graun aufgeführt.

06.04.

Der König schreibt an Charlotte: „Morgen über acht Tage erwarten wir hier die gute Luise. Wie viel wird dann wieder von Schlesien, Kalisch und Teplitz die Rede sein, Welche köstliche Zeit war das aber auch!“

15.04.

Besuch im „Großen Hyazinthen-Garten bei Krause“.

16.04.

Besichtigung des Lehrbataillons am Neuen Palais. Der König ist bis zum 20.04. in Potsdam.

17.04.

Parade in Potsdam.

23.04.

Besuch in Monbijou.

24.04.

Besuch der Potsdamer Garnisonkirche. Nach der Parade Ausflug nach Alexandrowka.

25.04.

Ausflug zum Pfingstberg. Ankunft des Prinzen Karl von Hessen-Darmstadt. Diner im Bronzezimmer. Am Folgetag Rückkehr nach Berlin.

26.04.

„Wir sehen um die Mitte Mai der Ankunft der Herzöge von Orléans und Nemours entgegen. … Wir sind alle darüber in den größten Schwulitäten. Ablehnen, wie natürlich, ließ es sich nicht. Von hier gehen sie nach Wien, wo sie sich ebenfalls angesagt haben. Ich werde froh sein, wenn sie wieder weg sind.“ (Bailleu)

27.04.

Im Opernhaus wird das Oratorium „Die Schöpfung“ von Haydn zugunsten des Spontini-Fonds durch Spontini aufgeführt.

01.05.

Nach Potsdam. Ausflüge zum Pfingstberg. Rückkehr nach Berlin am 04.05. Am selben Tag findet die russische Taufe des Sohnes des Fürsten Wittgenstein in der Kapelle des Palais statt.

05.05.

Ankunft der Herzogin der Niederlande.

06.05.

Nach Potsdam zur Parade der Garnison. Am Folgetag findet das Brigademanöver statt. Rückkehr nach Berlin am 08.05. Aus Varnhagens Tagebuch vom 11.5.1836: „Die Verlegenheit des Königs ist nicht gering, er möchte den Fremden die größten Artigkeiten erzeigen und dabei zugleich, dass diese Artigkeiten in St. Peterburg als Grobheiten erschienen. … Die Königin der Niederlande, die grade hier ist, und die man am erbittertsten glaubte, geht mit gutem Beispiel voran, und erklärt, sie würde die Fremden bei sich annehmen. – Früher hatten der Gesandte Herr Bresson und Herr von Humboldt die Reise abgeraten. Dass sie nun doch erfolgte, scheint ein Betreib des Fürsten von Metternich. …Unser Hof, das muss jeder denken, hat entweder die Grundsätze nicht, die er bisher zu haben schien, oder er ist zu schwach, sie behaupten zu können, und muss andere heucheln. In beiden Fällen schlimm!“

08.05.

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Du kannst wohl denken, dass hier nur ein Gespräch existiert. Das ist die so völlig unerwartete Ankunft der trikoloren Prinzen! Es ist schwer, gelassen darüber zu urteilen! Es scheint mir ein himmelweiter Unterschied zu sein zwischen Anerkennung der verständigen und energischen Regierung Louis Philipps und dem bras dessus, bras dessous einer thronräuberischen Rasse!“

10.05.

Beginn der Frühjahrsmanöver in Berlin (bis 21.05.). Der Einzug des Prinzen Wilhelm in das Palais Unter den Linden wird mit einem Diner gefeiert. „Als ich ihm aber die Rechnungen en resumé übergab, woraus sich ergibt, dass die Summe, die er bewilligt hatte [320.000 Tlr.], nicht nur nicht überschritten worden, ist, sondern um 180 Tlr. erspart sind, so war er sehr zufrieden“, schreibt Wilhelm an Charlotte.

11.05.

Ankunft des Kronprinzen Ferdinand, Herzog von Orléans, und Prinz Louis Charles, Herzog von Nemour.

12.05.

Besuch der Oper en gala gemeinsam mit den in Berlin anwesenden Herzögen von Orléans und Nemour.

15.05.

Der König besichtigt die Sonnenfinsternis vom Schloss aus. Der Kronprinz und die in Berlin anwesenden französischen Prinzen beobachten sie auf der Sternwarte.

24.05.

Abreise der Herzöge nach Wien.

25.05.

Besuch der Kunstausstellung im Goldenen Adler in Potsdam. In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Potsdam und Berlin.

04.06.

Taufe der Tochter des Prinzen Karl.

07.06.

Die Nachricht vom Ableben des Königs von Sachsen trifft ein.

08./09.06.

Paretz.

09.06.

Nach Charlottenburg.

17.06.

Nach Charlottenburg. Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

22.06.

Der König schreibt an Charlotte: „Morgen heben die großen Pferdeschauen an, welche 4 Tage dauern werden, und die wie immer so wie der Molkenmarkt eine Anzahl von Güterbesitzern und Fremden von weit und breit herbeigezogen haben.“ Es handelte sich um die Pferderennen des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur.

29.06.

Besuch der Ausstellung eines Reliefs von Berlin.

03.07.

Der König schreibt an den Oberpräsidenten von Bodelschwingh: „Seit Jahren hat mich der Wunsch beschäftigt, die seit 17 Jahren von mir nicht besuchten westlichen Provinzen meines Staates wiederzusehen, um mich persönlich von dem gegenwärtigen Zustande derselben zu überzeugen. Umso schmerzlicher ist es mir jetzt, dass nicht zu beseitigende Hindernisse eingetreten sind, welche dieses Vorhaben in diesem Jahre unausführbar machen.“ Der Kronprinz wird an den Rhein zum Manöver reisen und sich zugleich „von dem Zustande der Provinz in Kenntnis zu setzen haben.“

06.07.

Abreise der Königin der Niederlande.

07.07.

Besichtigung der Dioramen von Gropius und Besuch der Porzellanmanufaktur.

08.07.

Nach Potsdam und zur Pfaueninsel.

09.07.

Exerzieren des Lehrbataillons am Neuen Palais. Ankunft der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz und Diner beim Kronprinzen in den Neuen Kammern.

10./11.07.

Paretz. Alexander von Humboldt ist anwesend. Der König schreibt an Charlotte: „Am 14. reise auch ich, wie gewöhnlich: par ordre des Médecins – nach Teplitz ab, um dort etwa 4 Wochen lang zu baden und Kissinger Brunnen zu trinken.“

12./13.07.

Charlottenburg.

14.07.

Abreise von Potsdam über Dresden nach Teplitz, Ankunft am frühen Morgen des 15.07. Die Fürstin von Liegnitz reist einen Tag zeitversetzt. Zum ersten Mal wird er Kissinger Brunnen trinken. In Teplitz werden die üblichen Ausflüge und Besuche gemacht. Der König schreibt über seinen Aufenthalt: „An Menschen fehlt es hier nicht, allein Badegäste mit Distinktion gibt es hier nur sehr wenige. Höchstens erscheinen sie als Zugvögel. Auch sind die Réunions im Ganzen wenig besucht und wenig animiert. Die Bäder und das Kissingerwasser bekommen mir im Ganzen gut, greifen mich aber ziemlich an. Übermorgen gehe ich von hier nach Schandau, um meinen Geburtstag in der Sächsischen Schweiz in aller Stille zuzubringen. Am 11. kommenden Monats gedenke ich Teplitz wieder zu verlassen.“ (Bailleu,)

02.08. bis 04.08.

Über Tetschen auf der Elbe nach Schandau. Übernachtung in Schandau im Gasthof zur sächsischen Schweiz, begleitet von der Fürstin Liegnitz, Fürst Wittgenstein, Alexander v. Humboldt. „Auf einem Ausflug von Teplitz reist H. mit Friedrich Wilhelm III. von Tetschen nach Schandau. Am nächsten Tage fahren sie auf der Elbe von Schandau zur Bastei. Am 4.8. speisen sie in Pillnitz und sind am Abend dieses Tages wieder in Schandau.“ (Humboldt-Chronologie) Die Kleidung beim Diner beim König von Sachsen war „en Frac habillé und Uniform“.

11.08.

Über Dresden, Großenhain (11.08.) Rückkehr nach Potsdam. Ankunft am 12.08. Zur Pfaueninsel und weiter nach Charlottenburg. Hier bleibt der König mit wenigen Unterbrechungen durch Ausflüge nach Potsdam und Paretz bis zum 01.11.

24.08. bis 27.08.

Paretz. Am 25.08. findet die traditionelle Speisung der neu eingekleideten Paretzer Kinder statt.

29.08.

Beginn der Korps-Manöver der Garnison,

31.08.

Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie. Ankunft des Herzogs von Braunschweig.

05.09. bis 08.09.

Paretz. Am 05.09. Abmarsch der Truppen ins Feld-Manöver bei Rohrbeck.

08.09.

Nach Potsdam. Am Folgetag Diner für die Offiziere des Lehrbataillons im Neuen Palais.

10.09.

Ankunft des Königs Otto von Griechenland.

11.09.

Besuch auf der Pfaueninsel. Rückkehr nach Charlottenburg.

21.09.

Der König schreibt an Charlotte: über die Manöver: „Die Erinnerungen an Kalisch traten in diesen Tagen wieder recht lebhaft vor meine Augen. Es war eine gar zu schöne Zeit. Aus den hiesigen Zeitungen wirst Du vermutlich ersehen haben, welche Unzahl fremder Herrschaften uns in der letzten Zeit heimsuchten. Der Rex von Griechenland machten den Beschluss, hielt sich aber nur 1/2 Tag hier auf.“

22.09.

Besuch der Kunstausstellung in der Akademie.

30.09.

Nach Potsdam und zur Pfaueninsel.

01.10.

Nach Brandenburg zur Wieder-Einweihung des ausgebauten und restaurierten Domes. Rückkehr nach Potsdam.

03.10. bis 05.10.

Paretz. Am 05.10. Rückkehr nach Charlottenburg.

12.10.

Im Hotel de Russie werden „Natur-Gegenstände an der Wand dargestellt durch das … Mycroscop“, notiert der König in seinem Tagebuch.

17.10.

Besichtigung der wiederbauten St. Nikolai-Kirche. Der König schreibt an Charlotte: „Sonnabend ist die Vermählungsfeier, der dann wie üblich die hergebrachten Feierlichkeiten folgen werden.“

22.10.

Vermählung der Prinzessin Elisabeth, Tochter des Prinzen Wilhelm (Bruder des Königs), mit dem Prinzen Karl von Hessen und bei Rhein „mit allen bei einem solchen Feste üblichen Feierlichkeiten. Der Vermählung folgte eine Reihe von Hoffesten“ (Klöden). Der König nimmt wegen einer Erkrankung nur an einem Teil der Feierlichkeiten teil.

23.10.

Nach dem feierlichen Kirchgang im Dom findet ein Dejeuner dinatoire bei den Neuvermählten statt, am Abend der traditionelle „Polonaisen-Ball“ im Weißen Saal.

24.10.

Gala-Diner im Rittersaal und Gala-Oper.

27.10.

Parade der Truppen auf dem Rückmarsch vom Rhein nach Posen.

01.11.

Rückkehr nach Berlin.

05.11.

Besuch der Kunstausstellung in der Akademie.

09.11.

Ankunft der verwitweten Königin von Baiern.

10.11.

Taufe der Tochter des Fürsten Radziwill.

11.11.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

15.11.

Besuch der Porzellanmanufaktur. Abreise der Mecklenburg-Strelitzschen Herrschaften. In den folgenden Tagen wechselt der Aufenthalt zwischen Berlin und Potsdam. Das Jahresende verbringt der König in Berlin.

16.11.

Besuch im Atelier von Rauch und Besichtigung des Models der Statue Albrecht Dürers, die für Nürnberg bestimmt ist.

05.12.

Der König schreibt an Charlotte: „Nun wird wohl auf einige Zeit Ruhe bei uns eintreten, worüber ich eigentlich nicht böse bin, denn noch in keinem Jahre empfingen wir so häufigen und fortgesetzten Besuch von hohen fremden Herrschaften als in diesem.“

07.12.

Tod der Prinzessin Luise Fürstin Radziwill.

01.01. bis 03.01.

Der König ist in Potsdam.

04.01.

Der Hof kehrt nach Berlin zurück. Soiree bei Minister von Massow.

21.01.

Subskriptionsball. In den folgenden Wochen des Karnevals finden Soupers, Bälle, Diners, Dejeuner dansants im Palais und im Prinzessinnenpalais, bei Prinz Karl, bei Prinz August in Bellevue und bei Prinz Wilhelm statt. Auch die Minister geben Bälle.

22.01.

Ordensfeier.

02.02.

Die Nachricht vom Ableben des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin trifft ein.

20.02.

Der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz treffen ein.

25.02.

Prinzessin Augusta von Preußen zeigt Alexander von Humboldt, Adelheid und August von Hedemann sowie Gabriele von Bülow das neue Palais ihres Gemahls, des Prinzen Wilhelm (später König von Preußen und deutscher Kaiser). Das Palais, später als „Altes Palais“ bezeichnet, befand sich am Opernplatz Unter den Linden in Berlin.“ (Humboldt-Chronologie)

02.03.

Dejeuner dinatoire beim Herzog von Cumberland. Der Herzog George von Cambridge trifft ein.

07.03.

Prinz Peter von Oldenburg trifft ein.

13.03.

Das Offizierskorps des 2. Ulanen-Regiments führt in der Segertschen Bahn ein Caroussel und eine Quadrille zu Pferde auf.

01.04.

Taufe der Tochter der Fürstin Czartoriska und Dejeuner dinatoire bei Fürst Radziwill.

10.04.

Besuch des Gewächshauses des Justizrats Mayer.

14.04.

Ankunft des Herzogs von Coburg-Gotha mit seinen Söhnen.

15.04.

Ankunft der Prinzessin Luise mit Gemahl und Kind. Der Hof begibt sich nach Potsdam.

16.04.

Nach dem Besuch der Garnisonkirche findet die Parade statt. Das Diner wird im Bronzezimmer serviert.

17.04.

Besichtigung des Lehrbataillons am Neuen Palais, anschließend Diner im Bronzezimmer.

18.04.

Rückkehr des Hofes nach Berlin.

19.04.

Der Hof besucht die Aufführung des Oratoriums von Händel im Opernhaus. Die Aufführung wird „zum Besten der Spontini-Fonds“ durch Spontini dirigiert.

22./23.04.

Der Hof ist am 22. und 23.04. in Potsdam. Am 23.04. hält Prediger Sydow in der Garnisonkirche seine Antrittspredigt. Nach der Parade und dem Diner wird der neue Kirchenbau in Nikolskoe besucht.

27.04.

Besuch des Hyazinthen-Gartens. In der Sing-Akademie wird Goethes Faust mit der Musik des Fürsten A. Radziwill aufgeführt.

29.04.

Nach Potsdam und Besichtigung des Kirchenbaus in Nikolskoe.

30.04.

Besuch der Garnisonkirche, anschließend Parade.

01.05.

Prinz Wilhelm gibt im Neuen Palais für das Offizierskorps des Lehrbataillons ein Diner.

02.05.

Besuch in Alexandrowka und Rückkehr nach Berlin.

05.05.

Abreise der Prinzessin Friedrich der Niederlande.

06.05.

Nach Potsdam.

07.05.

Nach dem Besuch der Garnisonkirche und der Parade Rückkehr nach Berlin.

10.05.

Besuch der Ausstellung in der Neuen Bauakademie. Prinz Wilhelm gibt ein Diner im neubezogenen Palais.

12.05.

Nach Potsdam zur Parade der Garnison. In den Russischen Zimmern findet ein Dejeuner dinatoire statt.

13.05.

In Potsdam beginnen die Manöver.

14.05.

Besuch in Babelsberg, dem Landsitz des Prinzen Wilhelm.

15.05.

Ausflug zum Pfingstberg.

16.05.

Rückkehr nach Berlin zur Ankunft der verwitweten Erbgroßherzogin und Prinzessin Helene von Mecklenburg-Schwerin (zukünftige Herzogin von Orléans) auf der Durchreise nach Paris.

17.05. bis 22.05.

Fortsetzung der Manöver in der Berliner Hasenheide. Am Folgetag werden sämtliche Stabsoffiziere in der Bildergalerie des Schlosses zum Diner geladen. Am 19.05. findet nach der großen Parade ein Diner beim Kronprinzen statt. Die Königin der Niederlande trifft ein. Der Abend endet nach Soiree und Ball bei Prinz Karl mit einer Abendmusik und großem Zapfenstreich. Am 20.05. treffen Prinz Friedrich von Württemberg, am 21.05. Prinz und Prinzessin von Oldenburg zu den Manövern ein, weshalb am Abend des 21. ein Ball bei Prinz Wilhelm gegeben wird. Das Feld-Manöver im Grunewald am 22.05. muss wegen schlechten Wetters abgebrochen werden.

24.05.

Im Dom findet die Trauung von Fräulein von Bülow mit Graf Königsmarck statt. Dejeuner dansant in Charlottenburg.

26.05.

Abreise des Kronprinzen von Schweden und der Oldenburgischen Herrschaften. Rückkehr nach Potsdam. In den Folgetagen werden der Pfingstberg, Paretz und die Pfaueninsel besucht. Anschließend geht der Hof nach Charlottenburg.

30.05.

Der König schreibt an seine Tochter Charlotte: „Gestern waren wir in Paretz und heute besuchen wir die Pfaueninsel. An beiden Orten waren wir in diesem Jahre noch gar nicht. Morgen gedenke ich Charlottenburg zu beziehen.“ Mit kurzen Unterbrechungen für Besuche der Pfaueninsel und des Potsdamer Brauhausberges bleibt der Hof bis 13.06. in Charlottenburg.

07.06.

Taufe bei Prinz Albrecht.

14.06.

Der Hof geht nach Potsdam und am 17.06. nach Paretz. Hier trifft am selben Tag Alexander von Humboldt ein.

20.06.

Rückkehr über Spandau nach Charlottenburg.

22.06.

Besuch eines Pferderennens des Vereins für Pferdezucht und Pferdedressur.

24.06.

Eine telegraphische Nachricht vom Ableben Wilhelms IV., König von England (20.6.) trifft ein. Ankunft der Königin von Hannover.

26.06.

Besuch des dritten Pferderennens.

28.06.

Vom 29.06. bis 01.07. ist der Hof in Potsdam. Am ersten Tag Besuch der Illumination beim Kronprinzen in Charlottenhof, am zweiten Tag Dejeuner dinatoire bei Prinz Karl in Glinicke und Souper im Neuen Palais, am dritten Tag exerziert das Lehrbataillon am Neuen Palais. Nach einem Besuch der Pfaueninsel und dem Souper im Neuen Palais Abreise der Königin der Niederlande. Rückkehr nach Charlottenburg.

04.07.

Visite beim König von Hannover. Besichtigung des für Lützen bestimmten Monuments des Königs Gustav Adolf von Schweden in der Eisengießerei.

06.07. bis 28.07.

Beginn der dreiwöchigen Reise nach Teplitz (über Großenhain und Dresden). In Dresden trifft er sich inkognito mit dem sächsischen König im Hotel de Pologne, besucht das Historische Museum im Zwinger und trifft den Gesandten von Jordan. Alexander von Humboldt ist bereits am 03.07. nach Teplitz abgereist und verbringt dort acht Tage mit Karl Friedrich Schinkel. Vermutlich besichtigt er auf der Hin- oder Rückreise die im Bau befindliche Eisenbahnstrecke Leipzig-Dresden. Am 07.07. trifft die Fürstin Liegnitz in Teplitz ein. Die folgenden Tage werden wie in den früheren Jahren mit der Badekur und verschiedenen Ausflügen und Unterhaltungen verbracht. Am 09.07. trifft die Nachricht vom Tod des Generals von Witzleben ein. Am 10.07. besucht der König das Militär-Bade-Institut. Am 20.07. trifft er mit Fürst Metternich zusammen. Die Rückreise am 27.07. führt diesmal ohne Unterbrechung in Dresden nach Potsdam (Ankunft 28.07.) und von dort weiter nach Charlottenburg.

03.08.

Der König begeht seinen Geburtstag auf der Pfaueninsel.

06.08./07.08.

Der König besucht ein kleines Manöver bei Spandau.

11.08./12.08.

Nach Nikolskoe. Am Folgetag findet hier die Einweihung der neuen St. Peter und Pauls-Kirche statt. Im Anschluss unternimmt der König eine Fahrt um die Pfaueninsel auf dem neuen Dampfschiff „Prinz Karl von Preußen“.

12.08. bis 16.08.

Der Hof ist in Charlottenburg.

16.08.

Alexander von Humboldt fährt von Berlin über Sanssouci nach Paretz, um dort bis zum 21.08. zu bleiben.

17.08. bis 20.08.

Der König ist in Paretz.

21.08.

Rückkehr nach Charlottenburg. Hier rücken die Truppen für die bevorstehenden Manöver ein.

25.08.

Besichtigung des Infanterie-Lagers des III. AK bei Teltow.

26.08. bis 29.08.

Nach Potsdam. Am 29.08. findet hier ein Dejeuner dinatoire in der Orangerie des Neuen Gartens statt, dann Rückkehr nach Charlottenburg.

30.08.

Großer Zapfenstreich in Charlottenburg.

31.08.

Parade und Beginn der Herbst-Manöver. „Zu den diesjährigen Herbstmanövern war wieder ein Lager bei Teltow errichtet, das von den Berlinern sehr besucht wurde.“ (Klöden)

17.09.

Einweihung der auf königliche Kosten neu erbauten, vor 44 Jahren abgebrannten St. Nikolaikirche in Anwesenheit des Königs und der Prinzen, im Anschluss findet das Diner im Bronzezimmer statt.

19.09.

Besuch beim erkrankten Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz. Er verstirbt am Folgetag.

21.09.

Besuch im Atelier von Prof. Krüger im Neuen Hause, der mit einem Porträt der Prinzessin Alexandrine zu Pferde beauftragt ist.

22.09.

Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Herzog Karl im Dom und Überführung nach Mirow.

24.09.

Besichtigung der neuen Anlagen in Charlottenhof und des Neues Palais.

25.09.

Besuch in Alexandrowka.

27.09.

Besichtigung der neu erbauten Kasernen und des Exerzierhauses.

28.09. bis 30.09.

Nach Potsdam. Am 28.09. Dejeuner dinatoire bei Prinz Wilhelm auf dem Babelsberg, am Folgetag Besuch des Gottesdienstes in der St. Peter und Paulskirche in Nikolskoe, dann zur Pfaueninsel.

01.10.

Der Hof ist überwiegend in Charlottenburg.

10.10.

Besichtigung der inneren Einrichtung der Neuen Sternwarte.

13.10.

Nach Potsdam. Am Folgetag nach Paretz, wo auch Humboldt eintrifft, und zurück nach Potsdam.

15.10.

Nach Charlottenburg.

16.10. bis 20.10.

Potsdam.

21.10. bis 14.11.

Der Hof ist überwiegend in Charlottenburg.

14.11.

Besuch im Atelier von Begas.

15.11. bis 19.11.

Nach Potsdam. Für das 40. Regierungsjubiläum hatte der König keine Feierlichkeiten gewünscht. Dies hatten die Oberpräsidenten auf Anordnung der Regierung allen Landräten und den Bürgermeistern vertraulich mitzuteilen. Öffentliche Feierlichkeiten sollen vermieden werden, wobei „die Einschreitung gegen solche Feierlichkeiten immer nur in den einzelnen Fällen auf vermittelnde Weise erfolgen kann.“

20.11.

Rückkehr nach Berlin.

08.12.

In Berlin findet ein Konzert zum Wohl des Friedrichs-Stifts statt.

10./11.12.

Potsdam. Der König schreibt an Charlotte: „Der Christmarkt mit seinen unzähligen Ausstellungen beginnt jetzt wieder. Welcher Jubel für die liebe Jugend!“

11.12. bis 31.12.

Der Hof ist bis zum Jahresende in Berlin. Die Dioramen von Gropius werden besucht. Am 24.12. findet die Weihnachtsbescherung im Großen Saal statt.

1838

01.01.

Das Jahr beginnt mit einem Diner im Bronzezimmer des Berliner Schlosses. Danach begibt sich der König nach Potsdam und kehrt erst am 04.01. nach Berlin zurück.

21.01.

Ordensfeier.

25.01.

Diner beim Kronprinzen (30-jährige Erinnerung an den Aufenthalt Memel).

29.01.

Dejeuner dansant für die Gesandten.

31.01.

In den nächsten Wochen wechseln sich fast täglich Bälle beim Kronprinzen, beim Prinzen Wilhelm, bei den Prinzen August und Karl sowie im Prinzessinnenpalais ab.

11.02.

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Unsere 2. Karnevalswoche ist ganz animiert gewesen. Am Montag fand die Schlittenfahrt von uns aus statt. … Das bunte Gewimmel der teils sehr brillanten Schlitten und Reiter auf dem Opernplatz sah sehr charmant aus. Es ward nun im runden Ballsaal diniert, wo die Tische en étoile gedeckt standen, was sehr hübsch aussah. Bis 7 Uhr ward sehr munter getanzt. Am Dienstag war Redoute. … Mittwoch war die Assemblee bei uns, 930 Personen. … Donnerstag gab Prinz August seinen Ball. Gestern, am Sonnabend, Ball, der von 500 Personen besucht war. … Heute ist Ball beim Grafen Redern.“

19.02.

Dilettanten-Konzert zum Wohl der Armen im Schauspielhaus. Der König schreibt an Charlotte: „Unser Karneval ist weit animierter als man erwartet hatte. Außergewöhnliches ist jedoch nicht vorgekommen, mit Schlittenfahrten, die Fritz und Wilhelm gaben und an der einige fünfzig bis sechzig Schlitten teilnahmen. Die bei Albrecht in dessen Garten aufgebauten Rutsch-Eisberge, nach Art der russischen, werden trotz der Kälte äußerst zahlreich besucht. … Ein paar Mal haben schon diese Rutschpartien selbst bei Abend und bei brillanter Illumination mit Trompetenmusik, die bei Albrecht de rigueur ist, statt gehabt und sollen viel Beifall gefunden haben. Ich spreche jedoch von allem diesen nur vom Hörensagen, da ich sie selbst noch gar nicht besuchte. Vielleicht geschieht es einmal, wenn die Kälte etwas nachgelassen haben wird.“

13.03.

Quadrille zu Pferde.

14.03.

Der König schreibt an Charlotte zu deren Kurplänen: „Wie ich aber erfahre, so hat man Dir Krauth bei Tegernsee vorgeschlagen. Der Vorschlag mag vielleicht gute Gründe haben, bemerken muss ich jedoch, dass der König von Baiern sich in der kölnischen Angelegenheit so verletzend gegen Preußen nimmt, dass Dein Aufenthalt in den bayerischen Staaten mir nicht angenehm sein kann, was ich jedoch nur beiläufig bemerken will, da die Herstellung Deiner etwas angegriffenen Gesundheit die Hauptsache bleibt.“

24.03.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

25.03.

Diner in der Galerie.

13.04.

Karfreitag. Besuch der Singakademie.

16.04.

Der König geht nach Potsdam. Am Folgetag besichtigt er das Lehrbataillon am Neuen Palais.

18.04.

Prinz Wilhelm an Natzmer: „Übrigens wird das Feldmanöver sehr unbedeutend ausfallen, da das noch ’niemals betretene Plateau von Charlottenburg‘ das champs d’honneur werden soll, dem sich eine Brückenschlagung bei Pichelswerder und ein Sturm auf Spandau am andern Tage anschließen soll.“ (Berner)

21.04.

Parade auf dem Luisenplatz in Charlottenburg.

22.04.

Besuch der Garnisonkirche und anschließende Parade.

24.04.

Besuch von Nikolskoe.

26.04.

Besuch der Kunstausstellung junger Künstler in der Akademie.

29.04.

Besuch der Garnisonkirche und anschließende Parade.

01.05.

Ankunft der großherzoglichen Herrschaften von Sachsen-Weimar.

04.05.

Besuch der Hyzinthengärten.

05.05.

Besuch im Atelier von Rauch.

07.05.

Ankunft Luises und des Prinzen. Großer Zapfenstreich.

08.05.

Begin der Manöver.

09.05.

Das Oratorium „Die Schöpfung“ von Hayden wird durch Spontini zum Besten des Spontini-Fonds aufgeführt.

10.05.

Der Hof ist zu den Manövern bis zum 19.05. in Potsdam.

11.05.

Parade und Dejeuner dinatoire in den Russischen Zimmern.

12.05.

Diner bei Wilhelm im Neuen Palais für die Offiziere des Lehrbataillons.

13.05.

Audienz für den türkischen Gesandten.

14.05.

Parade und Gala-Diner.

16.05.

Ankunft der großherzoglichen Herrschaften von Mecklenburg-Strelitz.

17.05.

Ankunft Alexandrines und des Großherzogs und des Herzogs und der Herzogin von Anhalt-Dessau.

19.05.

Rückkehr nach Berlin zur Ankunft des Kaisers und der Kaiserin von Russland, vom König in Friedrichsfelde begrüßt. Die Revuen beginnen am 20.5. mit einem Diner für sämtliche Stabsoffiziere in der Bilder-Galerie und einer Gala-Oper beginnen, am Folgetag findet die große Parade statt. In den nächsten Tagen treffen zu den Manövern der König von Württemberg, der König von Hannover, der Großherzog von Oldenburg, der Herzog von Anhalt-Köthen u.a. ein.

 

„1838 konstatierte das Zarenpaar am Hof und in der Gesellschaft Berlins eine vorherrschende russische Antipathie. … Wilhelm versuchte in einem ausführlichen Brief, den ungünstigen Eindruck des Zarenpaares als die Folge vorgefasster Meinungen zu erklären. Er kritisierte hier erstmals die russische Handels- und Zollpolitik, die den preußischen Export behinderte und damit die Verstimmung im Volke schüre, auch musste er einräumen, das der Zar selbst dem König durch vieles Anlass zur Verbitterung gegeben habe.“ (Wilhelm an Charlotte, Einleitung)

01.06.

Ehrenbürgerwürde für den russischen Kaiser.

02.06.

Dejeuner dansant en gala beim russischen Gesandten.

04.06.

Gottesdienst am Neuen Palais. Fest für das Lehrbataillon und verschiedene Unterhaltungen im Freien.

06.06.

Abreise des Kaisers nach Stockholm.

07.06.

Der Hof ist in den folgenden Tagen in Berlin, Charlottenburg, Babelsberg, auf der Pfaueninsel, in Potsdam und in Paretz.

17.06.

Beginn der Reise nach Erdmannsdorf und Teplitz in Begleitung der Prinzessin Friedrich der Niederlande und deren Tochter, Prinzessin Luise (die zunächst nach Fürstenstein reisen, und in E. am 19. ankommen), und der Fürstin Liegnitz im strengen Inkognito als Graf von Ruppin.

18.06.

Nach Erdmannsdorf, wo sich der König bis 29.06. aufhält.

20.06.

Ankunft Luises.

21.06.

Nach Buchwald. Besuch des Grafen Redern. Diner in Fischbach.

23.06.

Besuch der Kaiserin von Russland in Erdmannsdorf, des Kronprinzen mit Gemahlin u. a. Mitglieder des Königshauses.

25.06.

Der König besucht mit der Kaiserin und der Fürstin Liegnitz Stohnsdorf, Merzdorf, Seidorf – Tyroler Kolonie, Arnsdorf, Schmiedeberg.

26.06.

Der König besucht mit der Kaiserin und der Fürstin Liegnitz Warmbrunn. Dejeuner bei Graf Schaffgotsch. Ankunft des Prinzen und der Prinzessin Karl von Hessen-Darmstadt.

27.06.

Nach Fischbach. Abreise Charlottes und Luises.

30.06.

Über Schmiedeberg, Landshut nach Freiburg in Begleitung der Kaiserin, des Kronprinzen, der Kronprinzessin, der Prinzessin der Niederlande, der Fürstin Liegnitz, dem Prinzen Karl und den Enkelinnen Alexandra und Luise.

01.07.

Russischer Gottesdienst auf Schloss Fürstenstein. Diner in Salzbrunn.

03.07.

Über Landshut nach Gitschin.

04.07.

Nach Teplitz, wo Friedrich Wilhelm III. bis 25.07. seinen Kuraufenthalt nimmt.

05.07.

Ankunft des Kronprinzen, der nach Marienbad weiterreist.

10.07.

Der König schreibt an Charlotte: „Hier in Teplitz geht alles seinen gewohnten Gang, der mir deshalb auch zusagt, wobei ich mir jedoch des Gedankens nicht erwehren kann, dass es in Erdmannsdorf und Fürstenstein doch noch weit besser war. Nach dem erhaltenen Reiseplan triffst Du und der Kaiser am 18. abends hier ein um den 19. hier zu verweilen. Dieser Tag als der einzige, den Du hier zubringst, wird also wohl ziemlich tumultuarisch ausfallen, ein Umstand, der rücksichtlich des Jahrestages unserer unauslöschlichen Trauer viel Peinigendes haben muss. Wäre es nicht besser also, Du triffst erst am Abend dieses Tages hier ein um den 20. hier zu bleiben?“

26.07.

Abreise über Pillnitz, Dresden nach Großenhain, begleitet durch den Adjutanten von Reitzenstein. Besichtigung des 1837 errichteten Denkmals bei Pristen. Im Pillnitzer Wasserschloss Diner beim König von Sachsen, in Dresden Gouté beim Gesandten v. Jordan. Ankunft in Potsdam am 27.07.

28.07.

Der Hof ist bis 03.08. in Charlottenburg, dann auf der Pfaueninsel und in Paretz, am 09.08. in Charlottenburg und am 13.08. in Potsdam.

15.08.

Der Hof ist überwiegend in Charlottenburg.

09.09.

Abreise nach Magdeburg zu den dort bis zum 15.09. stattfindenden Revuen.

13.09.

Prinz Wilhelm schreibt an Augusta: „Die Parade ist superbe ausgefallen, aber das 3. Korps ist nicht ausgestochen, nach meinem Urteil wenigstens. Andere hörte ich noch nicht. Es fehlte an manchen Kleinigkeiten, die nicht soigniert waren. Das Wetter war herrlich, die Menschenmasse und der Staub ungeheuer. Ich kam gestern grade zum großen Diner an. Während dem Theater kamen Luise, Marianne und zuletzt der Kaiser an, der aber invisible beim König in der kleinen Loge war. Dann Souper bei Karls en famille mit Hofextrakt. Ob der Kaiser die 6. Division in Brandenburg führt, weiß ich nicht, weil Thile alles Mögliche dagegen tut.“

16.09.

Rückkehr nach Potsdam. Ankunft Charlottes und des Kaisers von Russland zu den in den Folgetagen hier stattfindenden Manövern.

20.09.

Rückkehr nach Charlottenburg. Ankunft der Weimarschen Herrschaften.

21.09.

Am Manöver der Garnison in der Hasenheide nehmen der Kronprinz von Bayern, Prinz Friedrich der Niederlande, Erb-Großherzog von Sachsen-Weimar teil.

26.09.

Der Hof ist in Charlottenburg.

27.09.

Eintreffen der russischen Herrschaften in Berlin (Abreise am 2.10.).

07.10.

Der Hof ist in Potsdam.

12.10.

Rückkehr nach Charlottenburg. Friedrich Wilhelm III. schreibt an Charlotte: „Jetzt hat uns alles verlassen und alles kehrt in den gewohnten Gang zurück. … Wie lange und oft werden wir noch der schönen Tage gedenken, die wir miteinander zugebracht haben.“

18.10.

Diner im Bronzezimmer für die Offiziere, die vor 25 Jahren die Schlacht bei Leipzig mitgemacht haben.

22.10.

Kunstausstellung in der Akademie.

24.10.

Ankunft des Herzogs von Braunschweig.

29.10.

Der König notiert in seinem Tagebuch: „Großer Wagenzug als Probefahrt auf der Eisenbahn zwischen Berlin, Potsdam und zurück“. Inbetriebnahme der Eisenbahnverbindung Berlin-Potsdam.

06.11.

Der König notiert in seinem Tagebuch: „Besichtigung des Bahnhofes der Eisenbahn in Abfahrt eines Wagenzuges.“

03.12.

Nachdem der Hof abwechselnd in Potsdam und Berlin war, wird er am 3. Dezember für das Jahresende nach Berlin verlegt.

08.12.

Besuch von „Fausts Wintergarten und Weihnachtsausstellung“.

13.12.

Besichtigung der vom russischen Kaiser geschenkten Artilleriepferde (68) und des russischen Detachements im Schlossgarten von Charlottenburg. Ausstellung und Basare von Gropius.

24.12.

Bescherung beim Kronprinzen.

30.12.

Diner in der Galerie.

01.01.

Das Jahr beginnt mit einer großen Reveille mit einem festlichen Diner im Bronzezimmer des Potsdamer Schlosses. In den folgenden Tagen ist er König abwechselnd in Berlin und Potsdam.

08.01.

Dejeuner dinatoire für den Prinzen Fritz von Mecklenburg-Schwerin.

20.01.

Ordensfeier und Gala-Diner in Gala in der Bildergalerie des Berliner Schlosses.

27.01.

Musikalische Morgen-Unterhaltung im Königstädtischen Theater zum Besten der Berliner Armenanstalten.

28.01.

Aufführung im Opernhaus für wohltätige Zwecke.

01.02.

Dejeuner dansant für die Gesandten im Palais.

02.02.

Großes Maskenfest, arrangiert durch Hoguet und C. Blum.

04.02.

Schlittenfahrt des Hofes (43 Schlitten), arrangiert durch Prinz Albrecht, die der König vom Fenster aus ansieht (Klöden).

07.02.

Alexander von Humboldt an Friederike von Anhalt-Dessau: „Auch unseren trefflichen Monarchen habe ich sehr, sehr gestärkt wiedergefunden, obwohl doch sehr im Innern durch die geistliche Fehde und belgischen Zustände unangenehm aufgeregt.“

18.02.

Der König erhält Nachricht von dem am 12. erfolgten Ableben der Fürstin von Thurn und Taxis.

19.02.

Besuch im Atelier von Rauch.

21. bis 24.02.

Erkrankung des Königs.

03.03.

Parade und Diner in der Galerie.

04.03.

In Potsdam ist „Sommers Garten-Salon zum Jäger-Fest geschmückt“. (BPH)

05.03.

Friedrich Wilhelm III. schreibt an Charlotte: Längst habe er ihr schreiben wollen, „der höher als je gesteigerte Geschäfts-Andrang, zu welchem die jetzigen so kritischen Zeiten das meiste beitragen, hat mich immer nicht dazu kommen lassen.“

08.03.

Am Ball im Prinzessinnenpalais nimmt der König wegen Erkrankung nicht teil.

17.03.

An den Sonntagen nimmt der König die Parade in Berlin ab. In den kommenden Wochen kommt er mehrfach nach Potsdam.

12.04.

Der König schaut sich das in Berlin ausgestellt Panorama von Moskau an.

16.04.

In Potsdam besichtigt Friedrich Wilhelm III. das Lehr-Infanteriebataillon am Neuen Palais.

21.04.

Der König besucht die Garnisonkirche in Potsdam. Alexander von Humboldt fährt mit der Eisenbahn von Berlin nach Potsdam, die am 29.10.1838 eingeweiht worden war. Der König nutzt die Bahn erstmals am 08.05.

23.04.

Das Staatsministerium berät, wie mit Kollektiv-Eingaben an den König verfahren werden soll.

24.04.

Im Berliner Dom wird das Oratorium „Vier Jahreszeiten“ von Haydn zum Besten des Spontini-Fonds des Opernhauses aufgeführt.

01.05.

Besichtigung der Hyazinthen-Gärten bei Faust und Möwis.

04.05.

Besuch der Potsdamer Garnisonkirche. Nach der Parade Diner im Bronzezimmer. Der Abend endet mit einem Großen Zapfenstreich.

05.05.

Besuch des Potsdamer Pfingstbergs und der Orangerie des Neuen Gartens.

07.05.

Diner für das Offizierskorps des Lehrbataillons im Neuen Palais. Besuch von Nikolskoe.

08.05.

Der König schreibt in seinem Tagebuch: „Erste Fahrt auf der Eisenbahn nach Berlin.“ Die Fahrt erfolgte in Gesellschaft des Prinzen Karl und dessen Gemahlin, sowie der Fürstin von Liegnitz und dauerte 38 Minuten. Er besucht eine Aufführung geistlicher Musik in der Garnisonkirche zum Besten der Kinderbewahranstalten. In den nächsten Tagen ist der König abwechselnd in Berlin, Charlottenburg und Potsdam, wo vom 12. bis 15.05. die Frühjahrsmanöver stattfinden.

15.05.

Nach der Parade der Potsdamer Garnison Dejeuner dinatoire in den Russischen Zimmern und Rückkehr nach Berlin.

16.05.

Ankunft des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz in Berlin.

20.05.

Besuch im Dom und Diner in Charlottenburg.

21.05.

Beginn der Frühjahrsmanöver in Berlin, die bis zum 25.05. gehen.

22.05.

Diner für sämtliche Stabsoffiziere im Weißen Saal des Schlosses.

23.05.

Eine Parade wird wegen anhaltenden Regens auf den 24.05. verlegt. Besuch einer kleinen Gemäldeausstellung aus der Düsseldorfer Schule im Hotel de Russie.

24.05.

Ankunft des Fürsten von Hohenzollern-Hechingen.

27.05.

Theater, Souper und Ball im Prinzessinnenpalais. In den kommenden Tagen ist der König abwechselnd in Charlottenburg, Berlin und Potsdam.

29.05.

Diner in Charlottenburg für Prinz Eugen von Württemberg.

02.06.

Am Potsdamer Neuen Palais findet ein Gottesdienst statt, dem sich das Fest für das Lehrbataillon anschließt.

03.06.

Ankunft der Prinzessin Johann von Sachsen in Sanssouci. Besuch der Pfaueninsel, und von Nikolskoe.

04.06.

Besuch der Potsdamer Kunstausstellung. Ankunft der Herzogin von Braganza, Kaiserin von Brasilien in Berlin.

05.06.

Besuch und Gegenbesuch bei der Herzogin von Braganza. Am nächsten Tag geht es mit der Eisenbahn zurück nach Potsdam.

06.06.

Nach dem großen Diner im Grottensaal des Neuen Palais geht es mit der Eisenbahn zurück nach Berlin.

07. bis 12.06.

Der König ist in Charlottenburg und besucht die Feldmanöver des Gardekorps zwischen Steglitz, Dahlem, Grunewald.

14. bis 1706.

Der König hält sich in Paretz auf, besucht hier die Kirche und macht Ausflüge in die Umgebung. Im Schwedischen Häuschen besuchen ihn die Kronprinzessin und die Prinzessin von Sachsen. Auch Alexander von Humboldt kommt nach Paretz.

22.06.

Der König kehrt zur Ankunft des Großfürsten-Thronfolgers zurück nach Berlin und besucht hier das 2. Pferderennen.

23.06.

Diner in der boisierten Galerie.

24.06.

3. Pferderennen.

27.06.

Diner beim Großfürsten.

28.06.

Nach einem Besuch auf der Pfaueninsel findet das Souper bei der Kronprinzessin in Sanssouci statt.

29.06.

Dejeuner dinatoire bei Prinz Karl in Glienicke. Abreise des Großfürsten von der Pfaueninsel.

30.06.

Abreise der Fürstin Liegnitz in das Seebad Heringsdorf bei Swinemünde.

01.07.

Ankunft der Prinzessin Alexandrine in Charlottenburg. Auch der König hält sich in den kommenden Tagen hier auf.

06.07.

Vor dem Neuen Palais exerziert das Lehrbataillon. Souper bei der Kronprinzessin in Sanssouci.

07.07.

Ankunft des Erzherzogs Albrecht von Österreich im Neuen Palais. Besuch der Peter und Paulskirche in Nikolskoe. Dejeuner dinatoire auf der Pfaueninsel und Souper in Sanssouci.

08.07.

Manöver der Garnison am Schragen und am Ruinenberg mit einer Parade. Nach einem großen Diner endet der Tag mit einer Theateraufführung und einem Souper im Neuen Palais.

09.07.

Der König kehrt nach Charlottenburg zurück.

10.07.

Diner bei Prinz Karl, Tee bei Prinzessin Wilhelm in Schönhausen und Abreise Alexandrines.

11.07.

„Ausstellung der Festungsmodelle in der Akademie, für den Sultan bestimmt“, und Diner in der boisierten Galerie.

14.07.

Großer Zapfenstreich vor dem Neuen Palais in Potsdam.

16.07.

Beginn der Reise des Königs nach Teplitz und Schlesien. Am selben Abend wird Dresden erreicht, am 18.07. kommt die Reisegesellschaft in Teplitz an. Der König bezieht sein „gewöhnliches Quartier“ im Herrenhaus, 1. Stock in Begleitung des Prinzen und der Prinzessin Friedrich der Niederlande. Humboldts logieren im 2. Stock, ebenso Prinzessin Luise. Fürst Wittgensteins bewohnt in der Töpferschenke im kleinen Häuschen. Weitere Unterkünfte sind werden im „goldenen Schiff“ und im deutschen Haus bezogen. Humboldt ist schon zum zehnten (und letzten) Mal mit dem König in Teplitz, besucht mit ihm an dessen Geburtstag die Bastei und kehrt am 08.08. nach Berlin zurück. (Humboldt-Chronologie) Wie in den vergangenen Jahren werden in Teplitz Bäder genommen und zahlreiche Ausflüge gemacht.

22.07.

Besuch des Militschauer Bade-Instituts. Ankunft Luises mit Tochter und Besichtigung des neuerbauten Stadtbades.

25.07.

Den Weg nach Osseg kann man bereits auf der neuen Chaussee zurücklegen. Am Abend Theateraufführung zur Unterstützung des Juden-Hospitals Gut Sternberg.

02.08.

Am Vortag seines Geburtstages fährt Friedrich Wilhelm III. nach Tetschen und mit der Gondel die Elbe hinab, wobei der königlich-sächsischen Familie auf dem königlichen Dampfschiff begegnet wird. Abendtafel in Schandau und Besuch des Badehauses. Am Folgetag geht es über Pillnitz zurück nach Teplitz.

05.08.

Ankunft des Prinzen Friedrich der Niederlande und des Kronprinzen.

07.08.

Ankunft des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha.

08.08.

Weiterreise in zwei Etappen nach Erdmannsdorf, Ankunft am 09.08. mit Prinz Friedrich der Niederlande mit Gemahlin und Tochter.

10.08.

Feierliche Übergabe von Schildau an Luise. Von Erdmannsdorf werden tägliche Ausflüge in die Umgebung gemacht, nach Ruhberg (Besuch bei Gräfin Czartoriska), Buchwald (Besuch bei Gräfin Rehden), nach Schildau, Ameisenberg, nach Fischbach usw. In Warmbrunn werden die Theateraufführungen besucht.

11.08.

Ankunft der Fürstin Liegnitz aus Heringsdorf.

17.08.

Nach einem Frühstück des Königs mit dem ganzen Gefolge in der Schlingelbaude geht es über die Hampelbaude bis zur ehemaligen Kapelle und zur Schneekoppe.

22.08.

Abreise in zwei Etappen über Grünberg und Frankfurt nach Berlin. Die Fürstin Liegnitz und die Prinzess Friedrich reisen einen Tag später ab.

23.08.

Ankunft in Charlottenburg.

30.08.

Dejeuner dinatoire für die Königin von Bayern.

31.08.

„Auf der Eisenbahn von Berlin nach Potsdam (40 Min.)“ zu einem Krankenbesuch bei einem Diener in Sanssouci.

04.09.

Diner beim Kronprinzen in Sanssouci.

05.09.

Der König kehrt „auf der Eisenbahn nach Berlin (41 Min.)“ zurück. Bis zum 12.09. ist er in Charlottenburg.

06.09.

Besuch im Atelier von Franz Krüger, der am Bild „Die große Parade“ arbeitet.

07.09.

Diner für den Herzog und die Herzogin von Anhalt-Köthen.

09.09.

Ankunft Alexandrine und Großherzog. Korps-Manöver der Garnison.

12.09.

Mit der Eisenbahn nach Potsdam. Besichtigung des Kavallerielagers bei Charlottenhof und des Infanterielagers bei Fahrland.

13.09.

Die Berliner Garnison rückt in Potsdam ein. Am kommenden Tag beginnen die mehrtägigen Herbstmanöver. Am 15.09. gibt der König ein Diner für sämtliche Stabsoffiziere im oberen Saal des Neuen Palais. Am Ruhetag, dem 18.09. wird im Neuen Palais ein Ballett für das Militär aufgeführt.

14.09.1838

Manöver des Garde-Korps zwischen Nedlitz und dem Ruinenberg. Ankunft der Prinzessin Friedrich der Niederlande.

19.09.

Diner bei Prinz Karl in Glienicke. Ankunft von Luise von Mecklenburg-Schwerin.

21.09.

Die Manöver enden mit einem Diner in den Neuen Kammern und einem großen Zapfenstreich. Am Folgetag rücken die Regimenter in ihre Kantonierungen ab. Am 23./24.09. finden noch kleinere Manöver bei Baumgartenbrück statt.

22.09.

Gottesdienst. Abrücken in die Kantonierungen.

25.09.

„Fahrt nach Berlin der im Lager gestandenen Infanterie auf der Eisenbahn“. In Sanssouci stirbt der Diener Timm, den der König mehrfach während der Manövertage besuchte.

26.09.

Der König besucht ein Pferderennen am Potsdamer Ruinenberg zu Ehren der Versicherung deutscher Landwirte und die Kirche in Alexandrowka. Bis 01.10. bleibt er im Neuen Palais, ist am 28. und 29.09. in Paretz, bevor der Hof am 01.10. nach Charlottenburg zurückkehrt.

02.10.

Besuch der Kunstausstellung in der Berliner Akademie. Ein weiterer Besuch findet am 11.10. statt.

04.10.

„Großes märkisches Gesangsfest (Liturgische Chöre und Choräle) in der Garnisonkirche. NM 4 1/2 auf der Eisenbahn nach Berlin (40 Min.).“

06.10.

In Berlin wird der „Versuch mit dem Daguerrotype durch Sachs“ gemacht. In den kommenden Tagen ist der König abwechselnd auf der Pfaueninsel, im Potsdamer Neuen Palais, in Sanssouci und in Charlottenburg.

18.10.

Dejeuner dinatoire bei Prinz Wilhelm in Schloss Babelsberg und Rückkehr nach Charlottenburg.

20.10.

Besuch des Theater zum Besten des Charlottenburger Waisenhauses. Abreise des Kronprinzen der Niederlande. Auch in den nächsten Tagen nutzt der König mehrfach die Eisenbahn für die Strecke Berlin-Potsdam.

01.11.

Fest der Einführung der Reformation in der Spandauer St. Nikolaikirche. Eylert predigt, die Prinzen erhalten die Kommunion. Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Die Reformationsfeier wirst Du in allen Zeitungen beschrieben gefunden haben. Aber was ich herausheben muss, das ist der Geist, der sich im Volke offenbarte. Der Berliner Plebs ist gewiss einer der unangenehmsten, den es gibt. Aber an diesen Tagen war das Publikum von einer Ruhe, Ordnung und Gehorsam, wie ich es lange nicht sah, und das bis spät in die Nacht, wo der Fackelzug noch zu manchen Exzessen hätte Veranlassung geben können. Leider konnten Papa und ich nicht an der Kirchenzeremonie teilnehmen.“

02.11.

Auch in Berlin ist eine „Jubelfeier“. „Feierlicher Zug der Geistlichkeit, der Städtischen Behörden, Korporationen pp. vom Cölnischen Rathause nach der St. Nikolaikirche. Fackelzug der Studenten zum Prorektor p.“

03.11.

Nachfeier in der restaurierten St. Nikolaikirche. In den kommenden Tagen ist der König mehrfach auch in Potsdam.

13.11.

Dejeuner dinatoire beim Kronprinzen in Charlottenburg. In der Garnisonkirche findet eine Aufführung geistlicher Musik zum Besten der Kleinkinderbewahranstalten statt. Der Tag endet mit Theater, Souper und Ball im Prinzessinnenpalais. Auch die kommenden Wochen bleiben unstet im Wechsel zwischen Berlin und Potsdam.

03.12.

Rückkehr des Prinzen Albrecht aus St. Petersburg.

04.12.

Bei heftigem Ostwind braucht die Eisenbahn nach Berlin eine Stunde.

05.12.

Bis zum Jahresende ist der König überwiegend in Berlin. Hier erfährt er am 07.12. vom Ableben des Königs von Dänemark am 03.12.

12.12.

Besuch einer Ausstellung von Gropius.

20.12.

„Eisenbahn. 12. Verzögerung auf halbem Wege wegen Stockens der Lokomotive 5/4 St.“

24.12.

Bescherung und Souper beim Kronprinzen.

28.12.

Ankunft des Erbgroßherzogs von Sachsen-Weimar.

29.12.

Diner in der Galerie. Den Jahreswechsel verbringt die königliche Familie in Berlin.

01.01.

Für den Weg von Berlin nach Potsdam um 12 Uhr nutzt der König die Eisenbahn. Sie habe 40 Minuten benötigt, notiert er in seinem Tagebuch. Er bleibt bis 04.01. in Potsdam.

04.01.

Rückkehr nach Berlin mit der Eisenbahn (37 Min.).

06.01.

Ankunft des Prinzen Fritz von Mecklenburg.

11.01.

Prinz Wilhelm schreibt an Charlotte: „Wir haben jetzt sehr interessante Debatten im Staatsrat, nämlich die Revision der Gesetzgebung. … Ich muss Butt das Zeugnis geben, dass [er] vortreffliche Ansichten entwickelt und fast immer siegt, so neu oft seine Ideen sind. Und dabei ist natürlich ungemein interessant zu denken, dass er die Gesetze machen hilft, nach denen er einst regieren wird.“

16.01.

In Berlin findet eine „große maskierte Schlittenfahrt der Studenten“ statt.

18.01.

Der König habe „ sehr alt und hinfällig aus(gesehen), der Kronprinz aufgeschwemmt und erhitzt, die Kronprinzessin blass zum Mitleid. Die Prinzessin Wilhelm (Augusta) sah gesund und rüstig aus, scharf und gebieterisch, klug und willensvoll, aber für die meisten Menschen nicht günstigen Eindrucks. Prinz Wilhelm noch stets etwas kränklich, Prinz August rüstig, aber stumpf und zerstreut. Stoff die Fülle zu allerlei Betrachtungen“, so Varnhagen.

19.01.

Nach der Ordensfeier findet ein Gala-Diner in der Bildergalerie statt. Am Abend wird die Oper Die Vestalin von Spontini aufgeführt.

20.01.

Alexander von Humboldt schreibt an August von Hedemann: „Der gute König war 3–4 Tage recht unwohl, aß nicht mit. Gestern ist er aber doch wieder erschienen, er war sehr lebendig, sah aber recht angegriffen aus. Man fürchtet, dass das omineuse Jahr auch seine Injonction etwas erschüttert. Er hat zum Hofprediger Sack in dem Sinne einige bedeutende Worte gesagt. Er schmerzt mich, dass er von dieser Besorgnis gequält werde, die auf die Gesundheit reagierend wirkt und durch das beständige Geschwätz von dem Monumente Fr. des Großen erneuert wird. Der alte Bischof setzt sein Nürnberger Schachtelsystem durch, in der Gottesfurcht liegt die Ehrfurcht vor dem angestammten König, in dieser Ehrfurcht liegt die ewige Treue zu beiden Herren, Gott und König. So sagt die Thronrede. Dazu Objektivität und Subjektivität, ein philosophischer Anklang und der sonderbare Dualismus, nach dem alles beim Alten bleiben und zugleich fortschreiten muss. ‚Die Monarchie ist übrigens wie der agonische Körper, der Magen, für den alle Glieder arbeiten, den alle nähren.‘ So hat uns die Thronrede zur Tafel geführt. Morgen gehen wir wahrscheinlich zum letzten Male vor Frühjahr nach Potsdam.“

21. bis 23.01.

Der Hof ist in Potsdam.

23.01.

Rückkehr des Hofes nach Berlin.

27.01.

General von Tippelskirch erhält ein „Begräbnis mit militärischen Honneurs“.

01.02.

Friedrich Wilhelm III. schreibt an Charlotte: „Morgen nehmen die eigentlichen 4 Karnevalswochen ihren Anfang und nächsten Dienstag wird das große Dejeuner dansant, wobei das diplomatische Corps erscheint, stattfinden. Dieser Tag wird diesmal für mich doppelt beschwerlich sein, da ich seit mehreren Wochen schon von allerhand katarrhalisch-hämorrhoidalischen Übeln heimgesucht werde, die mich … sehr inkommodieren.“

04.02.

Dejeuner dansant der Gesandten im Palais.

06.02.

Ball beim Kronprinzen. Ankunft des Erbherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

08.02.

Besuch der Porzellanmanufaktur. „Fête de Flore. Bal paré et masque“ im Schauspielhaus.

10.02.

Theaterprobe im Prinzessinnenpalais.

18.02.

Tod der Prinzessin Elisabeth von Braunschweig, erste Gemahlin König Friedrich Wilhelms II., in Stettin.

24.02.

Theaterprobe im Prinzessinnenpalais.

25.02.

„Großes Carroussel und Quadrille in der Seger. Bahn, vorgestellt durch das Offiziers-Corps des Garde-Dragoner-Regiments“.

29.02.

Ankunft Großherzog und der Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz mit beiden Prinzessinnen. Maskierter und unmaskierter Ball in den Sälen des Schauspielhauses.

01.03.

Nach dem Besuch der Kapelle nimmt der König die Parade ab. Nach dem Diner bei der Großherzogin besucht er den Ball bei Prinz Wilhelm.

05.03.

Dejeuner dinatoire bei Prinzessin August im Gewächshaus von Bellevue.

„Es war eine lange, dem Könige lieb gewordene Gewohnheit, im Frühjahr wöchentlich nach Potsdam zu fahren, und zwar geschah dies des Sonnabends. Er blieb dann den Sonntag dort und kehrte Montag wieder. Es begleitete ihn außer der Fürstin immer der Reihe nach eine Familie seiner verheirateten Kinder. … Seit Wochen schauten die Bewohner Berlins vergeblich nach dem kleinen gelben Wagen aus, in dem sie gewohnt waren, den alten verehrten König spazieren fahren zu sehen. In Regen und Sturm sah man sonst zwischen 12 und 1 Uhr seinen so einfachen halben Wagen, wie ihn schon damals niemand mehr besaß, und den jetzt kaum eine Kammerfrau gebrauchen würde, die Linden hinunterfahren. Ein alter Kutscher und ein alter Bedienter in blauen Röcken und roten Kragen begleiteten ihn und das einzige Ausgezeichnete an der unscheinbaren Equipage waren die schönen Trakehner Pferde, die den Wagen zogen. Aber jeder Mensch vom Greise bis zum Kinde kannte den gelben Wagen, und niemand sah den geliebten und hochgeehrten Herrn ohne still zu stehen und zu grüßen, denn man wusste, sein Adlerblick erkannte bereits von weitem jeden, dem er begegnete, und sein kurzer, fast strenger militärischer Gruß, mit dem er jedem einzelnen dankte, trug dennoch Abstufungen in sich, die den Menschen zeigten, dass er sie persönlich bedachte.“ (Marwitz)

07.03.

Ankunft des Herzogs von Nassau.

11.03.

Theaterprobe im Prinzessinnenpalais.

21.03.

Theaterprobe im Prinzessinnenpalais.

22.03.

Nach Besuch der Kapelle und der Parade Dejeuner dinatoire bei Prinz Wilhelm zu dessen Geburtstag.

25.03.

Probe der großen Potsdamer Quadrille im Saal des Schauspielhauses. Kostümball mit Quadrille des Kronprinzen im Saal des Schauspielhauses.

28.03.

Das Dejeuner dansant bei Prinz Albrecht ist das letzte Hoffest, dass der König besucht. Beginn der Erkrankung. In den folgenden Wochen besucht er noch sonntäglich die Kapelle und kommt gelegentlich nach Charlottenburg und Potsdam.

29.03.

Abreise der Großherzogin und ihrer Töchter.

01.04.

Abreise des Großherzogs und des Erbgroßherzogs von Mecklenburg-Strelitz.

02.04.

Ankunft des Großfürsten-Thronfolgers.

03.04.

Am großen Diner in der Galerie nimmt der erkrankte König nicht teil.

05.04.

Abreise des Großfürsten von Darmstadt.

25.04.

Ankunft Fritz von Mecklenburg-Strelitz.

08.05.

Alexander von Humboldt schreibt an Friedrich von Schöler: „Bei uns gestalten sich die Sachen trüber, nächtliches Eis, ein Staub wie in der Sahara, Klagen der Landleute, und was ernster als alles ist, eine noch immer zunehmende Kraftlosigkeit des guten Königs. Er gewährt einen traurigen Anblick. Eine sichtbare Krankheit ist nicht vorhanden, aber die entschiedenste Appetitlosigkeit, Widerwille vor aller Fleischnahrung. Er hat Schönlein konsultiert, während eines viertätigen Aufenthalts, den wir soeben in Potsdam gemacht. Man will Einreibungen und Bäder von Meersalz und Fleischbrühe versuchen. Die unentschiedene Frage ist, ob es das Eintreten eines traurigen ‚Marasmus senilis‘, ein fortschreitendes Ermagern und Hinwelken, oder eine zufällige Atonie der Magennerven als Folge des vorhergegangenen Katarralfiebers, ist. Ich hege noch immer die Hoffnung, dass letztere Ursache die wahre sei, obgleich eine fortdauernd, miöd-freundliche Stimmung auf das krankhafte innere Gefühl der Schwäche zu deuten scheint.“

10.05.

Letzter Besuch der Oper (Die Hamadryaden von Adam).Ab diesem Tag verlässt der König mit Ausnahme des Besuchs der Kapelle am 13.05. seine Gemächer nicht mehr. Die Manöver in Nedlitz am 14.05. nimmt der Kronprinz ab und auch die Parade Unter den Linden am 22.05. findet ohne den König statt: „Es war ein trüber Tag, der Regen fiel in Strömen herunter. Trotzdem war der Platz vor dem Palais gedrängt voller Zuschauer, aber alle hatten sich so gestellt, um die Fenster des Königs zu sehen, in der Überzeugung, er werden den Vorbeimarsch seiner Truppen noch einmal, wohl zum letzten Male, mitansehen wollen.“ (Marwitz)

27.05.

Prinz Wilhelm schreibt an Alexandrine: „Gestern hat Papa mit einem Male befohlen dass am 1. Juni der Grundstein zum Monument Friedrich II. gelegt werden soll. Es muss also alles in größter Eile vorbereitet werden. Eben steht Schinkel vor meiner Rampe mit seinen Getreuen, und sie messen nach allen Richtungen. Richte Dich also so ein, dass Du am 31. abends hier bist, da die Zeremonie den 1. vormittags sein soll. Es werden Truppen dazu ausrücken und das Ganze möglichst grandios eingerichtet werden.“

28.05.

Der König verlässt das Bett nicht mehr, am 31. Mai enden seine Tagebuchaufzeichnungen.

30.05.

Ankunft der Prinzessin Luise und des Prinzen.

01.06.

Grundsteinlegung für das Denkmal Friedrich II. von Christian Daniel Rauch vor dem Eingang zur Lindenpromenade, Unter seiner Kabinettordre hatte der König bemerkt: „’Soll nicht gezögert und nicht geknickert werden.“ Prinz Wilhelm erhält das Kommando der Heerschau. Reedern schreibt: Die „Leibkompagnie von Potsdam mag man gleich hier behalten zur Leichenparade.“

Anlässlich der Grundsteinlegung schreibt Alexander von Humboldt, „dass die Huld eines teuren Monarchen in allen Teilen des vergrößerten Reiches für Begründung wissenschaftlicher Anstalten und die edlen Blüten des Kunstlebens großartigst gesorgt hat“. Der Astronom Fr. W. Bessel antwortet ihm nach dem Tod des Königs: „Wenn der König einen als Freund betrachtet hat, so sind Sie es gewesen. … Auch ich beklage innig, dass ein so schönes und seltenes Verhältnis zerrissen worden ist.“

02.06.

„Am Morgen dieses Tages hatte eine Deputation der Stadt dem Könige einen Lorbeer- und Palmenkranz überbringen wollen.“ (Marwitz)

03.06.

Ankunft der Kaiserin von Russland mit ihrer Tochter.

06.06.19140

Schließung der Berliner Theater. „Man setzte voraus, dass kein Einwohner Berlins den Wunsch habe, während des letzten Kampfes seines Königs sich ein Vergnügen verschaffen zu wollen. Es sprach sich dieser Sinn auch ohne einen Befehl von oben herab aus. Die größte Einnahme der Wirtshäuser in der Umgegend der Stadt besteht in den sehr besuchten Frühkonzerten zu Pfingsten. Sie haben die Verpflichtung, diese Konzerte bei der Polizeibehörde anzuzeigen. Dies war wie gewöhnlich geschehen, aber am Sonnabend wurden sie von allen Lokalen wieder abgemeldet und die Stadt, die sonst an diesem Feste den Charakter der Freude an sich trägt, machte diesmal den Eindruck eines Hauses, wo Familientrauer herrscht.“

07.06.

Eintreffen des Kaisers von Russland. Friedrich Wilhelms III. stirbt im Alter von 70 Jahren im 43. Regierungsjahr. „In den ersten Stunden nach dem erfolgten Ableben war jedem, wer es auch sei, der Eintritt in die Gemächer verstattet worden. … Späterhin wurde dies bei den andringenden Massen einen Unmöglichkeit.“ (Klöden) Man glaubt allgemein, das der König sich nicht Friedrich III., wie man früher der Meinung war, nennen wird, sondern Friedrich Wilhelm IV. Prinz Wilhelm heißt nun Prinz von Preußen.“ (Bülow) Am Abend erfolgt die Vereidigung der Truppen auf den neuen König. Eine Amnestie betrifft u.a. Ernst Moritz Arndt und den Turnvater Jahn.

08.06.

Empfang einer Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin.

09.06.

Aufbahrung der Leiche in der Uniform des 1. Garde-Regiments mit Feldmütze und Mantel. Da der König die öffentliche Aufstellung seiner Leiche verboten hatte, fand stattdessen die Ausstellung des Paradesarges am 10.06. statt Landestrauer nach den Bestimmungen des Trauerreglements vom 07.10.1797.

11.06.

Nach dem Leichenbegängnis im Dom nach einer durch den König vorab festgelegten Zeremonie beginnt in der Nacht die stille Überführung nach Charlottenburg und die Beisetzung im Mausoleum des Charlottenburger Schlossparks neben Königin Luise. Marwitz kritisiert: „Die Trauerpracht einer öffentlichen königlichen Bestattung hat etwas Grauenhaftes. Alles, was Erdenschmuck und Pomp heißt, wird noch auf diesem letzten Gange entfaltet … Alle Kinder und Schwiegerkinder waren dem Vater zu Fuß gefolgt, nur die Kaiserin nicht. Sie war zwar wirklich leidend, aber man vermisste sie ungern. Ebenso war auch die Fürstin Liegnitz nicht unter den Leidtragenden. Man hatte nicht gewusst, welcher Platz ihr eingeräumt werden sollte … Hier trat zuerst die Richtung, dem Hofe eine strenge Etikette zu geben, störend hervor.“ In seinem Kondolenzbrief an Wittgenstein schreibt Metternich: „Niemand weiß besser als Sie, wie fest ich auf den König zu bauen wusste, und ebenso gut wissen Sie, mit welcher Milde derselbe oft nicht gefällige Aussprüche auszunehmen wusste, welche mir die Stimme meines Gewissens auferlegte. Wenn Sie in dem Verewigten alles verloren haben, so habe ich mehr in ihm verloren, als dies alle Welt wohl ahnen dürfte.

17.06.

Friedrich Wilhelm IV. schreibt an das Staatsministerium wegen der Veröffentlichung des letzten Willens des Königs. „Der Helden-König aus unserer großen Zeit ist geschieden. … Ich bitte Gott, den Lenker der Herzen, das Er die Liebe des Volks, die Friedrich Wilhelm III. in den Tagen der Gefahr getragen …, auf mich, Seinen Sohn und Nachfolger, übergehen lasse, der ich mit Gott entschlossen bin, in den Wegen des Vaters zu wandeln. Mein Volk bete mit mir um Erhaltung des segensreichen Friedens, des teuren Kleinods, das er uns im Schweiße seines Angesichts errungen und mit treuen Vaterhänden gepflegt hat, – das weiß ich –, sollte dieses Kleinod je gefährdet werden, was Gott verhüte, so erhebt sich mein Volk wie ein Mann auf meinen Ruf, wie sein Volk sich auf seinen Ruf erhob. Solche in Volk ist es wert und fähig, königliche Worte zu vernehmen, wie die, welche hier folgen, und wird einsehen, dass ich den Anfang meines Regimentes durch keinen schöneren Akt als die Veröffentlichung derselben bezeichnen kann.“

01.07.

Nicht nur Landrat Kleist von Nollendorf empfindet das „allgemeine große Interesse, welches alle Klassen des Volkes an dem durch Seine Majestät den König der Öffentlichkeit übergebenen letzten Willen des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm III. Majestät genommen haben und fortdauernd nehmen“. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen erwägt einen „Sonderdruck“ zur Einlage in die „Bibel, Gesangbücher oder diejenigen Familienbüchen, welche zur Erinnerung dienen.

© 2021
Dr. Gaby Huch

Roedernstraße 49b
12623 Berlin

Tel.: 0172 2736985
Email: gaby(at)huch.berlin

Webdesign von graffXpress